Ein Artikel von T-nation.com
Von Mike Robertson

Dieses Jahr habe ich an meinem ersten Powerlifting-Wettkampf seit 6 Jahren teilgenommen.

Wenn Du mich vor 6 Jahren gefragt hättest, wann mein nächster Wettkampf wäre, hätte ich Dir geantwortet: "In 4-6 Monaten". Aber Dummheiten passieren einfach und das Leben steht einem im Weg.

Meine Frau und ich zogen von Ft. Wayne nach Indianapolis. Ich arbeitete 14 Stunden am Tag und trainierte Zuhause, wiederholte diesen Ablauf wieder, als ich IFAST eröffnete.

Wir gründeten eine Familie. Ganz einfach, das "Leben" kam dem Lifting in die Quere.

Nun endlich, in einem Alter von 33 Jahren, mit zwei florierenden Geschäften und einer jungen Familie wusste ich, dass ich mich in einer der besten Situationen befinde, um meine Powerlifting-Ziele zu verwirklichen.

Ich ging zurück auf die Plattform und es erinnerte mich daran, wie wichtig so ein Wettkampf für einen sein kann.

Training vs. Working Out

Ich bin nicht der stärkste Kerl, dem Du begegnen wirst. Meine Technik ist nicht perfekt und wie jeder, der das hier liest, muss ich noch daran arbeiten. Aber wenn man für einen Wettkampf trainiert, ändert sich das "Working Out" zu einem "Training" mit Zweck.

Kein "Mal schauen was ich heute mache, ich fühle mich nicht nach schweren Kniebeugen – vielleicht mach ich nur etwas Arme und Bauch" mehr.

Daher sage ich, dass jeder Leser hier von einem Powerlifting-Wettkampf profitieren kann. Du willst Muskeln aufbauen? Mache regelmäßig schwere Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben.

Du willst Deine sportliche Leistung verbessern? Stärker zu werden, ist der erste große Schritt für viele Athleten, sowohl für alt als auch jung. Und wenn es Dein Ziel ist stärker zu werden? Was gibt es für einen besseren Maßstab zur Bestimmung der Stärke als einen Wettkampf?

Ganz egal, ob Raw, Single-Ply oder sogar Multi-Ply, es gibt für jeden einen Verband. Daher sind hier 7 Gründe, warum ein Wettkampf in Deiner Zukunft geplant werden sollte. Hoffentlich packt einer davon (oder alle!) Deine Aufmerksamkeit. preview

1. Eine ehrliche Kritik für Deine Tiefe bei Kniebeugen

Der durchschnittliche Studiogänger hat keine Ahnung, was "Kniebeuge bis unter die Parallele" bedeutet.

Erfahrene Studio-Veteranen wissen, dass umso mehr Gewicht auf der Hantel liegt, die Tiefe immer weiter beschnitten wird. Irgendwann wird die "Ass2theGrass"-Kniebeuge nur noch zu einem Hof-Knicks.

Wenn Du in einem Wettkampf beugst, hast Du einfach keine andere Wahl als die richtige Tiefe zu treffen, sonst wirst Du mit rotem Licht gestraft. Wenn Du eine ehrliche Einschätzung Deiner Tiefe haben willst, gehe auf einen Wettkampf und höre, was die Wettkampfrichter Dir sagen!

2. Bankdrücken mit Stopp ist etwas ganz anderes

Ich kenne keinen (außer Raw-Powerlifter), die ihr Maximalgewicht beim Bankdrücken mit Stopp angeben. Fakt ist, wenn ich sehe, wie manche Kerle im Studio die Hantel von ihrer Brust abprallen lassen, wundere ich mich, dass es nicht viel mehr gebrochene Sternums und gequetschte Lungen gibt.

Bei einem Powerlifting-Wettkampf muss die Hantel bewegungslos auf Deiner Brust ruhen, bis das Kommando zum Drücken gegeben wird. Es gibt hier kein "Touch and Go".

Selbst wenn Du entscheidest, nie an einem Wettkampf teilzunehmen, mache wenigstens ein paar Trainings-Zyklen mit Pause beim Bankdrücken, bei denen Du die Hantel 1-2 Sekunden auf der Brust ruhen lässt. Ich garantiere Dir, sobald Du wieder mit Touch and Go loslegst, wirst Du um einiges stärker sein!

3. Noch schlimmer als die Pause beim Bankdrücken ist Kreuzheben nach der Kniebeuge

Ich kann Dir gar nicht sagen, wie oft ich auf einem Wettkampf Folgendes gehört habe:

"Ich weiß nicht, was passiert ist – im Training habe ich X Pfund mehr gehoben als heute."

Ich werde Dir jetzt sagen, was passiert ist. Das ist etwas, was ich jedem jungen Powerlifter zu erklären versuche, den ich bis jetzt gecoacht habe. Wenn Du im Studio einen PR im Kreuzheben aufstellst, ist das die erste Übung des Trainings. Du warst frisch, konzentriert und bereit den ersten großen Zug zu rauchen.

Wenn Du aber auf einem Wettkampf bist, musst Du nicht nur drei Maximalgewichts-Kniebeugen zuvor absolvieren, sondern noch der stabile Fels in der Brandung beim Bankdrücken bleiben, was Deinem unteren Rücken den Rest gibt.

Danach besteht eine große Chance, dass Du nach dem Bankdrücken eine gute Weile sitzen darfst, bis Du heben musst. Bei meinem letzten Wettkampf vergingen fast zwei Stunden zwischen Bankdrücken und meinem ersten Versuch Kreuzheben.

Lass es mich Dir sagen, es ist verdammt schwer entspannt zu bleiben, während Du parallel dazu aufgeregt bist. Und das über zwei Stunden lang!

Wenn Du wirklich wissen willst, wie gut Du heben kannst, nimm an einem Powerlifting-Wettkampf teil und versuche es. Du ziehst vielleicht einen PR, aber sei nicht überrascht, wenn er sich schwerer anfühlt, als er es sollte.

4. Lerne Schwachstellen zu identifizieren

Wenn ich etwas beim letzten Wettkampf gelernt habe, dann, dass ich an bestimmten Dingen arbeiten muss, um erfolgreich zu sein. Der offensichtlichste Fehler, den ich machte, war der, von vier auf drei Trainingstage gewechselt zu haben und die schweren Lockouts beim Bankdrücken weggelassen zu haben.

Die letzten drei Wochen Training waren die pure Hölle – ich kannte das Problem, hatte aber nicht genug Zeit, es zu beheben.

Hier wird grade eine wichtige Lektion gelernt, Freunde. Der einzige Grund, warum ich dieses Problem entdeckt habe, war, dass ich bis an die Grenzen des Möglichen gegangen bin und es herausgefunden habe!

Hier ist ein tolles Zitat von meinem guten Freund Matt Wenning. Matt hat 1196 Pfund auf einem Wettkampf gebeugt, also weiß er das Eine oder Andere übers Training.

"Du musst bis zu dem Punkt gehen, an dem Deine Technik schlechter wird. Wenn Du nicht siehst, was schief läuft, wie kannst Du es dann beheben?"

Wenn Du es erst damit meinst, dein Training auf das nächste Level zu bringen, musst Du Gewichte bewegen, die Deine Technik bis zur Grenze treiben. Dann musst Du die Information nehmen und ein Programm basierend auf diesen Schwachstellen aufbauen, damit Du in Zukunft Rekorde aufstellen kannst.

Man benutzt hier ein Bewertungskriterium zur systematischen Zuwendung an Schwachstellen und/oder Limits, die letztendlich die Leistung verbessern – und dies ist die wahrste Bedeutung von "helfenden Übungen", die ich kenne.

5. Ziele setzen und Deadlines einhalten

Vielleicht der größte Vorzug an der Teilnahme an einem Wettkampf ist, dass Du eine bestimmte Deadline hast, quasi eine Begrenzungslinie im Sand. An diesem Punkt hast Du stärker zu sein, als beim letzten Mal - oder auch nicht.

Sie verlegen den Wettkampf nicht nach hinten, weil Deine Freundin Schluss gemacht hat, Dein Hund weglief oder Du Dich 1-2 Wochen im Studio hast gehen lassen.

Ein guter Freund von mir, Jason Wells, schrieb dies in sein Trainings-Logbuch vor langer Zeit und es ist pures Gold wert:

"Für mich verändert sich mein Geist, sobald das Anmeldeformular abgeschickt wurde. Kein Bullshit mehr – Ernährung, Erholung und Training werden auf ein neues Level gehoben. Was habe ich von dem Wettkampf? Eine Zahl auf dem Wettkampf zu erreichen, die viel mehr Wert ist als die Zahlen aus dem Studio.

Setze Dir Ziele für jeden Wettkampf Rekorde. Lokale Rekorde, nationale Rekorde und der eigene Antrieb so stark zu sein, wie es nur geht. Ich reiße mir den Arsch für 10 Wochen auf und muss die Arbeit an diesem Tag zeigen.

Wenn ich alt bin und zurückschaue, will ich mich so fühlen, als hätte ich alles gegeben. Der erste Platz ist schön, aber erreichte Ziele sind viel mehr wert als das."


Ich habe immer den Prozess der Vorbereitung für einen Wettkampf genossen, mindestens genau so sehr, wie ich den Wettkampf selbst genossen habe. Ich liebe die Idee, mir Ziele zu setzen, einen Schlachtplan zu entwickeln, um weiter Schritte nach vorne zu machen, die es mir erlauben stärker zu werden.

6. Die Motivation des Wettkampfes

Wie viele von euch trainieren gerade für etwas?

Wie viele von euch haben eindeutige, festgelegte Ziele?

Was ist mit einer Deadline, wenn du dieses Ziel erreichen wirst?

Oder einen Schlachtplan, der Dich von A nach B bringt?

Viele Leser sind ehemalige Athleten. Erinnerst Du Dich, als Du aufs Feld gegangen bist und jemanden dem Erdboden gleich gemacht hast? Deinen Gegner auf der Matte besiegt hast? Sie auf die Seite gedreht hast und ihre Knöchel gebrochen hast?

Wenn nicht, dann ist es viel zu lange her seit Deinem letzten Wettkampf und Du musst das Feuer wieder erlangen! Ich habe Glück, weil ich mein eigenes Geschäft habe und auch hier das Motiv des Wettkampfes verankert ist. Aber es geht nicht über den physischen Kampf gegen Dich oder gegen andere.

Wenn Du einen konkurrierenden Ausweg benötigst oder das Feuer wieder in deinem Bauch spüren willst, kann ein Powerlifting-Wettkampf die Antwort sein.

7. Angst haben und sich unwohl fühlen

Wann hattest Du das letzte Mal Angst, etwas zu tun?

Wann bist Du ebenso das letzte Mal aus Deiner Bequemlichkeit herausgekommen? Von dem Du nicht wusstest, ob es gesund oder richtig ist?

Wenn Du Dich nicht erinnern kannst, sage ich Dir Eines – Du stagnierst. Wenn du nicht immer wieder Angst hast und Dich unwohl fühlst, machst Du keine Fortschritte. Ende.

Besonders beim Training ist das der Fall. Wann hast Du das letzte Mal gedacht, dass Dich die Hantel beim Kniebeugen begräbt? Oder etwas so Schweres gehoben hast, dass Du wusstest, was die Bedeutung von "schwer" ist?

Glaube mir, Angst zu haben und sich unwohl zu fühlen ist die häufigste Eigenschaft der erfolgreichsten Menschen weltweit. Wenn Du Dein Training wieder in die richtigen Bahnen lenkst, sollte es sich so unwohl wie möglich anfühlen.

Du wirst mir später danken.

Zusammenfassung

Der Wettkampfsport Powerlifting ist nicht etwas für jeden. Das weiß ich.

Aber Du wirst überrascht sein zu wissen, dass ich anfangs nicht die Absicht hatte, Wettkämpfe zu bestreiten. Ich kam in diesen Sport, weil ich eine bessere Hebetechnik lernen wollte und um wiederum ein besserer Kraftcoach zu sein.

Aber der erste Wettkampf veränderte mehr als das Annähern beim Heben – da die Lektionen des Trainings und des Wettkampfes sich auf fast jeden Aspekt des Lebens übertragen lassen.

Hoffentlich nimmt jemand wegen dieses Artikels die Herausforderung an und nimmt an seinem ersten Wettkampf teil. Wenn ich Dich inspiriert habe, bitte melde Dich bei mir!