Zum Absetzen einer Kur gibt es unzählige Möglichkeiten - Denkansätze und Ideen - zu denen wir uns nach Selbstversuchen und nach Lektüre diverser Publikationen ein Urteil gebildet haben.

Prinzipiell ist es wichtig eine Kur richtig abzusetzen. Vorallem dann wenn lange Kurpausen folgen. In diesen Kurpausen verliert der Athlet unter Umständen bis zu 90 % seiner aufgebauten Masse. Katabole Prozesse wie niedrige Testosteron- und hohe Cortisonspiegel sind nicht besonders förderlich um seine Muskulatur zu halten. Wenn dann auch noch psychische Probleme auftreten, bedingt durch niedrige Hormonspiegel, dann kann es schnell mal passieren das wenig und uneffektiv trainiert wird. Appetitlosigkeit macht sich vielleicht auch noch breit - das alles sind Zustände die Gift für den Muskelaufbau / -erhalt sind. Nach einer Kur ist es zwingend die 3 Hauptwege des Erfolgs weiter zu verfolgen:
  • angepastes Taining
  • eine hyperkalorische Ernährung
  • genügend Regeneration


Was muss beachten werden, wie verhält man sich entsprechend, und wie vielfälltig sind die Alternativen?

Die Hypothalamus-Hypophysen-Hoden-Achse (HHHA) ist ein ausgeklügeltes System, welches seine Regelkreise über die Supprimierung/Aktivierung verschiedener Faktoren/Hormone justiert. Pinzipiell müssen wir beim Absetzen unterscheiden:
  • Testosteron
  • Testosteron + Stackroid
  • anderes AAS als Testosteron


Folgendes Schema ist primär für Testosteron only Kuren gedacht. Eine Anwendung dieses Schemas bei Nortesto-Derivaten oder DHT-Derivaten ist etwas komplizierter da gerade durch Nortestoderivaten(Nandrolon, Trenbolon...) doch erhebliche Achsensuppressionen auftreten. Weiter unten werde ich genauer darauf eingehen und Alternativen vorschlagen... preview


Welche Hauptprobleme ergeben sich beim Absetzen?

1. Hemmung der Hypophyse - Rückgang der LH-Produktion durch Östrogenmetabolismus/-spiegel
2. Hemmung des Hypothalamus (und der Hypophysenschiene)
3. Hemmung der Hoden durch Hodenathrophie

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Suppressionen entgegenzuwirken.

Alternativen Problem #1:

Östradiol, Östron & Co. hemmen die hypophysäre Produktion von LH (Luteinisierendem Hormon). Inhibin hingegen hemmt die Erzeugung von FSH (Follikel Stimmulierendem Hormon). Wichtig ist es nun den Östrogenspiegel zu senken, damit die Hypophyse in der Lage ist wieder deutlich mehr LH abzusondern, was der endogenen Testo-Biosynthese in den Leydig-Zellen der Hoden zur Gute kommt.

Wie stellen wir das an?
Mein Ansatz dazu: Moderne Konversionshemmer wie Adex (Anastrozol), Femara (Letrozol) & Aromasin müssen her. Eine komplette Suppression der Östrogene soll nicht her, also greifen wir am besten zu Adex oder Femara. Bei der Dosierung bin ich mir zum momentanen Zeitpunkt noch nicht ganz sicher. Ich denke, eine wirksame und nicht übertriebene Dosierung liegt in folgenden Bereichen:
  • Adex: 0,5 mg ed (1 Tab. eod)
  • Femara: 0,625-1,25 mg ed (1 Tab. eod MAX)
Anmerkung:
Die Anwendung sollte ruhig bis zu 14 Tagen nach Abschluss der Absetzphase fortgeführt werden. Möglich ist auch eine Halbierung der Dosis (0,5 mg Adex eod / 1,25 mg Femara eod). Zusätzlich sollten weiterhin 3x50 mg Zink genommen werden, die diesen Prozess unterstützen.

Diese Variante eignet sich vorallem beim Auschleich-Schema, aber auch beim üblichen Absetzen mit Clomid/Nolvadex.

Alternativen Problem #2:

Die Hypothalamus-Hypophysen-Schiene - speziell der Hypothalamus - reagiert auf hohe Androgenspiegel mit einer Suppression von GnRH! Die Suppression wird ausgelöst durch Androgene wie Testosteron, Trenbolon, Nandrolon, Metenolon, Methandienon, und wie sie alle heißen.
Selbst, wenn man nun die exogene Hormonzufuhr beendet, dauert es noch lange, bis die GnRH-Sekreton wieder im vollem Umfang läuft. Was können wir tun um dem Hypothalamus ein optimales Umfeld zu bieten, damit er langsam wieder die GnRH-Produktion hochfahren kann? Die Lösung heißt: Testosteron - kurze Ester - zirkadiane Spritzmuster ...

Was bedeutet das nun für uns?
Wir reduzieren die Wirkstoffmenge zu Beginn des Ausschleichschemas auf 3x50 mg Testo Propi. Wer keine Probleme damit hat, kann auch gerne 6x25 mg pro Woche injizieren. Würde sogar besser sein als 3x wöchentlich die hohen Gaben. Dazu sollte man wissen, dass der Verlauf des endogenen Testos zirkadian verläuft, also morgens ist der Anstieg am höchsten. Deshalb sollte möglichst morgens injiziert werden. Dies befolgt man dann etwa 2 Wochen und steigt dann auf 2x50 mg, besser 4x25 mg, um.

Diese Dosierung behält man nun für die nächsten 2-3 Wochen bei. Dann kann man nochmals auf 2x25 mg (besser noch 4x12,5 mg) reduzieren. Diese Dosis sollte man für weitere 3 Wochen applizieren. Zusammen mit den Konversionshemmern kommt das Zusammenspiel von Hypothalamus und Hypophyse langsam wieder in Schwung. Noch besser als T-Propionat eignet sich hier der Wechsel zu T-Acetat (geringere HWZ). Nochmal ein Beispiel im Überblick:
  • Woche 1-2: 3x50 mg T-Propionat
  • Woche 3-5: 4x25 mg T-Propionat
  • Woche 6-8: 2x25 mg T-Propionat
Alternativen Problem #3:

Die Hodenatrophie stellt für den Körper eine weitere Barriere dar, die Synthese ausreichender Mengen von Testosteron wieder in Gang zu bringen.

Hier gehen die Ansichten auseinander. Meiner Ansicht ist die Anwendung von hCG nur dann sinnvoll, wenn es noch vor dem Ende der Kur - und damit vor dem Absetzen/Ausschleichen - zum Einsatz kommt. Daher schlage ich vor rechtzeitig damit zu beginnen. Ein weiterer Punkt ist die Menge Injektionseinheiten(i.E. / i.U.) sowie die Anwendungsdauer. Am besten so:
  • Dosierung je Einzelgabe: 500 i.E.
  • Abstand der Gaben: jeden 2-3 Tag
  • Anwendungsdauer: 10-14 Tage
  • Häufigkeit: beliebig aber meist 1-2 x vor ende


Anmerkend muss ich noch dazu sagen, dass auf die Nutzung von hCG durchaus verzichtet werden kann - zumindest bei leichten Kuren! Selbst bei harten und langen Kuren ist es nicht unbedingt als Pflicht anzusehen hCG zum Einsatz zu bringen. Die Hoden kommen wieder. Egal ob mit oder ohne exogenem hCG...

Wie verhält es sich mit DHT- und Nortesto-Derivaten....?
Prinzipiell würde ich empfehlen jede Kur immer mit Testosteron - speziell Propionat oder Acetat - ausklingen zu lassen bevor man eine Kur verlässt. Obiges Absetzschema funktioniert garantiert auch wenn man Stacks mit Nortesto / Testo oder Bolde / Testo hinter sich hat. Hier würde ich die Zeit in der ausgeschlichen wird nochmals anheben. Warum also nicht 10 Wochen oder mehr mit Testosteron Propionat / Acetat ausschleichen? Die Achse kommt wieder - klar - alternativ ist aber auch ein gewöhnliches Absetzschema mit Clomid nicht verkehrt.

Bei Stacks würde ich diese Variante bevorzugen:

6 Wochen ausschleichen mit Testosteron Proponat / Acetat zum Beispiel:
  • 2 Wochen 3 x 50 mg
  • 2 Wochen 4 x 25 mg
  • 2 Wochen 2 x 25 mg


Während dieser Periode kann man die Hypophysenstellkreise schon etwas mit zusätzlichen Konversonshemmern(Adex, Femara...) korrigieren. Hier würde ich -0,5 mg Adex ed bzw. -0,625 mg Femara ed nehmen. Dann einen Zyklus mit Clomid oder Tamoxifen beginnen.

Starten je nach empfindlic´keit - mit 4 x 50 mg Clomid(Tag 1)=>3 x 50 mg Clmid(2)=>2 x 50 mg Clomid(3)=>weiter für 4 - 6 Wochen mit 50 mg Clomid ed. Anmerkung: man kann auch nur 4 wochen mit Tagesgaben zu 50 mg machen und dann 2 Wochen auf 25 mg ed oder 50 mg eod gehen.

Alternativ:
Tamoxifen zum Einsatz bringen...
  • Startdosierung 60-80 mg ed
  • Dauer 7 Tage
  • gefolgt von 30 mg ed
  • für 5 Wochen


Nochmal im Überblick ein mögliches Absetzschema wo bei anzumerken ist das bei Testo only auf Clomid / Tamox verzichtet werden kann. Bei Stacks müsste man eventuell ein wenig die Anwendungsdauer des Propionats / Acetats(ausschleichen) verlängern - dann könnte es auch ohne Clomid / Tamoxifen funktionieren:

*1)= beginnend am 1. Tag mit 4x50 mg, 2. Tag mit 3x50 mg, und am 3. Tag mit 2x50 mg=>immer 50 mg(siehe auch Tabelle)

*2)= beginnend in der 1. Woche mit Tagesgaben zu 60-80 mg


Sollte es Änderungen in meiner Ansicht geben dann werd ich Änderungen an diesem Text vornehmen. Ihr findet diese dann als Ankündigung auf der Hauptseite.