Ein Beispiel: Einige Menschen können kein Aspartam zu sich nehmen, da ihnen das Enzym Phenylalanin Hydroxylase fehlt, was bedeutet, dass sie die Aminosäure Phenylalanin, die ein Bestandteil von Aspartam ist, nicht aufbrechen können. Diejenigen, die unter diesem Defekt leiden, werden als Phenylketonuriker bezeichnet und müssen auf den Konsum von Phenylalanin verzichten, da es ansonsten zu einer Ansammlung dieser Aminosäure im Blut kommt, die zu bleibenden Schäden führen kann. Analog hierzu fehlt Menschen, die unter einer Laktoseintoleranz leiden, das Enzym Laktase, mit dessen Hilfe Milch – oder besser gesagt der Milchzucker –verdaut wird.
Manchmal kann ein solcher Enzymmangel mit Hilfe einer Supplementation behandelt werden, manchmal jedoch auch nicht. Nicht jeder Enzymmangel zeigt sich durch solch offensichtliche Symptome und viele von uns verfügen aufgrund des Mangels an nur einem Enzym über eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Um zu erkennen, ob man unter einem Enzymmangel leidet, sollte man zuerst einmal auf die Verdauung achten. Eine gestörte Verdauung, Magenprobleme, Blähungen, usw. sind alles Zeichen eines möglichen Defizits. Bestimmte Nahrungsmittel wie z.B. Bohnen sind schwerer als andere Nahrungsmittel verdaulich und wenn diese nicht aufgebrochen werden können, dann beginnen sie im Verdauungstrakt zu fermentieren.
Die Bildung freier Radikale ist ein weiteres Zeichen für eine geringe Enzymkonzentration. Symptome hierfür umfassen Faltenbildung, langsame Regeneration und Krankheiten. Diejenigen, die sich mit Antioxidantien auskennen, wissen, dass einige der besten Antioxidantien die Enzyme Peroxyd Dimutase, Katalase und Glutathion Peroxidase sind, welche alle darum kämpfen, uns in einem optimalen Zustand zu halten.
Wo kommen sie her
Unser Körper produziert eine Reihe von Enzymen, die bei vielen unterschiedlichen Tieren vorkommen. Trypsin wird z.B. in der Bauchspeicheldrüse hergestellt und findet sich auch in vielen anderen Organismen inklusive Fischen und Insekten wieder. Egal wo sie herstammt, ist jede Form von Trypsin eine Hydrolase und katalysiert dieselbe Reaktion. Aus diesem Grund wissen wir genau, was wir bekommen, wenn wir Enzyme von Tieren extrahieren. Geläufige Extraktionsstellen für eine tierische Enzymquelle umfassen die Bauchspeicheldrüse, die Leber und/oder den Magen von Schweinen, Ochsen und Rindern.Die Enzyme, die man dort vorfindet, umfassen zahlreiche Proteasen, Amylasen und Lipasen wie Trypsin, Chymotrypsin, Pepsin, Rennin und die Enzymkombination Pancreatin, die aus einer Auswahl von Amylasen, Proteasen und Lipaseenzymen besteht.
Eine andere Form von Enzymsupplements sind Protomorphogen. Sie umfassen organ- und drüsenbasierte Supplements, die eine natürlich vorkommende Mischung von Enzymen enthalten, die aus einem spezifischen Organ oder einer spezifischen Drüse stammen. Diese Enzyme können aus der Bauchspeicheldrüse, der Schilddrüse, den Eierstöcken, den Hoden, dem Gehirn und anderen Organen gewonnen werden. Da diese Enzyme in ihrer natürlichen Kombination enthalten sind, ist die genaue Enzymzusammensetzung von Protomorphogen vom Tier, dem entsprechenden Organ bzw. der Drüse und dem Herstellungsprozess abhängig.
Neben tierischen Quellen können viele Enzyme aus Pflanzen mit besonders hohem Enzymgehalt gewonnen werden. Solche in Supplements enthaltenen Enzyme stammen hauptsächlich aus der Ananas (Bromelain), der Papaya (Papain), der Feige (Ficin) und der Gerste (Malz Diastase). Diese Enzyme können dem Körper auch ganz einfach durch den Verzehr der entsprechenden Nahrungsmittel selbst zugeführt werden. Papain ist z.B. gut für die Verdauung von Protein, weshalb ich immer getrocknete Papaya mit meinem Proteinshake zu mir genommen habe. Die Ananas ist für das in ihr enthaltene Bromelain bekannt, welches Protein aufbricht, und Sie enthält zudem eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen, was sie zu einer der nährstoffreichsten enzymatischen Früchte der Welt macht.
Bakterien und Pilze stellen eine weitere Quelle für Enzyme dar, die als mikrobielle Enzyme bezeichnet werden. Diese werden mit Hilfe unterschiedlicher Fermentierungsprozesse, die durch die entsprechenden Mikroorganismen ausgeführt werden, produziert und stellen eine billige und reiche Enzymquelle dar. Aus diesem Grund machen mikrobielle Enzyme etwa 90 % der kommerziell produzierten Enzyme aus. Ähnliche mikrobielle Prozesse werden auch für die Herstellung von Vitaminen, Aminosäuren und Antibiotika verwendet.
Kombinationen & Therapie
Aufgrund der Vielzahl von Ursprüngen und Substraten, der großen Bandbreite von pH Werten und Temperaturen, der Synergismen, der gesteigerten Absorptionsrate und der höheren Effizienz bieten viele Hersteller eine Mischung unterschiedlicher Typen von Enzymen aus unterschiedlichen Quellen mit einer größeren Bandbreite therapeutischer Vorzüge an. Tierische Enzyme ziehen z.B. die Körpertemperatur und einen neutralen bis alkalischen pH Wert vor, während pflanzliche und mikrobielle Enzyme bei höheren Temperaturen und einem sauren Umfeld am aktivsten sind.In einer solchen Kombination können unterschiedliche Enzyme zusammenarbeiten und eine größere Bandbreite von pH Werten, Substraten und Temperaturen abdecken, wodurch eine größere Bandbreite der Anwendung und der Aktivitäten ermöglicht wird.
Bestimmte Untersuchungen legen nahe, dass viele Leiden wie Akne, Allergien, Krebs, Autoimmunerkrankungen, Krankheiten des Kreislaufsystems, Infektionen, Entzündungen, Sportverletzungen, das Altern und virale Erkrankungen mit Enzymen behandelt werden können.
Wenn unser Körperwachstum irgendwann zwischen 16 und 20 abgeschlossen ist, beginnen die Enzymspiegel nach und nach zu sinken. Das Altern beginnt, da die Rate der Gewebereproduktion abnimmt. Da alles, was im Körper geschieht, Enzyme umfasst, kann die Wiederherstellung des Enzymgleichgewichts, das durch das Altern gestört wurde, den Gesundheitszustand verbessern und eine Therapie für einer ganzen Reihe von Leiden darstellen.
Die Reaktion auf eine Enzymbehandlung ist von der Dosierung, individuellen Variablen (Körpergröße, Gewicht, usw.) und der behandelten Erkrankung abhängig. Enzyme, die zur Verbesserung der Verdauung eingesetzt werden, zeigen sofort eine Wirkung. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte man die Dosierung überprüfen und sicherstellen, dass man das richtige Enzym verwendet. Enzyme, die zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt werden, zeigen hingegen frühestens nach drei Tagen eine spürbare Wirkung. Manchmal können wahrnehmbare Veränderungen auch erst nach bis zu drei Monaten beobachtet werden, wie dies z.B. bei der enzymatischen Behandlung von rheumatischer Arthritis der Fall ist.
Die Wahl des richtigem Supplements
Man sollte sicherstellen, dass das gewählte Enzymsupplement auf die gewünschten Ziele zugeschnitten ist:- Wenn man versucht die Proteinverdauung zu verbessern, sollte man ein proteolytische (eiweißspaltende) Enzyme verwenden.
- Wenn man die Fettverdauung fördern möchte, dann sollte man Lipasen einsetzen.
- Wenn ein bessere Kohlenhydratverdauung das Ziel ist, sollten Enzyme wie Amylase, Zellulase und Alpha-Galactosidase zum Einsatz kommen.
- Zur Bekämpfung freier Radikale sollte man Superoxid Dismutase (SOD), Glutathione Peroxidase oder Katalase einnehmen.