Es gibt hunderte Dinge, die Scott Abel verrückt machen, doch aus Gründen der Kürze und unserer geistigen Gesundheit, werden wir nur 5 Dinge beschreiben die Scott an seiner Leber nagen lassen.

Hier sind sie ohne bestimmte Reihenfolge:


1. Chemische Lösungen für biologische Probleme

Dies ist ein gesellschaftliches Problem, das im Allgemeinen von mächtigen Pharmakonzern Lobbys gefördert wird, die die Politik kontrollieren und die Medien manipulieren. Besonders im Bereich der Bodybuilding-Industrie ist dies ein kritisches Thema, das irrsinnige Ausmaße erreicht hat. Ich habe schon Mails von Leuten bekommen, die Fragen wie "Ich habe vor 3 Wochen mit der Diät begonnen, wann sollte ich jetzt anfangen Schilddrüsenhormone einzunehmen?" enthielten. Was sagt man dazu?

Und die Art und Weise, auf die solche Fragen so direkt gestellt werden, illustriert ein Problem mit Bodybuilding und Bodybuildern. Tatsache ist, dass der Körper die Biologie der Chemie vorzieht, wenn es um seine Themen geht. Ich rede hierbei natürlich nicht von einer notwendigen medizinischen Intervention. Ich rede über eine Einstellung in Richtung eines offensichtlichen chemischen Missbrauchs im Namen von dem, was einmal eine Kultur der Gesundheit und des Wohlbefindens war. Das, was ich während der letzten fünf Jahre beobachtet habe, macht mir wirklich Angst.

Testosteron Dosierungen wurden auf mehrere Gramm pro Woche erhöht und dies hat direkt zur Verwendung vieler Medikamente geführt, die mit der Leistungssteigerung eigentlich nichts zu tun haben. Steigende Testosteronspiegel haben zu einem Bedarf an Antidepressiva, Medikamenten gegen Angstzustände, entzündungshemmenden Medikamente, Cholesterinsenkern, Blutdrucksenkern, Muskelrelaxantien und Schlaftabletten geführt.
Viele verwenden diese Medikamente zusätzlich zu ihren irrsinnigen Stacks. Der Preis, den der menschliche Körper hierfür zu zahlen hat, ist enorm. preview
Diese Idiotie mag einen in bestimmten Kreisen intelligent klingen lassen, doch in der Realität bedeutet sie mehr, dass man Teil einer Drogensubkultur ist, die mit der Heroin/Crystal Meth Subkultur viel gemeinsam hat. Im Augenblick lassen einen bestimmte Websites und Experten glauben, dass man jede Wirkung eines Medikaments mit einem anderen Medikament bekämpfen muss.

Jetzt verwendet man Benadryl, um die Beta-2 Rezeptoren nach einer Clenbuterol Anwendung, die diese Beta-2 Rezeptoren desensibilisiert hat, wieder zu öffnen. Man verwendet ein anderes Medikament, um den durch Deca verursachten Anstieg der Prolaktinspiegel zu bekämpfen. Und so geht es weiter. Es ist lächerlich. Diese Menschen sind keine Chemiker, keine Pharmazeuten und mit Sicherheit keine Ärzte.
Ein Amateur, der für die drogengetesteten Weltmeisterschaften trainierte, wollte mich als Trainer engagieren. Er schickte mir eine Liste seines Stacks – sie umfasste 16 unterschiedliche Medikamente.

Ich lehnte eine Zusammenarbeit ab.

Champions werden nicht mit der Spritze gezeugt. Man gewinnt vielleicht einen Wettkampf – na und? Mir ist natürlich klar, dass ich nur zu den Leuten spreche, die auch zuhören möchten, doch diese Mentalität ist auf längere Sicht gesehen nicht nur gefährlich, sondern auch fruchtlos.
Vor ein paar Wochen zeigte eine Website ein Bild des „Giant Killer“ Danny Padilla. Die meisten, die das Bild sahen, erkannten in diesem Bild den perfekten Körper – hart wie Stein und in besserer Form als die drogenverseuchten Bodybuilder, die die Massen in der modernen Ära repräsentieren.
Danny stammt aus einer vergangenen Zeit. In diesen frühen Tagen bestand ein Off-Season Stack aus Deca und Dianabol, während ein Stack während der Saison aus Deca und Anavar bestand. Und das war alles.

2. Schweres Training!

Ich werde es noch einmal sagen und man wird diese Aussage immer wieder in meinen Artikeln finden: "Schweres Training hat nichts damit zu tun, wie viel Gewicht sich auf der Stange befindet, sondern nur damit, wie stark der Muskel belastet wird."

Das erste ist ein externer Faktor, der für sich selbst genommen keine Bedeutung hat. Letzteres ist hingegen ein innerer Leistungsindikator, der auf kurze und lange Sicht Früchte tragen wird. Als Experten und Trainierende müssen wir damit aufhören so eindimensional zu denken.

Das zweite Problem mit dieser Annahme ist, dass die Leute das verwendete Gewicht irgendwie mit der Intensität gleichsetzen. Mit anderen Worten ausgedrückt bekomme ich Briefe von Leuten, die annehmen, dass sie hart trainieren, weil sie schwere Gewichte verwenden.

Falsch, falsch, falsch. Und es gibt unter den Experten eine Tendenz zu der Ansicht, dass "Krafttraining" ein Training des zentralen Nervensystems, Hypertrophie Training ein Training der Myofibrillen und Ausdauertraining ein stoffwechseltechnisches Training ist.

Dies sind lediglich Kategorien von Referenzen und diese schließen sich auch nicht gegenseitig aus. Es existiert eine Tendenz zu der Aussage, dass hochvolumiges Training auf gewisse Art und Weise weniger intensiv ist. Dem ist jedoch nicht so.

Die Kapazität für die Arbeitslast kann bis zu einem Punkt verbessert werden, ab dem ein enormes Volumen mit hoher Intensität bewältigt werden kann. Auch hier gilt, dass sich Intensität und Volumen nicht gegenseitig ausschließen und so zu denken bedeutet die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen und Jahrzehnte der praktischen Erfahrung an vorderster Front falsch darzustellen.

Ein typisches Beispiel: Eric Heiden.

Ich verwende dieses Beispiel immer dann, wenn ich Seminare für Leute durchführe, die sich für Muskelhypertrophie interessieren. Eric Heiden war ein sehr besonderer Sportler. Er hat mehrere Goldmedaillen für das amerikanische Eisschnelllauf Team gewonnen. Er schaffte das, was die meisten Sportphysiologen als unmöglich ansehen würden. Er gewann Gold sowohl bei allen Sprintdisziplinen als auch bei den Ausdauerdisziplinen. Das ist in etwa so, als ob man bei den olympischen Spielen den Marathon Lauf und den 100 Meter Sprint gewinnen würde.

Was er vollbrachte, war ganz einfach spektakulär. Eriks Körper war auch gut bekannt. Bei 84 Kilo Körpergewicht hatte er einen Oberschenkelumfang von 71 Zentimetern, der selbst manchen Bodybuilder neidisch machen würde. Der Schwung seiner Oberschenkel war so erstaunlich, dass jeder Bodybuilder dafür töten würde. Da Eric auf Geschwindigkeit, Kraft und Ausdauer trainierte, entwickelte er einen einzigartigen Trainingsstil, der bis heute ignoriert wurde, was meiner Meinung nach daran liegt, dass er so hart ist und dem Grundgedanken widerspricht, dass schwer nur eine Frage des Gewichts ist.

Eric war für das bekannt, was ich als ultra schweres Training bezeichne. Man sollte sich daran erinnern, dass ich gesagt habe, dass schwer nicht damit zusammenhängt, wie viel Gewicht sich auf der Stange befindet, sondern damit, wie stark der Muskel belastet wird. Eric war dafür bekannt, dass er Beinpressen mit 230 Kilo ausführte. Vom Gewicht her keine große Sache, doch Eric führte Sätze von 100 Wiederholungen mit 230 Kilo aus.

Nun, das ist schwer, wenn man Last, Überlastung und Zeit unter Spannung in einem explosiven Sinn und nicht mit dieser verrückten Interpretation von Geschwindigkeit versteht.

Eric war auch dafür bekannt, dass er Kniebeugen mit 93 Kilo über den vollen Bewegungsspielraum ausführte … mit 300 Wiederholungen. Seine Beinmasse, Form, Muskeldichte und der Schwung seiner Oberschenkel waren das, wovon jeder Bodybuilder träumt. Trotzdem trainiert niemand auf diese Art und Weise, da "schwer" mit dem Gewicht und nicht mit der Belastung gleichgesetzt wird.

Der einzige, der nahe an diese Art des Beintrainings herankam, war Tom Platz und ich würde wetten, dass er auch nicht schwer trainierte, da er keine Sätze mit niedrigen Wiederholungszahlen und einem Gewicht in der Nähe seines Maximalgewichts absolvierte.

Ich habe den ganzen Sommer über zu Hause trainiert und Kniebeugen nur mit einem "Bodyblade" im Nacken mit 5 Sätzen a 100 Wiederholungen, gefolgt von Ausfallschritten nur mit dem Körpergewicht bei 4 Sätzen a 50 Wiederholungen ausgeführt.

Das war der Anfang meines Beintrainings bei jedem zweiten Beintraining – keine Gewichte und meine Beine waren nie besser in Form.

3. Weniger essen an trainingsfreien Tagen

Ich weiß nicht, woher dies kommt, aber es spiegelt den Trend wider, unseren Körper als einen Organismus zu sehen, der sich nach derselben von Menschen entwickelten 24 Stunden Uhr richtet, die uns von Tag zu Tag leitet. Doch unser Körper funktioniert nicht auf diese Art und Weise nach diesem Zeitplan.

Aus dieser Annahme werden zwei Schlüsse gezogen, die nicht korrekt sind. Einer ist, dass man es irgendwie schaffen kann, an einem Tag fett zu werden. Dem ist jedoch nicht so. Sobald man den Körper dazu umprogrammiert hat eine fettverbrennende Maschine zu sein, wird man nicht mehr an einem Tag fett werden.
Die andere Annahme ist eine Negation des Hypertrophieprozesses. Dieser Prozess ist komplex und aus stoffwechseltechnischer Sicht teuer. Sattelitenzellen werden sich nur dann mit den Myozyten verbinden, um eine größere Zelle zu bilden, wenn ganz spezielle Umstände eintreten. Diese umfassen eine Superkompensationswirkung. Zellen müssen über volle Energie- und Nährstoffspeicher verfügen.

Nur unter diesen Umständen wird der Körper Aktin/Myosin-Komponenten als Reaktion auf eine Trainingswirkung bilden. Dies bedarf Zeit und einer Superkompensation der Energiespeicher innerhalb der Zelle. Nur wenn dies der Fall ist und die Zelle ausreichend hydriert ist, kann ein Signal für die Erhöhung der Konzentrationen von IGF-1 und 2 zustande kommen, welche dann in Kombination mit anderen Wachstumsfaktoren eine größere Zelle schaffen werden.

Dies bedeutet, dass eine Konzentration darauf, die zugeführten Nährstoffe immer gleich wieder zu verbrennen, die für ein Muskelwachstum notwendige korrekte Speicherung vernachlässigt. Die meisten diätenden Bodybuilder werden einem erzählen, dass sie an ihren trainingsfreien Tagen am hungrigsten sind. Dies ist nichts anderes als ein Biofeedback.

Hunger bedeutet zweierlei – Fett wird verbrannt (deshalb das Hungersignal) und der Körper benötigt etwas. Dies ist natürlich eine stark simplifizierte Darstellung, die jedoch trotzdem zutrifft. Während der zyklischen Diät instruiere ich meine Klienten und Sportler ihre Schummeltage oder Schummelmahlzeiten an trainingsfreien Tagen einzuplanen. Dies hat einen einfachen Grund: sie können so mehr Essen und mehr Nährstoffe speichern.

Man sollte sich daran erinnern, dass sobald ein fettverbrennender Stoffwechselzustand geschaffen wurde, die Energie dorthin gelangt, wo sie am dringendsten benötigt wird. Bei einem geeigneten Trainingsstimulus bedeutet dies eine Superkompensation innerhalb der Zellen, was genau das ist, worauf wir abzielen sollten. Wenn man an trainingsfreien Tagen weniger isst, dann verpasst man diese Gelegenheit, da der Fokus einmal mehr zu mikroanalytisch ist.
Werfen wir einen Blick auf Andy Sinclair und den Feuerwehrmann Kevin Porter, beides Klienten von mir:

Beide führen eine Version meiner Zyklusdiät aus. Andy erschien bereits nach weniger als einem Jahr meiner Unterstützung auf dem Cover von zwei Magazinen. Er liebt die Zyklusdiät, da er, wenn er einen Fototermin hat, einfach nur ein oder zwei Schummeltage auslassen muss und hierdurch schnell die Definition erreicht, die er für seine Fotos benötigt.

Danach geht er wieder zur Zyklusdiät mit einem Schummeltag und einem Kalorienschubtag über. Er verbessert sich mit dieser Art der Ernährung kontinuierlich und hat immer Energie im Überfluss.

Der Punkt ist, dass er seine Schummeltage an trainingsfreien Tagen mit dem Ziel einplant, an diesen Tagen so viel zu essen wie er kann und nicht weniger als gewöhnlich, wie diese viele andere tun.

4. Bodybuilder sind nicht stark

Ich gebe es zu, ich habe schon einige gut bekannte Profibodybuilder gesehen, deren Trainingsleistungen weniger als eindrucksvoll waren. In letzter Zeit gab es aber aus allen möglichen Gründen massive Angriffe auf den Sport des Bodybuildings, die mit den offensichtlichen Gründen nichts zu tun hatten (und ich unterstütze die meiste dieser Kritik voll und ganz).

Ich habe die Konsequenzen des konventionellen Bodybuildingtrainings häufig kritisiert, da dieses Training der eigentlichen Funktion des Körpers abträglich ist, zum Verlust von Schlüsselkomponenten der Sportlichkeit führt und in neuronaler Verwirrung resultiert.

Dies ist jedoch die Konsequenz einer bestimmten Art des Trainings. Die meisten Arten des Trainings haben irgendwelche Konsequenzen. Läufer gehören z.B. zu den Sportler, die sich am häufigsten verletzen und leiden in der Regel auf lange Sicht gesehen unter einer Reduzierung der Spiegel der Sexualhormone.

Plyometrisches Training und ein übertriebener Einsatz von plyometrischem Training haben zu mehr als einer die Karriere beendenden Verletzung geführt. Powerlifter weisen zahlreiche Ungleichgewichte bezüglich der Muskelentwicklung auf und leiden häufig unter Gelenkproblemen. Die Liste ist lang…

Doch dann scheinen andere Experten Bodybuilder aus keinem anderen Grund als einem Napoleon-Komplex zu kritisieren. Ich habe es mehr als einmal gelesen, dass Experten Bodybuilder als schwach bezeichnen und behaupten, dass sie Bodybuilder im Bezug auf die Kraftleistung bei seltsamen ausgewählten Kraftübungen übertreffen könnten.

Diese ganze Sache macht auf mich einen irgendwie seltsam anmutenden Eindruck. Es ist gut möglich besagte Bodybuilder bezüglich der Kraftleitung zu übertreffen, doch wenn es sich um mich oder einen meiner Klienten handelt, dann werden es diese Experten nicht schaffen, uns bezüglich der Trainingsleistung zu übertreffen.
Es gibt einen Unterschied zwischen dem Kritisieren der Konsequenzen und einer Kritik bezüglich der Methodik. Wer diesen Unterschied nicht erkennt, der tut mir wirklich leid.

Die meisten Experten haben mit ihren Aussagen bezüglich der Limitierungen des Trainings einzelner Körperteile Recht. Entweder man glaubt an das SAID Prinzip (Spezifität) oder man glaubt nicht daran. Einen Bodybuilder jedoch deshalb zu kritisieren, weil er bei irgendwelchen seltsamen Übungen keine maximale Kraftleistung erbringen kann, macht jedoch wenig Sinn.

Ein auf Hypertrophie ausgelegtes Training bedarf höherer Wiederholungszahlen aus spezifischen Winkeln und auf limitierten Bewegungsebenen über einen limitierten Bewegungsspielraum. Da könnte man auch Tom Platz oder Ronnie Coleman dafür kritisieren, dass sie nicht so stark wie ein Powerlifter mit entsprechendem Gewicht sind und sie aus diesem Grund als schwach bezeichnen.

Wenn wir gerade dabei sind – warum kritisieren wir nicht Marathonläufer weil sie keine massigeren Beine haben, obwohl sie diese jeden Tag trainieren? Spezifität ist kein gültiger Ansatzpunk für eine selektive Voreingenommenheit. Es gibt viele Gründe dafür, das Bodybuildingtraining Training und die Bodybuilding Subkultur zu kritisieren, doch zu behaupten Bodybuilder seien schwach und absolute Kraft als Beweis anzuführen ist einfach eine weitere Voreingenommenheit von so genannten Experten, mit der diese bei unwissenden Durchschnittsbürgern punkten möchten.

Auf meiner aktuellen MET Trainings DVD kann man mich z.B. beobachten, wie ich Rudern sitzend mit 135 Kilo und einarmiges Kurzhantelrudern mit 68 Kilo ausführe (nicht dass das Gewicht eine Rolle spielen würde) und hierbei handelt es sich um komplexe Bewegungen.

Das ist keine schlechte Leistung für einen Bodybuilder im Ruhestand, der seit Jahren clean ist. Ich bin ganz einfach der Meinung, dass die Aussage oder die Schlussfolgerung Bodybuilder seien schwach eine Fehlinterpretation basierend auf der Voreingenommenheit sogenannter Experten ist.

5. Man sollte keine Kohlenhydrate vor dem zu Bett gehen essen

Dies ist eine weitere Fehlinterpretation der Untersuchung unpassender Ernährungspraktiken gewöhnlicher Durchschnittsbürger, die dann auf Sportler und aktive Menschen angewandt wird. Die Originalprämisse basierte auf der Tatsache, dass viele Nordamerikaner das Frühstück auslasse, ein dürftiges Mittagessen zu sich nehmen und dann, wenn sie abends nach Hause kommen, gierig alles in sich hineinschlingen, bis sie schließlich zu Bett gehen.

Sportler ernähren sich nicht so. Weiterhin gab es Untersuchungen, die nahe legten, dass die nächtliche Wachstumshormonausschüttung durch den Verzehr von Kohlenhydraten vor dem zu Bett Gehen verhindert oder zumindest beeinträchtigt wird.

Bei diesen Annahmen wird vieles übersehen und außen vor gelassen. Zum einem gibt es in einer kalorienkontrollierten Situation keine Veranlassung für eine Speicherung von Fett aus irgendeiner Energiequelle. Wenn ein fettverbrennender Stoffwechselzustand erreicht wurde und die Kalorien richtig über den Tag verteilt zugeführt werden, dann können Kohlenhydrate vor dem zu Bett gehen oder am Abend etwas Gutes sein.

Ich befolge dieses Ernährungsschema seit nunmehr 20 Jahren. Man kann einen beliebigen Athleten vor dem Wettkampf frage, was einer der schlimmsten Aspekte der Wettkampfvorbereitung ist und er wird einem mit Sicherheit sagen, dass es die Schlaflosigkeit ist, die mit einer Kalorienreduktion und dem biologischen Bedarf des Körpers an Nährstoffen einhergeht. Wenn man die Funktion der Neurotransmitter versteht, dann kann dies in einer solchen Situation Abhilfe schaffen. Viele Diätende, die eine kohlenhydratarme Diät ausführen, werden schwach und essen nachts, weil ihnen das Verständnis für die Prozesse des Körpers fehlt oder weil sie bezüglich der Diätstrategie schlecht beraten wurden.

Die Neurotransmitter im Gehirn, die in diesem Zusammenhang von Interesse sind, ist die Familie der Katecholamine, zu der unter anderem Dopamin und Serotonin gehören. Insbesondere Serotonin spielt beim Essen, Schlafen und der Einhaltung des natürlichen Tag-Nacht Rhythmus eine entscheidende Rolle.
Der Verzehr einiger Kohlenhydrate mit der letzten Mahlzeit des Tages ist ein wichtiger Faktor für die Regulierung der Serotoninausschüttung, die den Schlaf – insbesondere im Zustand der Erschöpfung – einleitet.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal wiederholen, dass in einer kalorienkontrollierten Situation – nachdem der Körper den Stoffwechsel auf die Fettverbrennung umgestellt hat – für den Körper keine Veranlassung dafür besteht, Fett aus irgendeiner Energiequelle zu speichern – und das gilt unabhängig vom Timing der Nährstoffzufuhr.

Wenn man nur den Trainingseffekt und die Auswirkungen der Nährstoffzufuhr auf das Training berücksichtigt, dann übersieht man all die anderen hormonellen und biochemischen Interaktionen, die von unterschiedlichen Nahrungsmitteln und Makronährstoffen beeinflusst werden.

Die Wachstumshormonausschüttung wird auch durch Schlaflosigkeit oder ruhelosen Schlaf beeinträchtigt. Für mich als Trainer bewirkt der Schlaf bezüglich der Regeneration zu viele gute und essentielle Dinge, als dass man ihn aufgrund einer falschen Logik oder dogmatische Diätansätze vernachlässigen dürfte. Wenn man dazu in der Lage sein möchte, eine kalorienreduzierte Diät einzuhalten und ausreichend Ruhe und Regeneration bekommen möchte, dann sollte man sicherstellen mit der letzten Mahlzeit des Tages ein paar Kohlenhydrate zu sich zu nehmen.

In der kurzen Zeit zwischen dem Eingang und der Veröffentlichung dieses Artikels hat Scott bereits 142 andere Dinge vorgebracht, die ihn verrückt machen. Wir werden sehen, ob wir irgendetwas davon veröffentlichen können. In der Zwischenzeit hoffen wir, dass das Aufschreiben dieser Dinge ihm als eine Art der Therapie dient.