1. Der König wackelt, fällt aber nicht
Phil Heath gewann in Las Vegas seine vierte Sandow, überholte damit den legendären Frank Zane und zog mit seinem Freund und Mentor Jay Cutler gleich. Dabei war die 2014er Ausgabe von Phil sicherlich die schlechteste, die wir in den letzten Jahren gesehen haben und offenbarte uns die Schwächen, die "The Gift" hat..jpg)
2011 waren das Publikum und die Fachwelt geschockt, als Phil Heath die Olympiabühne betrat. Sein Körper war einzigartig und bekam dank seiner Plastizität die Bezeichnung 3D-Look verliehen. Für nicht wenige war das die beste Form, die Phil jemals auf die Bühne brachte, wenngleich er auch 2012 gegen den wohl besten Kai Greene, den wir bisher bei einer O gesehen haben, bestehen konnte und noch einmal massiver zu sein schien. Von dieser Faszination war in diesem Jahr wenig zu spüren: Die oft beschriebene Plastizität war nicht in dem Maße gegeben, wie man es von ihm gewohnt ist, die Mittelpartie wirkte breiter als sonst. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass Phil die Versuche massiver zu werden nicht bekommen. Sein Knochenbau ist nicht dafür ausgelegt immer mehr Muskelmasse aufzubauen, wenngleich das sicher möglich ist, jedoch scheint es ihm seinen einzigartigen Look zu zerstören. Sehr offensichtlich wurde, dass Phil vor allem von seiner Form lebt, die er bisher immer gebracht hatte, in diesem Jahr, speziell am Freitag aber nicht in dem Maß, das man von ihm gewohnt war. Und so wurden seine größte Schwäche offenbar: Phil ist im Vergleich zu seinen Konkurrenten sicher der schmalste Athlet. Er hat nicht die körperlichen Voraussetzungen mit Masse zu dominieren wie es einst Dorian, Ronnie oder Jay konnten. Und er sollte einsehen, dass ihn der Versuch eben das zu tun, nur schlechter macht, nicht besser.
Dennoch war er der "last man standig", dennoch nahm er die goldene Sandow mit nach Hause. Warum?
2. Der Konkurrent kann das Momentum nicht nutzen
Wenn Phil nicht in der Topform vergangener Jahre war, warum holte er sich dann erneut mit Bestpunktzahl den Titel? Viele werden an dieser Stelle die gängigen Verschwörungstheorien anführen, jedoch muss man deutlich festhalten, dass sein ärgster Konkurrent es erneut versäumte seine Titelansprüche auf der Bühne zu untermauern: Kai Greene hatte im Vorfeld für Aufsehen gesorgt indem er sich sehr selbstsicher präsentierte, Phil offen angriff und keine andere Möglichkeit als seinen Sieg suggerieren wollte..jpg)
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Als es dann auf die Bühne ging, zeigte sich jedoch schnell, dass Kai auch in diesem Jahr ohne seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen, abreisen werden wird. Erneut war Kai zu schwer, hielt Wasser und stieß somit dem schwächelnden Phil die Tür zur vierten Sandow auf. Hätte er je eine Chance auf den Titel gehabt, es wäre in diesem Jahr gewesen, jedoch konnte er aus Phils Schwäche keinen Profit schlagen. Im Grunde ist Phils Fehler auch Kais Fehler, wobei er bei Kai noch weniger verständlich ist: Kai hat zweifelsohne die Masse, um Phil zu dominieren. Da beide nicht frei von strukturellen Schwächen sind (bei Phil sind es die schmalen Schlüsselbeine und die dominanten Arme, bei Kai der schwache Trapezius und die, im Vergleich zu Phil, fehlenden Details im Rücken), hätte Kai letztlich "nur" seine Form von 2012 bringen müssen, um Phil zu schlagen. So ebnete seine Schwäche Phil den Weg zu seinem vierten Titel, denn die restlichen Konkurrenz war bereits frühzeitig zu Statisten des Duells an der Spitze bestimmt worden.
3. "Talk the talk" funktioniert
Dies wurde schon in der Pressekonferenz deutlich, von der im Grunde nur das Wortgefecht zwischen Phil und Kai in Erinnerung geblieben ist. Man kann über diesen Streit denken wie man will, Fakt ist, dass er dafür sorgte, dass fortan alle Augen auf das Duell zwischen diesen beiden gerichtet waren, dass bereits am Donnerstag die Tür zu den Plätzen 1 und 2 für Athleten wie Dennis Wolf und Shawn Rhoden zugeworfen wurde.Dabei agierte insbesondere Dennis sehr cool, schien sich von diesem, teils doch fast schon bizarren Streit nicht beeinflussen lassen zu wollen, doch damit ebnete er dem erneuten Duell Phil vs. Kai den Weg. Man kann an dieser Stelle lange darüber diskutieren, dass nur die sportliche Leistung zählen sollte, letztlich ist Bodybuilding aber eine Präsentationssportart, in der man versucht sich gegenüber den Kampfrichtern bestmöglich zu verkaufen. Vielen mag Dennis‘ Art sympathischer sein, die Aufmerksamkeit der Kampfrichter konnte er damit nicht erringen.
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Dass Shawn nicht der Typ für große Reden ist, ist keine Überraschung. Böswillig könnte man sagen, er wirke zumeist abwesend. Und auch er muss sich den Vorwurf gefallen lassen, es hingenommen zu haben, dass Kai und Phil die 50. O zu ihrem persönlichen Duell gemacht haben. Dabei zeigten die Dritt- und Viertplatzierten herausragende Leistungen, die so leider ungewürdigt blieben.
4. Das Duell um Platz 3 und 4 ist spannend wie nie
Während Kai und Phil ihre Bestform nicht abrufen konnten, jedoch dennoch frühzeitig dafür sorgten, dass die Plätze 1 und 2 reserviert sind, wurde dahinter das Duell zwischen Dennis und Shawn mit weniger Worten, aber dafür mit umso mehr Taten geführt. Das Duell der beiden begleitet uns nun schon seit über zwei Jahren: 2012 gewann Dennis nach einer enttäuschenden O in Prag gegen Shawn, 2013 gelang es Dennis Shawn in Vegas und Madrid hinter sich zu lassen und auch bei der Arnold Classic 2014 war es am Ende Dennis, der den Siegerpokal in die Höhe halten durfte..jpg)
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In Vegas zeigten beide eine deutlich bessere Form als die beiden Athleten, die vor ihnen platziert wurden: Dennis scheint endgültig das richtige Rezept für seinen Körper gefunden zu haben und präsentierte sich in einer unfassbaren Konditionierung, schaffe es leider insbesondere am Freitag nicht, diese mit der optimalen Fülle zu kombinieren, sodass Shawn, den man aktuell wohl ohne Zweifel zu den ästhetischsten Athleten der Pro League zählen kann, ihn letztlich erneut schlagen konnte. Inwieweit Shawn auch am Samstag besser war als Dennis und inwieweit diese Entscheidung so deutlich war, wie sie die Scorecards beschrieben, darf dabei aber sicherlich hinterfragt werden. Nicht wenige sahen Dennis am Samstag vor Shawn, sodass diese Deutlichkeit der Wertung doch fragwürdig erscheint.
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In Abwesenheit von Kai und Phil führten Dennis und Shawn ihr Duell in Europa weiter und hier hatte Dennis, dem es gelang seine Form zu konservieren und sie mit der in Vegas noch fehlenden Fülle zu kombinieren, die Nase vorne. Nachdem er Korea ausgesetzt hatte, wo Shawn sich unerwartet dem Altmeister Dexter Jackson geschlagen geben musste, schlug Dennis Shawn erneut in Madrid und wiederholte diesen Erfolg eine Woche später in Prag, in beiden Fällen ohne jegliche Diskussion, denn Dennis zeigte absolute Bestform und hätte in Prag auch Kai Greene hinter sich gelassen, hätte dieser nicht nach dem Prejudging aufgegeben. Warum die Judges Shawn, der sich im Vergleich zum Vortag nicht sichtbar verbessern konnte, einen Tag nach Prag in San Marino vor Dennis setzten, der sich nicht sichtbar verschlechtert hatte, es wird wohl immer deren Geheimnis bleiben.
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Für Dennis heißt es nun einen erneuten Anlauf nehmen, um in Vegas die Top 3 erneut zu knacken. Dass er Shawn schlagen kann, hat er hinlänglich bewiesen und auch, dass er, ungeachtet seiner wohl einzigen Schwäche, der Waden, ein Athlet ist, den Kai und Phil fürchten sollten.
Shawn ist in Bestform sicherlich ein Modelathlet, wenngleich es ihm im direkten Vergleich mit Dennis an Masse fehlt. Das gleicht er jedoch mit äußerst gefälligen Muskelformen und einer begnadeten Linie wieder aus, sodass dieses Duell noch nicht endgültig entschieden sein dürfte.
Klar ist damit auch, dass sich Kai und Phil nicht noch einmal solche Schwächen leisten sollten, wie in diesem Jahr, denn die Jäger sind hungrig.
5. Es gibt nur einen offenen Platz in den Top 6
Dafür sorgt, Jahr für Jahr, der oft schon abgeschriebene Altmeister Dexter Jackson. Dexter ist dabei ein Phänomen: Unter den Topathleten sicherlich derjenige mit der geringsten Muskelmasse, gelingt es ihm sich Jahr für Jahr einen Platz in den Top 6 zu sichern. Seit 2006 ist er fester Bestandteil der besten sechs Athleten der Welt, schlug dabei 2008 Jay Cutler und es ist nicht absehbar, dass "The Blade" in absehbarer Zeit aus den Reihen der Top 6 vertrieben werden wird. Dexters Stärke ist dabei sicher seine Beständigkeit: Er überrascht nicht mit großartigen Entwicklungssprüngen, bringt aber Jahr für Jahr seine Leistung und scheint dabei nicht zu altern. So lehrt der 44jährige vielen deutlich jüngeren Athleten das Fürchten und zeigte bei seinem Sieg in Korea gegen Shawn, dass er immer bereit ist, wenn einer vor ihm stolpert..jpg)
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Die Stärke der Top 4 und Dexters Beständigkeit sorgen dafür, dass es nur einen freien Finalplatz in Vegas gibt, einen Platz, um den sich eine ganze Reihe von Athleten streiten.
6. Der Mutant wird zur ernsthaften Bedrohung
Wohl jeder hat die Bilder der New York Pro 2013 im Kopf: Big Ramy, bis dato kaum jemandem ein Begriff, dominierte die Bühne und verwies dabei etablierten Athleten wie Victor Martinez, einst als der designierte Nachfolger von Ronnie Coleman gehandelt, in ihre Schranken. Dabei siegte Ramy nicht nur, er vernichtete Victor und erzeugte damit einen wahnsinnigen Hype. In Las Vegas zeigte sich dann, dass ein Sieg gegen einen ehemaligen Topathleten, der aber nie wieder an die Form von 2007 anknüpfen konnte, nicht reicht, um die Besten der Besten ins Schwitzen zu bringen: Zu schwach war seine Form, zu "unreif" die Muskulatur. Für viele stellte sich schon bald die Frage, ob der sympathische Riese sein unfassbares Potential jemals wird ausschöpfen können..jpg)
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Die Mr. Olympia 2014 sollte Antworten bringen und doch sind bis dato nicht alle offenen Fragen geklärt. Schuld daran war, so sein Coach Dennis James, eine Verletzung des Beinbeugers, die verhindert habe, dass Ramy in den Rückenposen die Form zeigen konnte, die nötig gewesen wäre, um sich in die Gefilde der Top 5 zu begeben. Und doch zeigte Ramy, dass man künftig mit ihm rechnen muss. Von vorne war seine Form deutlich besser als im Jahr zuvor und trotz seiner geradezu lächerlich grotesken Muskelmasse hat er seine schmale Taille bewahrt. Klar ist, dass Ramy sicherlich nicht noch mehr Muskeln braucht, damit er die Athleten vor ihm schlagen kann, über diese verfügt er schon jetzt. Die Frage wird sein, ob es ihm gelingt, diese Muskulatur mit den tiefen Einschnitten zu versehen, die nötig sind, um ganz vorne mitzumischen. Sollte ihm das gelingen, wird er noch einigen Athleten das Fürchten lehren.
7. Totgesagte leben länger
Dieser Weisheit machten in diesem Herbst gleich zwei Athleten alle Ehre. Zunächst ist da Branch Warren, der hart arbeitende Texaner, der entgegen aller Widrigkeiten und strukturellen Schwächen immer wieder den Weg in die Weltspitze findet. In den vergangenen Jahren von Verletzungen gebeutelt, waren seine letzten Auftritte wenig überzeugend, seine Zeit schien vorbei. Doch Branch wäre nicht Branch, würden ihn solche Stimmen nicht noch mehr motivieren, es allen zu zeigen. Und das tat er in Vegas. Seine Form war mit die beste aller Athleten und auch seine in den letzten Jahren so markanten Dysbalancen fielen deutlich weniger auf, sodass er sich letztlich einen unerwarteten, aber nicht unverdienten sechsten Platz sicherte. Dabei ist klar, dass Branchs geschundener Körper häufig auf wenig Gegenliebe stößt und ja: Ein Ästhet wir Branch in diesem Leben nicht mehr. Aber er ist sicherlich einer, der am härtesten arbeitenden Jungs überhaupt und konnte nun die verdiente Belohnung für seine Mühen einsacken..jpg)
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Auch bezüglich Ronny Rockels Comeback waren die Meinungen im Vorfeld sehr einheitlich: Wohl kaum jemand erwartete, dass Ronny noch einmal eine wirklich gute Form bringen könnte. Zu lange war es her, seit man ihn in Topform gesehen hatte, dazu seine gesundheitlichen Probleme (Diabetes), die für die meisten das endgültige Aus für "The Rock" bedeuten sollten. In Prag war es dann soweit: Ronny stand nach langer Pause wieder auf der Bühne und was er dort präsentierte, war schlicht hervorragend. Nicht mehr ganz so massiv wie zu besten Zeiten, zeigte er doch eine sehr gute Form, in Prag und San Marino zusammen mit Dennis sicherlich die beste aller Athleten. Leider wurde seine Leistung von den Judges nicht entsprechend gewürdigt, was sich auch in Finnland wiederholte, wo er dank des schwächeren Teilnehmerfeldes zumindest erste Punkte für die O-Qualifikation einfahren konnte. Eine Woche später wurde das Punktekonto noch einmal kräftig gefüllt, als Ronny in China hinter Essa Obiad den zweiten Platz holte. Ronnys Hoffnungen, sich hier direkt zu qualifizieren, erfüllten sich leider nicht, sodass die Saison für ihn wohl noch nicht beendet ist und er in Russland und den USA weitere Anläufe nehmen wird, um die Qualifikation für Vegas unter Dach und Fach zu bringen.
8. Las Vegas liebt Seriensieger
Flex Lewis ist der unangefochtene König der 212, wenngleich er nicht frei von Schwächen ist und sein Regiment in der "kleinen" Klasse sicher nicht unumstritten ist. Seine Form war in diesem Jahr nicht ganz so gut, wie man sie schon bei ihm gesehen hat, insbesondere wenn er neben Eduardo Correa stand, dessen Muskelteilungen von einem anderen Stern zu sein scheinen, der das jedoch, ähnlich wie Dennis, mit einer nicht optimalen Fülle bezahlen musste. So wirkte Flex in den meisten Posen voller, was wohl letztlich in Verbindung mit seinem Bonus als Titelträger für die Judges ausreichend war: Er gewann erneut mit Bestpunktzahl und machte damit deutlich, dass ihm in absehbarer Zeit wohl niemand den Titel streitig machen wird, auch weil der angekündigte Wechsel in die offene Klasse nun doch nicht stattfinden wird und die anderen Konkurrenten Federn lassen mussten: David Henry zeigte ungewohnte Formschwächen und wurde nur Neunter, Jose Raymond hat Muskeln ohne Ende, jedoch leidet er unter seiner breiten Mittelpartie. Bleibt Aaron Clark, der bei seiner ersten O voll überzeugen konnte und aufgrund seines Alters ein Mann für die Zukunft sein dürfte. Ob er jedoch mittelfristig Flex gefährlich werden kann, muss sich erst zeigen..jpg)
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Iris Kyle war schon vor der O eine lebende Legende. Mit ihrem zehnten Titel stellte sie wohl einen Rekord für die Ewigkeit auf. Inwieweit dieser verdient war, das steht sicher auf einem anderen Blatt. Für die meisten Zuschauer war Alina Popa die deutlich bessere Athletin, jedoch aus Sicht der Judges nicht gut genug, um den zehnten Sieg von Iris zu verhindern, einen Sieg, der ihr letzter bleiben wird, denn Iris verkündete noch auf der Bühne ihren Rücktritt vom aktiven Bodybuilding.
In der Figurklasse erlebten wir in den letzten Jahren einen Zweikampf zwischen Nicole Wilkins und Erin Stern. Nachdem Erin wohl im Stillen ihre Karriere beendet hat, war Nicoles erneuter Sieg zu keinem Zeitpunkt gefährdet, darüber hinaus aber auch völlig verdient. Linie, Form, Muskulatur und Präsentation vereint sie wie sonst keine andere in dieser Klasse, was ihr in den nächsten Jahren noch einige Titel einbringen sollte, denn ihre ärgste verbliebene Konkurrentin Candice Keene hat nicht die Linie, um gegen Nicole zu bestehen.
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Auch in der Bikiniklasse scheint sich mit Ashley Kaltwasser eine neue Dauersiegerin zu etablieren. Mit ihrem nunmehr zweiten Titel in Vegas und setzt damit ihre Erfolgsserie fort, die nur in New York eine kurze Unterbrechung fand. Jedoch wissen wir, dass die Bikiniklasse immer für Überraschungen gut ist, sodass ihre dritte Titelverteidigung zwar wahrscheinlich, aber nicht in Stein gemeißelt zu sein scheint.
9. Auch Stars können stürzen
Die Titelverteidigung von Dana Linn Bailey schien für die meisten bereits im Vorfeld festzustehen. Zu brillant vereint sie Weiblichkeit und beeindruckende Muskulatur und zu breit ist ihre Fanbase, so war die gängige Meinung. Und doch erlebten wir einen Wechsel an der Spitze der Women’s Physique, eine neue Titelträgerin: Juliana Malancarne, die Dana einfach durch ihr signifikanteres Mehr an Muskelmasse überragte. Die Frage ist nun, ob das ein allgemeines Signal für die Klasse ist: Werden wir künftig mehr Masse in der Women’s Physique sehen?.jpg)
David Henrys tiefer Sturz auf Platz 9 wurde bereits erwähnt, soll aber an dieser Stelle noch einmal angesprochen werden. Henry war der erste Sieger dieser Kategorie (damals noch 202) in Vegas, jahrelanger Zweitplatzierter und nun dieser Einbruch. Dabei muss angemerkt werden, dass er völlig berechtigt war: Davids Form war Lichtjahre von dem entfernt, was wir von ihm gewohnt sind. Das zeigt aber auch, wie wichtig die Form in dieser Klasse ist. Schaut man sich die Vergleiche der Top 6 an, so ist dabei keiner, dessen Form nicht top ist, keiner, der nicht über gestreifte Gesäßmuskel verfügt. Im Vergleich zur offenen Klasse, in der in diesem Jahr viele die Form nicht trafen und dennoch nicht dafür bestraft wurden, wird eine schlechte Form in der 212 nicht verziehen.
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Ebenfalls einen herben Rückschlag musste Roelly Winklaar hinnehmen. Bei der O war seine Form in Ordnung, aber nicht auf dem Niveau des Vorjahres. Weit schlimmer: Roelly hatte enorme Probleme den Bauch unter Kontrolle zu halten und kämpfte mit einer Gyno. Während er in Las Vegas für diese Mankos abgestraft wurde und aus den Top 10 fiel, war man in Europa gnädiger mit ihm. Seine Form war dort sicherlich besser, jedoch wurde dafür die Gyno von Woche zu Woche immer schlimmer. Nichtsdestotrotz wurden Roellys Platzierungen im Laufe der Europa Tour immer besser, sodass er sich letztlich mit einem Sieg in Finnland die Qualifikation für die Mr. Olympia 2015 sichern konnte, was uns zu unserem letzten Punkt führt.
10. Hartnäckigkeit zahlt sich aus
Es gibt ein Leben nach Adela Garcia. Die Seriensiegerin in der Fitnessklasse trat nicht an und erklärte auf der Bühne ihren Rücktritt. Nach sieben Siegen schien sie zu spüren, dass ihre Zeit gekommen war, auch nach ihrer Niederlage gegen Oksana Grishina auf der Arnold Classic Europe im vergangenen Jahr. Eben diese Oksana Grishina konnte sich nun endlich, nach langen Jahren im Schatten der "großen" Adela, ihren ersten Sieg in Las Vegas holen, einen Sieg, der für viele schon lange überfällig war. Doch nicht nur für Oksana war 2014 das erfolgreichste ihrer bisherigen Karriere: Auch für Regiane da Silva war dieses Jahr der absolute Karrierehöhepunkt. Regiane musste im Laufe ihrer Karriere viele Niederschläge hinnehmen, häufig wurde sie sehr undankbar bewertet, doch nie gab sie auf. Regiane arbeitete hart an sich und wurde letztlich dafür belohnt: Mit ihren zweiten Plätzen in Columbus, Las Vegas und Madrid hat sie sich in die absolute Weltspitze der Fitnessklasse katapultiert und ist mit ihrem zweiten Platz in Vegas die erfolgreichste deutsche Athletin aller Zeiten..jpg)
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10 + 1 Europa ist ein gutes Pflaster für Amerikaner
Dass die Ergebnisse der O zumeist mehr oder weniger verbindlich für die folgenden Wettkämpfe sind, ist hinlänglich bekannt. Eine besondere Schwierigkeit stellt diese Situation für die Athleten dar, die nicht in Vegas antraten, so gesehen bei Ronny Rockel, der hinter die schwächelnden Amerikaner Juan Morel, Steve Kuclo und Johnnie Jackson gesetzt wurde. Ähnlich erging es Robert Piotrkowicz, dessen Strukturschwächen hierfür jedoch noch mehr Raum für Erklärungen bieten. Letztlich ist festzuhalten, dass es mittlerweile kaum einen Unterschied macht, ob man in den USA oder in Europa antritt. Grundsätzlich wäre das zu begrüßen, denn Wertungen sollten nicht davon abhängen, wo der Wettkampf stattfindet. Wenn dies jedoch dazu führt, dass die eh schon vorhandene amerikanische Dominanz noch weiter forciert wird, muss Kritik erlaubt sein, die interessanterweise selbst in den USA laut wurde. So macht es denn Eindruck, als müsse man nur lange genug aushalten, um irgendwann seine Topplatzierung und damit entweder die direkte Qualifikation oder aber zumindest Punkte zu sammeln, vorausgesetzt, man kommt aus den USA. Keine erfreuliche Erkenntnis für europäische Athleten und Athletinnen.Und was waren eure zentralen Erkenntnisse? Stimmt ihr dem Geschriebenen zu? Teilt uns eure Meinung im Diskussions-Thread mit!