Ein Artikel von T-nation.com
von TC

Das Folgende ist das, was ich hoffe dem Nobelpreiskomitee in Schweden nächstes Jahr präsentieren zu können (Diese Formel umfasst anspruchsvolle mathematische Berechnungen, doch der Leser sollte dazu in der Lage sein, mir zu folgen, falls er sich etwas mit boolescher Algebra oder kalkulatorischen Berechnungen auskennt):

S=k/P
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Diese Formel bedeutet folgendes:

Die Anzahl der Soufflés (S), welche die Frau oder Freundin backt, ist umgekehrt proportional zur Häufigkeit, mit der man sie poppt (P).
(k ist die mathematische Konstante, die entweder der Zahl Pi entspricht oder die Anzahl der Hoden der Angriffslinie des Nittany Lions Football Team – beide Konstanten funktionieren.)


Okay, dies ist keine nobelpreisverdächtige Mathematik, doch ich hoffe, dass die reine Genialität meiner Gleichung das Komitee umstimmen wird. Ich glaube fest daran, dass es eine umgekehrte Korrelation zwischen dem Kochen von Frau oder Freundin und der Menge von Action, die man bekommt, gibt.

Ich werde gleich meine Argumentation offen legen, doch der Leser und das Nobelpreiskomitee sollten anerkennen, dass es nicht leicht war, auf diese Formel zu kommen. Es bedurfte der Besinnlichkeit einer halben Zigarre und eines ganzen Glases Scotch. Diese Formel kam mir in den Sinn, während ich über fette Menschen nachdachte.

Ich habe nichts gegen fette Menschen. Sie sind zwar nicht gerade das, was ich (oder irgendwer sonst) als ästhetisches Ideal ansehen, doch das ist mir eigentlich egal. So lange Fett nicht das Idealbild für Frauen wird, bin ich der ultimative Lifestyle Liberalist – jeder sollte das tun, was er tun möchte. Jeder hat seine eigene bevorzugte Droge und Nahrung ist die älteste.

Trotzdem bin ich etwas verblüfft von der schieren Zahl und schieren Masse fetter Menschen in Amerika.

Mir ist klar, dass dies zum Teil eine Folge der Armut ist: arme Menschen essen billiges Essen und billiges Essen ist kalorienreich und nährstoffarm – eine wirklich schlechte Kombination. Doch es gibt auch psychologische Gründe: Ein guter Freund von mir ist ein Psychologe, der an Studien über das Übergewicht mitarbeitet. Er fand eine nahezu eins zu eins Beziehung zwischen Fettleibigkeit und sexuellem Missbrauch.

Mit anderen Worten ausgedrückt, bedeutet dies, dass fettleibige Menschen, für die Nahrung ein Suchtmittel ist, fast immer in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden sind. Sie aßen ganz einfach – und aßen und aßen und aßen – um weniger sexuell attraktiv für den gruseligen Onkel Bob zu werden, der immer mehr als glücklich war, wenn er diese Kleinen nachts zu Bett bringen konnte. Ihr Fett wurde zu ihrer schwabbeligen Rüstung.

Diese Tatsache ist verdammt deprimierend, doch diese Beobachtung hat mit wirklich fettleibigen Menschen zu tun - die Art von fetten Menschen, die man bei den FOX Nachrichten im Fernsehen sieht, wenn sie mit dem Gabelstapler von der Couch gehoben werden und mit unter der Last ächzenden Krankenwagen ins Krankenhaus transportiert werden, während kleine Kinder auf sie deuten, welche ihre Backen aufblasen und ihren Bauch herausstrecken, um sich über den fetten Bastard lustig zu machen, der gefährlich nahe über ihren Köpfen schaukelt.

Dies ist nicht die Richtung, in die ich gehen möchte, doch es brachte meine Gedanken zu den konventionellen Fetten, die noch beweglich genug sind, um in den Supermarkt, den Süßigkeitenladen und zum All-you-can-eat-Buttet zu gehen und sich nicht auf eine Pfadfindergruppe verlassen müssen, welche sie mit hölzernen Rudern aus dem Bette hebeln muss.

Ich begann über ein Paar nachzudenken das ich kenne. R schickt mir ständig Emails, um mir ihr Leid bezüglich des Niedergangs ihres Sexlebens mit F zu klagen.

Sie tun es nur noch etwa einmal pro Monat und immer in totaler Dunkelheit, wobei das Ganze so abläuft, dass F einen faustgroßen Klumpen KY Gleitgel auf seine Hand drückt, da seine Frau schon seit langer Zeit keine natürliche Feuchtigkeit mehr zustande bringt. Sie schließen das Zimmer ab und hängen Schilder auf, um die Kinder fern zu halten. Manchmal kann man dann nachts die Kojoten ihr einsames Lied singen hören.

Wie auch immer, F fummelt dann herum, um Rs ramponiertes Flanellnachthemd aufzuknöpfen und tastet anschließend umher, um das richtige Loch zu finden, in das er dann das Gleitgel stopfen kann – so wie Boo Radleys Vater ein Astloch mit Zement füllt.

Schließlich klettert er rüber, macht einige unkoordinierte Schubbewegungen, die mehr an einen epileptischen Anfall als an Sex erinnern und rollt danach im wahrsten Sinne des Wortes von ihrem schwergewichtigen Körper, wobei er schon eingeschlafen ist, bevor er überhaupt die Matratze berührt.

Verständlicherweise ist R von ihrem Sexualleben nicht gerade begeistert, da F im Bett ungefähr so geschickt ist wie ein Betrunkener und weil F außerdem nicht gerade besonders enthusiastisch ist, was daran liegen könnte, dass er mit einer fetten außerirdischen Kröte, die offensichtlich seine echte Frau entführt hat – die schlanke und anmutige Frau, die er einmal geheiratet hat – im Bett liegt. Hierbei ist es ihm egal, dass auch er inzwischen eine fette Kröte ist.

Doch R und F reden nicht miteinander über ihr langweiliges, farbloses und irgendwie abstoßendes Sexualleben. Stattdessen essen sie. Sie hat ihre Karteikartensammlung voller Rezepte und das mittlere Regal im Kückenschrank biegt sich unter dem Gewicht all dieser verdammten Kochbücher.

Jede Aktivität in ihrem Leben dreht sich um Essen. Die Samstagmorgende drehen sich um Pfannkuchen und Würstchen. Die Sonntagnachmittage sind für all-you-can-eat-Buffets reserviert. Montag ist der Tag des Chinabuffets und am Mittwoch gibt es Fried Chicken und Kuchen. Die Qualität eines jeden Tages wird mehr von Sahne, Zucker, Butter und knusprig brauner Panade als von Sonnenschein, menschlicher Interaktion, mentaler Stimulation oder Sex bestimmt.

Geburtstage, Jahrestage und jeder von Grußkartenherstellern erfundene Feiertag werden zu römischen Orgien kulinarischer Genüsse. R sollte besser schon mal die Plätzchen, Küchlein und Süßigkeiten auspacken, da die Feiertage nahen und man schließlich nicht mit heruntergelassenen Hosen mit dehnbarem Gummibund kalt erwischt werden möchten, wenn Jesus Geburtstag kommt.

K und F werden also immer fetter und fetter und ihr Sexleben wird immer unbefriedigender, da sie offen gesagt nur noch auf ihren fetten, schwabbeligen Bäuchen herumrollen.

Aber das ist in Ordnung, sie haben ja immer noch ihr Essen und durch Essen vergessen sie Frustration, Schuldgefühle und miesen Sex. Und das ist der Punkt, an dem Amerika mit seinem Essen und seinem Fett angelangt ist. Selbst Rodney Dangerfield hat dies einmal angesprochen:

Ich befinde mich in dem Alter, in dem Essen den Platz von Sex in meinem Leben eingenommen hat. Ich habe mir sogar schon einen Spiegel über dem Küchentisch an die Decke montieren lassen.

Nur sprach Rodney über das Leben im Alter. Heutzutage nimmt Essen bereits bei Menschen in ihren Zwanzigern, Dreißigern und Vierzigern den Platz von Sex ein.

Natürlich gibt es überall um uns herum Sex, doch es ist wie bei dieser verdammten Werbung für Bier, Pepsi uns sogar Wrigleys: Die Leute in den Werbespots haben immer Spaß am Strand und auf wilden Partys und verdoppeln ihren Spaß mit hübschen Zwillingen, doch die Wahrheit ist, dass der Rest von uns am Wochenende zu Hause herumsitzt und beobachtet, wie der Fette Bastard von nebenan durch sein Panoramafenster gehievt wird, während wir unsere Chips knabbern.

Beim Sex ist es dasselbe. Es ist trügerischer als man anhand unserer Popkultur annehmen würde. Die saftige Frucht hängt von ihrem Ast tief herunter und hängt doch höher, als die meisten springen können.

Deshalb sind diese Menschen frustriert. Ihr Sex hat mit dem, was sie im Fernsehen gezeigt bekommen, nicht viel zu tun. Ihnen wird schmerzhaft bewusst, was sie verpassen und die Enttäuschung wächst.

Doch die Amerikaner reden nicht über Sex. Sie sind zu schüchtern oder sie haben puritanischen Sex, der schnarchlangweilig ist. Und so essen sie – und essen und essen und essen. Und sie haben weniger Sex, denn ich könne schwören, dass das Lederoutfit, das ich mir auf der Adam und Eve Website bestellt habe, sie aussehen lassen würde wie in unglückliches Wildschwein, das sich in einem weggeworfenen Six-Pack Plastikhalter verfangen hat, als es noch ein Ferkel war und dann darin so stark gewachsen ist, dass sein Körper durch diesen Plastikriemen in Form einer Sanduhr deformiert wurde.

Doch abgesehen davon, siehst du heiß aus, mein Schatz. Wenn ich lüge, möge mich der Blitz treffen (ich hoffe möglichst bald).

Mein Freund der Psychologe weist, auch wenn er kein solides Zahlenmaterial zur Unterstützung dieser Aussage zu Hand hat, darauf hin, dass die katholische Kirche, die er besucht, eine überproportional hohe Anzahl von fetten Leuten aufweist.

Macht Religion fett? Nein, aber religiöse Schuldgefühle – besonders solche, die sich um sexuelles Verlangen drehen – werden durch Essen kompensiert.

Es ist alles Teil derselben psychologischen Abläufe. Frustration, Schuldgefühle, Langeweile, schlechte Kommunikationsfähigkeiten – all dies führt zu schlechtem Sex und ich glaube, dass ein großer Teil dieses schlechten Sex zu gutem Essen verleitet – zu sehr viel gutem Essen.

Wenn man also verheiratet ist, vermute ich, dass die Menge des Sex, den man bekommt, umgekehrt proportional zur Anzahl der Kochbücher ist, die die eigene Frau in der Küche hat. Je mehr die Frau von Kochen und Essen besessen ist – und je mehr man davon besessen ist zu essen, was sie kocht - desto weniger befriedigend ist das Sexleben.

Und wenn sie ein Abonnement von Gourmet oder Bon Apetit besitzt? Dann sollte man am besten dem Wiener Knabenchor beitreten, da man so etwas wie ein virtueller Kastrat ist. Doch das ist genauso sehr die eigene Schuld wie die der Frau.

Deshalb meine elegante Gleichung: S=k/P

Die Anzahl der Soufflés (S), welche die Frau oder Freundin backt ist umgekehrt proportional zur Häufigkeit, mit der man sie poppt (P).

Ich bin mir sicher, dass es von dieser Regel viele Ausnahmen gibt, bei der Menschen schlank sind, auch wenn sie sowohl gut in der Küche als auch gut im Bett sind. Und dann gibt es natürlich auch Menschen, die tatsächlich Nahrungsmittel in ihr Liebesspiel integrieren, so wie uns das Kim Basinger und Mickey Rourke in 91/2 Wochen gezeigt haben, oder George Costanza, der Pastrami als den sinnlichsten aller gesalzenen, gepökelten Aufschnitte ansah.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich auch an mein geliebtes Sushi Restaurant, in dem man rohen Fisch von einer nackten Frau essen kann, die als Servierplatte dient – doch ich erkenne, wie dies zu mehr Frustration und ergo zu mehr Maguro (rohem Thunfisch) führen kann.

Vielleicht sind all meine psychologischen Theorien auch nichts anderes als ein Haufen Paté aus Pferdescheiße. Vielleicht sind die Menschen auch ganz einfach deshalb fett, weil sie es lieben zu essen. Es könnte so simpel sein, doch diese Rechnung scheint nicht aufzugehen.