Ein Artikel von T-nation.com
von TC

Ich HASSE Bodybuilding.

Ich habe gestern Abend "The Best Damn Hooters Swimsuit Competition" ("Der Badeanzugwettbewerb mit den verdammt besten Hupen") auf einem FOX Partnersender gesehen und ich sage euch, meine Brüder, da gibt es keinen großen Unterschied zu einem Bodybuildingwettbewerb.

Okay, die meisten Bodybuilding Wettkämpfer tragen keine hohen Absätze und die Mädels bei dem Badeanzugwettbewerb haben Eigenschaften, die den Wunsch in mir wecken, mich heißblütig an meinem Sony Plasmafernseher zu vergehen, doch abgesehen von diesen Details sind die Ähnlichkeiten allzu offensichtlich.

Es ist dieselbe Hingabe an Oberflächlichkeiten wie Farbe der Haut, Frisur, verirrte Haare, Vaseline auf den Zähnen und das Festkleben des Badeanzuges am Hintern mit doppelseitigem Klebeband, so dass dieser nicht verrutschen kann, wenn man den kurzen Weg auf dem Laufsteg zurücklegt, ja auf dem Laufsteg - während man seinen Hintern auf dem Laufsteg hin und her schwingt. preview

Und dann gibt es da natürlich noch die völlig übertriebenen Körperteile, die abhängig davon, von welchem Schauspiel man redet, entweder mit Synthol oder Silikon aufgeblasen wurden. Man sieht gelegentlich eine natürliche Teilnehmerin bei einem Badeanzugwettbewerb, die wie das arme Vögelchen aus England aussieht, das mit verflucht kleinen Spitzen hereinkam, die man kaum als richtige Hupen bezeichnen kann.

Man muss sich nur vorstellen diesen Quatsch mit unseren mächtigen überdimensionierten amerikanischen Brüsten zu vergleichen! Ha! Kein Wunder, dass wir den Engländern während der Revolution kräftig in den Arsch getreten haben.
Verpiss Dich, Brite.

Dasselbe gilt für den gelegentlichen natürlichen Bodybuilder bei einem Wettkampf. Seine Proportionen mögen perfekt sein und die meisten Erdlinge werden sein Aussehen bevorzugen, doch die Kampfrichter zerreißen ihn in der Luft, weil er nicht die extra Steroidmeile gegangen ist.
Ja, ich hasse Bodybuilding, doch bei Gott, ich liebe Muskeln.

Als ich vor kurzem meinen Hund ausführte und an einem Cafe vorbei kam, hörte ich eine Frau von Lance Armstrog schwärmen "Jeder Mann möchte so sein wie er." Ich musste mich sehr zurückhalten, um nicht rüber zu gehen, einen Aschenbecher in ihr Käsefondue zu leeren und sie zu fragen "Warum sollte ich wie ein Methamphetamin Freak aussehen wollen?"

Ja, ja, ja, er ist ein wundervoller Sportler mit einem extrem definierten Körper, doch wenn ich so skelettartig wie Lance aussehen würde – besonders, seitdem er sich aus dem aktiven Sport zurück gezogen hat – dann würde ich das Volumen des Radtrainings etwas reduzieren, in ein Studio gehen und etwas Fleisch auf die Knochen packen.

Dasselbe gilt für Beckham. Er hat den perfekten Körperbau für seinen Sport und er ist wahrscheinlich einer der besten Fußballspieler der Welt, doch ich kann mich nicht dazu überwinden, ihn für etwas anderes als seine saftige Frau und seinen fetten Vertrag zu bewundern. Sie sehen einfach zu gewöhnlich aus, Mr. Beckham, eine Spur zu dürr und einen Tick zu zerbrechlich. - Sorry, aber meine Superhelden haben ein paar Muskeln am Körper. Sie müssen sich wellen, wenn sie sich bewegen. Wer möchte schon einen ektomorphen Batman oder einen James Bond, der wie Pierce Brosnan aussieht, sehen?

Aber Wettkampfbodybuilding? Wie schon gesagt, ich hasse es. Es erinnert mich an die Sandgemälde der Navajo Indianer, welche innerhalb von 12 Stunden begonnen, vollendet und zerstört werden. Der von einem Wettkampfbodybuilder präsentierte Körper ist so flüchtig wie die Lebensspanne einer Fruchtfliege. Ein paar Tage nach dem Wettkampf, wenn wieder normal gegessen wird und die normale Hydration des Körpers ihren Tribut fordert, ist das einzige, was vom ursprünglichen übernatürlich wirkenden Körper bleibt, eine Serie von Fotos, ein Video oder möglicherweise eine glorifizierte Trophäe.

Und ich hasse den Prunk von Bodybuildingwettbewerben und deren Ähnlichkeiten mit Schönheitswettbewerben für Frauen. Paradoxerweise ist die ultimative Präsentation maskuliner Charakteristika durch männliche Bodybuilder in Wirklichkeit recht feminin. All die Aufmerksamkeit darauf hübsch auszusehen passt einfach nicht zu meiner Definition von Männlichkeit.

Ich bewundere trotzdem gelegentlich die Fotos von Bodybuildern, da sie oft die Repräsentation eines Ideals darstellen – genau wie das Girl auf dem Centerfold des Playboys, das sich ein paar Rippen hat entfernen lassen, um ihre weibliche Form zu betonen – ganz zu schweigen von den künstlich aufgepumpten Brüsten, der Nasenoperation und den aufgespritzten Lippen. Ich werde sie niemals haben können, doch es ist trotzdem schön, die künstlerische Repräsentation eines sexuellen Ideals zu bewundern.

Die Art des Bodybuildings, die meine Leidenschaft entflammt, ist das alltägliche Bodybuilding – das was die 99,9999 % von uns, die niemals an einem Wettkampf teilnehmen werden, jeden Tag praktizieren. Vielleicht geht es dem einen oder anderen Leser wie mir. Ich habe für mich selbst recht früh die Entscheidung getroffen, dass eine Mannschaftssportart nicht unbedingt etwas für mich ist. Vielleicht war man wie auch ich etwas zu unabhängig, um sich von irgendwelchen Trainern herumkommandieren zu lassen, die einem sagen wollen, was man zu tun hat. Vielleicht mochte man es auch einfach nur nicht das Gefühl zu haben, dass die Welt untergeht, nur weil das eigene Team die drei Städte Meisterschaft der untersten Liga verloren hat.

Auch wenn es von ernsthafter Selbstüberschätzung zeugen sollte, bin ich doch der festen Überzeugung, dass ich es beim Football oder Baseball weit hätte bringen können. Ich war – bin – ein begabter Sportler, doch mir gefällt das Training mit Gewichten besser. Mir gefällt meine Version des Bodybuildings besser.

Das Lustige daran ist, dass ich, absolut gesehen, nicht wirklich so gut bei dieser Sportart bin. Klar, ich kenne mich aus und ich kann zumindest mit einigen Trainern mithalten, wenn es um das Wissen bezüglich des Sports geht, doch meine genetischen Voraussetzungen sind einfach nicht gut genug, um extrem massig und stark zu werden. Ich musste hart für jedes Gramm Muskeln arbeiten, das ich aufgebaut habe.

Es kann gut sein, dass andere dazu in der Lage sind, erheblich größere Gewichte zu bewegen als ich, doch das ist mir eigentlich ziemlich egal. Fuck you, fuck me.

Doch ich habe ein paar sichtbare Adern, ich habe ein paar Bauchmuskeln, ich habe einen sichtbaren Bogen an den Quadrizeps und ich habe ein recht gutes Schulter und Brust zu Taillen Verhältnis. Ich bin wahrscheinlich stärker als 99 % der normalen Leute.

Es ist also alles gut. Es ist der Wettstreit der niemals endet, der Wettstreit mit dem ultimativen Gegner, der Wettstreit mit mir. Jede Wiederholung und jedes Gewicht wird notiert, analysiert und im Endeffekt schließlich verbessert.

Es ist zum Teil ein künstlerisches Unterfangen, zum Teil ein athletisches Unterfangen und zum Teil ein wissenschaftliches Unterfangen. Ich bin Bildhauer, Athlet und Wissenschaftler in einer Person … und außerdem hilft mir das alles dabei Frauen abzubekommen.

Bei Gott, ich liebe es.

Ich habe keine Geringschätzung für Menschen, die nicht trainieren. Es gibt, wie ich vermute, im Himmel keine Bonuspunkte für das Trainieren mit Gewichten. Doch ich verhöhne die Trainierenden, die jedes Studio überschwemmen und infizieren und einfach nur die Bewegungen durchgehen. Ich verspotte die Kniebeugenverächter und Kreuzhebenverächter.

Verzieh dich, du kyphotischer Börsenmakler. Ich habe dies für die meiste Zeit meines Lebens getan. Du hingegen wirst dich in spätestens zwei Jahren in ein Leben zurück gezogen haben, dass aus dem Stöbern nach Antiquitäten mit deiner fettärschigen Frau am Sonntag, dem Trip zu Check E. Cheese am Freitag mit den Kindern und dem Herumsitzen in deiner verfleckten Feinrippunterwäsche vor dem Fernseher und dem Betrachten alter Videos deiner Highschool Fußballspiele bestehen wird.

Sing es, Mr. Springsteen:
Glory days well they'll pass you by
Glory days in the wink of a young girl's eye
Glory days, glory days


Ich werde dann immer noch hier im Fitnessstudio sein und während ich zwischen den Sätzen versuche wieder zu Atem zu kommen, schon ungeduldig auf den nächsten Satz warten. Ich werde immer noch hier sein und mit unterschiedlichen Griffen, Bewegungen, Programmen und Supplements experimentieren.

Macht weiter und esst eure Lasagne, trinkt euren guten Wein und schwelgt in sensorischen Genüssen. Ihr werdet nie verstehen, dass ich Nahrung als Brenn- und Baustoff ansehe und wahrscheinlich mehr Befriedigung durch meine Hühnchenbrust mit Brokkoli erhalte, als ihr von einer ganzen Peperonipizza.

Fuck you, Fettarsch.
Ich glaube man könnte sagen, dass ich Bodybuilding liebe.