Ein Artikel von Bodybuilding.com

Von David Robson

Der Bodybuilding Star der 90er Jahre, Nasser El Sonbaty, hat sich selbst auf verschiedene Art und Weise als wahrer Champion hervorgehoben. Vor allem aber, als der Pro Bodybuilder mit den größten Körpermaßen, der wohl besten Form, den besten Proportionen und der besten Konditionierung, der niemals einen Mr. Olympia Titel gewonnen hat.

Er erfüllte durch sein massives Erscheinungsbild auf der Wettkampfbühne, die Anforderungen dieser Ära, und war definitiv bereit Mr. Olympia zu werden. Er war überzeugt die Qualitäten dafür mitzubringen. Sein Start in den frühen 90er Jahren war mehr als fragwürdig. Er wurde nur als ein weiteres europäisches Monster ohne Form und Potential angesehen. Bis zum Jahr 1997, hatte er sich durch die Teilnahme an echten Wettbewerben, beispielsweise durch das Gewinnen von fünf Pro Shows und sechs Top drei Plazierungen, inkl. jeweils dem dritten Platz auf der 95' und 96' Mr. Olympia, den Weg für den Mr. Olympia Titel geebnet. 1996 war er eine echte Bedrohung, für den größten Preis des Bodybuildings.

Wie die Geschichte uns zeigt, hatte der diesen Wettbewerb verloren. Allerdings nur laut den offiziellen Punktekarten und unter höchst umstrittenen Umständen. Der müde und zerschlagen erscheinende, fünffache Mr. Olympia Gewinner, Dorian Yates, lag in fast jeder Kategorie klar hinter Nasser, gewann die Veranstaltung aber trotzdem mit der höchstmöglichen Punktezahl. Es waren Entscheidungen wie diese, die Nassers’s Entschlossenheit noch verstärkten, zu sagen was wirklich Sache ist, und niemals von seiner Meinung abzuweichen. Diese Eigenschaft hat ihm viel Kritik eingebracht und führte dazu, dass er, laut seiner eigenen Aussage, eine "nicht willkommene" Person wurde, die von den Drahtziehern des Bodybuilding gemieden wurde, nur weil sie sprach, wenn alle anderen still waren. Das ist aber die heutige Situation.

In den 90er Jahren, war er sehr angesagt. Selbst wenn man sich die heutige Ära eines Coleman oder Cutler anschaut, so kann er noch immer als der Bodybuilder mit den größten Umfängen, bei der besten Symmetrie aller Zeiten, abgegrenzt werden. Für einen Mann mit über 285 Pfund und Top Form, präsentierte Nasser einen Körper, mit dem bei jedem Wettbewerb die Wettkampfbühne zu kollabieren drohte. Er präsentierte eine schmale Taille, eine exzellente Bauchentwicklung, die größten Schulter (zusammen mit Markus Rühl), und allgemein eine große, massive und gut proportionierte Muskulatur. Ja, der Junge war sehr gut. Wie gut? Während seiner 16 Jahre als Profi, plazierte er sich in nicht weniger als 33 von 66 Shows unter den Top Drei, gewann sechs Shows, davon beispielsweise 1999 die Arnold Classics, und läuft nach über 26 Jahren Bodybuilding noch immer hart und definiert, mit über 300 Pfund durch die Gegend. Obwohl er das Interesse an Wettbewerber verloren hat, liebt er noch immer hartes Training, was zu einer starken Nachfrage nach Gastauftritten geführt hat. Mit Nasser, sind dem Zuschauer definierte Bauchmuskeln, bei über 300 Pfund sicher. Nasser ist nicht nur ein wahres Massemonster und einer der wenigen, der alle Eigenschaften besaß um die Mr. Olympia zu gewinnen, er ist auch sehr gebildet. Ein Mann mit vielen Interessengebieten. Dies sind seltene Qualitäten, für einen regelmäßig in den oberen Rängen eines so obsessiven Sports wie dem Bodybuilding antretenden Wettkämpfer.

Mit einem Master in Politik, Geschichte und Soziologie, zusammen mit seiner Fähigkeit sieben Sprachen fließend zu sprechen, ist Nasser in der Geschichte des Bodybuilding ganz klar ein Eisenkämpfer mit etwas mehr Köpfchen. Er ist ein passionierter Fürsprecher des Bodybuilding und der Meinung, die Medien sollten sich mehr auf die positiven Auswirkungen des Sports fokussieren, anstatt all die Negativen, wie z.B. Medikamente, welche die Öffentlichkeit wegen der ständigen Medienpräsenz sofort mit Bodybuilding in Verbindung bringt. Auf der anderen Seite, hat Nasser keine Angst, seine Meinung zu jedem Thema rund ums Bodybuilding auszusprechen. In der heutigen, zunehmend politisch korrekten Umgebung, ist es angenehm, jemanden wie Nasser zu sehen, der keine Angst davor hat einige kontroverse Themen zu besprechen, selbst wenn ihn das bei den Fans und Drahtziehern des Bodybuildings ins Abseits befördert. Er erzählt das, was er als die Wahrheit ansieht. Für viele ist die Wahrheit eben schmerzhaft.

Heute lebt Nasser ein ruhiges Leben in San Diego (Kalifornien) und bestreitet keine Wettkämpfe mehr. Er entschied sich, die Gewichte nur noch zu verwenden um in Form zu bleiben, anstatt wieder in seiner roten Badehose auf die Bühne zu gehen, bedeckt mit einigen Schichten Pro Tan, um seine berühmte Most Muscular Pose zu präsentieren.

Obwohl er offensichtlich den Wettkämpfen den Rücken gekehrt hat, ist er, was Kommentare angeht, nicht kurz angebunden, und wird daher in den ersten beiden Teilen dieses Interviews in seinem eigenen, unbezähmbaren Stil, über seine Karriere im Bodybuilding, die Medikamente, die Bewertungen und die Zukunft des Sports sprechen. preview

[ Q ] Wie bist Du zum Bodybuilding gekommen? Was hat Dich an diesem Sport angezogen und zum Anfangen bewegt?

Als ich anfing, hatte ich nicht das Verlangen wie ein Bodybuilder auszusehen, und ich wollte niemals ein Profi Bodybuilder werden. Ich war damals 17 Jahre alt und ein Fußballspieler. Zu dieser Zeit, ging ich in einen kleinen Kraftraum direkt beim Fußballfeld. Ich wollte eigentlich durch das Trainieren mit der Beinpresse, sowie einigen Übungen für die Beinstrecker, stärkere Beine fürs Fußball bekommen. Ich traf damals aber ein Ungarischen Gewichtheber, der mir Übungen für den Oberkörper zeigt, damit ich eine symmetrische Figur bekomme.

Er erklärte mir, dass ein bestimmtes Körperteil nie ein anderes übertrumpfen sollte. Weder in Bezug auf Kraft, noch aus optischen Gesichtspunkten. Also begann ich mit Bankdrücken und Armtraining. Dies ging für ungefähr zwei Jahre so weiter, bis ich dann einem richtigen Fitnessstudio beigetreten bin. Der Übergang, vom Fußball zum Bodybuilding, hat meinen Körper zwei weitere Jahre gekostet. In diesen ersten beiden Jahren, in denen ich verschiedene Ausführungen von Übungen getestet habe, und mir viel über die Ausführung von Übungen bei anderen abgeschaut habe, begann ich den Sport mehr und mehr zu mögen. Am Anfang hatte ich jedoch sogar die riesigen Körper, die Venen der Jungs in den Zeitschriften, und die verrückten Ernährungspläne der ernsthaft Trainierenden, gehaßt. Es ist also durch Zufall passiert. Es war auch niemals so, dass ich als kleiner Junge verprügelt wurde, und dann nur mit den Gewichten anfing um es den Kerlen heimzuzahlen. Und sogar heute noch, schaue ich lieber ein erstklassiges Fußballspiel an, anstatt einer Bodybuilding Show.

[ Q ] Was waren deine anfänglichen Bodybuilding Ziele?

Anfangs, wollte ich nur stärker im Bankdrücken werden. Und da ich Kunst liebe, und ein Gefühl für Symmetrie habe, wollte ich einen gleichmäßig proportionierten und entwickelten Körper haben. Aber ich wollte nicht zu massiv werden, oder etwa mit Venen überzogen sein.

Ich hatte weder ein Idol im Bodybuilding, noch in einem anderen Sport. Ich wollte beispielsweise nicht wie Arnold aussehen, da ich durch meine analytische Art feststellte, dass er schwache Beine, schlaffe Schultern, und eine riesige Hüfte hatte. Ich konnte, und kann bis zum heutigen Tage, Leute komplett auseinander nehmen. Ich kann sofort sagen was jemand mitbringt, und wo seine Mängel sind. Damit meine ich seine physischen Schwächen und Stärken. Mein Ziel war es, nicht nur gleichmäßig stärker, sondern auch breiter zu werden. Der Aspekt Wettbewerbe zu bestreiten kam erst ins Gespräch, nachdem mich die Leute im Studio fragten, ob ich an Wettbewerben teilnehme. Diese Leute haben mich nicht direkt dazu ermutigt, aber wie bereits gesagt, sie fragten mich ob ich es tue. Dies war in gewisser Hinsicht der ausschlaggebende Punkt. Ich wollte wissen, wie gut ich wohl neben den ganzen Angebern aussehen würde. Langsam entwickelte ich dann ein Verlangen danach, körperlich besser auszusehen als die anderen Jungs, und auch besser als sie zu sein. Meine erste Show war eine regionale Junior Show (Bundesland), nicht nur einestädtische Show. Ich erreichte Platz sechs. Mir wurde bei dieser Show gesagt, ich hätte die besten Abs unter allen Anwesenden dieser Junior Show. Dieser sechste Platz gab mir das Selbstvertrauen und die Motivation weiter zu machen. Erfolg motiviert immer sehr stark.

Unbewußt, war ich vielleicht sogar noch stärker durch meinen Vater motiviert worden, denn er machte sich große Sorgen um meine Noten in der Schule und Universität, und mochte weder den Sport, noch wollte er mich in diesem Umfeld sehen. Im Bezug auf meine körperlichen Fortschritte unterstützte er mich nicht. Meine Mutter hingegen unterstützte mich. Heute, bin ich meinem Vater dankbar, mich nicht unterstützt zu haben. Für ihn waren Bodybuilder dumme, narzistische Menschen. Für ihn war es einfach nur eine Verschwendung von Zeit, Energie und Geld. Mir ist klar geworden, dass Jungs, die von ihren Vätern viel Unterstützung in Sachen Bodybuilding bekommen, meist nichts in diesem Sport erreichen.

[ Q ] Es scheint, als bist Du sehr kritisch gegenüber Arnold´s Körperform. Warst Du jemals ein Fan von Arnold`s Form, wie so viele andere Bodybuilder es waren?

Um ehrlich zu sein, und ohne arrogant oder abwertend zu erscheinen, als ich mit dem Training begann, sah ich mir einige Bilder von ihm und anderen Bodybuildern an.

Wenn es um Themen wie die Welt geht, bzw. was auf ihr so los ist, oder wenn es um Körperpartien von Bodybuildern geht, dann bin ich eine sehr analytisch vorgehende Person. Bodybuilder müssen lernen, dass sie zwar einige sehr gute Körperpartien haben können, letztendlich aber alle Körperpartien gleichmäßig gut ausgeprägt sein müssen, um eine ausgeglichene Form zu erzeugen.

Ich wollte nie wie Arnold sein oder aussehen. Er war auf jeden Fall jemand der großartiges erreicht hat, aber zu dieser Zeit ging ich bereits einige Jahre zur Universität, und war nicht nur auf Bodybuilding beschränkt. Ich bewundere auch andere Leute, z.B. solche die geistig entwickelt sind, und Dinge in anderen Bereichen (z.B. Kunst) erreicht haben. Als ich mit den Gewichten anfing, war ich jedenfalls nicht nur auf Bodybuilding fokussiert.

Ich erinnere mich, dass Shawn Ray einst erzählte, wie er das erste Mal eine Hantel berührte und sofort wusste, dass sein Schicksal darin liegt ein professioneller Bodybuilder zu werden. Als ich das erste Mal eine Hantel berührte, mochte ich das überhaupt nicht. Die Menschen unterscheiden sich also wenn sie anfangen, und sie sind auch noch am Ende verschieden.

[ Q ] Wann wurde Dir klar, dass Du einer der Top Bodybuilding Champions werden kannst?

Ich bestritt meine erste Junior Amateur Show in Deutschland im Jahre 1985, bei welcher ich auch den sechsten Platz belegte. Mein Wettkampfgewicht betrug 192 Pfund.

Im Jahre 1990, lieferte ich meine erste Pro Show beim Finnland Grand Prix in Helsinki ab, bei der ich sechster wurde. Damals trat ich gegen Größen wie Padilla, Benaziza, Stydom, Nimrod King, Ron Love oder Samir Bannout an, und ich dachte es müsse eine zweite Kategorie für die Pros geben. Eine Kategorie für die etablierten Jungs, und eine für die neuen Pros, so wie ich es war. Ganz im Ernst, ich war schockiert. Ich qualifizierte mich das erste Mal für die Mr. Olympia im Jahre 1993 in Deutschland und Frankreich, als ich den dritten Platz, hinter Flex Wheeler und Vince Taylor, belegen konnte.

Bis dahin (zwischen 1990 und 1993), ging ich von Schock zu Schock. Obwohl ich es in die Top10 geschafft hatte, kostete es mich vier Jahre mich selbst zu finden, und mir darüber im Klaren zu werden, wo ich unter all den Pros stehe. Man sollte niemals auf seine Freunde, Kumpels, Frau oder Freundin hören, wenn es darum geht wie man aussieht. Man muss es herausfinden, indem man von einer Show zur nächsten geht. Man kann dabei ohne weiteres zunächst in 10-15 Amateur Shows um seinen Erfolg gebracht werden. Man muss im Prinzip systematisch austesten wie gut man wirklich im Vergleich zu den Anderen ist. Zu dieser Zeit, hatte mich noch immer niemand unter seine Fittiche genommen oder mich gar gesponsert, und mir gesagt wie gut ich bin oder werden kann.

Im Jahre 1994, wurde ich zweiter bei der Night of Champions in New York City, und sechster bei der Mr. Olympia in Atlanta, Georgia. Noch immer gab es keine Vertragsangebot. Ed Connors, er wurde als Talent Entdecker bezeichnet, empfahl mir mit Joe Weider zu sprechen, um in seiner Firma als Übersetzer tätig zu werden. Aber er (Ed), hatte mein Potenzial auch nicht gesehen, völlig ungeachtet meines sechsten Platzes bei der Mr. Olympia.

Im Jahre 1991, bekam ich von Joe Weider eine Einladung, um bei der Night of Champions in New York City anzutreten. Er bezahlte für den Flug, sowie für einen zweiwöchigen Aufenthalt in den USA. Er hatte Photos meiner ersten drei Pro Shows in Europa gesehen. Joe war also überhaupt der Einzige, der je das Potenzial eines Pros in mir sah. Aber im Jahre 1991, konnte ich mich in New York nicht unter den Top15platzieren. Meine Wettkampfdiät musste erst noch verbessert werden. Für die meisten Jungs ist mit dem Aufstieg auf die Pro Ebene die Karriere beendet. Es besteht ein riesiger Unterschied zwischen einem Top Amateur, und einem Top Pro. Der Unterschied ist wie Tag und Nacht.

Gegen Ende des Jahres 1994, bekam ich endlich einen Vertrag bei Weider, der hilfreichsten Person in meiner Karriere als Bodybuilder, und der einzigen Person, die mein Potenzial sah. Durch meinen zweiten Platz bei der 1994 Night of Champions in New York City, dachte ich "Ich kann es in die Pro Ebene schaffen".

Nasser's Siege als Pro:

  • 1995 - IFBB Houston Pro Invitational

  • 1995 - IFBB Night of Champions

  • 1996 - IFBB Grand Prix Czech Republic

  • 1996 - IFBB Grand prix Russia

  • 1996 - IFBB Grand Prix Switzerland

  • 1999 - IFBB Arnold Classic


[ Q ] Du bist als einer der massivsten professionellen Bodybuilder aller Zeiten bekannt, und Du bist auch einer der wenigen Bodybuilder, die bei einem Gastauftritt, mit über 300 Pfund, mit sichtbaren Abs auftreten können. Warst Du schon immer etwas breiter, oder hat es Dich große Mühe gekostet, Dir deine heutige Größe zu erarbeiten?

Ich startete mein Training mit Gewichten als ich 17 Jahre alt war. Damals betrug mein Gewicht 85 Kg (187 Pfund). Mein höchstes, je erreichtes Off-Season Gewicht, lag um die 330 Pfund. Ich habe also natürlich einiges an Gewicht zugelegt. Zu Beginn, war mein Unterkörper besser entwickelt als mein Oberkörper. Ich hatte schon immer gute Waden, Quads, und Hams. Das ist einfach genetisch bedingt.

Zum Thema Oberkörperentwicklung: Meine Schultern, sowie meine Brust, waren bereits von Natur aus sehr gut entwickelt, selbst ohne jegliches Training. Das erste Mal im Gym, konnte ich, wenn auch zittrig, 70Kg im Bankdrücken bewegen. Und bis heute habe ich die symmetrischsten Abs in der Geschichte des Bodybuildings. Generell ist meine Symmetrie für einen 6 Fuß großen Kerl gut.
Das lustige ist, je kleiner und kürzer die Jungs sind, desto eher behaupten sie eine gute Symmetrie zu besitzen. Je größer Du bist, desto weniger Symmetrie wird Dir von ihnen zugeschrieben. Ich denke, das ist eine Art Kompensation der kleinen Jungs, da die meisten von ihnen einfach nicht die nötige Größe mitbringen. Es gibt natürlich Ausnahmen. Ihre Genetik ist dennoch nicht gut genug, um ein Top Pro Bodybuilder zu werden.

Ich hatte definitiv Glück, bereits von Beginn an einige starke Körperpartien gehabt zu haben. Dies soll nicht heißen, dass ich über die Jahre hinweg nicht hart trainieren musste, um letztendlich mein volles Potenzial zu entwickeln. Eine andere lustige Sache, ist, dass niemand (und ich meine wirklich niemand) das Potenzial in mir gesehen hatte.

Bis ich den sechsten Platz beim Mr. Olympia erreichte, hatte ich ja nicht mal einen Vertrag. Ich übersprang die Mr. Olympia im Jahre 1993, um dann 1994 in derselben Show besser auszusehen. Ich hatte auch keinen Sprecher, wie z.B. Ed Connors vom Gold’s Gym, der viele Jungs förderte, auch wenn sie es einfach nicht drauf hatten.
Peter McGough, der Chef-Editor der Zeitschrift Flex, ebnete beispielsweise durch seine Propaganda den Weg für seinen Landsmann, Dorian Yates, in den USA, als dieser gerade anfing aus der Amateur Ebene der UK aufzusteigen. McGough ist dennoch, neben Weider, einer der größten Fürsprecher des Bodybuilding Sports. Viele Jungs in diesem Sport, inklusive meiner Person, schulden McGough mehr als nur ein einfaches Dankeschön.

[ Q ] Mitte der 90er Jahre, eigentlich fast über Nacht, wurdest Du zu einem der vielversprechendsten Champions des Bodybuilding, und ein ernsthafter Bewerber für den Mr. Olympia Titel. Wie konntest Du diese gewaltigen Fortschritte machen, und Dich in der Zeit von 1990 bis 1997 von einem unbekannten Sportler, zu einem echten Rivalen für Yates Titel entwickeln?

Zunächst studierte ich in der Zeit von Mai 1985 bis November 1992 an der Universität Augsburg (7,5 Jahre). Während ich an der Uni studierte, musste ich in den Semesterferien und auch während des Semesters, für meinen Lebensunterhalt arbeiten. Parallel dazu, war ich schon fast auf Pro Ebene. Ich wurde im Jahr 1989 Pro, und meine erste offizielle Pro Show war der Finish Grand Prix in Helsinki, bei dem ich den achten Platz belegen konnte.

Wenn man studiert, trainiert, arbeitet, Wettbewerbe bestreite, Diät macht, und das alles zur selben Zeit, dann benötigt das natürlich jede Menge Willenskraft, Energie und Ausdauer. Das Ganze war definitiv nicht einfach.

Mein Vater ist Ingenieur, und arbeitete jahrelang bei Mercedes Benz. Er lehrte mich seit frühester Kindheit, dass ich auf jeden Fall einen Hochschulabschluss benötige, um erstens einen höheren Abschluss und Bildungsgrad zu erlangen, und zweitens um später im Leben nicht (oder zumindest weniger) herumkommandiert zu werden. Er war der Meinung, dass je geringer mein akademischer Abschluss ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit dass mich später jemand herumkommandiert. Später, wurde mir dann die Notwendigkeit einer guten Bildung selbst klar. Bildung war mir daher stets wichtiger als körperliche Leistungen, oder ein muskulöses Aussehen. Heute bin ich meinem Vater dankbar, dass er mich sozusagen die Notwendigkeit von Bildung gelehrt hat.

Meine körperlichen Verbesserungen kamen nicht über Nacht, und auch wenn es manchen Leuten schnell erschien, es dauerte seine Zeit. Mit der Zeit lernt man im Studio ernsthafter und konsequenter zu werden. Und durch das Experimentieren mit Diätformen lernt man in Form zu kommen. Ich hatte in Deutschland niemanden der mir beibrachte zu trainieren, oder wie man eine Diät effizient und ohne seine Muskulatur zu opfern, gestaltet. Damals gab es auch noch keine Personal Trainer, Ernährungsgurus, und das alles. Ich hätte auch nicht das nötige Geld gehabt, um mir das alles zu leisten. Und wie wir ja alle wissen, halten Bodybuilder ihr Wissen (oder Geheimnis) gerne geheim, und wollen es nicht teilen. Gleichzeitig wollen sie aber immer gerne wissen, was man selbst so macht.

Bis heute kommen noch Leute auf mich zu und versuchen, sobald sie feststellen dass ich freundlich und nett bin, Wissen und Energie aus mir zu gewinnen. Ich hatte damals nicht wie Mike Francois bereits als Amateur einen Sponsor, oder wie Jay Culter, der ebenfalls zwei Jahre vor seiner ersten Pro Show einen Weider Vertrag hatte. Wenn man als Bodybuilder nicht aus den USA stammt, dann ist es definitiv viel schwieriger sich im Land des Bodybuildings zu etablieren. Die Flüge, die Hotelkosten, Mangel an Informationen, allgemein die fehlende Bekanntheit wenn man kein Englisch Muttersprachler ist und nicht dort wohnt, lassen Dich als Alien erscheinen. Nachdem ich den sechsten Platz beim Mr. Olympia 1994 belegte, wurde ich von Weider unter Vertrag genommen. Dies erlaubte es mir, noch mehr Zeit und Energie in die Entwicklung meines Körpers zu stecken. Bis dahin war Weider die einzige Person, die mir einen Bodybuilding Vertrag anbot. Ohne ihn wäre ich nie so weit gekommen. Er machte einen Bodybuilding Superstar aus mir. Indem er beispielsweise die besten Photographen (z.B. Chris Lund) engagierte, um Fotos von mir zu schießen, machte er mich weltweit bekannt. Dies ist einer der Gründe, wieso ich seit 1994 im südlichen Kalifornien lebe.

[ Q ] Im Jahre 1997 hast Du, unter höchst umstrittenen Umständen, den Mr. Olympia Titel NICHT gewonnen, obwohl viele Menschen dachte Du hattest ihn gewinnen sollen. Wie gehst Du mit dieser Tatsache um, und was ist deiner Meinung nach der Grund, wieso die Richter Dich auf Platz zwei gewertet haben?

Ja, definitiv. Es ist Fakt, ich hätte den Mr.Olympia Titel 1997 gewinnen müssen. Als ich im Jahre 1997 den Sandow nicht gewann, wurde mir klar, dass es im Pro Bodybuilding keinen fairen Wettbewerb gibt. Eigentlich war mir das schon früher bewusst, aber dadurch war es noch offensichtlicher als je zuvor.

Im Jahre 1994, wurde ich zweiter bei der Night of Champions in New York City. Ich denke, ich hätte diese Show gewinnen müssen, aber sie gaben Mike Francois, dem damals herrschenden USA Champion, den Titel. Ich war nur der Unbekannte, oder besser gesagt, unwichtige Typ aus Europa. Der Titel blieb also in den USA, und Nasser kehrte nach Europa zurück. Außerdem, hielt ein Kerl namens Dorian Yates bereits den Titel des Mr. Olympia.

Um auf die 1997 Mr. Olympia zurück zu kommen: Flex Wheeler kam nach dem Prejudging (welches auf einen Freitag fiel, so dass das Finale am Sonntag stattfand und mehr Tickets in Long Beach, Kalifornien verkauft werden konnten) auf mich zu, und fragte mich, ob mir bewusst wäre, dass sie mir nicht meinen verdienten Titel verleihen werden. Ich sagte nicht viel dazu, und hoffte dass er falsch liegt. Aber wie wir alle wissen, gewann Dorian Yates am nächsten Tag erneut den Mr. Olympia Titel.

Er gewann trotz seines riesigen Bauches (er sah aus als ob er im sechsten Monat schwanger war), einer Hüfte wie ein Faß, eines frisch gerissenen linken Trizeps, einem Riss im linken und rechten Quad, sowie einem Riss an der rechten Seite der Hüfte. Er gewann mit Höchstpunktzahl, was einfach nur unglaublich war. Das ganze war ein komplett inszenierter Ausgang, und die Richter die dort "bewerteten", vollführten den größten Nepp in der Geschichte des Bodybuildings des zwanzigsten Jahrhunderts. Ich muss aber noch anmerken, dass einige Richter Dorian Yates auf Platz drei oder vier gewertet hatten, da offiziell ungefähr 13 Richter beteiligt waren. Es werden aber nur die Bewertungsbögen von sieben Richtern ausgewertet. Die Bewertungsbögen derjenigen Richter, die Dorian schlechter bewertet hatten, wurden jedoch nicht in die Bewertung mit einbezogen. Einige Richter wurden sogar aus dem Ausschuß entfernt, da sie nicht die von ihnen erwarteten Ergebnisse erbrachten.

Es gibt mehrere Gründe, wieso ich nicht gewonnen habe. Einige Richter wollten ihren Freund Dorian nicht verärgern, und sie wollten nicht dass er nach all seinen Verletzungen und Rissen mit einer Niederlage aus dem Bodybuilding ausscheidet. Sie wollten nicht noch einem Nicht-US Athleten den prestigeträchtigsten Titel verleihen, da es die Unterlegenheit der Amerikaner, im Vergleich zu Nicht-Amerikanern, unterstreichen würde. Ein weiter Grund ist definitiv die Tatsache, dass ich kein Blatt vor den Mund nehme, und nicht der Typ bin Anweisungen zu befolgen. Ich sage alles frei heraus, betreibe kein Arschkriechen, und mache auch keine Telefonanrufe um mir eine Plazierung zu "sichern", wie es viele der oberflächlich harten Jungs machen.

Ich hab kein Problem damit Leute anzurufen, aber ich mache es nicht um ein Plazierung hier und da zu bezwecken. Und für viele Leute, bin ich viel zu gebildet und intelligent. Sie denken, ich könnte als neuer Halter eines Titels eine Gefahr für sie darstellen. Nicht zuletzt, realisierten viele Leute beim Anblick meines Körpers, dass dieser für sie nicht erreichbar ist. Bevor sie das tun, wären sie lieber tot. Ich war also selbst für das Pro Bodybuilding zu freaky und muskulös. Zusätzlich war ich kritisch gegenüber Kampfrichtern und Mitstreitern, und stritt dies bei Nachfragen auch nicht ab.

[ Q ] Du sagtest, deine Form war zu freaky und massiv. Das hört sich an, als seiest Du Deiner Zeit voraus gewesen. Wie würdest Du selbst Deine Form beschreiben, und was war es, das Dich 1997 zum besten Bodybuilder auf der Bühne der Mr. Olympia gemacht hat?

Der beste Beweis meiner körperlichen Überlegenheit gegenüber den anderen Mitstreitern, ist die Videoaufzeichnung der 97’ Mr. Olympia. Damit ist alles geklärt. Ich möchte aber dennoch einige Dinge dazu sagen. Im Vergleich zum Gewinner der 1997 Mr. Olympia, Dorian Yates, hatte ich die bessere Figur, die bessere von Gott gegebene Genetik, und selbst besser sichtbare Venen. Ich hatte, im Gegensatz zu ihm, keinen einzigen gerissenen Muskel. Mein Körper war besser proportioniert, und viel symmetrischer. Ich hatte außerdem eine bessere Hüfte (und auch die bessere V-Form zwischen Schultern und Hüfte), bessere und festere Abs, papierdünne Haut, einen besseren Trizeps, einen besseren Bizeps, bessere Schultern, eine bessere Brust, bessere Hams und bessere Quads. Ich war fester, härter und frischer in meiner gesamten Erscheinung. Ich hatte auch nicht einige wochenalte Risse im Trizeps, bei denen nicht mal versucht wurde sie operativ zu beheben, da Yates sonst nicht auf die Bühne hätte treten können.

Anschließend, hörte ich Bulls.... wie: "Mit seinem Rücken hat er ihn (Nasser) geschlagen." Das einzige Körperteil, mit dem Yates mich vermutlich geschlagen hätte, war sein gewaltig entwickelter unterer Rücken, aber nicht seine Tiefe oder Weite. Die Mr. Olympia ist aber kein Wettbewerb des unteren Rückens, oder wieso trainieren wir denn sonst überhaupt noch die anderen Körperpartien?

Meine Meinung zur Mr. Olympia Show 1997, ist, dass ich live und vor Tausenden Zuschauern beraubt worden bin. Und das ohne jegliche Konsequenzen für irgendjemanden, abgesehen von mir selbst und ein paar Kampfrichtern, die nicht so geurteilt haben wie man ihnen aufgetragen hatte, und nicht so bewerteten wie von ihnen erwartete. Wenn ich damals der Sieger gewesen wäre, so hätte ich die Show mit meinem damaligen Körper, der Hingabe, dem Antrieb, der Willenskraft und dem Begehren, sicher mehrmals in Folge gewonnen. Ich wurde um mindesten fünf Millionen US Dollar beraubt, und das ist nur eine geringe Schätzung, wenn man all die verpassten Sponsorengelder und Möglichkeiten zusammenzählt, die mit dem Mr. Olympia Titel verbunden sind. Ich wurde wirklich sehr schlimm betrogen. Mein Vertrauen wird niemals wieder so sein wie zuvor. Das verlorene Vertrauen kann man nicht wiederherstellen.

Aus meiner Sicht, hat Yates nur die Hälfte seiner sechs gewonnenen Mr. Olympia Titel wirklich verdient. Ein Angelsächsischer Name und ein Peter McGough in einem Weider Büro in Woodland Hills, Kalifornien, waren für Yates definitiv eine gute Investition, wenn man es im Bezug auf seine Titel und seine Ziele sieht. Hätte man auf Yates nach der Olympia 1997 nicht so viel Druck ausgeübt, dann hätte er sicher versucht am Mr. Olympia 1998 in New York City erneut teilzunehmen. Natürlich hätte Yates, selbst mit einem möglicherweise noch verschlechterten und zusammengeflickten Körper, einen weiteren Titel erwartet.

Im Bezug auf die Entscheidung: Ich verstehe, dass die Leute die Vince Taylor, Shawn Ray, Kevin Levrone, Chris Cormier, Lee Priest, Dave Palumbo und Matt Mendenhall mochten, auch die Nase voll hatten wegen den offensichtlichen Betrügereien, den Politischen Manipulationen und den Spielchen, denen wir als Bodybuilder ausgesetzt waren.

Wenn man so offensichtlich betrogen wird, nachdem man sich so viele Jahre den Ar... aufgerissen hat, ist es schwierig damit umzugehen. Man braucht eine dicke Haut, um diese mehr als kontroversen Entscheidungen zu verdauen und sich wieder zu sammeln, zu fokussieren, und weiter zu kämpfen... und manchmal kämpft man gegen eine Wand an. Ab einem bestimmten Punkt, kann man nicht einfach stetig härter trainieren, besonders wenn die Entscheidung bereits im Voraus feststeht. Ich betreibe Bodybuilding nun seit 26 Jahren, und habe 22 Jahre in Folge Wettkämpfe bestritten. Ich bin sicherlich nicht irre oder paranoid. Ganz im Gegenteil, ich bin sogar sehr logisch denkend und aufmerksam. Es benötigt nicht viel Intelligenz um zu realisieren, dass die Dinge manchmal nicht so sind wie sie sein sollten.

Im Übrigen, wurden bei der Mr. Olympia drei Ergebnisse unter den Top sechs nachträglich abgeändert. Es hieß, es sei ein Fehler unterlaufen. Beim Mr. Olympia Banquet wurde dann verkündet, dass man drei Jungs über deren zum Nachteil veränderten Ergebnisse benachrichtigt hatte. Später wurde sogar das Offizielle Mr. Olympia Video (mit den Top sechs auf der Bühne), entsprechend der neuen Plazierungen abgeändert.

Ich war der Vizemeister der Arnold Classic in den Jahren 1997 und 1998. Im Jahr 1999 gewann ich dann endlich. Levrone hatte seine Posing Badehose falsch herum an, was meiner Meinung nach passieren kann, aber ihm wurde die Most Muscular Trophäe zugesprochen, trotz der Tatsache, dass ich 287 Pfund wog, und er gute 50 Pfund leichter war. Levron dachte, er hätte die ganze Show gewonnen, aber diesmal war ich der Gewinner.

[ Q ] Mit einer Gesamtleistung von 13 Amateur Wettkämpfen, 66 Pro Auftritten und sechs gewonnenen Pro Shows, bist Du einer der besten Wettstreiter des professionellen Bodybuilding.Was war bisher Dein bestes Erlebnis als Pro Bodybuilder und warum?

Meine ersten drei Pro Shows waren die Helsinki Pro, die French Pro, and die Dutch Pro. Sie fanden alle im Jahr 1990 statt. Ich hab also insgesamt an 66 Wettkämpfen teilgenommen. Und in 32 oder 33 Wettkämpfen kam ich unter die besten Drei. Und wie ganz richtig von Dir gesagt, ich gewann sechs Pro Wettkampfe, drei davon in Europa und drei auf US Boden.

An dieser Stelle, würde ich gerne anmerken, dass ich 1996 offiziell vom Mr. Olympia disqualifiziert wurde, obwohl ich vom Publikum einen wahren Beifallssturm erhalten hatte. Der Grund für die Disqualifikation, war die Verwendung von Diuretika. Ich verlor meinen dritten Platz, und musste meine knapp 35.000 US Dollar Preisgeld zurückzahlen.

Ich bin noch immer wütend auf die Leitung der NPC und die USA, wegen der Unbeständigkeit in der Bewertung, und weil sie mir mein wohlverdientes Preisgeld wegnahmen und mein dritter Platz nicht anerkannt wurde (und dabei hätte ich entweder erster oder zweiter werden müssen). Ich kann Dir auch sagen wieso: Im Jahre 2001 wurde Jay Cutler zweiter beim Mr. Olympia in Vegas. Zwei Tage zuvor, erwähnte er mir gegenüber, dass er sich mit einem Platz in den Top10 zufrieden geben würde. Er wurde aber zweiter, weil er einige gesperrte Diuretika verwendete. Er war Ronnie Coleman jetzt sehr nahe. Cutler hatte aber eine große Klappe und drohte ihnen mit einer Klage, falls sie ihm etwas von seinem Preisgeld wegnehmen, oder die Plazierung aberkennen. Ich dagegen, der nette Nasser El Sonbaty, wurde genau deswegen 1996 bestraft, weil ich nicht unangenehm reagiert habe und verbal aggressiv wurde. Wieso wird dieselbe Sache mit unterschiedlichen Maßen gemessen? Cutler beförderte sich durch "seine Art" des Betrugs, bzw. durch Konfrontation und Drohungen, an die Spitze der Bodybuilding Welt und an die Spitze der Rangfolge. Das ganze hatte keine Konsequenzen, abgesehen von denen für Cutler selbst.

Die Beständigkeit der USA, liegt in diesem Falle, in der Unbeständigkeit ihrer Handlungen. Diese Organisation hatte mich erneut betrogen. Und daraufhin sollte ich also weitermachen als ob nichts geschehen wäre, und denken, es sei alles in bester Ordnung?

[ Q ] Im Jahr 2004 hast Du nach einer zweijährigen Pause wieder mit Wettkämpfen begonnen. Du bist aber ein paar Plätze nach hinten gerutscht. Was waren Deine Ziele für 2004 und 2005? Konntest Du erreichen, was Du Dir für diesen Zeitraum vorgenommen hattest? Wird es in Zukunft noch weitere Pro Wettbewerbe mit Nasser geben?

Nachdem ich in meinem Leben so oft und so offensichtlich beraubt und betrogen wurde, und sich selbst die Jungs, die mich geschlagen haben für ihre Plätze entschuldigten, bin ich momentan null motiviert wieder auf die Bühne zu gehen. Nur um ein Beispiel zu nennen: Ich schlug Levrone in der ersten und zweiten Runde um zwei Punkte. Er kam mir aber beim Posing gleich, weshalb es eine Entscheidung gab. Am Ende verlor ich dann wegen eines Computers (Scoring). Das ist einfach lächerlich. Levrone gewann also erneut. Wow, welche eine Überraschung, und wieder einmal auf meine Kosten.

Es geht hierbei aber nicht um Levrone, oder diesen und jenen Kerl, es geht um die Kampfrichter. Ein faules Ei kann sie allesamt verderben. Manche Richter sind betrunken während sie beurteilen, andere sind drogenabhängig, einigen ist einfach nur alles egal und einige kommen nicht von hier und urteilen dementsprechend (oder wie ihnen eben befohlen wurde), da sie nicht aus den USA kommen und wegen einem Wettstreiter keinen Ärger mit einem anderen Richter haben wollen. Sonst wäre das nämlich ihr letzter, bezahlter Ausflug in die USA gewesen. Andere wiederum dürfen nicht mehr Richter sein, da sie außerhalb des erwarteten Bereichs urteilten. Ich will damit nicht sagen, dass alle Kampfrichter schlecht sind, und sich der Sache nicht richtig bewusst sind, aber ein bestimmter Prozentsatz von ihnen sollte nicht urteilen, sondern weder eine Lizenz zum urteilen, noch zum Autofahren haben. Unter vier Augen gesprochen, sind die meisten Kampfrichter im Pro Bodybuilding sehr höflich und freundlich zu mir gewesen. Aber meine 17 Jahre Wettkampferfahrung auf Pro Ebene, lehren mich, dass es etwas anderes ist, wenn sie alle beisammen sitzen und ihr Urteil fallen. Man kann den Präsident der USA anklagen, aber nicht die Richter des Pro Bodybuilding. Man erlebt nie, dass sie einen Fehler oder ihr Versagen zugeben.

Hinzu kommt, dass ich für ungefähr 18 Jahre auf Wettkampfdiät gelebt habe. Wenn man ein so reduziertes Leben, auf so eine lange Zeit führt, dann fordert das seine Tribute: Tribute im Bezug auf Familie, Freunde, Lebensstil und Ausbildungsmöglichkeiten. Und in manchen Fällen lohnt es sich auch nicht wirklich, außer das man ausgeraubt wird. Einige Jungs wurden beraubt und haben zusätzlich auch noch zeitlebens gesundheitliche Probleme. Es gibt bereits genügend Bodybuilding Opfer.

[ Q ] Was ist 2004 und 2005 passiert, wieso hast Du Dich so schlecht plaziert?

Während den letzten Shows, eigentlich während den letzten drei der vier Shows, war ich nicht in Bestform. Fernab der typischen, harten Nasser Form.

Im Jahr 2003 musste ich ins Krankenhaus, weil ich eine Staphylokokken Infektion in meiner rechten Schulter hatte. Zu dieser Zeit, war die Night of Champions gerade zwei Wochen vorbei, und ich lag 10 Tage lang im Krankenhaus. Als ich das Krankenhaus wieder verlassen konnte, hatte ich über 60 Pfund Gewicht verloren. Ich bin damals fast gestorben. Jedenfalls versuchte ich dann trotzdem meinen Wiedereinstieg in den Jahren 2004 und 2005, und erreichte in drei Shows Plazierungen zwischen dem 14ten und15ten Platz. Das war überhaupt nicht befriedigend, aber meine Motivation war damals auch nicht auf dem Niveau der Jahre zuvor. Ich dachte, es sei völlig egal wie gut ich aussehe, sie würden mich wie gewohnt nicht korrekt bewerten. Mir kommt es auch heute noch vor, als wäre ich der am kritischsten bewertete Pro aller Zeiten gewesen. Ich hätte definitiv weniger Probleme gehabt, wenn ich weniger klug und mehr Ar...kriecher gewesen wäre, und anstatt "Nasser", in etwa wie "Jack Jackson" oder "John Johnson" heißen würde. Ich hab auch meine Diät nicht so strikt eingehalten wie ich es gekonnt hätte, gemußt hätte und normalerweise auch getan hätte, wenn ich die Diät richtig angegangen wäre.

An dieser Stelle möchte ich ein weiteres Argument anbringen. Während den gesamten 66 Pro Shows, bei denen ich im Zeitraum zwischen 1990 und 2005 angetreten bin, also über einen Zeitraum von 16 Jahren, gab es keinen einzigen Kampfrichter aus meinem sogenannten Heimatland, Jugoslawien oder Ägypten.

Ja, ich wurde zwar in Deutschland geboren, aber die Deutschen Richter sahen mich nicht als "Deutsch" an, und mein Personalausweis war auch aus Jugoslawien. Stell Dir nur den Zirkus vor, den Leute wie Shawn Ray, Cutler, Levrone oder Cormier in all ihren Pro Shows veranstaltet hätten, wenn sie nicht von einem US Richter bewertet worden wären. Für mich war das einfach an der Tagesordnung.

Ich brauche kein Kindermädchen in der Jury, aber wieso ist es in Ordnung, wenn in einer normalen Pro Show 70-80% der 13 Richter aus den USA stammen? Das ist nicht fair, und es stinkt zum Himmel.

Übrigens weiß ich sicher, dass einige Pro Richter aus Deutschland, später ein Verbot für Shows wie die Mr. Olympia erhielten, weil sie entgegen den Erwartungen urteilten. Und ob Du es glaubst oder nicht, in einigen Mr. Olympias war ich der einzige Nicht-US Wettbewerber in den Top Ten. Ich wurde während der Beurteilung mehr diskriminiert als jeder andere.

Im Großen und Ganzen gibt es überhaupt keine guten Neuigkeiten bezüglich positiver Veränderungen zum Thema Beurteilungen. Ich garantiere auch, dass jede Show jedes Mal ein anderes Ergebnis hätte, wenn die Kampfrichter nach dem Pre-Judging nicht miteinander sprechen dürften.

[ Q ] Wie ist das Bodybuilding heute, im Vergleich zu den 90er Jahren? Was sind Deiner Meinung nach die größten Veränderungen?

Ich persönlich sehe keine dramatischen Veränderungen. Es sind noch immer zu viele der alten, etablierten Kampfrichter am Werk. Sie haben noch immer dieselbe Einstellung, und viele von ihnen haben bereits vor der Show über deren Ausgang entschieden. Das Preisgeld der Mr. Olympia und Arnold Classic ist angestiegen, aber bei den kleineren Shows ist das Preisgeld noch immer dasselbe, oder eigentlich sogar weniger, wenn man die Inflationsrate miteinbezieht. Generell ist das Preisgeld der Olympia und Arnold Classic, verglichen mit anderen Sportarten, viel zu gering. Vor allem wenn man bedenkt, was die Bodybuilder durchmachen, um diesen ultimativen, fast schon dem Tode nahen Zustand zu erreichen. Heute haben auch weniger Bodybuilder Verträge. Ich stelle auch keine wirkliche Verbesserungen des Preisgelds im Frauen Bodybuilding fest. Auch wenn viele Kampfrichter und sonstige Personen das Frauen Bodybuilding unattraktiv finden, so ist es dennoch auch für die weiblichen Athleten harte Arbeit. Die Fitnessklasse wird aussterben, da die ganzen Mädels älter werden, und all die Sprünge ihren Tribut an den Handgelenken und Sehnen fordern werden. Aber die Mädels sind trotzdem noch unterbezahlt.

Die Figurklasse wird größer und größer, weil man für ein Jahr trainiert und bereits auf nationaler Ebene sein kann. Viele Mädels die eigentlich ungeeignet sind tun es aber, weil sie sich gerne präsentieren, und weil man eben nicht so hart trainieren muss wie beim Bodybuilding oder Fitness. Die Figurklasse ist die größte Geldquelle für die Industrie, wie z.B. die Hersteller von Badeanzügen, Firmen die Beauty Artikel/Accessoires verkaufen, sowie die NPC. Diese werden also immer mehr Mädels dazu ermutigen, in der Figur Klasse anzutreten. Diese Ermutigung verschlingt nicht einmal Geld, es braucht nur ein Bild in den Zeitschriften oder dem Internet. Wir werden in den US Shows, und anderswo, sehr bald mehr als 500 Wettbewerber in der Figurklasse auf nationaler Eben haben.

Die Invasion der bunten Spinnen im Badeanzug.

[ Q ] Wenn die Figurklasse, wie Du sagst, die Zukunft für weibliche Wettbewerber sein wird, was wird dann aus dem Frauen Bodybuilding?

Ich habe mit vielen NPC Richtern gesprochen, die mir erzählt haben, dass es ihnen egal ist ob ein Mädchen gut entwickelte Arme hat, ihre Waden kleiner oder größer sind, oder sie gute Proportionen hat. Ihnen geht es nur um Tit... und Ars.... Ihnen ist nur wichtig, dass sie gut aussieht.

Es beeindruckt sie weder wenn ein Wettbewerber gut in Form ist, noch wenn der Wettbewerber auf körperlicher und muskulärer Ebene viel erreicht hat. Und die meisten Frauen sind muskulöser als die Richter selbst, so dass besonders die männlichen Richter dies nicht notwendigerweise attraktiv finden. Sie bevorzugen lieber eines der Mädels aus der Figurklasse, weil ihnen diese rein körperlich attraktiver erscheinen. Es ist eine rein körperliche Angelegenheit. Einige Richter gehen nicht wirklich der Beurteilung wegen auf Amateur Shows, wie die USA's oder National's, sondern unterbewusst um die Mädels anzuschauen. Was Männer wie Dich und mich betrifft: Wenn wir ein wirklich muskulöses Mädchen sehen, deren Gesicht nicht so schön ist, oder wenn sie sich beispielsweise schon rasieren muss, dann bevorzugt man eher ein weniger muskulöses und hartes Mädchen, welches dafür aber femininer und vom Gesicht her attraktiver ist.

Genau das tun die Richter auch. Es geh auch darum, wie viele Eintrittskarten man verkaufen kann. Was willst Du als normaler Kerl sehen? Pro Bodybuilding, Figurklasse oder Fitnessklasse? Die meisten Jungs werden angeben, die Figurklasse sehen zu wollen.

[ Q ] Bewegt sich das Frauen Bodybuilding immer weiter von der breiten Masse weg?

Das denke ich definitiv. Wir müssen diesen Frauen aber höchste Anerkennung widmen. Sie trainieren sehr hart um ihre Körper auf diese Ebene zu bringen. Sie trainieren in jedem Fall viel härter und länger als die Mädels der Figurklasse. Ich denke jedoch, sie werden am Ende weder verbal Anerkennung erfahren, noch finanziell, im Sinne von einer gerechten Vergütung für ihren Aufwand.

Ungeachtet dessen, wie sehr sie sich anstrengen, wie breit ihr Rücken ist, wie hart ihre Beine sind, die meisten Kerle (inklusive der Jury) werden einen weiblicheren Look bevorzugen.

Ich will die Figurklasse nicht abwerten, aber so viele Mädels dort sind ursprünglich einmal Stripperinnen gewesen. Zwar nicht alle, aber viele von ihnen. Sie gehen direkt von der Bühne des Strip Clubs, zur Bühne des Figur Wettbewerbs. Der einzige Unterschied, ist, dass die Mädels der Figurklasse ein bißchen mehr mit Gewichten trainieren, und etwas mehr Ausdauertraining machen. In vielen Fällen, machen sie das aber sowieso bereits schon, so dass die körperliche Veränderung nicht so groß ist.

Ich will damit nicht sagen alle Figur Mädels seien Stripperinnen, aber viele von ihnen haben mit exotischem Tanz angefangen. Das lustige ist, dass sie für ein knappes Jahr oder zwei trainieren können, und dann bereits auf Nationaler Ebene antreten können. Mit einer entsprechend guten Genetik, können sie innerhalb von 2-3 Jahren auf internationaler Ebene mitmischen.

Als weiblicher Bodybuilder braucht man mindestens 10 Jahre, um es auf dieses Leistungsniveau zu schaffen. Außerdem zerstört man sich seinen Körper mit den Medikamenten viel stärker. Fitness ist gut, wenn man eine gute Genetik hat und Anfang bis Mitte 20 ist, aber was ist 10 Jahre später? Macht man mit 35 noch immer diese Sprünge und schlägt seine Räder? Nein, man wird auf dem direktesten Weg in die Figurklasse wechseln, da es weniger Belastung für die Knöchel und Gelenke ist, und generell weniger gefährlich ist.

Früher oder später wird sich alles in Richtung Figurklasse verlagern, und die Organisatoren werden mit der Figurklasse viele Zuschauer anlocken. Jeder Wettbewerber der Figurklasse kann für ungefähr 50 Dollar eine sogenannte NPC Karte beziehen, und damit für ein bestimmtes Jahr auf Amateurebene teilnehmen. Deshalb gibt es da draußen Tausende von Mädels, die sich eine solche Karte besorgen könnten. Diese Klasse ist daher die größte Geldquelle für die Veranstalter, sowohl auf Amateurebene, als auch im Pro Bereich.

[ Q ] Welcher der heutigen, männlichen Pro Bodybuilder beeindruckt Dich am meisten und warum?

Ganz ehrlich, und ohne arrogant wirken zu wollen, ich bin wirklich der Meinung, dass die meisten der heutigen Wettbewerber nicht so beeindrucken sind, wie sie zu meinen Hochzeiten in den 90er Jahren waren. Ich sehe keine neuen Levrones, Yates, Wheelers, Rays, Cormiers, Colemans, Cutlers, Benazizas, Priests, Fuxes, Dillets, and Nassers. Damals gab es einen fantastischen Genpool. Heutzutage sehe ich gute Gene in Phil Heath und Victor Martinez, aber sonst nicht wirklich viele.

[ Q ] Wie ich gehört habe, kanntest Du den späten Mohammed Benaziza. Als eine Person die mit dem Sport vertraut ist, weißt Du sicher, dass Momo einer der besten seiner Zeit war. Er war aber auch ein Mann der alles bis ins Extrem getrieben hat. Welche Erinnerungen hast Du an die Zeit mit Momo?

Ich spreche vielen Wettkämpfern meine Anerkennung und meinen Respekt aus, aber aus meiner Sicht ist und bleibt Momo Benaziza der beeindruckendste Pro Bodybuilder überhaupt. Er belegte bereits in seinem ersten Amateur Wettkampf den ersten Platz, und das war eine Weltmeisterschaft. Er war klein (knapp über 5 Fuß groß) und trat mit fast 220 Pfund auf die Bühne. Im Jahre 1990, stand ich bei drei Wettkämpfen gemeinsam mit dieser Maschine auf der Bühne. Er gewann seine letzte Show, den 1992 Holland Grand Prix, und starb einige Stunden nach dem Sieg. Wir waren nicht wirklich Freunde, und ich denke ich fiel ihm auch nicht direkt auf, als ich 1990 gegen ihn antrat. Ich war nicht in seiner Liga, so dass er mich nicht wirklich bemerkt hatte.

Er war sehr zielgerichtet, bestimmt und tat was auch immer notwendig war. Mit seiner Größe und Wettbewerbsfähigkeit (er gewann Pro Shows), war er der muskulöseste Bodybuilder aller Zeiten. Er hatte mehr Muskulatur als ein Nasser oder Markus Rühl, der sich meiner Meinung nach übrigens viel besser plazieren würde, wenn er ein US Bürger und ein A....kriecher wäre. Und Andreas Münzer, aus Österreich, muss ich natürlich wegen seiner verrückten Härte erwähnen.

[ Q ] Du hast kürzlich in einem Radio Interview erwähnt, dass die Verwendung von Synthol im Pro Bodybuilding gang und gebe ist. Wir sehen eine ansteigende Zahl von nicht wettkampforientierten Bodybuildern auf diese Substanz zurückgreifen. Die meisten Leute finden dies nicht sonderlich ansehnlich. Was ist Deine Meinung zur breiten Verwendung von Synthol?

Es gibt ein Problem im Bodybuilding, welches ich sowohl bei Pros und Amateuren auf der Bühne, als auch bei normal trainierenden Jungs gesehen habe. Wenn Leute anabole Steroide oder Substanzen wie Synthol nehmen (welches ich bei anderen Leuten gesehen habe, aber nie selbst verwendet habe), so kann das eine Mal zuviel den Körper total lächerlich wirken lassen. Die Leute verlieren den Sinn dafür, wie sie aussehen.

Nehmen mir an, ein Mädchen nimmt anabole Steroide. Sie wird härter, muskulöser, breiter, und ihre Muskulatur reift ein bißchen während sie trainiert und Steroide nimmt. Aber ab einem bestimmten Punkt, war es eine Pille, eine Spritze, oder eine Anwendung Synthol zuviel, und ab diesem Zeitpunkt fängt es an einfach nur schlecht, dumm, und ungleichmäßig auszusehen. Es scheint also von einem bestimmten Punkt an, aus dem Ruder zu laufen: Zu viel einer bestimmten Sache. Und Bodybuilder tendieren dazu, zu denken, je mehr sie nehmen, desto besser werden sie anschließend aussehen. Je mehr sie essen, desto schneller werden sie wachsen, je mehr sie schlafen, desto besser wird die Entwicklung sein, und je mehr sie nehmen, desto besser werden sie am Ende sein.

Viele Leute verwenden Synthol, wenn sie an bestimmten Körperstellen zu wenig Muskulatur haben. Nehmen wir an, ein Kerl hat einen relativ guten Bizeps aber keinen Trizeps. Er injiziert sich dann Synthol, so dass sein Trizeps Muskel größer erscheint. Damit aber nicht genug, er denkt nämlich, dass sein Trizeps auch nach 3-4 Jahren Training nicht aufholen wird, und injiziert mehr Öl, um damit den fehlenden Trizeps zu kompensieren. Wenn man die entsprechende Körperpartie aber nicht bereits etwas entwickelt hat, so bekommt man nur eine Beule, sonst nichts. Die Beule schaut nicht wie ein Muskel aus, sondern eben wie eine große Beule. Man sieht auf der Bühne eine Menge Bodybuilder, die sehr kaputte Körperpartien haben. Man sieht oftmals Schultern und Arme, die kaputt oder verbraucht aussehen, wohingegen der restliche Körper relativ hart aussieht. Dies sind die Stellen, an denen zu viel Synthol angewendet wurde.

Man muss sich nur die verbrauchten Arme derjenigen Bodybuilder anschauen, deren Arme weniger hart sind als ihre restlichen Partien. Ganz klar ein Zeichen von exzessiver und häufiger Verwendung von Synthol.

Ich glaube, die Leute verwenden es an jeder Körperstelle. Ich habe mitbekommen, dass besonders schwarze Jungs es an ihren Waden verwenden. Schwarze haben sehr hohe Waden, und die einzigen beiden mit guten Waden sind eigentlich Vince Taylor and Paul Dillet. Die anderen Jungs, injizieren sich also Synthol oder Steroide mit Nadeln in ihre Waden, was wiederum zur Bildung von Narbengewebe führt. Nachdem das Narbengewebe aufgebaut ist, injizieren sie mehr Synthol, so dass es am Ende einem Muskel ähnlich sieht.

Auf jeden Fall wirkt es an kleineren Körperpartien, wie den Deltas, besser als am Rücken, und es wirkt an den Armen besser als an der Brust. Viele Leute wollen sich gerne verbessern. Ganz egal was es kostet, sie würden definitiv alles dafür tun.

Es gibt noch eine andere Substanz, namens Nubain. Ich wurde sagen, ungefähr 80% aller Bodybuilder (Pros und Amateure) verwenden es, oder haben es während ihrer Entwicklung verwendet. Ich habe es zum Glück nie verwendet. Ich wollte es ein Jahr verwenden, und jemand wollte es mir schicken, aber es kam nie an. Das war Anfang der 90er Jahre.

Es kann einem helfen, härter zu trainieren. Das konnte ich bei anderen Konsumenten beobachten.
Im Grunde kann man es injizieren, und dann doppelt so hart trainieren. Nehmen wir an, Du trainierst deinen Rücken und machst 20 Sätze in 45 Minuten. Du kannst mit Nubain dann 50 oder 60 Sätze machen, und das klappt auch mit dem Bizeps oder jedem anderen Muskel.

Viele Leute haben angerissene Muskelgruppen, was entweder passiert wenn man sie mit zu viel Gewicht belastet, oder aber durch eine genetisch bedingte Instabilität ausgelöst werden. In vielen Fällen, ist aber die exzessive Verwendung von Nubain an diesen Rissen schuld. Es werden also nicht nur Steroide und Synthol, sondern auch Schmerzmittel von den Leuten verwendet.

Bodybuilding ist ein Sport, in dem man viele Drogenabhängige findet. Sie sind ehemalige Drogenabhängige und kommen zum Bodybuilding, weil sie schon immer Nadeln und Pillen verwendet haben, oder weil sie die anabolen Medikamente bereits vorher verwendet haben, und deshalb zum Bodybuilding wechseln. Es gibt keine richtige Grenze zwischen Alkoholikern, Bodybuildern und Drogenabhängigen. Ich kenne Leute, die in der Öffentlichkeit alle 30 Minuten auf eine öffentliche Toilette gehen müssen, nur um sich Nubain zu injizieren. Sie sind abhängig von Nubain. Anfangs verwenden sie es um härter und länger trainieren zu können, und am Ende erlangen sie einen Kick dadurch, sozusagen einen Rausch. Nubain ist ein synthetisches Medikament. Es ist ein Morphin und somit verwandt mit Heroin. Vor ungefähr sieben Jahren sprach ich mit Chad Nichols, und er erzählte mir, dass sich für einen US Bodybuilder die durchschnittlichen Monatskosten von Nubain auf ca. 1600 Dollar belaufen. Ich glaube, Nubain kostet viel mehr Geld als Synthol, so dass, Synthol nicht notwendigerweise das Problem darstellt. Die übermäßige Anwendung von Synthol generiert zwar ein sehr unästhetisches Erscheinungsbild, aber Nubain ist viel gefährlicher, da es im Gegensatz zu Synthol abhängig macht.

Viele Bodybuilder in den USA verwenden auch häufig Ketamin. Sie mixen Ketamin mit Nubain, nehmen zusätzlich anabole Steroide, Ecstasy und Kokain, und gehen mit dieser Kombi manchmal zu Wettkämpfen.

Meistens sind Bodybuilder einfach nur Drogenabhängige, nicht mehr und nicht weniger. Ich will mich damit nicht über sie stellen, aber es ist wie es ist. Und der Hauptgrund, wieso Leute wie ich neben anabolen Steroiden keine Drogen konsumieren, ist, weil wir keine Drogenabhängigen werden wollen. Ich habe teilweise während einer Diät Probleme bestimmte Lebensmittel nicht mehr zu essen. Welche Probleme hätte ich wohl, wenn ich dazu noch all diese Drogen konsumieren würde. Ich bewahre mich selbst vor der Drogenabhängigkeit, und setze mich ihr nicht, wie so viele Leute in diesem Land, aus. Man ist entweder ein Bodybuilder der Medikamente wie Steroide oder Wachstumshormone nimmt, oder man macht es nicht. Diese Diskussion nimmt kein Ende, egal ob man sie nimmt oder nicht.


Anmerkung des Editors:

Site Enhancement Oil (SEO oder Synthol) ist eine flüssige Substanz, und für gewöhnlich ein Gemisch aus verschiedenen Ölen. Es wird von Bodybuildern verwendet, um schwache Körperpartien auszugleichen. Synthol wird unter die Haut, oder direkt zwischen die Muskelfasern gespritzt. Dadurch erhält der Muskel zwar mehr Volumen, aber es wird oft bis zur Unansehnlichkeit praktiziert. Nach der Injektion, füllt die ölige Substanz den Muskel und die umgebenden Bereiche für eine gewisse Zeit aus, und wird nach eine Weile in die Blutbahn aufgenommen. Synthol enthält, entgegen dem gängigen Glauben, keine Art von Steroid.

Die Verwendung von Synthol ist extrem gefährlich, und potenziell tödlich. Falsch angewendet (durch Injektion in ein großes Blutgefäß), kann es zu Embolien und somit Schlaganfällen, Atemstörungen und/oder Hirnschäden führen. Obwohl das durch Synthol aufgebaute Muskelvolumen nach der Beendigung der Anwendung wieder abnimmt, kann es für Jahre im Blutkreislauf zirkulieren und zerstört und vernarbt das Muskelgewebe.

Nubain ist ein synthetisches Opioid und auch unter dem Namen Nalbuphine (Nalbuphine Hydrochlorid) bekannt. Es wird im Handel als Analgetikum, und damit zur Linderung von Schmerzen verkauft. Es kann bei Leuten, die aus medizinischen Gründen auf dieses Medikament angewiesen sind, zu Abhängigkeit führen.

Ketamin wird klinisch als Anästhetikum klassifiziert. Es ist ein Hydrochlorid (Salz) und gehört zu den MNDARezeptor-Agonisten (wie PCP, AngelsDust), welche bei den Leuten wegen der schmerzlindernden und betäubenden Wirkung begehrt sind. Ketamin wird auch als Special-K bezeichnet, ist ein beliebtes Anästhetikum in der Veterinärmedizin, und kommt medizinisch bei der Behandlung von Bronchospasmen zur Anwendung. Beim Menschen bewirkt Ketamin eine Bronchodilatation, Halluzinationen und arterielle Hypertonie.

[ Q ] Dir selbst, wurde die Verwendung von Synthol vorgeworfen. Was hast Du zu diesen Behauptungen zu sagen?

Zunächst, muss ich hierzu den Pro Richter Art Bedway aus dem Staat PA erwähnen. Er setzte die Diskussion über Nasser’s Synthol-Schultern in die Welt. Er kam während des Mr. Olympia Banquets (2001) auf mich zu. Ich war dort mit meiner ehemaligen Frau, und hatte ihn sicher nicht nach einer Erklärung gefragt. Er dachte wohl es wäre der richtige Moment, mir zu erzählen, dass ich den 15ten Platz belegte weil ich anscheinend "etwas in meinen Schulter stecken" hatte. Ich wusste nicht was er damit meinte. Er war laut, wütend, beleidigend, verbal ausfallend und betrunken. Er konnte nicht so schnell nach der Show betrunken worden sein, also musste er bereits während den Beurteilungen (auf der angesehensten Veranstaltung des Bodybuildings) getrunken haben.

Im Jahre 1994, wurden meine ehemalige Frau und ich Zeugen davon, wie er einige schwarze Jungs aus dem Olympia Auditorium in Atlanta Georgia werfen wollte, weil er dachte diese Jungs, die Karten sehr nahe an der Bühne hatten, wären nicht im Besitz von Karten. Er spekulierte einfach aufgrund ihrer Hautfarbe, dass sie keine Karten hatten. Er gab rassistische Verleumdungen von sich, wusste zu dieser Zeit aber nicht, dass es sich bei den Jungs um Freunde von Lee Haney handelte.

Hier noch eine weitere ignorante Aussage von ihm: Er sagte einmal dass Brian Buchanan, ein ehemaliger Pro Bodybuilder, unter ein Rack gestellt werden sollte "um Beine zu bekommen". Manche Menschen werden nie dicke Beine bekommen, ganz egal wie viele Sätze Kniebeugen sie machen.

Lieber Alkoholiker Art Bedway, Du bist Libanesischer Abstammung und nicht besser als irgendjemand anderes, also spiele bitte nicht den Amerikaner. Was gibt Dir das Recht, zu denken, Du könntest Schwarze herabsetzen und mich der Verwendung von Synthol in meinen Deltoids beschuldigen, besonders wenn Du es nicht genau weißt? Du bist ein anmaßender Rassist und alkoholabhängiger Trottel. Verlass die Jury und begib Dich in Reha. Du bist der Aufhetzer, der mich mit Synthol in Verbindung brachte. Das ist ungefähr so, als würde ich sagen: "Yeah, Tom Platz hat dicke Beine, weil er Synthol verwendet", oder "Rühl hat eine dicke Brust wegen Synthol".

Art Bedway sollte für sein dummes, unverantwortliches Gerede eine Strafe zahlen. Hör zu, ich hatte Narbengewebe in meinen Deltas, Du Experte in Nichts.

Nach meinen Kenntnissen, nutzen/nutzten 95% der Pro Athleten Synthol auf die eine oder andere Weise. Normale Studiobesucher hier in San Diego, Kalifornien, fragten mich 1995 nach der korrekten Anwendung von Synthol. Es gehört also seit mindestens 10 Jahren zum Bodybuilding. Ein weiter Pro Kampfrichter, Asher Frigg, sollte ebenfalls aus der Jury entfernt werden. Er ist für diesen Job nicht im geringsten qualifiziert, und ist eine Katastrophe. Der nächste ist Petar Uricek aus der Tschechei, und auch er sollte sein Amt aufgeben. Er sagte mir einst, dass er seine Entscheidung an die Links und Rechts neben ihm sitzenden US Kollegen anpasst. Er wollte anscheinend nicht wegen mir mit seinen Kollegen einen Streit anfangen, und er meinte, 50.000 US Dollar wären genug für Nasser (anstatt 100.000 und dem Titel des Gewinners der Arnold Classic).

Ich habe sogar Pro Richter getroffen, die Athleten miteinander verwechselten. Ich mache keine Witze. Ich könnte hier noch viel mehr erzählen, z.B. dass die weiblichen Richter mit den männlichen Pro Richtern Sex haben, oder dass die weiblichen Pro Richter mit den männlichen Pros schlafen.

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