Ambrose Bierce war ein Zeitungskolumnist, Satiriker, Essayist, Verfasser von Kurzgeschichten und Romanschreiber. Er wurde außerdem weitgehend als Mistkerl angesehen.

Er schrieb einmal einen Nachruf, der die Zeile "In life she was quite composed, now she is quite decomposed." (übersetzt bedeutet dies in etwa "Im Leben war sie ziemlich gefasst (composed), jetzt ist sie ziemlich verwest (decomposed)" wobei leider das Wortspiel des Originals verloren geht). Als er ein bestimmtes Buch für eine Zeitung las, sagte er "Der vordere und hintere Einband dieses Buches sind zu weit auseinander." preview

Während er in den 1890-zigern und dem erstem Teil des zwanzigsten Jahrhunderts für den San Francisco Examiner arbeitete, stellte er eine lange Liste von kernigen Definitionen zusammen. Er definiert das Verheiratetsein als "eine Gesellschaft, die aus einem Herr, einer Herrin und zwei Sklaven besteht, was zusammen zwei Personen ergibt."

Fröhlichkeit war "ein angenehmes Gefühl, welches durch die Betrachtung des Unheils eines anderen hervorgerufen wird. Ein Langweiler ist eine Person, die dann spricht, wenn man sich wünscht, dass diese Person zuhört." Es gab noch hunderte weitere Definitionen, die schließlich im Buch "The Devils Dictionary" (Übersetzt: das Lexikon des Teufels) zusammengefasst wurden und dieses Buch ist bis heute ein vielzitiertes Werk. Wie bei jeder Satire diskreditieren diese Definitionen die Torheiten der Menschheit oder stellen diese bloß. Kurz gesagt spiegeln sie recht viel Wahrheit wieder.

Im Jahr 1913, als er bereits 71 Jahre alt war, ging Bierce nach Mexiko, um "die gute, barmherzige Dunkelheit" zu suchen. Ein Freund von ihm erhielt einen am 10. September 1913 abgeschickten Brief und das war auch das letzte Mal, dass irgendjemand etwas von ihm gehört hat. Einige sagen, dass er bis nach Südamerika gereist sei und dort von einem Stamm brasilianischer Eingeborenen gefangen gehalten wurde. Andere sagen, dass er nie nach Mexiko gegangen sei, sondern stattdessen im Grand Canyon Selbstmord begangen habe. Zu seinen Ehren präsentiere ich an dieser Stelle folgende Definitionen:

Bankdrücken, n.: Barometer für die Gesamtkraft. Das Bankdrücken wird ausgeführt, indem man die Hantelstange etwa mit der Geschwindigkeit eines von einer Autobahnbrücke herab geworfenen Ziegelsteines absenkt und diese dann am Brustfett senkrecht nach oben abprallen lässt, während man das Gesäß etwa 60 Zentimeter von der Bank abhebt. Die Stange wird dann halb nach oben gedrückt, während man wie ein 1051 Pfund schweres Hausschwein grunzt. Es ist eine allgemein akzeptierte Vorgehensweise, dass man auf dies Frage "Wie viel drückst du?" zum realen Gewicht noch 40 Pfund dazu addiert.

Bauchmuskeln, n. pl.: Auch wenn Mitglieder der Laienöffentlichkeit sie nie erlebt haben, sind diese schwer fassbaren Kreaturen beliebt und teuer und es wird im Allgemeinen angenommen, dass sie das natürliche Resultat eines Umstieges von normalem Bier auf Diätbier in Verbindung mit der Ausführung einiger Dutzend Situps sind. Der englische Begriff Abs für Bauchmuskeln leitet sich direkt vom lateinischen Wort absent, was auf deutsch abwesend bedeutet, ab.

Bewegungsspielraum, n.: Eine Distanz, die sich umgekehrt proportional zur Menge des vom Trainierenden verwendeten Gewichts verhält.

Bodybuilder, n.: Ein Gewichtheber, der zu schwach ist, um als Powerlifter bezeichnet werden zu können.

Bodybuilderin, n.: Ein oftmals auf abfällige Art und Weise verwendeter Ausdruck, der gewöhnlich mit den Worten "Eine von denen da…" eingeleitet wird. Die Bezeichnung wird in der Regel von Laien verwendet, nachdem sie "Sie hat größere Bizeps als ich." gesagt haben, was, falls sie sich jemals die Zeit genommen haben sich umzusehen, auf einen Großteil der Menschheit zutrifft.

Bosu Ball, n.: Abgeleitet vom japanischen Wort bosu, was so vie bedeutet wie "schwabbeliger rundäugiger Gaijinidiot, der denkt, dass er seine Körpermitte trainiert." (siehe auch Core Training)

Cardio, n.: Eine fremdartige Tätigkeit, deren Verzicht leicht erklärt werden kann, indem man sie als katabol bezeichnet.

Core Training, n.: (Anmerkung des Übersetzers: Das Internet definiert diese neue Trendtrainingsart als "Ein dreidimensionales Trainingsprogramm, das Kraft und Stabilität des Rumpfes durch reaktive Übungen entwickelt.") Eine umfassende Trainingsphilosophie, die fast immer mit der Erklärung "man kann von einem Kanu aus keine Kanone abfeuern." verteidigt wird. Offensichtlich glauben die Anhänger dieses Trainingsprogramms, dass die spanische Armada vor hat die USA anzugreifen und das sie und ihre Kanus deshalb bereit sein müssten. Eine unerwartete Nebenwirkung dieses Trainings ist, dass Frauen, die es durchführen, nicht mehr länger eine Taille besitzen und man mit ihnen im Großen und Ganzen nicht mehr freiwillig ausgehen würde.

CrossFit, n.:(Anmerkung des Übersetzers: Das Internet definiert diese neue Trendtrainingsart wie folgt "CrossFit basiert auf kurzen, intensiven und hochgradig variablen Trainingseinheiten. CrossFit's Spezialgebiet sind Vielfalt und Variation und damit zielt es auf optimale körperliche Fitness ab.") Das Fitness Äquivalent zur Taliban oder den Mujahedin. Die Anhänger der CrossFit Bewegung sind wie auch die Taliban gegenüber anderen "Fitnesslehren" intolerant, doch sie benötigen, im Gegensatz zur Taliban, weder Bärte noch Turbane. Beide Gruppen kämpfen gegen die Ungläubigen, doch CrossFit hat diesen Kampf "Nancy" genannt und gibt dem Anhänger 300 Punkte für dessen Vollendung.

HIT, n.: Das Fitness Äquivalent zur Al Quaida. Anstatt Flugzeuge in Gebäude zu fliegen, lassen die Anhänger von HIT stinkende Haufen von dogmatischer Pferdescheiße in die Ohren ihrer Zuhörer fliegen.

Kniebeugenständer, n.: Ein schlecht durchdachtes Produkt der Ingenieurskunst, welches die meisten Trainierenden darüber in Verwunderung versetzt, warum man so viel Metal braucht, nur um Bizepscurls durchführen zu können. Während seine wahren Ursprünge im Unklaren liegen, glauben einige, dass der Kniebeugenständer ursprünglich für eine Übung konzipiert wurde, die im Laufe der Geschichte verloren ging.

Körperfettanteil, n.: Eine Zahl, die unter mathematischen Konstanten oder Absolutwerten etwas so glaubwürdig ist wie die Angabe der Penislänge, des Alters, des IQ oder der Antwort auf die Frage, wie oft man im letzten Monat Sex gehabt hat.

Körpergewicht, n.: Ein unter Bodybuildern weitgehend irrelevanter Wert, solange diese nicht unter 225 Pfund (etwa 100 Kilo) liegt. Jeder, der weniger als 225 Pfund wiegt, wird unabhängig von seiner Körpergröße aus Gewohnheit als dünne Bohnenstange oder Hautständer verspottet.

Kortisol, n.,: Angeblich die Ursache aller Bodybuilding Probleme, die von Problemen beim Aufbau neuer Muskelmasse, über die Neigung für den Fettaufbau und der Anfälligkeit für Verletzungen bis hin zur Unfähigkeit zu lieben reichen. Abgeleitet vom Litauischen Wort cortis, was so viel wie Sündenbock bedeutet.

Kreuzheben, n., veraltet: Eine Übung, die Ende des zwanzigsten Jahrhunderts aufgrund der Neigung den Trainierenden zum Schwitzen zu bringen, aus der Mode kam. Diese Übung wurde durch Trizeps Kickbacks ersetzt.

Kugelhantel, n.:Eine Kanonekugel mit einem Griff, von der Angenommen wird, dass sie mystische Kräfte besitzt, welche nahezu jedes orthopädische Problem und jede orthopädische Erkrankung heilen könne. Wenn man zertifizierten Kugelhantelinstruktoren glauben darf, war die durch ihr Wachkoma berühmt gewordene Terry Schiavo wahrscheinlich nur ein oder zwei Kugelhanteltrainingseinheiten davon entfernt bei Tanz mit den Stars aufzutreten.

Persönlicher Trainer, n.: Die Fastfoodköche der Fitnessindustrie, die denjenigen schlechte Nahrung servieren, die es nicht besser wissen. Experten des Bosu Ball Trainings, des Kugelhanteltrainings und des Core Trainings, welche die Transpiration ihrer Klienten mit ihrer eigenen Inspiration verwechseln.

Powerlifter, n.: Ein Gewichtheber, der zu Fett ist um ein Bodybuilder zu sein.

Übertraining, n.: Eine Krankheit, die sich auf jeden Mann, jede Frau und jedes Kind überträgt, dass härter als man selbst trainiert.

Steroide, n., pl.: Es wird angenommen, dass dieser Ausdruck vom griechischen Wort für "saure Trauben" abgeleitet wurde und sich auf die Gewohnheit aller nicht trainierenden bezieht, alle Fortschritte und Zuwächse eines Trainierenden ausschließlich auf Steroide zurückzuführen.

Testosteron, n.: Eine gefährliche Droge. Diejenigen, die es in ihren Adern haben, werden durch Mut, Ambitionen, freies Denken, Enthusiasmus und der Fähigkeit zur Erreichung und Aufrechterhaltung einer Erektion ohne den Einsatz von Medikamenten eines Internet Doktors charakterisiert. Glücklicherweise fallen die menschlichen Spiegel dieser gefährlichen Substanz genauso schnell wie die Schlüpfer von Britney, Lindsay und Paris und wir werden uns deshalb bald alle auf demselben schafähnlichen Niveau befinden.

Unzureichende Nahrungszufuhr: Eine abfällige Beschreibung, die von Steroidenanwendern universell eingesetzt wird, um zu erklären, warum Nichtverwender von Steroiden keine Zuwächse erzielen.