Mit diesem Text möchten wir uns mit der Beseitigung von Mythen im Bereich der anabolen/androgenen Steroide (AAS) beschäftigen.
Wir haben es satt, dass ewig die gleichen Fragen gestellt werden, die schon längst geklärt sind. Deshalb nun folgender Text, der sich mit solchen Mythen auseinandersetzt. Knallhart, auch wenn jetzt einige aufschreien, und es nicht glauben mögen.
Sollte es Erweiterungen geben, so könnt ihr dies auf der Hauptseite bei den "News" nachlesen.

1. "Dbol über langen Zeitraum in niedriger Dosierung ist weniger toxisch, als bei hohen Dosierungen und kurzer Länge ..."
Diese Behauptung ist so nicht richtig! Es verhält sich hier wie mit einem Alkoholiker, der über langen Zeitraum regelmäßig 3-4 Bier pro Tag trinkt. Die Warscheinlichkeit, dass diese Person nachhaltige Schäden durch seinen Konsum davonträgt, ist höher, als würde man sich jedes Wochenende die Kante geben.
Grund: Die Leber ist ein Organ, welches eine sehr hohe Regenerationsfähigkeit besitzt. Diesen Trumpf kann die Leber jedoch nur unter einer Bedingung ausspielen - und zwar dann, wenn man ihr die Zeit gibt sich wieder zu erholen...

2. "Sustanon ist anderen Testos durch seine Komponenten überlegen ..."
Diese Behauptung kursiert in praktisch jedem deutschen Fitnessstudio und auch immer noch in vielen Internetforen. Der Mix aus 4 verschiedenen Testo-Estern - welche einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegelverlauf gewährleisten sollen - ist bei weitem nicht so ideal wie dargestellt.
Sustanon und Omnadren verhalten sich anders: Nach der intramuskulären Injektion kommt es zu einem kurzzeitigen, ausgeprägten Peak des Wirkstoffspiegels, danach nimmt dieser sehr rasch wieder ab. Folglich: Der Spiegel steigt an, damit auch die Wirkung, dann lässt diese aber wieder nach. Lange Spritzintervalle sind so kaum sinnvoll und zwar aus dem Grund, weil sonst die Schwankungen des Spiegels viel zu hoch wären. Daraus resultieren kurze Phasen mit guter Wirkung und Nebenwirkungen - und Phasen mit kaum einer Wirkung aufgrund des niedrigen Blutspiegels. preview

3. "Sustanon und Omnadren sind selbstauschleichend ..."
Richtig ist die Aussage, dass JEDER Ester selbstausschleichend ist!
Nur ist ein Auslaufen des Wirkstoffs nicht gleich Ausschleichen im optimalen Sinne. Eine Kur ausklingen zu lassen bzw. sie "ausszuschleichen" heißt progressive Minderung des exogenen Testosterons unter Einfluss von kurzen Estern und zirkadianen Spritzmustern ...

4. "Die Abszessgefahr bei Omnadren liegt an Verunreinigungen ..."
Ein weiterer Mythos besagt, dass die Abszessgefahr bei dem Medikament "Omnadren250" durch Verunreinigungen bei der Herstellung entsteht. Ist dies wirklich so? Wir glauben viel mehr, dass die Abszessgefahr auf den höheren Anteil an Alkohol - der aus Sterilitätsgründen zugeführt wird - zurückzuführen ist. Je mehr Alkohol, um so größer das lokale Zellsterben! Wird unser Imunsystem nicht mehr fertig damit, kann dies in einen Abszess enden.

5. "Proviron wirkt zuverlässig als Antiöstrogen ..."
Ebenfalls ein Mythos! Proviron senkt langfristig Testosteron um bis zu 40 %, dagegen dann Östradiol um nur etwa 10 %. Das Verhältnis Testosteron/Östradiol verschiebt sich in Richtung Östradiol - ein aromatasehemmnder Effekt ist also auszuschliessen.

6. "Als Konversionshemmer langen 50-100 mg Zink ed ..."
Bei zu niedrigen Mengen Zink schlägt dieser nicht richtig an, und der konversionshemmende Effekt ist einfach zu gering. Passend sind wohl eher 3 Tagesgaben zu jeweils 50 mg um ausreichenden Konversionsschutz zu bieten. Erfahrungen bestätigen dies.

7. "Mit Nolvadex kann man nicht absetzen ..."
Ebenfalls so nicht richtig. Tamoxifencitrat bietet sich erstklassig als Absetzmedikation an. Ebenso wie Clomid ist es ein SERM (selective-estrogen-receptor-modulator) und kurbelt durch diese Eigenschaften die endogene Testo-Synthese wieder an. Es wirkt am Hypothalamus als Antiöstrogen und regt die GnRH-Ausschüttung an. Ergo Anstieg LH-/FSH => endogenes Testosteron wird gebildet.

8. "Der Kraftaufbau eines Steroids ist nur abhängig von der androgenen Komponente ..."
Ebenfalls falsch! Primär ist ein verstärkter Kraftaufbau auf Muskelhypertrophie, also anabole Eigenschaften, zurückzuführen. Durch Wasserretentonen/ATP-Resize lässt sich ebenfalls eine Kraftsteigerung herbeiführen, aber unter androgenen Eigenschaften lassen sich diese Merkmale sicher nicht einordnen...

9. "Trenbolon ist stark androgen ..."
Falsch! Als Nortestoabkömmling ist Trenbolon ganz sicher nicht stark androgen. Sein androgenes Potential liegt noch deutlich unter der von Testosteron. Selbst in Dosierungen von 1 Gramm pro Woche konnte ich keine subjektiven Auswirkungen auf die Prostata feststellen, welche bei gleicher Dosis Testosteron keine Seltenheit darstellen.

10. "Trenbolon ist nierenschädigend ..."
Diese Behauptung ist total aus dem Zusammenhang gerissen und entspricht einfach nicht der Realität. Der echte Grund liegt wohl eher an der gleichzeitigen Nutzung von Diuretika, welche ideal in diese Zeitspanne passen dürften.

11. "Nandrolon konvertiert nicht zu Östrogenen ..."
Ein weiterer Mythos! Nandrolon konvertiert nicht schlecht zu Östrogenen. Hier ist der Syntheseweg aber ein anderer als beim Testosteron und es konvertiert primär auch nicht zu Östradiol sondern satt zu Östron. In wie weit weitere Transformationen zu Östradiol durch 17ß-Dehydrogenase stattfinden können, möchte ich derzeit noch nicht beurteilen. Die Konversionsrate dürfte jedoch nicht allzu hoch sein.

12. "Nolvadex ist die potentere Absetzmedikation ..."
Ein weiterer Irrtum neuerer Zeit. Nolvadex (Tamoxifencitrat) wirkt schwächer als Clomid. Es hat jedoch andere Eigenschaften, die positiv herausstechen. Man kann es durch die geringeren Nebenwikungen länger nehmen, und es geht weniger auf die Psyche als Clomid. Die 1. Eigenschaft ist wohl besonders interessant für die Sportler, die negative Erfahrungen mit Clomid gemacht haben, oder die schwerwiegende Achsenprobleme haben (dann beides als Stack).

13. "Nicht zu lange ein und dasselbe AAS verwenden wegen der Rezeptorensättigung ..."
Was ist denn überhaupt die Rezeptorensättigung? Ein Maximum an Testosteronmolekülen (Metenolon, Nandrolon & Co.) ist eine Verbindung mit den Zielzellen eingegangen und übt "die Wirkung" aus. 100 % Rezeptorensättigung gibt es ohnehin nicht, da unser Körper ständig damit bemüht ist "Zell-Recycling" zu betreiben.

14. "Winstrol kombinieren mit Dianabol ist gut und optimal ..."
Warum sollte man ein stark aromatisierendes Steroid mit Winstrol kombinieren, welches genau gegensätzlich wirkt (austrocknend)? Zum Mitschreiben: Winstrol ist einzig für extreme Cuttingzyklen zu gebrauchen - zum Aufbau gibt es weitaus bessere Alternativen!

15. "Clomid wirkt nur für ca. 14 Tage ..."
Um die endogene Testopbisosynthese zu pushen sind weitaus längere Perioden notwendig als 14-tägige. Es gibt auch keine wissenschaftliche Sudie, die unsere Ansichten widerlegt - im Gegenteil, es gibt unzählige Studien, in denen Clomifencitrat über Monate eingenommen wird - mit Wirkung!

16. "Akne durch verunreinigten Stoff ..."
Der Grund für Steroidakne sind nicht mögliche Verunreinigungen, sondern die Tatsache, dass AAS eine androgene Komponente besitzen. Auch die Metaboliten sind mehr oder weniger androgen, wodurch es zu direkten Reaktionen kommen kann. Man beachte nur den Anstieg der biologischen Testosynthese in der Jugend (Pubertät) und die dadurch resultierend Pubertätsakne ...

17. "Testosteron hat die schlimmere Pickelbildung ggü. DHT-Derivaten (Primo, Winni) ..."
Ein weiterer Mythos, dem ich und andere aus Erfahrung nicht zustimmen möchten. Man muss sich eines vor Augen führen: Testosteron selbst muss erst über Enzyme zu DHT konvertieren (5alfa-Reduktase Typ I & II). DHT-Derivate wie Winstrol oder Primo sind aber im Grunde schon "DHT" und brauchen nicht gross endogen über Enzymwege modifiziert werden. Letztendlich spielt die Wirkstoffmenge und die genetische Disposition dann den wichtigsten Faktor - ob man stark zu Akne neigt oder weniger stark!

18. "Mit genügend Stoff wird jeder gross ..."
Dem ist leider auch nicht so. Primärfaktor für Muskelwachstum sind nicht die Hormone, sondern wie der Körper - speziell die Muskelzelle - auf den Stoff reagiert! Die Zusammensetzung der Fasern ist ebenfalls wichtiger Faktor! Es gibt Champions und die "breite Masse", in die sich wohl 98% aller Bodybuilder einordnen müssen ...

19. "Winstrol führt zu lokalem Muskelwachstum ..."
Ebenfalls ein Mythos! Winstrol führt im Zielmuskel zu einer Entzündung, die durch direktes Training und Microtraumata noch forciert wird. Der Effekt ist nur temporär und hat nicht viel mit dem Begriff "Muskelhypertrophie" zu tun ...

20. "Insulin macht grundsätzlich Fett ..."
Diese Aussage ist auch nicht richtig. Wichtig ist vor allem, wie man sich ernährt (Meiden von Fetten, Einhalten von Nährstoffzufuhr etc.). Und natürlich ist die Dosis ein wichtiger Faktor. Wer glaubt, dass 20 i.E. sein müssen, der muss sich nicht wundern, wenn bei der neu aufgebauten Masse das Fett überwiegt.

21. "100-150 mg Zink täglich wirken toxisch ..."
Toxische Dosierungen liegen eher im Bereich von 300+ mg/Tag. Deshalb spricht rein gar nichts dagegen 3x50 mg täglich zu sich zu nehmen. Ohnehin ist die Anwendung ja auch abhängig von der Kur - also keine dauerhafte Einnahme. Und selbst wenn, es würde zu keinen Vergiftungsanzeichen kommen, selbst nach mehrjähriger Anwendung!

22. "AAS und Pyramidensysteme sind optimal ..."
Wieder mal nichts ... . Durch das Einschleichen des Wirkstoffs erreicht man niemals, dass sich die Spiegelhöhe irgendwo einpendelt. Man forciert dann letztendlich durch ein extremes Erhöhen des Spiegels die NW noch - und zu Anfang dauert's ewig, bis die Wirkung richtig einsetzt. Das Ausschleichen des Wirkstoffs über mehrere Wochen ist dagegen nicht verkehrt in punkto Hypothalamus-Hypophysen-Hoden-Schiene. Nur muss dann entsprechend auch auf kürzere Ester gesetzt werden, und andere Feinheiten sind zu beachten, wie Metabolismus etc.

23. "Milde AAS haben geringe Nebenwirkungen ..."
Falsch! Häufig als mildes AAS angepriesen: ´Winstrol´, dessen Nebenwirkungen - vor allem die auf LDL-Cholesterin - gravierender nicht sein könnten. Die Folgen sind langanhaltende Defizite bei den Cholesterinwerten und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Anderes Beispiel wäre Metenolon (Primo). Als DHT-Derivat übt es keinen östrogenen Effekt aus, hat dafür aber einen erheblichen Effekt auf Prostata und Haut. Steroidakne und Prostataprobleme sind das Resultat ...

24. "Oxymetholon (Anapolon) ist stärker als Methandienon(Dbol) ..."
Ein weiterer Mythos, der nur aufgrund bekannter Anwendungsbeispiele zu dem geworden ist, was noch in den meisten Old-School-Bodybuilder-Köpfen herumschwirrt. Vergleicht man subjektiv die Wirkung von 50 mg Oxymetholon mit 50 mg Methandienon, so sollte jedem klar werden, welches AAS das stärkere ist! Wer es nicht glaubt, der soll es testen - und dann das Gegenteil behaupten!

25. "Hohe hCG Gaben sind optimal ..."
Hohe Gaben hCG forcieren östrogenbedingte Nebenwirkungen durch den erhöhten Anstieg von Testosteron. Damit steigt die Gefahr einer Gyno enorm. Abhilfe: Konversionshemmer wie Adex, Femara oder Aromasin während des hCG-Cycles nutzen. Oder kleine Schübe zu 500 i.U. eod (=> jeden 3. Tag) nutzen. Das Ziel der Hodenhypertrophie erreicht man mit beiden Varianten, wobei die zweite Variante wohl die sinnvollere darstellt.

26. "Nolvadex ist gut um Wasserretentionen zu vermeiden ..."
Ebenfalls ein Mythos! Tamoxifencitrat verhindert keine Wasserretentionen, da es den Östrogenspiegel nicht senken kann! Verhindern kann es nur, dass sich in spezifischen Bereichen (u.a. im Brustgewebe) Fettansammlungen durch hohe Östrogenspiegel ausbreiten.

27. "40 mg Dbol ist die Optimaldosis - mehr bringt nicht mehr..."
Ein weiterer Mythos, der so nicht richtig ist. Wie jedes AAS, so fängt auch DBol erst bei einer Wochendosis von ca. 500 mg richtig an zu "ballern" ... . Muskelhypertrophie und Kraftanstieg erreichen dann ein Maß, wo man sagen kann, dass man wirklich von einem Steroid profitiert! Anmerkung: Bitte nicht in die Tat umsetzen! Dbol ist ein Stackroid, d.h., dass es in geringeren Dosierungen genommen und durch ein 2. AAS ergänzt wird (Wirkstoffmenge A+B = Ziel)

28. "Clenbuterol (Spiropent) baut Muskeln auf ..."
Ein weiterer Mythos! Clenbuterol baut in bekannten - für Bodybuilder üblichen - Dosierungen keine Muskelberge auf, wie so oft behauptet. Es kann jedoch den Fettabbau effektiv unterstützen!