Ein Artikel von T-nation.com
von TC

Anmerkung des Übersetzers: Auch wenn es nicht immer einfach war, habe ich versucht die englischen Wortspiele so gut wie möglich zu übersetzen. Ich hoffe, dass der Leser dafür Verständnis hat, wenn ein oder zwei Passagen, deren Witz bei der Übersetzung verloren gegangen wäre, ausgelassen wurden. preview

Wie die meisten englisch Sprechenden wissen, ist das Wörterbuch dieser Sprache ein enormer Wälzer. Im Englischen gibt es mehr Worte als in jeder anderen Sprache und dutzende weitere kommen jede Woche zum Vokabular hinzu.

Historisch gesehen hat die englische Sprache, um eigene Defizite auszugleichen, Wörter aus vielen anderen Sprachen übernommen, wobei die große Mehrheit hiervon aus dem Lateinischen und Griechischen stammen. Doch auch Arabisch, Hindu, Französisch und Deutsch haben einen respektablen Beitrag zur englischen Sprache geleistet.

Viele der neuen Wörter wurden aufgrund neuer Technologien und neuer Erfindungen notwendig. Wenn ein Wissenschaftler eine Endeckung macht oder ein Ingenieur etwas erfindet, dann öffnet die entsprechende Person oft "Websters neuntes akademisches Lateinwörterbuch" und tobt sich damit so richtig aus. Man braucht sich nur die neue Lieferung von Insekten ansehen, die diese Woche entdeckt wurden. Während ich oder die meisten anderen diese Viecher einfach als "Stinkekäfer" oder etwas Ähnliches bezeichnet hätten, kamen die Wissenschaftler mit Namen wie Mantophasmatodea. (Ja, ich mir gefällt unser Name auch besser, doch da kann man nichts machen.)

Kulturelle Veränderungen tauchen jedoch genauso rasch wie technologische Veränderungen auf und das ist dann genau der Zeitpunkt, an dem die Sprachentwicklung wirklich kreativ wird. Dementsprechend erfinden viele von uns neue Worte ohne hierfür das Lateinische oder Griechische zu konsultieren. Unsere neuen Wortschöpfungen – welche auch als Neologismen bezeichnet werden – sind etwas weniger formell. Wie nennt man z.B. einen schlecht bezahlten Job ohne Würde und mit schlechter Chance auf einen beruflichen Aufstieg? Dafür gibt es keinen Namen, oder?

Natürlich gibt es den. Man nennt solch eine Anstellung McJob - zu (zweifelhaften) Ehren der entsprechenden Burgerkette.

Und wie bezeichnet man es, wenn der Streber in der Englischklasse im zweiten Studienjahr Hosen trägt, die etwa zehn Zentimeter über seinen Schuhen enden? Man sagt, dass er "Hochwasserhosen" trägt, wonach man ihn so lange gnadenlos hänselt, bis er drogenabhängig wird und die Schule abbricht.

Und was ist, wenn der Netscape Browser einfriert? Hierfür sollte es eigentlich einen technischen Ausdruck eben, doch das Internet ist so schnell gewachsen, dass man nicht so lange warten konnte, bis die EDV Spezialisten mit einem passenden Wort ankamen. Stattdessen hat wieder einmal die Sprache die Initiative übernommen. Wenn der Chef ins Büro kommt und man trotz verzweifelten Mausklicks die Seite womenandlivestock.com nicht vom Bildschirm bekommt, dann wurde der Computer kometisiert, d.h. der kleine Netscape Komet in der rechten oberen Ecke des Bildschirms ist eingefroren.

Erstaunlicherweise gibt es einen kulturellen/soziologischen Bereich, in dem die Sprachentwicklung ziemlich stark stagniert. Ja, es ist das gute alte Fitnessstudio. Dort gehen jeden Tag alle möglichen neuen Dinge um uns herum vor sich, doch es wurde noch kein neues Wort geboren um sie zu beschreiben.

Wie nennt man z.B. das, was man sieht, wenn eine Frau wirklich enge Spandex- oder Lycrashorts in einer hellen Farbe ohne Unterwäsche darunter trägt? Dafür gibt es kein Wort, oder? Doch, jetzt gibt es eins (oder auch zwei). Man nennt so etwas Vagidentation oder auch Camel Toe (übersetzt Kamelzehe).

Ich habe mir die Freiheit genommen einige weitere neue Wörter zu erfinden und ich möchte meine Leser bitten diese in ihren Wortschatz aufzunehmen – verwendet sie einfach ab und zu, sodass sie ihren Weg in eine zukünftige Version des Duden finden werden.

Tanzendes Nilpferd: Ein außergewöhnlich fetter Aerobictrainer - dem Disneyfilm Fantasia entliehen.

Sich verfurzen: Das Ablassen schrecklich riechender Gase mit anschließendem Verlassen des betroffenen Bereichs, wobei man die anwesenden Frauen im Glauben lässt, dass der einzige in der kontaminierten Zone zurückbleibende Mann der Missetäter ist.

Fettlocke: Ausdruck zur Beschreibung fülliger, grauhaariger, tattriger weißer Männer, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Andy Griffith aufweisen. Fettlocken wandern durch das Studio und scheinen sich auf der Suche nach einem verlegten Sportgerät zu befinden. Gewöhnlich trägt diese Spezies weiße Shorts, ein weißes T-Shirt und schwarze Socken und Schuhe. Eine Fettlocke wird unverständlicherweise immer genau dann vor der Kurzhantelablage stehen, wenn man gerade versucht seine Hanteln zu holen.

Figure Mortis: Ein Wahnzustand, bei dem der Betroffene glaubt, dass er ein massiger Freak ist und mit durch einen imaginären Latissimus weit ausgestellten Oberarmen herumläuft.

Gilligan: Benannt nach der Figur aus der Fernsehserie, die auf einer verlassenen Insel gestrandet war, bezieht sich Gilligan auf das verlorene Bauchnabelpiercing, das von einem pummeligen Mädchen getragen wird.

Hogan: Hat man schon einmal einen dieser Typen gesehen, die mit gespreizten Beinen in schlabberigen Shorts und zu weiter Unterwäsche auf der Flachbank liegen? In den meisten Fällen entweicht hierbei einer der Hoden aus Stalag 13. "Schau dir Leroy beim Bankdrücken an. Beim ihm ist ein Hogan los." Die korrekte Etikette verlangt, dass man zu ihm hin geht und in seiner besten Colonel Klink Stimme sagt "Hooo-gan! Zurück in die Baracke zu LeBeau!"

Jerk Du Soleil: Dieser Begriff beschreibt die armen Teufel, die vor Jahren mit dem Gewichtstraining begonnen haben und immer noch dieselben grellbunten Zirkusclownhosen tragen wie damals 1985. Oft begleiten ärmellose Sweatshirts mit einem Aufdruck der Art "Werde massig oder stirb" oder anderen anachronistischen Sprüchen diese Hosen.

Magnavox: Ein Bodybuilder der nur aus seinem Oberkörper ohne nennenswerte Beine besteht und an einen alten Konsolenfernseher aus den Sechzigern oder Siebzigern erinnert.

Mammogram Mama: Ein Mädchen mit großen Brüsten, das einen zwei Nummern zu kleinen BH trägt, sodass ihre Brüste so aussehen, wie das, was der Radiologe sehen würde, wenn die Röntgenplatte aus Klarglas bestehen würde.

Mondsüchtig: Wenn sich das Unterwäschemodel, das jeden Tag um 5 zum Training kommt, sich vor einem bückt, um eine Chromhantel aufzuheben. Wenn man gerade dabei ist einen schweren Satz stehendes Schulterdrücken auszuführen, dann wird man mondsüchtig. Das Auftreten dieses Zustands während der Ausführung eines schweren Satzes ist die Ursache für 99% aller Trainingsunfälle und bedarf häufig eines Besuchs beim Chiropraktiker, um die Halswirbelsäule wieder von der Leber zu trennen.

Osama: Der ausländische Typ, der im Studio angestellt ist und die Luft mit Desinfektionsmittel übersättigt, während man sich gerade darauf vorbereitet einen Satz Kniebeugen auszuführen. Dies beschert einem einen Hustenanfall, bei dem die Augen zu tränen beginnen und man es schwer findet Luft zu bekommen, was die Behörden glauben lässt, dass man das Opfer eines Anschlages mit Biowaffen wurde.

Präriehundalarm: Wenn ein leckeres Schnittchen von Frau mit einem Bikinitop und kurzen Shorts das Studio betritt, richten sich alle anwesenden Heteromänner sofort auf und schauen sich um – ähnlich eine Familie von Präriehunden, wenn eine Klapperschlange gesichtet wurde. Oft übermitteln die Männer im Studio die Anwesenheit der Frau mit Hilfe einer bisher noch nicht entschlüsselten Serie von Grunz- und Stöhnlauten an ihre Artgenossen.

Rod Stewart: In Anlehnung an den gleichnamigen ausgezehrten Rockstar mit wirrer Frisur, beschreibt dieser Ausdruck jene skelettartigen älteren Frauen mit zu stark gebleichten Haaren, die zwei oder drei Stunden pro Tag im Studio mit Aerobic verbringen.

Sharon Stoneing: Beschreibt die Handlung einer Frau, die eine übermäßig lange Zeit auf der Beinadduktorenmaschine verbringt – dieser Ausdruck trifft insbesondere dann zu, wenn sie sich eine Zigarette anzündet und fragt "Werden sie mich wegen Rauchens verhaften?" Das kann ganz nett anzuschauen sein – insbesondere, wenn es eine Vagidentation (Camel Toe) zu sehen gibt.

Das Wiesel streicheln: Von einem Schafskopf, der Kniebeugen oder Bankdrücken nur über einen Bewegungsraum von 15 Zentimetern ausführt, wird auch gesagt, dass ei>r das Wiesel streichelt. Dieser Ausspruch stammt vom lateinischen Ausspruch Erdrosseln des Huhnes ab.

Tränken des Kamels: Wenn man nach einem mehrfachen Dropsatz bei nahezu 40 Grad Außentemperatur zum Trinkbrunnen läuft und dort so ein Trottel eine Ewigkeit dafür braucht, um seine zwei Liter Monsterflasche zu füllen, dann tränkt der das Kamel.

In Ländern des mittleren Ostens bestünde die angemessene Reaktion auf diesen Bruch der Etikette darin, dem Ungläubigen die Hände zu fesseln, ihm den Mund mit Datteln voll zu stopfen, ihm danach den Mund zuzukleben und ihn dann in der Wüste auszusetzen, wo er herumwandern wird, bis die Sonne ihn und die Datteln gekocht hat. Hier in Amerika knurren wir nur ein bisschen und werfen dem Verbrecher einen bösen Blick zu.

Ich hoffe, dass diese neuen Wörter und Phrasen dem Leser dabei helfen werden, seine Gedanken klarer kommunizieren zu können und das Leben im Studio befriedigender zu machen. Und ich erwarte, dass viele dieser Neologismen innerhalb der nächsten Jahre ihren Weg in die neuen Wörterbücher finden werden.

Jetzt möchte ich meine Leser bitten mich zu enzschuldigen während ich meinen Hogan zurechtrücke.