Ein Artikel von T-nation.com
von TC

Die anderen Kinder verbrachten ihre Zeit damit draußen Straßenbaseball zu spielen, doch der 11 Jahre alte TC – der streberhafte, bebrillte elfjährige TC – war die meiste Zeit über im Keller, wo er sich um seine geliebten Pflanzen kümmerte.

Ja, ich sah mich selbst schon als Botaniker. Die Jahre des Studiums die noch vor mir lagen und die hieraus resultierenden akademischen Grade waren eigentlich nur noch reine Formalitäten.

Ich las alles über Pflanzen, was ich finden konnte. Ich klaute sogar botanische Schulbücher aus der Bibliothek. Ich war davon besessen das Wachstum der Pflanzen zu beschleunigen und ich führte eine Vielzahl von Experimenten mit unterschiedlichen Düngern und sogar mit unterschiedlichen Wellenlängen des Lichts zur Beleuchtung durch! Eine Seite meines käsigen kellerweißen Gesichts war gewöhnlich in rotem Licht gebadet und die andere Seite in blauem Licht. Mein imaginärer Freund hatte einen Buckel und nannte mich Meister. preview

Dann lernte ich etwas über Auxine – pflanzliche Hormone. Man reibt einen Typ von Auxin auf eine Seite des Stängels und der Stängel biegt sich und wächst in die entgegengesetzte Richtung! Ja, ja! Auf diese Art und Weise richten sich Pflanzen in Richtung der Sonne! Das ist elementar, elementar ihr anderen elfjährigen Dummköpfe! Könnt ihr das nicht sehen oder habt ihr nur den geistigen Horizont eines Zehnjährigen?!?

Doch dann, so wie es bei verrückten Wissenschaftlern meines Alters die Norm ist, kam die Entdeckung, die das ultimative Verderben für meine Pflanzen und meine Bestrebungen brachte. Ich hatte etwas gefunden, das das Potential besaß, mir die Kontrolle über die gesamte Menschheit zu geben! Mein teuflisches Lachen wurde nur durch meine Asthmaanfälle unterbrochen.

Ich war über etwas in einem lange vergessenen verstaubten Text gestolpert, der zweifelsohne von einem Alchemisten vor langer, langer Zeit geschrieben worden war … okay ich hatte es in Science News gelesen. Aber egal, das worüber ich etwas - mit weit geöffneten Augen und schnellem flachem Atem – gelesen hatte, war ein Superpflanzenhormon mit dem Namen Gibberellin, das während des Vietnamkrieges eingesetzt wurde um Feldfrüchte mit unglaublicher Geschwindigkeit wachsen zu lassen.

Oh-Mama-oh-Mama-oh-Mama.

Große händereibende Pläne!

Ich besorgte mir also welches … gut, ich stahl etwas von diesem Hormon (alles im Namen der Wissenschaft), doch ich war ein undisziplinierter junger Wissenschaftler. Anstatt geringe Mengen bei ausgewählten Pflanzen anzuwenden, behandelte ich alle meine Pflanzen damit. Dr. Frankenstein, wo immer Du auch bist, Du verstehst mich, oder?!?

In der folgenden Nacht schlief ich unruhig und war voller Erwartung, dass ich nach dem Aufwachen von dutzenden menschenfressenden Pflanzen begrüßt werden würde, die meinen kleinen Horrorladen bevölkern und "Füttere mich, TC, füttere mich!" schreien würden.

Stattdessen wachte ich mitten in einem Schlachtfeld auf. Die Pflanzen waren tot oder starben. Sie waren zu Opfern meiner jugendlichen Überschwänglichkeit geworden.

Dies beendete meine botanische Phase so ziemlich! Diese Erfahrung beendete jedoch nicht meine Faszination für Wachstumsfaktoren und Hormone. Meine Faszination hatte sich von Pflanzen zu Menschen gewandelt und statt dem Gibberellin zu huldigen, verliebte ich mich in das Testosteron.

Diese Liebesbeziehung dauerte mein ganzes Leben lang bis jetzt an. Natürlich lese ich fast so gerne etwas über ernährungstechnische Biochemie und Trainingsphysiologie wie die anderen Autoren dieser Seite, doch das Studium des männlichen Hormons ist mein spezielles Ding.

Auch wenn Testosteron ein Molekül mit relativ einfacher Struktur ist, befindet sich Testosteron an der Wurzel des menschlichen Begehrens, des menschlichen Strebens und sogar der menschlichen Geschichte. Seine Wirkungen sind teilweise biologisch, teilweise psychologisch und teilweise mythologisch. Beowulf hätte den Drachen nicht ohne Testosteron bekämpft. Helena von Troja hätte nichts anrüchiges in Bewegung gesetzt, geschweige denn tausende von Schiffen. Ohne Testosteron hätte es keine Erkundungen gegeben – jeder wäre zu Hause geblieben um Vorhänge aufzuhängen. Keine Eroberungen! Keine Erfindungen! Und definitiv keine wilden Saufgelage!

Und natürlich ist Testosteron für einen Sportler das, was für den Kampfgeist verantwortlich ist. Es lässt uns gewinne, und was noch wichtiger ist, es bewirkt, dass wir gewinnen wollen. Testosteron ist auch das, was Männer wie Männer aussehen lässt und je mehr man davon hat, desto männlicher ist man. Es ist die ultimative Freizeitdroge – es ist der Nektar der Götter.

Zu Ehren meiner Liebesbeziehung zu Testosteron möchte ich an dieser Stelle die Top Ten meiner weniger bekannten Lieblingstestosteronfakten vorstellen. Einige haben mit der Geschichte des Testosterons zu tun und andere mit seiner Chemie oder den Wirkungen auf die menschliche Physiologie. Hier sind sie also in zufälliger Reihenfolge:
  • 1. Testosteron und Östrogen: So ähnlich und doch so unterschiedlich.

    Testosteron und Östrogen – zwischen ihnen liegen Welten. Sie sind das Yin und Yang des menschlichen Verhaltens und der Entwicklung, richtig? Nun, sie mögen unterschiedliche Wirkungen besitzen, doch sie unterscheiden sich vom Aussehen her nicht wirklich stark. Schauen wir uns die Abbildung unten einmal genauer an. Das obere Molekül ist Testosteron und das untere Östrogen. Beide Moleküle sind sich so ähnlich, dass sie in ihrer dreidimensionalen Grundstruktur deckungsgleich sind. Die Moleküle sind abgesehen von einem Extraständer eines Kohlenstoffatoms, der senkrecht nach oben steht und in der Abbildung rot dargestellt ist, identisch.

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    Scheint es nicht angemessen zu sein, dass das Testosteron selbst einen Penis hat?

    Der wissenschaftliche Autor McBride Dabbs beschreibt die Ähnlichkeit zwischen den beiden Molekülen als eine Metapher für die Ähnlichkeit von Männern und Frauen:
    "Männer und Frauen sind sich auf viele Arten und Weisen ähnlich – bei ihrem Körper, im Geiste, in ihren Hoffnungen und Ängsten. Wir sollten an diese grundlegende Ähnlichkeit denken, wenn wir über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen nachdenken."

  • 2. "Samenartige Sparsamkeit"

    Vor der Isolierung von Testosteron in den Dreißigern ging man davon aus, dass die Männlichkeit von dem repräsentiert wird, was sichtbar war, mit anderen Worten gesagt von Sperma und Samenflüssigkeit.

    Es wurde landläufig angenommen, dass die sekundären männlichen Charakteristika wie Muskelmasse und Wachstum der Genitalien mit der Spermaproduktion in Verbindung stehen würden.

    Dies führte zu der vorhersehbaren aber bedauerlichen Vorstellung, dass Sperma nicht verschwendet werden sollte. Die Ärzteschaft warnte Männer davor exzessiv Sex zu haben oder – Gott bewahre – zu masturbieren, da sie ansonsten ihrem Körper diese vitale Substanz rauben würden. Außerdem glaubte man, dass Sperma nur in begrenzter Menge vorhanden war. Der männliche Tank hatte angeblich nur eine bestimmte Füllmenge und man sollte besser nicht zu viel auf der sexuellen Autobahn herumfahren und diese kostbare Flüssigkeit verbrauchen und damit gleichzeitig auch die eigene Männlichkeit.

    Arme magere, blasse Männer, die von jedem kichernden Betrachter als chronische Wichser angesehen wurden, die all ihre Männlichkeit in die Schlüpfer ihrer Schwester gespritzt hatten. atürlich ist das so ziemlich dasselbe, das wir heute zutage denken, wenn wir einige Exemplare der Menschheit auf dem Campus sehen.

  • 3. Die primitiven Anfänge der Testosterontherapie

    Im Jahr 1869 theoretisierte ein französischer Physiologe namens Eduardo Brown- Séquard, dass die Injektion von Sperma eines gesunden jungen Tieres in die Venen eines alten Mannes dessen Vitalität steigern würde. Zwanzig Jahre später, im Alter von etwa 72 Jahren, probierte dieser verrückte alte Spinner das wirklich aus.

    Brown-Sequard eröffnete einer erstaunten Zuhörerschaft an der Société de Biologie in Paris, dass er seinen körperlichen Abstieg durch Injektionen eines flüssigen Extraktes, welches aus den Hoden eines Hundes und eines Meerschweinchens gewonnen worden war, umkehren konnte. Er beharrte darauf, dass diese Injektionen seine Kraft gesteigert, seine mentale Schärfe verbessert und sogar die Länge seines Urinstrahls um 25 % verlängert hatte, so dass er nun die Kakerlaken von der Toilettenwand blasen konnte.

    Diese Prozedur kam in Frankreich gut an und erreichte bald auch die Vereinigten Staaten wo William Hammond, ein ehemaliger Chefarzt, berichtete, dass diese Zubereitung Schmerzen linderte, die Herz-Kreislauf Funktion verbesserte und die Potenz steigerte. In der Zwischenzeit fuhr Brown-Séquard damit fort seine Formel zu verfeinern:

    "Man schneide Bullenhoden in vier oder fünf Scheiben, mische diese mit einem Liter Glyzerin, lagere diese unter regelmäßiger Drehung für 24 Stunden, wasche das Ganze mit kochendem Wasser aus, leite die Flüssigkeit durch einen Papierfilter und sterilisiere alles bei 104 Grad."

    Wir wissen heute, dass die Wirkung der Zubereitungen von Brown-Séquard auf dem Placeboeffekt beruhte. Trotz allem regte er Laborforschung und klinische Anwendungen an, die später zur Entdeckung des Testosterons führten.

  • 4. Hodentransplantationen

    Im Jahr 1913 führte ein Chirurg an der University of Chicago die erste Hodentransplantation an einem doppelt verwünschten 33 Jahre alten Mann durch, der einen Hoden durch einen Unfall und den anderen durch eine verpfuschte Leistenbruchoperation verloren hatte. Es wird angenommen, dass der Spenderhoden von einer dritten Partei gekauft wurde, die nicht die Eier dazu hatte nein zu sagen.

    Vier Tage nach der Operation bestand der Patient darauf das Krankenhaus zu verlassen, da er seinen "Trieb befriedigen" wollte.

    Faszinierenderweise wurden Hodentransplantationen bald darauf zu etwas alltäglichem. Im Jahr 1918 begann der Chefarzt des Kalifornischen San Quentin Gefängnisses damit menschliche Hoden von kürzlich hingerichteten Sträflingen bei senilen Empfängern einzupflanzen.

    Bald darauf verwendete er stattdessen Tierhoden.

    Der Arzt L.L. Stanley führte 21 Transplantationen mit menschlichen Hoden und über 300 Transplantationen mit Tierhoden durch. Die Insassen von San Quentin standen im wahrsten Sinne des Wortes Schlange um sich dieser Prozedur zu unterziehen und die Empfänger berichteten von "einem Gefühl der Lebenskraft, einer Freude am Leben…."

    Etwa zur selben Zeit begann ein inspirierter französischer Arzt damit Affenhoden bei Patienten zu transplantieren, die über einen Verlust des Sexualtriebes klagten. Er erklärte, dass diese Prozedur die körperlichen und mentalen Kräfte fördern würde und setzte sich dafür ein, dass diese an Kindern durchgeführt werden sollte um eine neue Superrasse von Genies zu schaffen.

    Auch wenn dies niemals geschah tauchten viel später im Jahr 1949 Berichte auf, die zeigten, dass Arzte Frühgeborenen – sowohl männlichen als auch weiblichen - orales und injizierbares Testosteron verabreicht hatten. Ein Jahr später fand eine Studie heraus, dass Methyltestosteron das Wachstum von Babys beschleunigte ohne dass negative Nebenwirkungen auftraten.

    Wahrscheinlich aufgrund dieser Studie begannen Ärzte später damit magersüchtigen und untergewichtigen Kindern Testosteron als allgemein das Wachstum fördernde Substanz zu verabreichen. Dies geschah bis ins Jahr 1961, doch glücklicherweise wurde diese Vorgehensweise nicht weiter praktiziert nachdem den Wissenschaftlern die Nebenwirkungen einer relativ willkürlichen Testosterontherapie bei vorpubertären Jugendlichen bewusst wurden.

  • 5. Gonaden (Keimdrüsen) Tabletten

    Der Testosteronwahn des frühen zwanzigsten Jahrhunderts führte zur Entwicklung einer Reihe von rezeptfreien Formulierungen mit dubioser Effektivität. Unter den beliebtesten – oft auch von Ärzten verschriebenen – Mitteln befanden sich Henry Harrower's Gonad Tablets. Diese enthielten 0,25 Gramm Nebenniere, 0,5 Gramm Schilddrüse, 1 Gram Hypophyse und 1,5 Gramm Prostata und Leyding Zellextrakt. Auf dem Etikett wurde die Einnahme 3- bis 8-mal täglich empfohlen.

    Andere beliebte Präparate waren "Ovacoids" und "Testacoids" ("Die kuriose starke Ausbeulung der Hose zeigt, dass es wirkt!"), zusammen mit "konzentrierter Orchitic Lösung", welche Gewebe aus den "kleinen, harten Hoden gesunder, lebender Ziegen, Schafsböcke oder Affen" in Wasser oder Alkohol gelöst enthielt.

  • 6. Die Entdeckung des Testosterons

    Im Jahr 1929 entdeckten Forscher, dass der männliche Urin das mysteriöse männliche Hormon enthält. Zwei Jahre Später isolierte ein Professor namens Adolf Butenandt in Zusammenarbeit mit dem Schering Konzern minimale Mengen dieser Substanz und nannte sie Androsteron.

    Im Jahr 1934 bereinigte ein anderer Forscher dieses Hormon von Cholesterin und erhielt für seine Arbeit später im Jahr 1938 zusammen mit Butenandt den Nobelpreis für Chemie.

    Zwischen diesen beiden Ereignissen reinigte ein Professor namens Ernst Laquer mit seinen Kollegen und der holländischen Pharmafirma Organon dieses Hormon aus Bullenhoden noch weiter und gab ihm den Namen Testosteron.

  • 7. Rallige männliche Babys?

    Der Kleine ist ja so unschuldig!

    Genau dies ist das, was wir normalerweise glauben würden, doch während der ersten 4-6 Monate im Leben eines männlichen Babys ist sein Testosteronspiegel fast so hoch wie während der Pubertät! Auch wenn man sich noch nicht darüber im Klaren ist warum dies so ist, vermuten einige Wissenschaftler, dass diese hohen Spiegel etwas mit der "Vermännlichung des Gehirns" zu tun hat.

    Oh, das Baby schreit! Der Kleine ist hungrig! Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es könnte sein, dass er einfach nach ein paar Titten grabschen möchte. Zum Glück hat die Natur in ihrer Weisheit dafür gesorgt, dass Babys in diesem Alter noch nicht laufen können – ansonsten würden sie den Familienschnauzer vögeln und auf ausgewählte Frauen im reiferen Alter mit ihrem winzigen Pimmelchen in der Hand zugehen und sagen "Hey, wie geht’s denn so?"

    Glücklicherweise sinken die Testosteronspiegel nach diesen ersten hormonellen Tumulten auf die normalen Kindheitsspiegel ab.

  • 8. Sportler und niedrige Testosteronspiegel

    Es widerspricht vielleicht der Intuition, doch männliche Sportler besitzen meist einen niedrigeren Testosteronspiegel als ihre untätigen männlichen Gegenstücke.

    Vergleichende Studien haben immer wieder gezeigt, dass die Konzentrationen von freiem Testosteron und Gesamttestosteron bei regelmäßig trainierenden Sportlern (Läufer, Gewichtheber, Ruderer, Radsportler und Schwimmer) überraschend gering sind. In der Tat lagen die Testosteronspiegel durchtrainierter Probanden bei nur 60 – 86 % im Vergleich zu denen untrainierter Männer.

    Während sich die FSH und LH Spiegel trainierter und untrainierter Männer kaum unterschieden, waren die Testosteronspiegel signifikant beeinträchtigt. Einige Forscher führen diese Diskrepanz auf Veränderungen des hepatischen und extrahepatischen (Muskeln, Haut) Stoffwechsels von Testosteron zurück, welche nicht durch die Keimdrüsen der Sportler kompensiert werden können.

    Auch wenn Sport jeglicher Art für eine Dauer von 5 bis 30 Minuten in einer signifikanten Erhöhung des Testosteronspiegels resultiert, fallen diese Spiegel 15 – 60 Minuten später unter den Ausgangswert ab. Dieser Abfall unter den Ausgangswert kann abhängig von Dauer und Intensität des Trainings für bis zu drei Tage anhalten!

    Bedeutet dies, dass ein fetter Bastard männlicher ist als ein steinharter Sportler. Mein Gott, ich hoffe nicht.

  • 9. Testosteronspiegel und das Geschlechtsverhältnis der Kinder

    Ein Student der Georgia State University, namens Jonathan Bassett, hatte Folgerungen in der wissenschaftlichen Literatur gelesen die darauf hin deuteten, dass Frauen mit einem höheren Testosteronspiegel mehr Jungen als Mädchen gebären.

    Während dies auf den ersten Blick nicht viel Sinn zu machen scheint, könnte ein hoher Testosteronspiegel bei fruchtbaren Frauen die Lebensfähigkeit männlicher und weiblicher Zygote (befruchtete Eizelle) nach der Empfängnis beeinflussen.

    Auf jeden Fall entschloss sich Bassett eine Studie mit Strafverteidigerinnen – ein Berufszweig, der typischerweise von Frauen mit mehr Testosteron gewählt wird – und Schönheitsköniginnen durchzuführen. Unter Verwendung des Verhältnisses von Taillenumfang zu Hüftumfang nahm Bassett an, dass eine kurvenreichere Figur mit einem niedrigeren Testosteronspiegel in Wechselwirkung steht und dass das Verhältnis der Geschlechtszugehörigkeit der Kinder dieser Frauen sich signifikant von dem der Strafverteidigerinnen unterscheiden würde.

    Er lag richtig. 58 % der Kinder von Strafverteidigerinnen waren Jungs, während ehemalige Miss Amerikas doppelt so viele Töchter wie Söhne hatten.

    Wenn man also ein paar Söhne haben möchte, die auf dem Bauernhof mithelfen können, dann sollte man vielleicht das Mädchen vom nächsten Bauernhof heiraten, das wie Warren Sapp (massiger American Football Spieler) aussieht.

  • 10. Testosteron, Fingerlänge und die Insel Lesbos

    Schaut euch eure Hände an. Haltet sie vor euch nach oben, als ob ihr den Slip einer Stripperin fangen wolltet. Ist euer Ringfinger länger als der Zeigefinger?

    Wenn dies der Fall ist und man ein Mann ist, dann ist dies gut für einen. Während des ersten Vierteljahres, als man noch fest in Mutters Bauch verankert war, begannen Hormone damit die Ärmel hoch zu krempeln um dabei zu helfen den Körper aufzubauen. Das frühe dem Testosteron ausgesetzt sein ist das, was für die unterschiedliche Länge der Finger verantwortlich ist.

    Biologen nennen dies auch das 2D:4D Verhältnis.

    Niemand weiß wirklich warum dies passiert, doch es ist schon seit langer Zeit bekannt, dass das Wachstum bestimmter Knochen vom Testosteron bestimmt wird.

    Der Forscher John Manning von der University of Liverpool hat sogar Studien durchgeführt, die darauf hindeuten, dass außergewöhnliche Sportler und Mathegenies besonders lange Ringfinger besitzen, was vielleicht ein Hinweis darauf sein könnte, dass sie höhere Mengen an Testosteron im Mutterleib abbekommen haben.

    Genauso faszinierend und ausgesprochen fesselnd bezüglich dieser 2D:4D Diskussion ist die Tatsache, dass Frauen im Allgemeinen gleichlange Ring- und Zeigefinger besitzen, wobei Lesben eine beachtenswerte Ausnahme bilden. Sie neigen dazu ein ähnliches Verhältnis der Fingerlängen zu besitzen wie Männer.

    Diese Tendenz ist natürlich nicht narrensicher. Man sollte sich jetzt nicht die Hände seiner Freundin ansehen, feststellen, dass sie ein verdächtiges 2D:4D Verhältnis der Finger aufweist und anschließend in wilder Raserei ihre Schubladen durchsuchen um zu sehen, ob sie eine Schachtel mit sexy Fotos von J-Lo oder einen von Martina Navratilova signierten Vibrator enthalten. Was die Forscher genau herausgefunden haben ist lediglich, dass wenn man sich die Hände von 100 heterosexuellen Frauen und 100 Lesben im Vergleich anschaut, mehr Lesben als Heterofrauen Ringfinger besaßen, die länger als der Zeigefinger waren.

    Auf irgendeine Weise könnten diese Frauen so wie Männer mit ähnlichen Werten auch eine Extraportion Testosteron während der ersten Wochen im Mutterleib erhalten haben. Als Resultat hiervon (und dies ist nur eine von vielen Theorien) gehen ihre sexuellen Präferenzen stärker in Richtung anderer Frauen. Wenn ihnen nicht gerade der Penis fehlen würde und sie keine Affinität für Frauengolf besäßen, dann hätten sie genauso gut Männer werden können.
Ich könnte jetzt wahrscheinlich noch den ganzen Tag über Dinge reden, die ich für interessante Fakten zu meinem Lieblingshormon halte, doch ich muss jetzt erst einmal in den Keller gehen, um nach meinem neusten Experiment zu sehen.

Ich habe Tim Patterson, Chad Waterbury und Chris Stuart an die Wand gekettet und ihnen Testosteron injiziert – ich meine hiermit mehr Testosteron als irgendjemand bisher irgendjemandem verabreicht hat!

Ich hoffe, dass ich so eine neue Rasse von Supermännern schaffen kann! Natürlich besteht immer auch die Möglichkeit, dass ich es etwas übertrieben habe und ihnen zu viel verabreicht habe...





Quellen:

  1. Dabbs, James McBride, Heroes, Rogues and Lovers, McGraw-Hill, 2000.
  2. Griffin, James, and Ojeda, Sergio, Textbook of Endocrine Physiology, Oxford Press, 1996.
  3. Hoberman, John, Testosterone Dreams: Rejuvenation, Aphrodisia, Doping. University of California Press, 2005.
  4. Luoma, TC, Luoma's Big Damn Book of Knowledge, Oxford Press, 2005.
  5. Nieschlag, E., et al, Testosterone: Action, Deficiency, Substitution. Springer, 1998.
  6. Rothman, Sheila and David J, The Pursuit of Perfection, Pantheon Books, 2003.