AD - Ein Haufen Inspiration
Ich bin jedoch (gerade so) intelligent genug um zu wissen, dass es eine Menge Menschen gibt, die diese Art von Artikeln mögen. Wenn ich also von einem regelmäßigen Leser oder auch einem Neuling einen solchen Artikel geschickt bekomme, in dem der- oder diejenige beschreibt, wie er oder sie große Schwierigkeiten überwinden konnte, dann denke ich zumindest darüber nach etwas darüber zu veröffentlichen.
Dies war auch bei folgendem Brief der Fall. Ich las ihn, erkannte, dass er auf eine bestimmte Art und Weise inspirierend war und da ich gerade überhaupt keine Idee hatte, was ich diese Woche schreiben sollte, entschied ich mich dafür diesen Brief zu veröffentlichen.
Seid also darauf vorbereitet inspiriert zu werden. preview
Mein Name ist Meat (englisch für Fleisch). Ursprünglich lautete er Edward Worthington der Dritte, doch ich habe ihn in Meat geändert – ihr wisst schon, einer dieser coolen ein Wort Namen wie mein Idol Flex.
Man wird es wahrscheinlich nicht erahnen, wenn man mich jetzt anschaut, doch noch vor einigen Jahren war ich ein absoluter Versager. Ich hatte eine Frau, die halbtags als Unterwäschemodel arbeitete, ein Kind, ein großes Haus mit 7 Schlafzimmern, einen Jaguar XKE und einen "erfüllenden" Job, der aus der Organisation von Unterstützungsfonds für hungernde Kinder bestand. Natürlich stemmte ich auch damals schon Gewichte, doch es war schon schwer zwei Stunden Zeit pro Tag dafür zu finden. Mein Körperfettanteil lag bei ekelerregenden 9 % und ich konnte gerade so 300 Pfund auf der Bank drücken. Sagt es ruhig – Versager.
Eines Tages, während ich gerade die Flex las und mir dort eine fünfzehnseitige Hommage an den Arsch von Profibodybuilder Tommi Thorvildsen anschaute, erkannte ich, dass ich mein Leben bisher verschwendet hatte und dass es vielleicht noch nicht zu spät war, etwas daran zu ändern.
Ich kündigte also meinen Job und widmete mein Leben dem erhabenen und erstrebenswerten Ziel ein knallharter Hengst mit einem Hintern, Bauchmuskeln, Brustmuskeln usw. aus Stahl zu werden. Ich verkaufte mein Haus und das meiste meiner Besitztümer. Ich tauschte sogar mein Auto gegen ein Oldsmobile aus dem Jahr 72 ein und zog in den Kofferraum, um das Geld für Miete zu sparen.
Das ist gar nicht mal so schlecht, es sei denn man möchte eine große Dinnerparty oder etwas ähnliches veranstalten, bei der die Gäste dann auf den Kotflügeln sitzen müssen.
Wie auch immer. Ich begann damit zweimal täglich jeweils 4 bis 6 Stunden am Stück zu trainieren.
Versteht mich nicht falsch, es war nicht so, als ob ich mich in einen Blutegel für die Gesellschaft verwandelt hätte und Geld damit verdient hätte, indem ich bei Schwulengeburtstagspartys aus Torten gesprungen wäre oder so etwas. Verdammt, ich habe meinen Stolz. Nachdem ich meinen Loser Job gekündigt hatte, konnte ich eine führende Stellung bei einem ortsansässigen Restaurant ergattern.
Ja, ich war für die Security bei Dennys in der Main Street verantwortlich. Man wird vielleicht nicht glauben, dass ein solches Restaurant einen Türsteher und Rausschmeißer braucht, doch glaubt mir, wenn sich irgend so ein Arsch darüber beschwert, dass die Eier in seinem Grand Slam Frühstück etwas zu flüssig sind, dann sollte man diesen Bastard hinaus "begleiten" und das schnell, bevor der große Ärger beginnt.
Wie auch immer, die Arbeitszeiten beeinträchtigten mein Training nicht und der Job ist nicht allzu stressig. Ganz davon abgesehen, denke ich, dass es unserem Sport gut tut, wenn die Öffentlichkeit uns in Positionen mit Verantwortungen arbeiten sieht.
Klar, meine Frau ist ausgeflippt, sie hat mich verlassen und das Sorgerecht für unser Kind bekommen, doch wer braucht den ganzen Ärger? Verdammt waren die beiden selbstsüchtig. Ich muss mich da bloß daran erinnern, als ich damals einbeiniges Wadenheben an unserem alten Pool trainiert habe.
Ich habe meine Waden so richtig verheizt und ein richtig tolles Brennen im Muskel gespürt, als meine Frau raus kam, um mir etwas von der neuen Unterwäsche zu zeigen, die sie als Model vorführen sollte. Als ob das nicht schon potentiell ablenkend genug gewesen wäre, brach auch noch einer ihrer verdammten 12 Zentimeter Absätze ab und sie machte eine ungewollte Bruchlandung in den Pool.
Dann fing sie auch noch mit diesem "Hilf mir, hilf mir, ich ertrinke!" Vergiss es! Mann war ich angepisst.
"Hilf mir, ich ertriiinnnnkeee." äffte ich sie nach. "Und was ist mit mir? Was ist mit meinen Bedürfnissen? Denkst du wirklich, dass ich beeindruckende Waden aufbauen werde, wenn ich jedes Mal springen muss, wenn du ein Problem hast?"
Ich warf ihr einen Gartenstuhl in den Pool und dachte mir, dass sie darauf mit einem Fuß balancieren könne, um ihren Kopf über Wasser zu halten, bis ich mit meinem Training fertig war. Ein paar Sätze später spielte ich dann den Helden und zog ihren Schmuddelarsch aus dem Pool. Und dann, das muss man sich mal vorstellen, nachdem sie das Bewusstsein wieder erlangt hatte, wurde sie auch noch sauer auf mich. Schlampe!
Und dann war da noch der Freitagabend an dem mich meine 7 Jahre alte Tochter anrief. Der Name auf ihrer Geburtsurkunde lautet Heather, doch scheiß drauf, ich nenn sie Nicole – zu Ehren von Nicole Bass, der tollsten Bodybuilderin, die je gelebt hat.
Ich sagte "Nicole, Schatz, was gibt’s?"
Sie begann schmollend irgendetwas darüber zu murmeln, dass ihr Name Heather sei, doch ich ignorierte die Göre. Dann begann sie damit so einen Mist darüber zu reden, ob ich vielleicht morgen mit ihr in den Park gehen würde, um etwas Ball mit ihr zu spielen. Samstag ist aber normalerweise der Tag, an dem ich an meinem Serratus arbeite, also vergiss es.
"Hör mir mal gut zu du Brut einer Hure, auch wenn du denkst, dass das Herumtreten eines verdammten Fußballes etwas ganz tolles ist, habe ich etwas Wichtigeres zu tun! Sei froh, dass du keins von den Kindern bist, dass sich jeden Abend aus Scham darüber, dass es seinem Vater egal ist, dass sein Serratus beschissen aussieht, in den Schlaf heulen muss!"
Das war der Moment, an dem der Wasserfall anfing zu fließen. Ein paar Sekunden später kam ihre Mutter ans Telefon und begann irgendetwas darüber, dass ich unsensibel und selbstsüchtig sei, herumzubrüllen … bla, bla, bla… Ich brauch so einen katabolen Ärger nicht, also legte ich einfach auf, machte mir einen Leber–Whey Shake, öffnete etwas den Kofferraumdeckel um mehr Licht zu bekommen und entspannte mich bei der Lektüre von "The Education of a Bodybuilder", der Lebensgeschichte der österreichischen Eiche.
Das ganze Buch ist unheimlich inspirierend, doch ich erinnere mich besonders an den Teil, in dem Arnolds Vater starb. Arnie trainierte gerade für Mr. Olympia und somit konnte er sich natürlich nicht damit belasten der Beerdigung beizuwohnen. Als mich dann am nächsten Tag meine Mutter anrief und mir sagte, dass unsere Großmutter im Sterben lag und ich kommen sollte, um mich von ihr zu verabschieden, ging ich stattdessen ins Fitnessstudio, um meinen linken Soleus Muskel zu trainieren, der etwas in seiner Entwicklung zurück hing.
Ganz davon abgesehen musste ich immer wieder an all die Gegebenheiten denken, bei denen die alte Hexe versucht hatte meine Bodybuildinganstrengungen zu unterminieren, indem sie mir Sonntags Mahlzeiten vorsetzte, die glykämisch total beschissen waren. Ich meine Süßkartoffeln, selbstgemachte Eiskreme und so einen verdammten Wackelpudding mit Gummibärchen darin… Gummibärchen? Brenn in der Hölle, Oma, brenn in der Hölle!
Scheiß auf alle. Um ein Champion zu sein muss man all den überflüssigen Ballast wie Familie, Freundinnen, Freunde, Haustiere, Jobs, Sport, Fernsehen, Sonnenuntergänge, Hobbys, Masturbation, Dialyse usw. über Bord werfen.
Natürlich gab es auf dem Weg auch Rückschläge. Ich vermisse solche romantischen Dates bei denen das Mädel und ich uns dabei abwechselnd den Rücken rasiert haben und ich gebe zu, dass ich es wahrscheinlich mit den Steroiden etwas übertrieben habe.
Ich sage das nur, weil mir während eines knallharten Satzes Kniebeugen der Penis abgefallen ist und ich jetzt an der Stelle, an der mein Schwanz einmal gewesen war, den Korken einer Weinflasche trage. Den Korken herauszuziehen, um zu pinkeln, ist einfach nicht dasselbe, doch um all dies zu vergessen brauche ich bloß in den Spiegel sehen und meine scharfen Teilungen zwischen meinen oberen Brustmuskeln und den äußeren Deltamuskeln zu betrachten.
Dann kam der Zeitpunkt, an dem ich eine Kiste oraler Steroide aus Thailand ergattern konnte. Ich habe ein paar davon in meinen Pez Spender gefüllt und mir pro Tag so um die 200 Stück davon genehmigt. Ich begann mich ein wenig seltsam zu fühlen und meine Haut nahm langsam genau denselben gelben Farbton an wie die Federn von Bibo aus der Sesamstraße. Ich flog also nach Zürich, um einen Spezialisten zu konsultieren.
Er meinte, dass er nichts mehr tun könnte, außer meine Leber zu entfernen und sie unterhalb des Yucca Mountain zu vergraben, bis sie sich nach 10.000 Jahren oder so wieder abgekühlt hätte. Also nahm ich von jetzt an ein paar Kapseln Mariendistel ein und beschloss die gelbe Farbe damit zu maskieren, dass ich in eines dieser neumodischen Bräunungsstudios gehe, wo man auf einer elektrisch geladenen Platte steht und die Bräunungslotion auf einen sprühen.
Ich war etwas durch den Wind, da ich mir gerade 2 Gramm Dianabol rein gezogen hatte, und landete ausversehen in einer Autowerkstatt, wo sie mir den Riss im meinem Arsch zuschweißten und mich grünmetallic lackierten.
Ich hatte auch Probleme mit meiner Ernährung, wie z.B. damals als ich mit der Proteinzufuhr ernst machte. Ich nahm ungefähr 20.000 Gramm pro Tag zu mit. Das ist ein Gramm Protein pro Unze Körpergewicht – scheiß auf dieses ein Gramm pro Pfund Gewäsch.
Dann sammelte ich meinen morgendlichen Stuhlgang in ein paar Plastiktüten und brachte sie zum Wiegen auf die Post. Hey, wenn man es mit dem Bodybuilding ernst meint, dann muss man sicherstellen, dass der Körper so viel Protein aufnimmt wie er sollte. Wenn mein Haufen mehr als ein Yugo wog, dann wusste ich, dass ich ein paar zusätzliche Verdauungsenzyme einnehmen sollte.
Das Problem war, dass der Schalterbeamte irrtümlicherweise nach dem Wiegen ein paar Briefmarken auf das Zeugs klebte und es per Express in den Irak schickte. Ich erfuhr später, dass die Iraker es für geschmuggeltes, spaltbares Material hielten und versuchten, es für die Weiterentwicklung ihres Atomwaffenprogramms zu verwenden, was jedoch offensichtlich scheiterte. Auf eine gewisse Art und Weise habe ich meinen Beitrag zum Weltfrieden geleistet, worauf ich schon etwas stolz bin.
Und auch wenn ich mich manchmal etwas einsam fühle und so sehr weine, dass ich völlig durchnässt in meinem Auto aufwache, würde ich nichts in meinem Leben ändern wollen. Ich meine, schaut euch an, was ich erreicht habe! Erst letzten Monat belegte ich den dritten Platz in der fast Leichtgewicht Klasse (188 bis 188 ¾ Pfund) des Mr. Animal Megnetism Wettkampfs, welcher im Frühstücksraum der Samuel Gompers Grundschule im Westen von Akron in Ohio ausgetragen wurde.
Und nächsten Monat, oh Mann! Da werden sie mein Bild in der Newcomersektion der portugiesischen Ausgabe der Flex abdrucken. Süß.
Ja, ich habe alles. Ich habe meine Trophäe, mein Bild wird in einem Magazin veröffentlicht und ich korrespondiere regelmäßig mit berühmten Bodybuildern. Ich habe z.B. einen Brief von keinem geringerem als Ox Ferguson, dem Gewinner der "NPC States, die an Penisse erinnern, Championships".
Ox machte mir – seinem "speziellen" Freund – ein "besonderes einmaliges Angebot" für eine Telefonkonsultation für den "speziellen noch nie da gewesenen Preis von 49 Dollar". Und man weiß doch nur zu gut, dass er das nicht für jeden macht.
Greift nach euren Träumen. Lasst die Rationalität nicht in eurem Weg stehen. Ignoriert das traurige Gejammer von Freunden, Familie und Psychiatern. Auch ihr könnt all das erreichen.
Euer Meat