Ein Artikel von T-nation.com
von TC

Ich verließ das Büro gestern etwas früher, um noch einige Besorgungen zu machen, und mein Kollege Cy fragte mich, ob es mir etwas ausmachen würd,e beim Wal Mart vorbei zu fahren, um ihm eine Packung Slipeinlagen mitzubringen – die Variante mit den Flügeln rechts und links (Er mag es, dieses Dinger anstelle von Gewichtheberhandschuhen zu verwenden, da sie laut ihm "bequem, doppelt saugfähig und angenehm duftend sind – genau wie es die Werbung verspricht."). preview

Nachdem ich meine Besorgungen gemacht hatte, hielt ich beim Wal Mart, um einige Packungen für Cy zu holen. Ich war nicht besonders in Eile zurück ins Büro zu kommen, da mein Boss wieder einen seiner "Sauberkeitsanfälle" hatte, während denen er die Leute dazu zwang auf Händen und Knien nach Staubflocken zu suchen.

Ich stoppte am Zeitschriftenständer, um die Zeit tot zu schlagen. Dort blätterte ich durch Newsweek, Esquire, Rolling Stone und einige andere Magazine, die man wohl in jedem Zeitschriftenständer findet. Doch dann kam mir etwas in die Hände, das mich völlig unerwartet traf. Hier, in der Mitte des Wal Marts, einer der letzten Bastionen der Moral und der guten alten amerikanischen Werte, fand ich ein Magazin, das mit das pornographischste war, das ich je gelesen hatte.

Es enthielt seitenweise Bilder von halbnackten und nackten Frauen und Männern, doch die Artikel waren noch weit schockierender. Wenn ich so etwas schreiben würde, dann bekäme ich noch mehr Emails, die mich als frauenfeindliches Schwein bezeichnen, als ich sowieso schon bekomme.

Um zu zeigen, was ich genau meine, möchte ich an dieser Stelle einige Passagen zitieren:
"Meine Freundin nimmt einen glasierten Donut und steckt meinen Penis durch das Loch. Sie knabbert um ihn herum und stoppt ab und zu, um an ihm zu sagen. Die Zuckerkrümel in ihrem Mund prickeln an seiner Spitze."

"Wenn er im Flugzeug einschläft fasst sie unter die Decke, öffnet seine Hose und gibt ihm einen 'Weckruf' über den Wolken."

"Beginne mit seinen Schultern und reibe das glitschige Zeugs den ganzen Körper entlang bis zu seinen Shorts – und auch darunter – für ein schmieriges Erlebnis, das er nie vergessen wird."


Liebe Leser, während diese Worte an die Rückseite meiner Retina prallten, konnte ich fühlen, wie das Blut südwärts driftete und schnell die Stauseen und Felder meiner fruchtbaren Niederungen überflutete, um sich schließlich im Reservoir meiner Männlichkeit zu sammeln.

Ich schaute nach unten, sah die Beule in meiner Hose und drehte mich schnell nach rechts, um sicher zu gehen, dass es niemand sehen konnte. Hierbei brachte meine Schwellung ein Ständer mit personalisierten Mininummernschildern zum Umfallen – die Art von Teilen, die Kinder hinten an ihr Fahrrad kleben – und ein Regen aus Chelseas, Connies, Constances, und Cathies fiel auf den Boden und machte in etwa das Geräusch eines Hagelsturms, der auf ein Blechdach fällt.

Ich hob die Schilder schnell wieder auf, hängte eine Baseballkappe vorne an meine Hose und las weiter.

"Streiche mit dem Mund um die Spitze seines Penis und nimm ihn dann ohne Vorwarnung ganz in den Mund."

"Wenn ich kurz davor bin zu kommen, dann sag mir, dass ich ihn Herausziehen soll und bring mich dazu in deinem Mund zu kommen."

"Die Unterseite des Hodensackes ist der empfindlichste Teil des Körpers. Streichle ihn, schmuse mit ihm, liebe ihn."


Ich befand mich jetzt in einer nicht charakteristischen, lykantrophen Trance und schlängelte mich zu einer Kaugummi kauenden, von Akne übersäten Wal Mart Angestellten durch, deren durchgeschwitzter Kittel hervorragend zu ihrer hydrantenförmigen Figur passte. Ich warf einen kurzen Blick auf ihr Namensschild und sagte in der sanftesten Tonlage, die ich zustande brachte: "Agnes, könnten sie mir sagen, wo ich die Kondome finde – die richtig, richtig großen?"

Agnes schob ihre verschmierten Gloria Vanderbilt Brille mit der Handfläche nach oben und deutete auf Reihe 5. Jede mögliche Chance auf eine Romanze wurde jedoch durch den Lautsprecher, der nach einer Preisauskunft für Dr. Scholls Blasenpflaster verlangte, zerstört. Agnes schlurfte hinweg, mit einem Streifen Preisaufklebern – und meinem Herzen - an ihrem linken orthopädischen Schuh klebend.

Und der Name dieses pornographischen Magazins, das mich in solch einen geilen Zustand versetzt hatte: Cosmopolitan. Nein, das ist kein Witz, es ist die volle Wahrheit. Mir wurde gesagt, dass meine oben zitierten Auszüge ziemlich repräsentativ für jede beliebige Ausgabe der Cosmo sind.

Was ich in diesem Zusammenhang überraschend finde, ist die Tatsache, dass Wal Mart gerade in der Woche davor – wahrscheinlich aufgrund der Beschwerde einer fetten Dame in blauen Strumpfhosen, die durch eine religiöse Gruppe vertreten wurde - einige andere "pornographische" Magazine aus den Regalen seiner Filialen verbannt hatte. Die Titel dieses Schmutzes? Maxim, FHM und Zeugs, das man landläufig als "Männermagazine" bezeichnet.

Wenn man diese Magazine je gelesen oder auch nur durchgeblättert hätte, wüsste man, dass diese Magazine sich auf Bilder von schönen Frauen in Bikinis oder Dessous spezialisiert haben – also aus der Sicht von fast jedem normalen Menschen sehr zahme Bilder. Man findet oft sogar rassigere Bilder in den Anzeigen für Maidenform Dessous, die sich in jeder Sonntagsausgabe der New York Times befinden.

Meine Damen und Herren Geschworenen, was geht hier vor sich?

Könnte es sein, dass der typische amerikanische Wal Mart Kunde – der durch diese Aktion beschwichtigt werden sollte - des Lesens unkundig ist? Klar, Softcore Pornobilder sind eine Sache, aber lesen? Zum Teufel, das ist ja mit Arbeit verbunden. Liest in der Realität denn wirklich niemand diese Dinger? Man sollte bedenken, dass die intelligenteste Lektüre, die man in der Buchabteilung von Wal Mart findet, "Hühnersuppe für die Seele" ist.

Doch selbst, wenn dies der Fall sein sollte, warum sind dann die Regale von Wal Mart mit anderen sichtbaren Beispielen von expliziter oder impliziter Pornographie gefüllt? Da sind die bereits erwähnten Kondome, die durchsichtige Damenunterwäsche und sogar eine neue Reihe von Dessous Barbies, welche dieselben Dessous wie die Mädels in den Männermagazinen tragen. Wenn man hierzu noch all die CDs von "Gangsta' Rappern" mit ihren expliziten Texten hinzu zählt, dann fragt man sich, was all die Aufregung über ein paar Frauen in kurzen Shorts soll.

Ich glaube die CDs sind deshalb durchgerutscht, weil der typische Wal Mart Kunde nicht einmal weiß, dass es so etwas wie Rap gibt, da er noch nie in seinem Leben Musik gehört hat, die nicht von jemanden in spitzen Cowboystiefeln und einer Gitarre gemacht wurde.

Der Rest repräsentiert jedoch das Paradoxon, dass alles, was an den sexuellen Instinkt von Männern appelliert, schlecht ist, wogegen Dinge wie softpornographische Cosmos, Talkshows mit Ophra, das ständige Betthüpfen ihrer Stars und romantische Kitschromane – die meist von Vergewaltigung und Versöhnung handeln -, welche Frauen ansprechen, in Ordnung sind.

Doch die fetten Damen in ihren blauen Spandex Strumpfhosen würden wohl niemals zugeben, dass das, was sie lesen, pornographisch ist! Niemals! Doch sie lehnen die Verherrlichung des weiblichen Körpers ab.

Als ich noch in Denver wohnte kamen Scharen dieser Frauen, um gegen eine High School Spendenaktion zu protestieren, in deren Rahmen Mädchen in Badeanzügen Autos wuschen. Ganz offensichtlich führt so etwas zu… zum Teufel, was weiß denn ich. Mein Geist ist weder böse noch rein genug, um jemals erkennen zu können, was das Problem hierbei hätte sein sollen.

In ähnlicher Art und Weise protestierte eine andere Gruppe Blauwale gegen die Eröffnung eines "Herrenclubs" schräg gegenüber von einer Tanzschule für Kinder. Entweder hatten diese Frauen Angst davor, dass kleine Mädchen, die aus der Tanzschule kommen und einige der oben ohne Tänzerinnen zur Arbeit kommen sehen, zwei und zwei zusammenzählen und zu der Schlussfolgerung kommen, dass sie dafür in der Tanzschule trainierten – um professionelle Busenschwinger zu werden – oder sie kämpften einfach nur gegen das "schmierige" Publikum, das in der Nähe von Stripclubs herumlungert.

Wisst ihr, wer in solchen Clubs herumlungert? Ich und Tommy Lasondra. Schmieriger wird es nicht. Rennt, ihr Blauwale, rennt!

Diese Art von Dingen geschehen jeden Tag. Oft reichen ein oder zwei Beschwerden aus, um den Ball ins Rollen zu bringen und Firmen, die stark von den Geldbeuteln dieser Blauwale abhängig sind, werden alles tun, was notwendig ist, um diese Horden zu besänftigen.

In der Zwischenzeit - so weit es die Magazine betrifft – wird Cosmo wahrscheinlich weiter neben Heim und Garten und dem People Magazin im Regal verbleiben, während Zeitschriften wie Maxim oder die Sports Illustrated Swimsuit Edition an einen Platz hinter der Ladentheke verbannt werden, so dass sie von unschuldigen Frauen und Kindern nicht gesehen werden können.

Nein, die Blauwale werden nicht ruhen, bis sie uns alle in Frauen mittleren Alters verwandelt haben. Geben sie mir bitte die Slipeinlagen.