Die beliebtesten Zubereitungsformen der gegarten Kartoffel
Natürlich kann die gegarte Kartoffel etwas anders eingesetzt werden, als die rohe. Grundsätzlich ist sie nach dem Garen verzehrfertig und kann auch durch das in Scheiben schneiden und Würzen direkt in einem Salat landen. Jedoch können auch die Weiterverarbeitung, die Zubereitungstiefe und die möglichen Variationen große Ausmaße annehmen, weshalb eine Kartoffel eigentlich nie langweilig werden kann.Wenn du deine Kartoffeln ganz einfach zubereiten willst, dann garst du diese in Salzwasser, mit oder ohne Schale. So entstehen die beiden Kochvariationen, die Pellkartoffel und Salzkartoffel. Je kleiner du die rohe Kartoffel vorher schneidest, je größer ist natürlich die Angriffsfläche der Kartoffel und desto schneller wird diese auch fertig garen.

Nach dem Kochen der Kartoffel könnte diese natürlich sofort auf dem Teller landen, allerdings gibt es noch viele weitere Zubereitungsversionen, welche du aus der Kartoffel herstellen kannst.
Die wohl geläufigste Form eine gegarte Kartoffel zu verzehren ist die Bratkartoffel. Hier wird die blanchierte oder gegarte festkochende Kartoffel in Scheiben geschnitten und nochmals in der Pfanne angebraten. Besonders beliebt ist dies mit typischem Wurzelgemüse oder zum Beispiel Zwiebeln und Pilzen. Wenn du nicht so viel Öl verwenden möchtest, solltest du auf die Qualität deiner Pfanne achten, ansonsten haften die Kartoffelscheiben schnell am Boden der Pfanne an.
Eine andere beliebte Methode Kartoffeln nach dem Garen weiter zu verarbeiten, ist die Folienkartoffel. Hier werden meist sehr große Kartoffelsorten verwendet, welche mit Salz und Gewürzen wie Thymian und Rosmarin in Alufolie eingewickelt werden und nochmals für ca.10 Minuten, bei 220 Grad in den Ofen gelegt werden. Dies lässt sich auch mit rohen Kartoffeln durchführen, allerdings solltest du dann nicht zu dicke Kartoffeln wählen, da die Garzeit schnell einmal 60 Minuten und mehr betragen kann.
Eine weitere beliebte Form der Kartoffelweiterverarbeitung ist der Kartoffelschnee und das Kartoffelpüree. Hier empfehlen sich unbedingt weichkochende Kartoffeln zu verwenden, um ein gutes Ergebnis zu erhalten. Die Kartoffeln werden geschält, gekocht und entweder direkt durch eine Presse auf den Teller, oder in eine Form gegeben und mit Butter und/oder Gewürzen angerichtet (Kartoffelschnee).
Die Weiterverarbeitung zum Kartoffelpüree beginnt ebenfalls mit dem Durchpressen der noch heißen, gegarten Kartoffeln. Das kannst du mit einer Kartoffelpresse oder einem Mixer durchführen, jetzt wird langsam heiße Milch untergerührt, auch Sahne ist möglich oder etwas Butter, manche Köche verwenden auch noch zusätzlich Eier. So entstehen die passierten Kartoffeln mit Milch, Sahne oder Butter.
Du gibst nun so viel Flüssigkeit hinzu, bis das Püree die gewünschte Konsistenz besitzt und schmeckst dieses mit den klassischen Gewürzen Salz, Pfeffer und Muskatnuss ab. Besonders Muskatnuss ist bei der Zubereitung von Kartoffelpüree besonders wichtig und gibt der Kartoffel die nussige und scharfe Note.
Kartoffelpüree und auch Kartoffelschnee lässt sich sehr gut aufpeppen, indem man frische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch oder Koriander hinzugibt, auch Lauch ist eine gute Möglichkeit. Durch die Zugabe von anderem gegarten Gemüse, kannst du unendlich viele Variationen herstellen. Besonders zu empfehlen ist Kartoffel-Sellerie-Püree. Dabei kannst du die Sellerie mit der Kartoffel gleichzeitig garen, da der Garzeitunterschied nicht sehr groß ist. Zum Pürieren solltest du allerdings die Presse benutzen, da die Sellerie ansonsten Fasern in das Püree bringen kann. Andere Kombinationen eines Pürees wären zum Beispiel Kartoffel-Lauch-Püree, Kartoffel-Kürbis-Püree, Kartoffel-Karotten-Püree usw..
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Weitere Zubereitungsformen der gegarten Kartoffel
Um Kartoffelkroketten, Herzoginkartoffeln oder Mandelkrusteln und ähnliches herzustellen, benötigst du eine Kartoffelgrundmasse, welche je nach Form und Zubereitung verändert werden kann.Rezept für die Grundmasse:
- 250g heiße, passierte Kartoffeln
- 1 Eigelb
- Eine Prise Salz, etwas Pfeffer und Muskatnuss
- Evtl. Butterflocken

Herzoginkartoffeln entstehen, wenn du die Masse in einen Spritzbeutel mit einer Sternentülle gibst und diese als geringelte Tupfer auf einem Backpapier platzierst. Danach werden diese wie die Kroketten im Ofen ausgebacken.
Mandelkrustel sind ebenfalls durch das Herstellen der Grundmasse leicht anzufertigen. Du formst mit der Grundmasse Bällchen, welche mit Mandeln, aber natürlich auch mit sämtlichen anderen Nüssen, Kokos usw. ummantelt werden können. Wichtig ist nur, dass die Umwandlung relativ fein ist, damit sie gut haftet. Diese Bällchen können ebenfalls in der Fritteuse, aber auch im Ofen ausgebacken werden.
Durch den Einsatz der Kartoffelmasse kannst du sämtliche Formen und Variationen einsetzen. Kräuter und Gewürze können zum Einsatz kommen und so die Grundmasse immer wieder verändern.
Es gibt ebenfalls noch die Möglichkeit eine luftigere Variante von der Kartoffelmasse herzustellen, die passierte Kartoffel-Brandmasse. Hierfür wird zuerst aus 200g Wasser, 30g Butter, etwas Salz sowie 100g Mehl und 2 Eiern eine Brandmasse hergestellt, indem das Wasser, Butter und Salz zum Kochen gebracht wird.
Dann wird das Mehl hinzugegeben und so lange im Topf gerührt, bis sich am Boden eine leichte Schicht am Topf bildet und der Teig "abgebrannt" ist. Der Teig wird jetzt etwas abgekühlt, sollte jedoch nicht kalt sein und jetzt mit den Eiern vermengt. Dieses Vermengen kann einen Moment dauern und das solltest du am besten mit einem Rührlöffel vornehmen. Fertig vermengt hast du deine fertige Brandmasse hergestellt, welche du jetzt unter 1000g passierte Kartoffel gibst (Rezept für 10 Portionen). Jetzt kannst du aus deiner Masse wieder verschiedene Formen erstellen.
Typischerweise werden damit Kartoffelkrapfen hergestellt: Dafür streichst du die Masse auf einen Esslöffel und bildest so die typische Krapfenform. Durch das zuführen der Brandmasse wird die zubereitete Kartoffelvariation sehr luftig. Manchmal wird auch diese Zubereitungsform für Kroketten verwendet.
Eine weitere etwas aufwendigere Variante stellen Kartoffelklöße dar. Dabei können diese aus rohen, aber auch aus gekochten Kartoffeln hergestellt werden. Ich möchte euch an dieser Stelle nur die Grundkloßmasse für rohe Kartoffeln vorstellen.
Grundkloßmasse aus rohen Kartoffeln:
- 1kg rohe Kartoffeln
- 180ml Milch
- 35g Butter
- 90g Grieß
- Salz, Muskat
- evtl. 50g geröstete Semmelwürfelchen
Auf dem Boden des Wasserbehälters, in welchem die geriebenen Kartoffeln lagen, sollte sich der ausgewaschene Teil Stärke befinden. Das Wasser abgießen und die Stärke mit den Kartoffeln in eine Schüssel geben. Die Milch mit Salz und Butter aufkochen und den Grieß einlaufen lassen und abkochen, bis sich ein Kloß bildet.
Jetzt kannst du den Grieß zu der Kartoffelmasse geben und beides gut vermengen. Dazu kommen jetzt noch die Gewürze und schon kannst du deine Klöße in der gewünschten Größe formen. Wer mag, kann in die Mitte noch geröstete Semmelwürfelchen einarbeiten. Natürlich können auch die Klöße mit frischen Kräutern und anderen Gewürzen aufgepeppt werden.[3]
Variation kennt keine Grenzen
Es gibt natürlich auch noch Kartoffelnocken (Gnocci), Kartoffelnudeln usw.. Die Variationen der einzelnen Kartoffelzubereitungen sind sehr vielfältig und kennen keine Grenzen. Ob schnelle Zubereitungsformen, durch kurzes anbraten oder kochen, aber auch längere Zubereitungen von Massen, welche ebenfalls eingefroren werden können, sind immer möglich und benötigen meist keine großen Küchengeräte oder weitere Lebensmittel. Kartoffeln sind sehr unterschiedlich einsetzbar und ein super Lieferant von Nährstoffen.Auch wenn du nur Kartoffeln in der Pfanne brätst oder Salzkartoffeln und Ofenkartoffeln herstellst, können diese Varianten durch frische Kräuter und Gemüse aufgepeppt und von dir immer wieder aufs Neue erfunden werden - sei kreativ!
Kartoffelzubereitung für Sportler
Die Kartoffel ist für Sportler eine optimale Kohlenhydratquelle und bietet neben diesem Makronährstoff außerdem eine große Anzahl an Mikronährstoffen, welche nicht zu verachten sind. Durch das hohe Maß an Zubereitungsmöglichkeiten ist die Kartoffel in Deutschland ein sehr beliebtes Produkt, steht aber bei Sportlern nur auf Platz 2 hinter dem Reis.Wahrscheinlich liegt es an dem geringen Kohlenhydratanteil der Kartoffel und der Vollkornvariante des Kontrahenten. Wer allerdings gerne Kartoffeln isst und dessen Vorzüge nutzen möchte, der findet mit der Kartoffel eine Sättigungsbeilage, welche immer wieder neue Formen und Geschmack annehmen kann.
In diesem Sinne, guten Appetit!

Quellen
- Tabelle 1: Grüner, H.; Metz, R.; Schandl, KH. (2005): Der Junge Koch/die junge Köchin, 31. Auflage, Fachbuchverlag Pfannenberg GmbH & Co. KG, Gruiten Seite 164
- 1. W. Troll (1954): Praktische Einführung in die Pflanzenmorphologie. Teil 1: Der vegetative Aufbau. Gustav Fischer Verlag, Jena, S. 226–230.
- 2. Spooner, DM.; McLean, K.; Ramsay, G.; Waugh, R.; Bryan, GJ. (2005): A single domestication for potato based on multilocus amplified fragment length polymorphism genotyping. In: Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America. Volume 102, S. 14694–14699.
- 3. Grüner, H.; Metz, R.; Schandl, KH. (2005): Der Junge Koch/die junge Köchin, 31. Auflage, Fachbuchverlag Pfannenberg GmbH & Co. KG, 42781 Gruiten, Seite 161-172
- 4. Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz: Solanin (Glycoalkaloide) in Kartoffeln
Bild: Stijn | Gourmandise | Esteban Cavrico