----Vorwort----
----Disclaimer----
1. Einführung in die Thematik
1.1 Insulin - Ein wenig Geschichte zur Einführung
1.2 Herstellung
1.2.1 Industrielle Herstellung Früher und Heute
1.2.2 Endogene Produktion
2. Relevantes Grundwissen im Bereich Bodybuilding
2.1 Vorteile
1.1.1 Verbesserte Zellhydratation
1.1.2 Vergrößertes Zellvolumen
1.1.3 Größere Glykogenspeicherung
1.1.4 Antikatabole Wirkung
1.1.5 Anabole Wirkung
2.2 Nachteile
2.2.1 Blutzuckersenkende Wirkung
2.2.2 Wasserspeicherung
2.2.3 Hemmung des Fettabbaus, Förderung des Fettaufbaus
2.2.4 Lipohypertrophie
2.3 Verschiedene Insuline
2.3.1 Mischinsuline
2.3.2 Langzeitinsuline
2.3.3 Depotinsuline
2.3.4 Altinsuline
2.3.5 Ultrakurzwirksame Insuline
2.4 Alles rund um die Injektion
2.4.1 Injektionsmaterial
2.4.2 Injektionsstellen
2.4.3 Injektion
2.5 Gefahren
2.5.1 Gefahrenprävention und Problembeseitigung
2.5.2 Was andere tun müssen wenns mal zu spät ist
3. Spezifisches Wissen in Bezug auf Ernährung, Timing und Planung
3.1 Ernährung -Bedeutung
3.1.1 Kohlenhydrate
3.1.2 Proteine
3.1.3 Fette
3.2 Planung der Mahlzeiten vor und nach der Injektion
3.2.1 KH-Versorgung, Phase I
3.2.2 KH-Versorgung, Phase II
3.2.3 EW-Versorgung, Phase I
3.2.4 EW-Versorgung, Phase II
3.2.5 Fette
3.2.6 Einhaltung der optimalen kcal-Anzahl
3.3 Supplemente
3.4 Dosierung, On/Off-Schemata, Dauer der Anwendung
3.4.1 Dosierung
3.4.2 On/Off-Schemata/Dauer der Anwendung
----Schlusswort----






----Vorwort----


Ich schreibe diesen Artikel um aufzuklären.
Es gibt viele Mythen, Unwahrheiten und Unwissen und einen derartigen Nachholbedarf im Gebiet "Insulinanwendung für BB" dass ich mich entschlossen habe endlich ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Dieser Artikel soll nicht nur für absolute Anfänger geeignet sein, auch die etwas fortgeschrittenen auf diesem Sektor sollen informiert werden und vielleicht sogar noch etwas dazulernen.
Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung wenn dadurch schlimmeres verhindert werden kann. Einfach ein Mail an Webmaster@PowerofSteel.de, ich werde jede ernstgemeinte Frage beantworten und versuchen zu helfen wenn ich es kann.
Dieser Artikel darf gerne weitergegeben werden, aber wenn dann bitte im ungeänderten Original!
Das nur als Vorwort, nun viel Spaß beim lesen. preview


----Disclaimer----


Durch den Missbrauch von Insulin können ernsthafte, gesundheitsgefährdende und lebensgefährliche Nebenwirkungen auftreten! Informationen dürfen nicht als medizinischer Ratgeber benutzt werden und sind nicht zur Anleitung eines medikamentösen Missbrauchs geeignet! Vor einer exogenen Zufuhr von Insulin suchen sie bitte ihrem Arzt auf und holen sein Einverständnis ein!
Der Autor übernimmt keine Haftung für Schäden die Aufgrund dieser Informationen entstehen!


1. Einführung in die Thematik

1.1 Insulin - Ein wenig Geschichte zur Einführung


Von jeher (bis ins Jahr 1922) war die Krankheit Diabetes Mellitus als unheilbare, grausame und unweigerlich todbringende Krankheit angesehen.
Hinweise darauf finden sich ebenso in den alten Schriften der Inder wie auf ägyptischen Hyrogliphen. Eine der treffendsten Beschreibungen aus der Antike stammt aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert vom griechischen Arzt Aretaeus dem Cappadozier:

"Diabetes ist eine wundersame Affektion; nicht so häufig bei Männern; ein Aufschmelzen von Fleisch und Gliedern im Urin [...] Das Leben ist kurz, abscheulich und schmerzhaft, der Durst unstillbar, der Tod unausweichlich."

Um nicht zu tief in das Thema Diabetes einzudringen sei hier kurz angemerkt dass bei der Krankheit Diabetes mellitus die ß-Zellen in den Langerhansschen Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse kein oder nur noch sehr wenig Insulin produzieren können und infolgedessen steigt der Blutzuckerspiegel [im Weiteren zur Abkürzung: BZS] nach einer KH-reichen Mahlzeit weit über das gesunde Maß hinaus an was auf Dauer ein höchst kataboler und nicht zuletzt auch lebensgefährlicher Zustand ist.

Die Bemühungen aus medizinischer Sicht auf diesem Gebiet wurden erst 1922 populär durch ein kanadisches Forscherteam am Physiologischen Institut der Universität Toronto. 1921 trat der kanadische Chirurg Frederick Grant Banting an Prof. JJR MacLeod, den Leiter des Physiologischen Institutes, mit der Bitte heran, ihm die Möglichkeit zu geben die Blutzuckersenkung mit Hilfe eines Pankreasextraktes bei diabetischen Patienten zu erforschen. Obwohl MacLeod anfangs von dieser Idee nicht sehr begeistert war, stellte er Banting einen kleinen Raum zur Verfügung und gab ihm den gerade promovierten Physiologen Charles Herbert Best als Assistenten zur Seite. Kurze Zeit später gelang es den beiden Forschern, einen salzsauren Alkoholextrakt des Pankreas herzustellen, mit dem sie einen experimentell hervorgerufenen Diabetes bei Hunden erfolgreich behandeln konnten. Noch im Jahr 1922 machten sie einen Selbstversuch mit einem von ihnen hergestellten Pankreasextrakt. 1922 wird der erste Mensch, ein 13-jähriger Junge, erfolgreich behandelt. Sein Name war Leonhard Thompson, er wurde 27 Jahre alt und starb an einer Bronchopneumonie. Mit Hilfe eines verbesserten Extraktes, der 1922 von James Collip entwickelt wurde, wurde die zweite Patientin, Elisabeth Hughes, damals 11 Jahre alt, behandelt. Sie heiratete später, bekam 3 Kinder und starb im Alter von 73 Jahren an Herzversagen. 1923 wurde Banting und MacLeod der Nobelpreis für Medizin zugesprochen, den diese freiwillig mit Collip und Best teilten.
Als Ergänzung noch eine kleine Tabelle über die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte des Insulins bzw. der Therapiemöglichkeiten:

1923 Beginn der Insulinproduktion in Europa: saures Altinsulin vom Rind
1946 NPH (Neutral Protamin Hagedorn)-Insulin: erstes gewebsneutrales Langzeitinsulin
1953 Zink-Insuline mit verschieden langer Wirkdauer
1982 Erstes raschwirkendes Humaninsulin
1985 Erster Pen: Novo-Pen von NovoNordisk
1995 Erste Insulinfertigspritze: NovoLet
1999 Erster Insulinreleaser zur Behandlung des Typ 2 Diabetes: Repaglinide
2000 Erstes Insulinanalogon: Insulin Aspart

Somit war der Durchbruch geschafft und der zukünftigen Behandlung von Diabetikern stand quasi nichts mehr im Wege -anfangs durch umständliche Extrahierung des Insulins aus Bauchspeicheldrüsen von Tieren- später auf gentechnischem Weg.
Mehr dazu im nächsten Kapitel.





1.2 Herstellung

1.2.1 Industrielle Herstellung Früher und Heute


Nach dieser bahnbrechenden Entdeckung -welche vielen Menschen das Leben rettete- fing man an Insulin zu gewinnen.
Begonnen hat dies mit besagten Pankreasextrakten aus Schwein und Rind.
Da das aber viele Nachteile hatte (mögliche Krankheitsübertragungen, sonstige Verunreinigungen, lange Prozedur, nur in begrenzter Menge zu gewinnen [eine Schweinepankreas liefert ca. 300 I.U.]) stieg man in den 70ern auf die biosynthetische Herstellung mithilfe des Bakteriums Escherichia coli um.

[Für die bessere Verständlichkeit der weiteren Erläuterungen ist hier eine kleine Graphik eingefügt:]



Ziel war es das Molekül (welches aus 51 Aminosäuren die durch Schwefelbrücken miteinander verbunden sind besteht) synthetisch herzustellen.
Die A-Kette besteht aus 21 Aminosäuren, die B-Kette aus 30.

In Mikroorganismen (ursprünglich das oben genannte Escherichia coli) wird ein ringförmig geschlossenes DNS-Stück, ein sogenanntes Plasmid eingesetzt, welches diese zwingt, ein für sie völlig sinnloses Protein zu erzeugen. Die ursprüngliche Methode zur biotechnischen Herstellung von Insulin bestand darin, über zwei getrennte Stämme die A-Kette und die B-Kette zu erzeugen und diese dann chemisch miteinander zu verbinden.
Aber auch diese Art der Produktion birgt Risiken bzw. ist umständlicher als die heutzutage angewandte Methode. Sie birgt den Nachteil in sich, daß das Bakterium das von ihm erzeugte Produkt im Zelleib behält. Die Bakterien müssen also mittels mehr oder minder toxischer Substanzen aufgelöst und das so entstandene Gemisch aus Proteinen und Glykoproteinen mühsam hochgereinigt werden.
Deshalb haben sich die Medikamentenkonzerne entschlossen nicht mehr mit Escherichia coli zu produzieren, sondern mit Bierhefe oder Bäckerhefe. Hefepilze haben den Vorteil, ihr Produkt ins Kulturmedium abzugeben. Der erste Produktionsschritt ist also nicht mehr die Lyse der Mikroorganismen, sondern nur deren Abfiltration. Aus dem Überstand kann das Insulin mittels bekannter chromatographischer (HPLC) Methoden relativ einfach isoliert werden. Ergänzend sei hier zu sagen, daß den Pilzen ein künstliches Plasmid eingesetzt wird, welches diese zwingt, einen dem Proinsulin verwandten "Precursor" zu erzeugen. Die A- und B-Kette sind bereits durch die Disulfidbrücken verbunden und hängen noch mit vier Aminosäuren zusammen, die später enzymatisch abgespalten werden. Das aufwendige Verbinden der A- und B-Kette fällt somit weg.


1.2.2 Endogene Produktion

Sehen wir uns nun einmal zur Ergänzung die Körpereigene Produktion an.
Die normale, Körpereigene Produktion liegt bei ca. 2g am Tag.
Zunächst wird in den B-Zellen der Langerhans-Inseln das Proinsulin gebildet. Es ist eine Vorstufe des Insulins und sieht auch etwas anders aus. Es besitzt, zusätzlich zur A-Kette und B-Kette, noch eine dritte Aminosäurenkette, das C-Peptid. Das C-Peptid sorgt für den richtigen Aufbau des Insulins und für die Bildung der Schwefelbrücken.

Graphik Proinsulin:



Ist alles fertig, dann wird das C-Peptid (in der Graphik Gelb-Grün dargestellt) abgespalten, das Insulin kann aktiv werden und es besitzt nun seine charakteristische Form (s. Graphik 1.2.1).


2. Relevantes im Bereich Bodybuilding

Das Insulin ist das "Storage-Hormon" unseres Körpers, das heisst es ist unter anderem dafür zuständig die Makronährstoffe (KH, P, F) in die Zellen zu schleusen.
Wer nun kombiniert stößt schonmal auf eine unangenehme Eigenschaft des Insulins welches uns Bodybuildern nicht zugute kommt.
Richtig, auch Fett wird in die Zellen "gedrückt" -der Alptraum eines jeden BB. Falsch angewendet ist Insulin tatsächlich der allseits propagierte Fettmacher schlechthin.
Doch um die Hemmung des Fettabbaus und den Fettaufbau in Grenzen zu halten und dem Anabolismus mithilfe diesem Hormons Tür und Tor zu öffnen dafür schreibe ich hier.


2.1 Vorteile

2.1.1 Verbesserte Zellhydratation


Durch den die Insulinsubstitution zum Zwecke eines beschleunigten Muskelaufbaus wird nachgewiesenerweise auch mehr Kalium in die Muskelzellen geschleust.
Kalium zieht Wasser quasi an und somit in die Zelle hinein (vgl. Kreatin). Somit entsteht eine sehr günstige Umgebung für den Muskelaufbau.

2.1.2 Vergrößertes Zellvolumen

Insulin schleust auch Kreatin und Glutamin in die Zellen, daher resultiert auch ein erhöhtes Zellvolumen.
Es empfiehlt sich daher auch bei der Substitution von Insulin die Nahrung mit einer zusätzlichen Einnahme von Kreatin und Glutamin zu ergänzen.

2.1.3 Größere Glykogenspeicherung

Insulin speichert Glucose aus dem Blutkreislauf in den Zellen.
Viele werden wissen dass bei der Speicherung von einem Gramm Glucose ca. 3g Wasser "Mitgespeichert" werden. Dieser Effekt wird dazu genutzt um bei einer exogenen Insulingabe KH zu speichern um die vorhergenante Zellhydratation auf dem höchsten Niveau zu halten.
Dies wirkt sich aus durch eine gigantische Gewichtszunahme in den ersten Wochen (vgl. wieder Kreatin) welches einen aber nicht "schwammig" aussehen lässt da das Wasser ja ausschließlich in den Muskelzellen gespeichert ist.
Vielmehr wirkt man Prall und Hart. Weiter ist ein enormer Pump im Training zu beobachten.
Deswegen wird Insulin auch des öfteren zum Aufladen vor einem Wettkampf benutzt was aber nicht ungefährlich ist.
Die enorme statische Belastung die ein Wettkämpfer auf der Bühne ertragen muss bzw. zu der er sich zwingt verbraucht ebenso Glucose wie Training oder sonstige sportliche Belastungen.
Daher muss hier die Insulinmenge im Verhältnis zur KH-Menge downreguliert werden.
Eine guter Wert sind hier >15g KH/I.U. Insulin.

2.1.4 Antikatabole Wirkung

Die Antikatabole Wirkung des Insulins kommt dort zum Tragen wo eine hohe Belastung stattfindet und die Glykogenspeicher erschöpft sind. Sprich Training oder weitere Belastungen.
Unser Storage-Hormon sorgt für eine erhöhte Bereitstellung v.a. der Aminosäuren Leuzin, Alanin, Glutamin und Arginin welche aus unserer Muskulatur abgebaut werden sobald eine zu niedriger BZS vorliegt.
Durch diese bessere Bereitstellung wird der Muskelabbau verringert.

2.1.5 Anabole Wirkung

Aminosäuren -der Stoff aus dem die Träume sind........-zumindest unsere. Durch das Insulin wird ihnen der Durchgang zu den Zellen nicht nur erleichtert, sondern sie werden regelrecht in die Zellen "gedrückt". Durch die erhöhte Aminosäurenkonzentration wird natürlich auch die Proteinsynthese erheblich beschleunigt. Genau das was wir wollen.
Aber kommen wir nun zu den Nachteilen.


2.2 Nachteile

2.2.1 Blutzuckersenkende Wirkung


Ein nicht zu unterschätzender "Nachteil". Falsch angewandt kann Insulin tödlich sein. Jeder der neu auf dem Gebiet Insulin ist der lese sich genauestens ein und unternehme keine Eigenversuche ohne anwesenden Partner und BZ-Messgerät..
Durch das Insulin wird die Blutglucose in die Zellen geschleust und dadurch die BZ-Konzentration verringert. Ist aber zuwenig Glucose vorhanden (nicht ausreichende KH-Menge in der vorherigen Mahlzeit) zieht das Insulin trotzdem den Rest auch noch heraus. Das kann äusserst gefährlich wirken, denn sinkt der BZS unter die Marke von 60mg/dl dann muss man von einer Hypoglykämie sprechen welche in ein Hypoglykämisches Koma führen kann wenn man nicht rechtzeitig mit KH mit hohem GI gegensteuert und dieses Koma endet oft im Tod wenn dann nicht durch eine dritte Person mit einem Glucagon Kit versucht wird den BZS wieder auf ein Normalmaß zu regulieren.

Hier ein Beispiel für einen Glucagon Kit:



Ich wollte auch ein wenig meine eigenen Erfahrungen in diesem Aufklärungsbericht miteinbringen da ich Diabetiker bin und mit Insulin tagtäglich seit vielen Jahren hantieren muss. Daher möchte ich hier natürlich auch vor dem größten Risiko warnen welches vermeidbar ist: In kürzer als 3 stunden nach einer Insulinapplikation schlafen zu gehen. Meine eigene Erfahrung ist jedoch die dass sobald mein BZS unter 50mg/dl sinkt ich aufwache -IMMER. Ich weiss nicht wieso aber es ist so.
Das ist natürlich KEIN GARANT dass das bei jedem anderen auch funktioniert, nur bei mir tut es das. Ich habe in knapp 10 Jahren kein einziges Mal einen Glucagon Kit gebraucht und ich hoffe das bleibt auch so.
Doch nun zurück zum Thema, gehen wir ein wenig weiter auf die BZ-senkende Wirkung ein.
Wie gravierend die BZ-senkende Wirkung "einschlägt" hängt von mehreren Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor ist der Zustand der Glykogenreserven in der Leber. Die Leber ist u.a. dafür zuständig bei Belastungen den BZS auf einem konstanten Level zu halten (ca. 80 - 120mg/dl).
Das bedeutet nach z. B. einem schweren Beintraining sind die Glycogenreserven in der Leber erheblich geschrumpft und die Insulinwirkung tritt spürbar schneller ein als nach einem Armtraining welches der Leber nicht solche Reserven abverlangt.
Nun, doch mit der Sache mit den Leberglycogenspeichern ist es noch nicht getan. Bei einem Training wird ebenso Glycogen aus den Muskelzellen verbraucht, die Insulinsensitivität steigt ("Anaboles Fenster") und die trainierten Muskeln wollen wieder aufgeladen werden mit Glycogen. Das heisst die vorhandene Glucose im Blut wird in die Zellen geschleust die danach verlangen. Bei einer großen Muskelgruppe wie den Beinen z.B. muss natürlich mehr Glucose aus dem Blut "entnommen" werden als bei unserem anderen Bsp. -den Armen.
Jeder der schon einmal Insulin vor oder nach einem Beintraining angewandt hat weiss wovon ich spreche und hat entsprechenden Respekt davor. Hier ist anzumerken dass man wenn man Insulin anwendet IMMER bis zu 8h nach einer Injektion ein Päckchen Traubenzucker einstecken haben sollte um bei Symptomen welche typisch für eine Hypoglykämie sind (Schweißausbrüche, Benommensein, Zittern, dramatischer Kraftverlust bzw. Schwächeanfälle, Koordinationsprobleme, Heisshunger, Durst, Veränderungen der Optik, Antriebsschwäche, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit) rechtzeitig handeln zu können und um im schlimmsten Fall dem Koma zu entgehen.

2.2.2 Wasserspeicherung

Bei falscher Anwendung oder zu hoher Dosierung kann es im Körper nicht nur zu einer hohen Kaliumretention kommen, sondern ebenso zu einer erhöhten Natriumretention welche einem das "schwammige" Aussehen verleiht durch Wasserspeicherung im Unterhautfettgewebe. Inwieweit der Effekt des Kaliums den des Natriums übertrifft und ob überhaupt hängt von der oben genannten richtigen Anwendung und Menge ab.

2.2.3 Hemmung des Fettabbaus, Förderung des Fettaufbaus

Kommen wir nun zu einer weiteren gravierenden NW beim falschen Insulingebrauch.
Insulin als unser schon mehrfach erwähntes "Storage-Hormon" macht nicht nur die Zellmebranen der Muskelzellen durchlässiger, sondern auch unerwünschterweise die Fettzellen für Fettsäuren. Das heisst dass es genauso Fettsäuren in die Fettzellen pumpt als auch Aminos und Glucose in die Muskelzellen. Hm, schlecht.... Aber man kann es mit richtiger Ernährung und richtigem Timing trotzdem gut in den Griff bekommen. Mehr dazu später.
Desweiteren hemmt Insulin die Lipolyse, was den Fettabbau erheblich erschwert. Jeder der vorhat Insulin in einer Defi anzuwenden dem würde ich sowieso abraten, die Gefahren sind zu groß fett zu werden bzw. zu bleiben. Einfach beim guten alten Testo bleiben ;-).

2.2.4 Lipohypertrophie

Eine Lipohypertrophie kann durch unsachgemäße Injektionen entstehen. Spritzt man z.B. immer in die selben 2 Stellen im bauch, so entsteht dort nach einiger Zeit eine gutartige Wucherung des Unterhautfettgewebes welche sehr unschön sein kann. Abhilfe: Injektionsstellen regelmäßig wechseln, ich wechsele mich zwischen 6 verschiedenen ab und Nadeln nicht öfter als einmal verwenden! Durch ein mehrmaliges benutzen der Nadel geht die Silikonschicht auf der Nadel verloren und sie wird zunehmends stumpfer. Daraus resultieren beim Gebrauch dann natürlich eine größere Reizung der Haut bzw. des Fettgewebes und es tut sauweh beim injizieren. Mehr dazu ebenfalls später.
Hier ein paar Bilder von Lipohypertrophien:



Nicht wirklich hübsch die Dinger....


2.3 Verschiedene Insuline

2.3.1 Mischinsuline


Diese Art von Insulinen ist gänzlich ungeeignet für den BB. Es handelt sich hier um Mischungen von Alt- bzw. Analogoninsulinen und Depot- bzw. intermediären Insulinen. Einzig dafür entwickelt dem Diabetiker mehrfache Injektionen zu ersparen. Ich selbst habe mit Mischinsulinen mehrere Jahre "gearbeitet". Man kommt als Diabetiker in der Regel mit 2 Injektionen pro Tag aus (ich liege zur Zeit bei >10 Injektionen pro d).
Erhältlich in den verschiedensten Mischungen (10/90, 20/80, 30/70, 40/60, 50/50, 60/40, 70/30, usw....) und von jedem Insulinhersteller.
Hier eine Graphik über den Wirkungsverlauf eines 30% Ultrakurzwirksam - 70% Depot Mischinsulins:


Man sieht deutlich dass der Wirkungsverlauf des Ultrakurzwirksamen den des Depots an einer gewissen Stelle schneidet und der durch das Ultrakurzwirksame abgeschwächte BZ-Anstieg durch das Depot nur noch sanft aufgefangen werden muss. So sollte es jedenfalls bei einer optimalen Planung vonstatten gehen.
Produkte:
-Protamin Insulin Aspart - Novo Nordisk
-Huminsulin Profil III - Lilly
-Insuman COMB 50- Aventis Pharma Deutschland GmbH


2.3.2 Langzeitinsuline

Der Wirkungseintritt ist hier erst nach 4 Stunden, daher völlig ungeeignet für den BB, da man nicht damit planen kann und auch das Anabole Fenster nicht ausnützen kann, was ja wesentlicher Bestandteil der Anwendung des Insulins zum Muskelaufbau ist. Es besteht ausserdem die Gefahr dass man bei noch anhaltender Wirkung zu Bette geht was absolut gefährlich und nicht vertretbar ist.

Produkte:
  • Ultralong - Hoechst
  • Ultratard - NovoNordisk


2.3.3 Depotinsuline

Depotinsuline sind mittellang wirkende Substanzen denen ein "Verzögerungsstoff" beigesetzt ist, das Surfen. Der Wirkungseintritt ist nach ca. 45Min. und die Maximalwirkung ist nach ca. 2-4h erreicht.. Die Wirkdauer beträgt ca. 14-18h. Ebenfalls nicht für BB geeignet aus den unter 2.3.2 genannten Gründen.

Produkte:
  • Insulin Protaphan - Novo Nordisk.
  • Basal - Lilly



2.3.4 Alt-/Normalinsuline

Ein geiegnetes Mittel wenn auch nicht das Beste. Wirkungseintritt nach ca. 15Min., Wirkdauer ca. 8h.
Besser zu berechnen als die vorher angesprochenen Insuline.

Produkte:
  • Insulin Actrapid - Novo Nordisk
  • Berlinsulin H Normal - Berlin-Chemie AG
  • Huminsulin Normal - Lilly



2.3.5 Ultrakurzwirksame Insuline

Ultrakurzwirksame Insuline, optimal zur Planung und für das genaue Timing geeignet, Wirkungseintritt nach ca. 5Min., daher kein Spritz-Essabstand mehr nötig. Max. Wirkungsdauer ca. 5h. DAS Mittel der Wahl für unsere Bedürfnisse.
Die Nährstoffaufnahme lässt sich optimal mit der Insulingabe decken und mit diesem Insulin werden wir uns jetzt im weiteren Text beschäftigen.

Produkte:
  • HUMALOG - Lilly Pharma GmbH
  • NovoRapid - NovoNordisk
  • Apidra


Hier nochmal eine kleine Graphik die anschaulich zeigt wie der Verlauf der Physiologischen Freisetzung von Insulin ist im Vergleich zu einem Insulinanalogon und zu Normalinsulin nach einer KH-reichen Mahlzeit:



Deutlich erkennbar ist die Wirkungskurve des Insulinanalogons der Kurve der menschlichen Insulinfreisetzung am ähnlichsten.


2.4 Alles rund um die Injektion

2.4.1 Injektionsmaterial


Bei der Insulininjektion handelt es sich um eine subkutane Injektion, d.h. um eine Injektion in das Unterhautfettgewebe.
Es kann zwar auch durch eine intramuskuläre Injektion verabreicht werden, jdeoch komt es hier zu einer unerwünschten leichten Verzögerungswirkung und ausserdem sind die Infektionsrisiken bei dieser Injektionsweise unnötig höher.
Also wir bleiben -wie alle anderen Leute vorher auch- bei der s.c. Injektion.
Für die Injektion werden Einwegspritzen angeboten in 2 verschiedenen Arten (UNBEDINGT BEACHTEN!):

1. U-100 Einwegspritzen


Die Skalierung der Spritze ist hier unterteilt in 100 I.U. auf 1ml! So gut wie alle Insuline sind heute U-100-Insuline.

2. U-40 Einwegspritzen

Die Skalierung ist hier entsprechend des U-40 Insulins 40 I.U. auf 1ml.
Um eine Verwechslung zu vermeiden ist unbedingt auf die Art des Insulins zu achten und die Spritze entsprechend zu wählen! Ein Fehler unterläuft hier den meisten nur einmal in ihrem Leben. Ich spreche aus Erfahrung da es mir schon einmal passiert ist. Ich hatte ein U-!00 Insulin und aber nur U-40 Einwegspritzen. Da mir die Nadeln für meinen Pen ausgegangen waren war ich gezwungen mit das Insulin mit einer Einwegspritze zu verabreichen. Den fatalen Fehler 75 I.U. eines U-100 Insulins entsprechend den 30 Einheiten einer U-40 Spritze aufzuziehen und mir zu injizieren wird mir nie wieder passieren. Die 75 I.U. habe ich mir gottseidank morgens injiziert, wenn es abends gewesen wäre weiss ich nicht ob es noch gutgegangen wäre. Ich habe daraufhin den kompletten restlichen Tag kein Insulin mehr injizieren müssen, habe KH en masse in mich hineingestopft und bin trotzdem immer wieder in den Unterzucker gekommen. Sowas ist unangenehm und bei weniger Erfahrenen sicherlich tödlich. Nur soviel zur Achtsamkeit beim Insulingebrauch.

Die zweite -und sehr viel bequemere und sichere Art sich Insulin zu verabreichen ist der Insulinpen. Für jedes Insulin gibt es einen spezifischen Pen, eine Verwechslung von Einheiten oder Insulinen ist somit im Vorfeld vergebeugt. Die Toleranzen bei diesen geeichten Instrumenten müssen hohen Standarts genügen, also keine Angst. Die Toleranzen liegen hier bei ±0.001 I.U./1 verabreichte I.U.

Hier als Beispiel ein Pen von NovoNordisk für U-100 Insuline mit 3ml Patronen. Dies ist kein Vollautomat, d.h. die Nadel muss noch selber gesetzt werden und auch der Kolben muss selbst heruntergedrückt werden. Vollautomaten wie der frühere Diapen von Lilly sind angenehm aber sehr teuer und desweiteren gibt es Studien die beweisen dass ein Zusammenhang zwischen Injektionszeit und folgender Wirkung bestehen. Und dort liegt das Problem der Vollautomaten. Sie besitzen meist eine starke Feder welche den Kolben herunterdrückt. Durch diese starke Feder erfolgt eine entsprechend schnelle Injektion (für 20 I.U. ca. 2s) mit schlechterer Wirkung als bei den Halbautomaten wie auf diesem Bild hier.

Solche Injektionsartikel sind NICHT VERSCHREIBUNGSPFLICHTIG! Lasst euch von Apothekern nichts anderes einreden. Wenn sie euch keinen passenden Pen bestellen wollen dann bestellt ihn lieber gleich Online bei einem der Diabetikerversandhäuser. Gleich die Nadeln mitbestellen! Diese sind natürlich Einmalartikel und sollten nach jeder Injektion gewechselt werden. Die übliche heutige Nadelgröße für solche Halbautomaten ist 0,25mmx5mm, also praktisch gar nicht spürbar.

Die Preise der Pens liegen zwischen 40€ und 150€ und sind ihr Geld auf jeden Fall wert. Ich empfehle aus den obengenannten Gründen einen Halbautomaten.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit sich Insulin zu verabreichen. Die Insulinfertigspritze.
Hier ein Exemplar von Lilly Pharma GmbH:



Es ist quasi ein schon fertig befüllter Pen bei dem nur noch die Einheiten eingestellt werden müssen und dann kann injiziert werden. Eine unnötige Sache wie ich finde, es wird vermehrt Müll produziert, es ist ein Einmalartikel und schwierig zu bekommen. Nicht zu empfehlen meiner Meinung nach.


2.4.2 Injektionsstellen

Wie unter 2.4.1 bereits angeschnitten handelt es sich bei der Insulininjektion um die subkutane Injektion.

Injektionsstellen können sein:
  • Oberschenkel
  • Hüfte
  • erer Bauch
  • zeps
  • l. Po


Siehe auch auf dieser Grafik hier:



Im Normalfall praktiziert man einen periodischen Wechsel der Injektionsstellen. Injiziert man z.B. 2 Mal täglich Insulin dann empfiehlt es sich als Beispiel dieses Schema einzuhalten:


Tag 1 2 3 4 1
Injektion 1 O´schenkel rechts Hüfte rechts Bauch rechts Trizeps rechts O´schenkel rechts
Injektion 2 O´schenkel links Hüfte links Bauch links Trizeps links O´schenkel links


Diese Periodisierung dient natürlich nur dem Zweck einer Lipohypertrophie entgegenzuwirken. Ich persönlich injiziere nie in den Trizeps da dort die Fettschicht zu gering ist, aber das mus ja nicht für jeden gelten.



2.4.3 Injektion

Die Injektion an sich geht relativ schnell vonstatten.
Da es sich um eine s.c. Injektion handelt ist das Desinfizieren mit Alkohol nicht zwingend nötig da praktisch keine Abszessgefahr besteht. Wer aber drauf besteht der soll es ruhig machen, schaden kann es nicht.

Es wird mit Zeigefinger und Daumen eine Hautfalte gebildet und dann wird die Nadel SENKRECHT eingeführt (nicht bis zum Anschlag wg. evtl. Nadelbruch!). Dann injiziert man langsam das Insulin und lässt nach Vollendung der Injektion die Nadel noch 10s - 15s in der Injektionsstelle verweilen um sicherzugehen dass das Insulin sich im Fettgewebe verteilt hat und kein Insulin mehr in den Stichkanal zurückfließen kann.
Nach Abschluss der kompletten Injektion muss nicht massiert werden.


2.5 Gefahren

2.5.1 Gefahrenprävention und Problembeseitigung


Die einzige Gefahr die uns kurzzeitig wirklich bedrohen kann ist die Hypoglykämie. Sie kann uns wie bereits angesprochen in sehr unangenehme Zustände bringen, bis hin zum Tod. Und um solchen relativ unangenehmen Zuständen zu entgehen bitte dieses Kapitel lesen.
Was ist passiert wenn eine Hypoglykämie auftritt?
-Es wurde exogen Insulin zugeführt und die Glucose die zum Wirkungseintritt im Blut vorlag reichte nicht aus um das Insulin abzudecken. Anders gesagt das Insulin "zieht" die eh schon geringe Menge an Glucose (wenn man jetzt von der Postworkout-situation ausgeht àGlykogenspeicher geleert) weiter aus dem Blut in die Zellen hinein.
Die Blutzuckerkonzentration nimmt weiter und weiter ab und auch die Leber kann nicht gegenreagieren da die Reserven ja für die Trainingseinheit verbraucht wurden. So kommt man -wenn man nichts KH-reiches isst- in den Zustand der Hypoglykämie, was ab einem Wert von <50mg/dl der Fall ist.
Da soetwas gefährlich ist und wir ja ausserdem das anabole Fenster ausnutzen wollen muss entsprechend durch eine KH-reiche Mahlzeit reagiert werden. Die Erläuterungen in diesem Artikel über die Nahrungsplanung im Anschluss an eine Injektion müssen strikt eingehalten werden!!! Wurden sie nicht eingehalten oder kommt man aus anderen Gründen (intensiveres Training à stärker entleerte Glykogenspeicher, Einheitenfehler beim Injizieren, etc.) in den Unterzucker dann muss schnellstens gegenreagiert werden.
Am besten eignen sich hier Monosaccharide (Dextrose) aufgrund ihrer schnellen Verfügbarkeit. Die Menge der verabreichten KH in so einer Situation hängt wieder davon ab wie schwerwiegend der begangene Fehler war. Pauschal 50g KH zuführen und weiter den Blutzucker beobachten (Messgerät!) ist hier die einzig wahre Lösung. Wenn sich innerhalb der nächsten 2-3 h wieder eine Hypoglykämie anbahnt nochmals mit 50g KH entgegensteuern.


2.5.2 Was andere tun müssen wenns mal zu spät ist

Was heisst "zu spät"? "Zu spät" heisst dass man selber nicht mehr in der Lage ist bei einer bestehenden Hypoglykämie gegenzureagieren. Man ist also entweder in einem Zustand kompletter Benommenheit oder man liegt im Hypoglykämischen Koma. Da man in der Regel keine Insulingabe ohne anwesenden Partner vornimmt (welcher auch noch bis zu 3h nach der Injektion bei einem ist) hat dieser dann die Pflicht das zu übernehmen. Wenn die Hypoglykämie so weit fortgeschritten ist dann hilft nur noch ein sog. Hypo-Kit..
Ein Hypo-Kit beinhaltet in einer kleinen Schachtel alles was man benötigt um eine Glocoseinjektion in kurzer Zeit vorzunehmen.

Und so sieht das aus:



Die Anwendung ist in Kurzform auf die Innenseite gedruckt. Hier nochmal die ausführliche Version der Anleitung:



1. Entfernen Sie die Plastikkappe von der Ampulle sowie die Schutzhülle der Spritzennadel. Stechen Sie die Nadel durch die Gummimembran und injizieren Sie den ganzen Inhalt in die Ampulle.
2. Schütteln Sie die Ampulle vorsichtig, ohne die Spritze zu entfernen, bis sich das Pulver ganz gelöst hat und die Flüssigkeit klar ist.
3. Vergewissern Sie sich, dass der Spritzenkolben ganz unten am Anschlag ist. Ziehen Sie nun die ganze Lösung in die Spritze auf. Vorsicht, dass der Kolben nicht aus der Spritze gezogen wird.
4. Spritzen Sie nun a) den ganzen Inhalt (=1 ml) bei Personen über 25 kg, b) den halben Inhalt (=1/2 ml) bei Personen unter 25 kg in den Gesässmuskel oder in eine Hautfalte des Oberschenkels.

Die injizierte Flüssigkeit sorgt in kürzester Zeit (nur Minutenbruchteile) für einen steilen BZS-Anstieg -die einzige Rettung in diesem Fall. Ein Hypoglykämisches Koma endet nicht selten im Tod da die Organe und das Gehirn schlicht und einfach keinen Brennstoff mehr für die optimale Funktion zur Verfügung haben und somit nach kurzer Zeit gezwungen sind ihre Tätigkeit einzustellen.


3. Spezifisches Wissen in Bezug auf Ernährung, Timing und Planung

3.1 Ernährung -Bedeutung

3.1.1 Kohlenhydrate


Die Kohlenhydrate haben einerseits die wichtige Aufgabe uns vor der Hypoglykämie zu bewahren. Weiter füllen sie unsere Glycogenspeicher wieder auf um eine schnelle Regeneration zu gewährleisten UND sie werden in Form von Glucose in den Muskelzellen gespeichert was uns in Kombination mit Insulin eine Zellvergrößernde Wirkung beschert.

3.1.2 Proteine

Ohne Protein kein Muskelaufbau -eine alte Grundregel. Protein wird durch das Insulin in die Muskelzellen geschleust. Nur geht das nur wenn der Aminosäuerenpool in unserem Körper gefüllt ist.

3.1.3 Fette

Die Fette sind vor und nach einer Injektion unsere absoluten Feinde und man sollte ohne Ausnahme darauf schten sie aus dem Ernährungsplan in dieser Zeit zu streichen. Da Fette sehr lange Zeit benötigen um verstoffwechselt werden zu können sollte man bis zu 3h vor und min. 4-5h nach der Injektion Fett meiden und zwar gänzlich.
Hierbei spielt es keine Rolle um welche Art von Fett es sich handelt -für uns sind Fette in direkter Kombi mit Insulin Gift. Da man den Fettbadarf natürlich trotzdem decken muss wird in den folgenden Kapiteln ein Schema vorgeschlagen welches gut funktioniert auch wenn man an "Injektionstagen" fast gänzlich den Fettkonsum meiden muss.


3.2 Planung der Mahlzeiten vor und nach der Injektion

3.2.1 KH-Versorgung, Phase I

Da wir uns geeinigt haben auf ein Ultrakurzwirksames Insulin für unsere "Operation" wissen wir dass der Wirkungseintritt nach 15 Min. einsetzt, d. h. es kommt zum Abfall des BZS. Um dem entgegenzuwirken und um die anabole Wirkung des Insulins zu optimieren muss deshalb SOFORT (!) und ohne Zeitverzögerung eine KH-Versorgung erfolgen.
Das einzig annehmbare sind hier Monosaccharide welche am schnellsten als Glucose im Blut vorliegen und verwertet werden können.
Ich empfehle hier einen Drink aus Dextrose gelöst in Wasser welcher mit ins Studio genommen wird.
Dort wird sofort nach dem Workout in der Toilette oder im Umkleideraum das Insulin injiziert und daraufhin SOFORT der Drink konsumiert. Die Menge der gelösten Dextrose ist natürlich abhängig von der Insulinmenge welche injiziert wurde. Als Beispiel nehmen wir 8I.U. Insulin. Hier sollte als unmittelbare KH-Menge min. 80g Dextrose konsumiert werden, also 10g KH/I.U. Insulin.
Soweit, so gut, aber die Dextrose hält den BZS nicht lange aufrecht, nach 1,5h erfolgt wiederum ein Absinken des BZS, daher ist es sinnvoll eine weitere KH-reiche Mahlzeit einige Zeit später zu sich zu nehmen.
Mehr davon im nächsten Kapitel.


3.2.2 KH-Versorgung, Phase II

Die zweite Mahlzeit sollte ca. 2h nach der Injektion erfolgen und aus komplexen KH bestehen. Also Nudeln, Kartoffeln usw. (möchte hier jetzt nicht meine Zeit verschwenden da jeder der sich mit dem Thema Insulinmissbrauch beschäftigt wissen sollte was komplexe bzw. einfach KH sind).
Als Richtlinie kann man hier von einer KH-Menge von 1g/kg ausgehen, also ein 100kg schwerer Mensch konsumiert hier 100g KH. Die Komplexität stellt sicher dass die Dauer der Verfügbarkeit der KH die Dauer der Wirkung des Insulins min. abdeckt und wir uns nicht vor einer Hypoglykämie fürchten müssen.
Ich muss hier nocheinmal die Wichtigkeit der KH-Zufuhr betonen, wir müssen uns immer im Hinterkopf behalten dass es bei dieser Sache nicht nur um Anabolismus geht, sondern auch ebenso um unser Leben! Die Sache ist sowieso eine Gratwanderung weil das ganze relativ knapp berechnet ist um optimale Ergebnisse erzielen zu können bei möglichst geringem Fettaufbau, also bitte auch daran halten!

3.2.3 EW-Versorgung, Phase I

Unsere Muskeln bestehen im Trockengewicht zu 80% aus EW und wir als BB wissen dass EW einer der wichtigsten Bausteine des Lebens -und vor allem- der Muskeln ist.
Daher möchte auch die EW-Versorgung gut geplant sein um das Optimum herausholen zu können.
Nach der Injektion sollte ebensoschnell wie bei den KH schnell verfügbares EW zugeführt werden. Bekanntermaßen sind die Präparate welche am schnellsten im Blut als Aminosäuren vorliegen flüssige Aminosäuren und Whey-Protein. Daher beschränken wir uns auf diese beiden Produkte. Bei Wirkungseintritt des Insulins sollte unser Aminosäurenpool gefüllt sein, das heisst wir konsumieren das EW gleichzeitig mit unserem Dextrose-Drink im Studio.
Als Mengenangabe habe ich in den Literaturen immer Mengen um 50g herum gefunden, also sind 50g ein guter Wert nach dem man sich richten kann.

3.2.4 EW-Versorgung, Phase II

Der Einfachheit halber wird die Nachversorgungsmahlzeit hier mit der KH-Nachversorgungsmahlzeit zusammengelegt. Die Quelle ist hierbei jedoch nicht egal, man sollte darauf achten dass das EW aus einer möglichst fettfreien Quelle stammt (Fisch, Pute, etc.). Die Menge bei der zweiten Mahlzeit sollte ebenfalls bei ca. 50g liegen.

3.2.5 Fette

Das heikelste Thema in unserer Planung. Es dürfen bei Wirkungseintritt des Insulins so wenig Fettmoleküle wie möglich in unserem Blutkreislauf vorliegen, da sonst die Wahrscheinlichkeit einer Fettspeicherung fast zu 100% gegeben ist wie wir aus den vorhergehenden Artikeln wissen.
Da die Verdauung einer Fettreichen Mahlzeit nur sehr langsam vonstatten geht müssen wir unseren Fettkonsum phasenweise sehr einschränken, auch VOR einer Injektion. Das bedeutet für uns in der Praxis: Keine Fetthaltigen Lebensmittel 3h vor und bis 4h nach einer Injektion!
Bei einer zweimaligen Anwendung des Insulins pro Tag kann das sehr stressig werden wenn man bedenkt dass man dann bis zu 14h komplett auf fetthaltige Lebensmittel verzichten muss. Mit ein Grund warum ich für Anfänger nur eine einmalige Injektion pro Tag empfehle.
Nun, aber wir wissen auch dass Fett vom Körper benötigt wird zur Bildung von Hormonen und zahlreichen anderen Stoffwechselvorgängen. Unter anderem fördert Fett auch die Insulinsensibilität der Zellen, was wir ausnutzen müssen um uns ein Polster gegen die Insulinresistenz zu schaffen.
Um dieses Problem der fehlenden Fettzufuhr in den Griff zu bekommen konsumiert man an trainingsfreien Tagen ein wenig mehr Fett als an Trainingstagen an welchen nur wenig Fett konsumiert werden kann. Spezielle Beachtung sollten hier die mehrfach ungesättigten Fettsäuren erhalten.
Konsumiert man an Trainigstagen nur etwa 0,5g/kg dann sollten es an trainingsfreien Tagen ca. 1,2g sein. Mehr zum Thema "Insulinresistenz entgegenwirken" im Kapitel "3.4 Dosierung, On/Off-Schemata, Dauer der Anwendung"

3.2.6 Einhaltung der optimalen kcal-Anzahl

Jeder Athlet der ernsthaft mit der Thematik "Insulin - Anwendung im BB" liebäugelt sollte einen Ernährungsplan haben an den er sich auch zu halten weiss. Er weiss auch wieviel kcal er zum Aufbau benötigt und wieviel er (zumindest theoretisch wenn er noch nie eine Defi gemacht hat) zum Definieren braucht/bräuchte.
Diese Eneriezufuhr darf natürlich trotz der Pflichtmahlzeiten beim Insulinge/-missbrauch nicht überschritten werden, da sonst die bekannten Reaktionen vom Körper kommen bei einem zu hohem kcal-Überschuss: Man wird Fett.
Hierzu eine kleine Rechnung zur besseren Verständlichkeit:

Athlet: 100Kg
Energiebedarf in der Aufbauphase: 4000kcal/d
Einmalige Insulininjektion mit 10I.U./d

Wir wissen durch die vorherigen Kapitel dass die zugeführte Energie alleine der Pflichtmahlzeiten (KH-Versorgung Phase I+II und EW-versorgung Phase I+II) wie folgt beträgt:

-KH-Versorgung, Phase I (abhängig von den I.U.): 10I.U., entspricht ˜ 100g KH
100g KH x 4,2kcal/1g KH = 420kcal

-KH-Versorgung, Phase II (abh. Vom Körpergewicht): 100g KH
100g KH x 4,2kcal/1g KH = 420kcal

-EW-Versorgung, Phase I: 50g EW
50g EW x 4,2kcal/1g KH = 210kcal

-EW-Versorgung, Phase II: 50g EW
50g EW x 4,2kcal/1g KH = 210kcal

Addiert ergibt das alleine an Pflichtmahlzeiten 1260kcal.
Unser Athlet hat einen Bedarf von 4000kcal, also muss der Rest (2740kcal) auf den Rest des Tages verteilt werden. Wie, das muss im einzelnen an den individuellen Athleten angepasst werden, da kann man pauschal nichts sagen.


3.3 Supplemente

Wir haben das Ziel unseren Nutzen -den wir aus dem Insulin ziehen- zu maximieren, klar.
Und um das zu erreichen ist bei einer Insulinanwendung nicht nur das richtige Timing, die richtige Ernährung und die Kombination mit anabolen Steroiden notwendig, sondern auch die Involvierung von Supplementen. Die besten und wirkungsvollsten Supplemente die schon seit Jahren auf dem Markt sind, sind Kreatin und L-Glutamin (nicht das Peptid!). Sie bewirken dass das Zellvolumen vergrößert wird und eine Verbesserung der Zellhydratation und das ist genau das was wir wollen. Insulin schleust auch diese beiden Stoffe in die Zellen, viel besser als das ohne der Fall sein könnte, also warum nicht nutzen?
Wir werden es tun und zwar nach diesem Schema:
Zu jedem After-injection-Dextrose-Drink einfach 5g Glutamin und 10g Kreatin hinzufügen und morgens ebenso 5g Glutamin und 10g Kreatin.


3.4 Dosierung, On/Off-Schemata, Dauer der Anwendung

3.4.1 Dosierung


Die Dosierung ist Variabel und abhängig von Gewicht, Insulinsensibilität, Erfahrung und Wagnis des Athleten.
Grundsätzlich: Von 2-20 I.U. und von 1-3 maliger Injektion pro Tag ist alles möglich. Hier muss jeder entscheiden inwieweit er fähig ist Stress zu ertragen (und es IST stress 2Mal am Tag zu Injizieren) und wie weit er sich traut zu gehen. 20I.U. sind schon eine verdammt große Menge an Insulin für einen nicht-Diabetiker und es steht die Frage offen: Bei welcher Menge ist der maximale Nutzen einer exogenen Insulinzufuhr erreicht? Studien gibt es keine dazu und es wird auch keiner so weit gehen und es testen denke ich.
Daher würde ich für Erfahrene die absolute Obergrenze bei 20I.U pro Injektion setzen und die Untergrenze bei ca. 5I.U.
Begonnen wird selbstverständlich nicht mit 5I.U., sondern es wird quasi "eingeschlichen" um zu sehen wie man darauf reagiert. Man fängt für gewöhnlich mit 2I.U. an und steigert sich bei jeder Injektion um 2 I.U. bis die gewünschte Grenze erreicht ist. Für Neulinge auf diesem Gebiet würde ich die Grenze bei 10-12I.U. setzen. Das ist eine Dosierung bei der schon phänomenale Ergebnisse sichtbar werden können (laut diverser Athleten und Berichte).

3.4.2 On/Off-Schemata/ Dauer der Anwendung

Es gibt verschiedene Anwendungsschemata und in diesem Kapitel werden sie erläutert.

Da ist einmal das gebräuchliche 3/2-Schema (3 Tage On/2 Tage Off) welches sich gut eignet um ein wenig Pause zu haben von dem stressigen Tagesablauf der "Insulininjektionstage". Die Dauer der Anwendung ist hier fast unbeschränkt (laut Aussagen einiger Versuchskaninchen die es an sich selber ausprobiert haben ohne Schaden zu nehmen). 12 Wochen sind hier keine Seltenheit, oft wird es auch länger praktiziert.

Dann gibt es da noch die kontinuierliche Einnahme, also jeden Tag eine oder mehrere Injektionen. Hier sollte die Anwendungsdauer beschränkt werden auf ca. 4-6 Wochen, schon alleine deswegen weil der psychische Stress sonst überhand nimmt. Wie immer gilt auch hier: Wenn man bemerkt dass eine größere Menge Insulin erforderlich ist um dieselben Ergebnisse zu erzielen dann unbedingt eine Pause von mindestens der Länge der Kurdauer einlegen!

Das dritte unter den gebräuchlichsten Schemata einer Insulinanwendung ist das 2/1-Schema (gemeint sind hier Wochen!) bei welchem man 2 Wochen das Insulin benutzt und daraufhin wieder eine Woche aussetzt.
Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit einer Insulinresistenz natürlich am geringsten, aber am empfehlenswertesten finde ich trotzdem das erstgenannte Schema.
Ich mächte hier jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen da man soetwas nicht pauschalisieren kann wann für wen wie lange etwas besser geegnet ist, hier sollte man sich auf jeden Fall mit jemandem der Erfahrung hat absprechen und das Ganze gut planen und dann auch EINHALTEN!!!


----Schlusswort----

Ich hoffe ich konnte mein Ziel -Aufklärung- erreichen und ich hoffe dass durch meine eindringlichen Warnungen nicht zu leichtfertig mit der Materie umgegangen wird.
Vielleicht macht sich auch der ein- oder andere auch ein wenig Gedanken und überlegt sich nocheinmal ob er sein geplantes Vorhaben wirklich in die Tat umsetzen möchte.
Man sollte sich immer der Risiken des Medikamentenmissbrauchs bewusst sein und abwägen ob das Risiko/Nutzen-Verhältnis wirklich in Relation zu der evtl. hinzugewonnenen Muskelmasse/Kraft steht.
Vor allem bei INSULIN.