Von Chris Shugart
Die 14:00 Uhr Wiederauferstehung
Um 14:00 Uhr fühlte sich mein Gehirn wie ein Klumpen Glibber an. Ich konnte mich nicht konzentrieren. Ich hatte einen ernsthaften Durchhänger. Körperlich fühlte ich mich müde. Ich wollte ein Nickerchen machen, hatte jedoch noch Arbeit zu tun. Meine Laune? Die eines tollwütigen Zwergspitz.Um 14:10 Uhr lief mein Gehirn auf allen Zylindern. Ideen flossen. Ich fühlte mich energiegeladen, positiv und glücklich.
Was war zwischen 14:00 Uhr und 14:30 geschehen?
Antwort: Ich hatte mir einen Schub Nikotin gegeben.
Guter Wirkstoff, schlechtes Zuliefersystem
Ja, Nikotin, die süchtig machende Substanz, die sich in Zigaretten wiederfindet.Nein, ich würde niemals rauchen und ich tue mein Bestes, um krebserregende Substanzen zu meiden. Ich hatte mit Sicherheit keine Zigarette geraucht, um meine Nachmittagsdosis Nikotin zu bekommen. Dieses spezielle Zuliefersystem ist dreckig und dumm. Ich hatte ganz einfach einen Nikotinkaugummi gekaut.
Bin ich verrückt? Nun, vielleicht. Doch hier sind die Fakten:
- Nikotin verursacht keinen Krebs. Das andere Zeugs im Tabak ist hierfür verantwortlich.*
- Nikotin wird seit Jahren in Energy Drinks in Japan verwendet. Arnold machte Werbespots für diese.
- Nikotin besitzt ähnlich wie Koffein die kognitive Funktion verbessernde Wirkungen. Es erreicht diese Wirkungen durch eine Steigerung der Aktivität der cholinergen Pfadwege des Gehirns. Dies führt unter anderem zu einer besseren Konzentrationsfähigkeit.
- Nikotin ist seit Jahren Teil des Arsenals von Wettkampfbodybuilder. Es wird aufgrund seiner appetithemmenden Wirkung während strengen Wettkampfdiäten eingesetzt. Der Wettkampfvorbereitungsguru Shelby Starnes bezeichnet Nikotin als einen "erstaunlich guten Appetithemmer".
- Nikotin könnte den Fettabbau unterstützen. Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass systemisch verabreichtes Nikotin die Lipolyse anregt(1). Laienhaft ausgedrückt bedeutet dies, dass Nikotin ein milder Stoffwechsel Booster ist, was zum Teil erklären könnte, warum Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, an Gewicht zunehmen.
- Nikotin verbessert die Stimmungslage merklich. Es erhöht die Dopaminspiegel im Gehirn und bringt das Gehirn dazu, mehr Endorphine zu produzieren. Nikotin regt außerdem die Freisetzung von Acetylcholin an, was ein Gefühl von gesteigerter Energie zur Folge hat.
- Nikotin kann die Reaktionszeit verbessern.
- Nikotin kann ähnlich wie Koffein abhängig machen. Eine Abhängigkeit von Nikotinkaugummis, Nikotin Lutschtabletten oder Nikotinpflastern kommt jedoch selten, wenn überhaupt vor.**
(**Anmerkung des Übersetzers: Neueren Untersuchungen zufolge ist weniger die Gesamtmenge an Nikotin, als die Nikotinspitzenwerte im Gehirn für eine Abhängigkeit verantwortlich. Da Nikotin beim Inhalieren übe die Lunge sehr schnell aufgenommen wird und in einer hohen Konzentration ins Gehirn gelangt, wogegen das Nikotin beim Kauen eines Nikotinkaugummis über einen längeren Zeitraum kontinuierlich in geringen Mengen von den Mundschleimhäuten aufgenommen wird, besitzen Zigaretten eine sehr viel höheres Suchtpotential als Nikotinkaugummis.)
Nikotin hat natürlich auch seine Nachteile und Schattenseiten, was jedoch auch für Koffein gilt. Wenn man Nikotin in Form eines eiskalten Getränks oder eines leckeren Frappuchinos konsumieren könnte, dann wäre es genauso akzeptiert und beliebt wie Koffein. Da es jedoch für gewöhnlich in Form einer Zigarette konsumiert wird, wird es gefürchtet, schlecht gemacht und falsch verstanden.
Nachdem Shelby Starnes mir die Idee der "sauberen" Nikotinanwendung ins Gehirn gepflanzt hatte, fragte ich Christian Thibaudeau nach seinen Gedanken zu diesem Thema.
Thibaudeau gibt seinen Senf dazu
Christian sagte: "Ich habe Nikotin erstmals im Jahr 1999 zur Steigerung der Leistungsfähigkeit vor dem Training vor den ostkanadischen Meisterschaften im olympischen Gewichtheben ausprobiert. Da ECA bei den Wettkämpfen nicht erlaubt war, suchte ich nach einem legalen Stimulans. Ich stolperte über einen Artikel über Nikotin (ich glaube dieser stammte von Dan Duchaine) und Nikotin half mir tatsächlich dabei, meinem Training einen Extraschub zu geben.Ich habe es 2004 erneut verwendet, als ich mich auf einen Bodybuilding Wettkampf vorbereitete. Ich diätete für diesen Wettkampf über einen Zeitraum von 24 Wochen und nach Woche 16 Wochen wollte ich die Gipskartonwand essen! Eine Kombination von Nikotin und Power Drive® half mir, dies durchzustehen."
Das 50 Portionen Experimen
Sowohl Starnes als auch Thibaudeau empfahlen 1 mg Nikotinkaugummis zu kauen, um eine Abhängigkeit zu vermeiden. Nikotinkaugummis sind typischerweise in 1 mg, 2 mg und 4 mg Dosierungen erhältlich, wobei letztere für sehr starke Raucher gedacht sind. Ich konnte keine 1 mg Nikotinkaugummis finden und entschied mich deshalb für die 2 mg Variante – eine generische Form von Nicorette, die ich mir in einem Supermarkt gekauft hatte.Ich kaufte die kleinste Packung, die ich finden konnte: 50 Stück für etwa 12 Dollar. Mein Plan bestand darin, alle 50 Stück im Lauf von ein paar Wochen zu verwenden und hierbei unterschiedliche Einnahmeschemata, Dosierungen und Kombinationen auszuprobieren. preview
Meine erste Gabe
Ich wartete bis zum gefürchteten Nachmittagsdurchhänger. Auch wenn ich reichlich Schlaf bekomme und schwere, kohlenhydratreiche Mittagessen meide, bekomme ich trotzdem um zwei Uhr herum einen mentalen und körperlichen Tiefschlag.Die Gebrauchsanweisung besagt, dass man den Kaugummi für einen oder zwei Momente kauen soll und ihn danach zwischen Backe und Zahnfleisch "parken" soll, bis das "Nikotinkribbeln" nachlässt. Ein schnelles Kauen setzt das Nikotin zu schnell frei, was zu Magenproblemen führen kann. Man kaut ihn für eine Weile, parkt ihn und kaut dann etwas weiter. Der Kaugummi setzt sein Nikotin innerhalb von etwa 30 Minuten frei.
Ich nahm meinen ersten Nikotinkaugummi in den Mund. Die Geschmacksrichtung "Original" hatte einen milden Minzgeschmack, der zwar nicht schlecht war, aber auch nicht mit einem süßen Pfefferminzkaugummi vergleichbar ist. Ich fühlte sofort das Kribbeln im Mund und ein leichtes Brennen im Hals. Ich parkte den Kaugummi und wartete. Nach ein paar Minuten war ich dazu in der Lage, den Kaugummi normal zu kauen.
Da Nikotin über die Mundschleimhäute in den Blutkreislauf aufgenommen wird, setzt die Wirkung schnell ein. Ich verspürte einen gewissen körperlichen Schub, doch die kognitiven Auswirkungen waren wirklich spürbar. Mein Gehirn fühlte sich energiegeladen an, meine Stimmungslage verbesserte sich und ich war dazu in der Lage, schnell mit meinem Artikelprojekt voran zu kommen (ich hatte mich nur Minuten zuvor noch mental festgefahren).
Ich kam zur Schlussfolgerung, dass Zigaretten vielleicht etwas für Idioten sind, aber Nikotin war jetzt mein Lieblings Nootropikum.
Die absichtliche Überdosierung
Nach zwei Wochen der kontinuierlichen Anwendung entschied ich mich für eine absichtliche Überdosierung.Es ist wie beim Übertraining: Man weiß erst dann, wie groß die individuelle Trainingskapazität ist, wenn man einmal zu weit gegangen ist. Man will nicht immer untertrainieren, nur weil man nicht weiß, wo diese Linie ist, weshalb man sein Limit mit absichtlichem Übertraining antestet und dann etwas zurückschaltet. Dasselbe funktioniert bei einigen Typen von Supplements und Medikamenten.
Am Nachmittag einer Videoaufnahme im Biotest Trainingslabor nahm ich mir zwei Nikotinkaugummis – insgesamt 4mg – die Dosis, die nur für starke Raucher gedacht ist, die es gewöhnt sind, mindestens 20 Zigaretten pro Tag zu rauchen.
Zehn Minuten später lernte ich meine Lektion bezüglich des Punktes der optimalen Dosis.
Der Punkt der optimalen Dosierung bei Stimulanzien
Tim Patterson, Boss von BIOTEST und Entwickler von SPIKE® und Power Drive®, bezeichnet dies als den "Sweet Spot". Es ist der Punkt, an dem ein Stimulans perfekt für die individuelle Physiologie dosiert ist: Man fühlt sich gut, nicht unruhig und nicht grotesk.Ich lernte sehr schnell, dass 4 mg zu viel sind. Diese Menge lag weit über der für mich optimalen Dosis Nikotin. Mir wurde zwar nicht direkt schlecht, wie dies bei zu viel Nikotin möglich ist, aber meine Stimme wurde laut und ich sprach schneller. Selbst die Kamera Crew bemerkte dies. Ich war aufmerksam aber wirr. Ich war Lindsay Lohan an einem Samstagabend.
Man sollte Folgendes im Hinterkopf behalten: der so genannte "Sweet Spot" sollte eine Zone produktiver Energie sein. Man sollte einen netten, kreativen Schub an mentaler und körperlicher Energie verspüren und kein unangenehmes Gefühl innerer Unruhe.
Auch wenn jeder anders ist, sehe ich für Nichtraucher keine Notwendigkeit, 1 bis 2 mg pro Gabe zu überschreiten. Mehr ist nicht immer besser und das gilt insbesondere bei Nikotin.
Stacks für mehr Produktivität
Nachdem ich bestimmt hatte, wie sich eine normale Dosis und eine Überdosis anfühlten, war es an der Zeit Nikotin mit einigen anderen Produkten zur Seigerung der mentalen und körperlichen Leistungsfähigkeit zu kombinieren:Nikotin + 1/2 SPIKE® Shotgun: Dies war zu Beginn fast zu viel – ich war froh, dass ich nur eine halbe Portion Shotgun verwendet hatte. Doch als die Wirkung von Nikotin etwas nachließ und Shotgun weiterhin stark wirkte, war die Wirkung gut. Ich konnte mir vorstellen, diese Kombination vor einem Beintraining zu verwenden, aber nicht notwendigerweise vor einem Vorstellungsgespräch oder während des Lernens für eine Prüfung. Diese Kombination sollte man sich für die Anwendung vor dem Training aufsparen – und auch nur dann verwenden, wenn man sie wirklich benötigt.
(Anmerkung des Übersetzers: Spike Shotgun ist ein Energy Drink mit Koffein, N-Acetyl-L-Tyrosin, Beta Alanin und Vitamin B12. Eine Dose enthält 350 mg Koffein)
HINWEIS: Das Trinken von Flüssigkeiten und das gleichzeitige Kauen eines Nikotinkaugummis kann die Absorption von Nikotin reduzieren. Um optimal von dieser Kombination zu profitieren sollte man den Kaugummi für 20 bis 30 Minuten kauen und dann sein SPIKE® Shotgun zu sich nehmen, oder anders herum.
(Anmerkung des Übersetzers: Es macht mehr Sinn, den Nikotinkaugummi nach dem Getränk zu sich zu nehmen, da die Aufnahme von Nikotin über die Mundschleimhaut sehr viel schneller vonstatten geht, als die Aufnahme von Wirkstoffen im Verdauungstrakt und die Wirkung von Nikotin darüber hinaus auch recht schnell nachlässt.)
Nikotin + Power Drive®: Gleichmäßige und gute Wirkung, die lange anhält. Dies könnte die beste Kombination für eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit bei Arbeitsprojekten, beim Programmieren, bei langen Spielesessions, bei Reden oder bei Präsentationen sein.
(Anmerkung des Übersetzers: eine Portion Power Drive enthält 3.000 mg Tyrosin, 1.000 mg Phospahtidylcholin und 200 mg DMAE)
Nikotin + Kaffee: Wenn man sich nach dem Konsum von Kaffee oder Tee bereits energiegeladen fühlt, besteht keine Notwendigkeit, Nikotin zu verwenden. Für mich war diese Kombination eine Verschwendung von Nikotinkaugummis. Diese beiden Stimulanzien überlagern sich sozusagen. Um zu bewerten, wie Nikotin bei einem wirkt, sollte man es verwenden, wenn man nicht bereits Koffein im Körper hat.
(Anmerkung des Übersetzers: Wenn es um die Anregung der Stoffwechselrate geht, besitzt die Kombination aus 1 bis 2 mg Nikotin in Form eines Nikotinkaugummis und 50 bis 100 mg Koffein durchaus ihre Vorteile, da diese beiden Wirkstoffe synergistisch zusammenwirken und eine Erhöhung der Stoffwechselrate im Bereich von bis zu 10% bewirken können).
Die Stimulanzien Rotationsmethode
Hier ist eine andere Idee für Nikotin: Um die Gewöhnung an einen Wirkstoff zu verhindern, kann man zwischen unterschiedlichen Wirkstoffen zyklisch wechseln. SPIKE® Produkte, Kaffee und Tee, Power Drive® und Nikotin können im rotierenden Wechsel verwendet werden.Eine Portion Nikotin am Nachmittag hat es mir erlaubt meinen Koffeinkonsum zu reduzieren. Ein 14:00 Uhr Trip zu Starbucks oder Pikes Perk wurde durch einen Nikotinkaugummi ersetzt.
Das Absetzen
Es dauerte gute 40 Tage, bis ich alle 50 Nikotinkaugummis aufgebraucht hatte, so dass ich für über einen Monat auf Nikotin war. Um zu sehen, ob ich irgendwelche Entzugserscheinungen verspüren würde, beendete ich die Nikotinanwendung abrupt.Das Resultat? Keine Probleme irgendwelcher Art. Natürlich wollte ich an einigen Tagen meinen Nikotinkaugummi um 14:00 Uhr, doch dieser Wunsch war auch nicht stärker, als der Wunsch nach einer Tasse Kaffe um 6:00 Uhr morgens. Ich mochte es, aber ich brauchte es nicht.
Wie Starnes und Thibaudeau vorhergesagt hatten, kam es zu keiner Abhängigkeit, wenn man kleine, taktische Dosierungen verwendet. Man sollte sich daran erinnern, dass Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, 10 Kaugummis pro Tag verwenden sollen und bei Bedarf bis auf 24 Stück hochgehen dürfen!
Doch diese Dosierungsanleitung gilt nicht für diejenigen, die Nikotin als kognitiven Verstärker oder für einen Energieschub verwenden möchten. Ich würde nicht auf die Idee kommen, mehr als zwei 2 mg Dosierungen pro Tag zu verwenden und meist ist ein 2 mg Kaugummi pro Tag perfekt.
Doch Nikotin ist nicht für jeden geeignet
Wenn man sich dazu entschließt mit Nikotin zu experimentieren, dann sollte man sich die Warnungen auf dem Beipackzettel genau durchlesen. Es ist nicht für jeden geeignet, was insbesondere für diejenigen gilt, die früher einmal geraucht haben oder unter Krankheiten leiden. Der interessierte Leser kann unter folgender Url weitere Informationen finden: LinkUnd man sollte bitte daran denken, Nikotinkaugummis außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren. Was für einen Erwachsenen ein netter Energieschub sein kann, kann für ein Kind sehr schädlich sein.
Und weiterhin werden einige Menschen die Wirkungen von Nikotin ganz einfach nicht mögen oder nicht gut auf diesen Wirkstoff reagieren. Meine Frau hat es für eine Woche ausprobiert und mit der Aussage "Ich würde HOT-ROX® Extreme jederzeit Nikotin vorziehen" aufgehört.
Wird es beim Leser die gewünschte Wirkung zeigen? Sein Körper ist sein Labor. Man muss es ganz einfach ausprobieren und wird sehen wie es wirkt.
Ein weiteres Werkzeug in der Werkzeugkiste
Nikotin ist nicht böse, aber es ist auch nicht harmlos.Nikotin in Form eines "sauberen" Zuliefersystems wie z.B. einem Nikotinkaugummi ist ganz einfach ein weiteres leistungssteigerndes Werkzeug, ähnlich wie eine Tasse Kaffee, ein Schuss Power Drive® oder ein Energy Drink.
Man kann es mit allem übertreiben und es missbrauchen, doch wenn es taktisch eingesetzt wird, kann Nikotin dem Anwender dabei helfen, seine nächste Diät durchzustehen, ein Nachmittagstief zu überwinden oder die Konzentration vor dem nächsten Versuch einer körperlichen Bestleistung zu verbessern.
Oder es kann einen auch ganz einfach nur krank machen.
Man sollte es weise verwenden.
Referenz
- 1) Systemic nicotine stimulates human adipose tissue lipolysis through local cholinergic and catecholaminergic receptors, K Andersson and P Arner, International Journal of Obesity.