Die Supplementation von Alpha-Liponsäure kann sich in messbaren Kraft- und Muskelmassezuwächsen bemerkbar machen. Daher könnte Alpha-Liponsäure sehr vorteilhaft für dein Bestreben nach Muskelwachstum sein.

Typische Bodybuilder haben zumindest schon mal etwas von Alpha-Liponsäure, im Allgemeinen als ALA bezeichnet, gehört. Dennoch kennen nur wenige die vielen Vorzüge, die sich durch die Supplementation von ALA ergeben können. Alpha-Liponsäure ist unter einer Vielzahl von Namen bekannt. Dazu gehört Thioctsäure, 1, 2-dithiolan-3-pentansäure, 1, 2-dithiolan-3 Valeriansäure und 6, 8-Thioctsäure. Als Schwefelverbindung, umfasst sie Caprylsäure, eine mittelkettige Fettsäure, mit zwei Schwefelatomen an den Enden. ALA hat die Fähigkeit Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium, überschüssiges Eisen und Kupfer zu binden und zu deaktivieren [24].

Hintergrund Informationen

Wissenschaftler haben die Wichtigkeit von ALA bereits in den 50er Jahren festgestellt und kategorisierten den Stoff 1988 als Antioxidans ein [9]. Alpha-Liponsäure ist eine schwefelhaltige Fettsäure, die als Vitamin eingestuft worden wäre, wenn es da nicht die Tatsache geben würde, dass es der menschliche Körper selbst synthetisiert kann. Alpha-Liponsäure fungiert als Co-Faktor bei der Energiebereitstellung von Lipomiden und wird auch als Lipomat bezeichnet wenn es in diesem Zusammenhang auftritt. ALA kommt auch als natürlich Verbindung vor die in Pflanzen, Tieren und dem Menschen synthetisiert werden kann.

Diese Eigenschaft erlaubt es Alpha-Liponsäure sowohl als Co-Faktor für verschiedene wichtige Enzyme als auch als Antioxidans zu fungieren [2]. Nur das R-Isomer von ALA wird auf natürliche Weise synthetisiert.

Alpha Lipoic Acid

*Alpha-Liponsäure hat ein chirales Zentrum, das heißt, es kann in 2 spiegelbildlichen Formen gefunden werden (S- und R-Alpha-Liponsäure), die sich nicht gegenseitig überlagern können [14]. preview

Funktionsweise

Zu ALAs primärer Funktion im Körper, wo es in Lipoamide umgewandelt wird, gehört es, Enzyme zu aktivieren, die wiederum Energie erzeugende Moleküle, wie Pyruvat, fördern und Folgeprodukte von Aminosäuren abbauen. Grundsätzlich hilft ALA uns dabei Energie und Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen, die wir konsumieren. Der Körper braucht ALA um Energie zu erzeugen. Es spielt eine entscheidende Rolle in den Mitochondrien. Das sind die Energie erzeugenden Strukturen in unseren Zellen. Eigentlich stellt der Körper genug ALA für diese elementaren Stoffwechselfunktionen her.

Die Verbindung ALA fungiert jedoch nur als Antioxidans, wenn es einen Überschuss der "freien" Form in den Zellen gibt [9]. Wenn man ALA nicht supplementiert oder es injiziert gibt es nur sehr wenig freies ALA in unserem Körper. Lebensmittel enthalten nur winzige Mengen davon. Was ALA als Antioxidans besonders macht, ist seine Vielseitigkeit, es hilft dabei eine ungewöhnliche Bandbreite an freien Radikalen in vielen Körpersystemen zu deaktivieren [10].

Insbesondere hilft ALA dabei die Mitochondrien und das genetische Material, die DNA, zu schützen. Desto älter wir werden, umso mehr ist die Funktion der Mitochondrien beeinträchtigt und es wird in der Theorie angenommen, dass dies viele negative Erscheinungen des Alterns begünstigt. ALA arbeitet auch eng mit Vitamin C und E und einigen andere Antioxidantien zusammen indem es diese "recycled" und sie dadurch viel wirkungsvoller macht [13].

Wie bereits erwähnt, spielt ALA eine wichtige Rolle als Antioxidans. Es ist ein so starkes Antioxidans, dass es von manchen Forschern als das "universelle Antioxidans" bezeichnet wird. Durch Studien wurde bewiesen, dass ALA in Verbindung mit Vitamin C und E dabei hilft, deren Wirksamkeit beim Bekämpfen von freien Radikalen zu erhöhen [7]. Forschungen haben auch gezeigt, dass ALA bei Tieren mit einem Mangel an Vitamin C, sogar die Funktion von Vitamin C übernehmen kann [4]. Dies ist besonders wichtig für Bodybuilder, da intensive körperliche Aktivitäten wie Krafttraining oder extremes Cardio sehr große oxidative Schäden verursachen können, durch die freie Radikale im Körper freigesetzt werden. Deshalb sind Antioxidantien, sowohl natürliche als auch supplementierte, so wichtig für Bodybuilder.

ALA selbst kann direkt freie Radikale, sowohl in den Membranen als auch in den Zellen, neutralisieren, weil es sowohl wasserlöslich als auch fettlösliche ist [11]. Diese Fähigkeit von Liponsäure, freie Radikale zu neutralisieren, ist ein äußerst wichtiger Vorteil. Dennoch zeigt ALA erst in Verbindung mit anderen Antioxidantien, seine echte Stärke. ALA kann andere Antioxidantien imitieren und auch deren Leistung verbessern indem es sie regeneriert [12]. Wenn das Molekül eines Antioxidans ein freies Radikales neutralisiert, verwandelt es sich in eine stabile Form.

Dann wird das freie Radikale in einer chemischen Reaktion zu Liponsäure oder einem Glutathion-Molekül umgewandelt, was dem ursprünglichen Antioxidans erlaubt mehr freie Radikale umzugestalten und zu neutralisieren während ALA sich damit befasst den Körper von den beschädigten freien Radikalen zu säubern [18]. Glutathion, der Flügelmann von ALA, ist in diesem Entsorgungsprozess ebenfalls ein wichtiges Antioxidans. Die Supplementation von Alpha-Liponsäure hat sich als wirkungsvoll dabei gezeigt die Glutathion-Spiegel zu erhöhen, welche durch trainingsinduzierte Anstrengung um bis zu 50% abfallen [6].

Wenn große Mengen an freier Alpha-Liponsäure zur Verfügung stehen, z.B. durch Supplementation, dann kann Alpha-Liponsäure auch als Antioxidans fungieren [3]. Alpha-Dihydroliponsäure (DHLA) ist die reduzierte Form von Alpha-Liponsäure und auch die einzige Form die direkt als Antioxidans wirken kann. Freie Alpha-Liponsäure wird rasch von den Zellen aufgenommen und intrazellulär auf DHLA reduziert. Da DHLA aber auch schnell wieder aus den Zellen verdrängt wird, bleibt unklar in welchem Umfang die antioxidative Wirkung aufrecht erhalten werden kann. Obwohl nur DHLA direkt als Antioxidans fungiert, könnte Alpha-Liponsäure indirekte antioxidative Effekte haben [2].

ALA erhöht außerdem die intrazellulären Glutathionlevel. Glutation ist ein wichtiges wasserlösliches Antioxidans das aus der schwefelhaltigen Aminosäure Cystein synthetisiert wird. Die Verfügbarkeit von Cystein in einer Zelle bestimmt den Umfang der Glutation-Synthese. Es hat sich gezeigt, dass DHLA die Cystein-Aufnahme von Zellen in einer Zellkultur vergrößern kann, was dann zu einer erhöhten Glutathion-Synthese führt [1]. Obwohl die Erhöhung des intrazellulären DHLA nur kurzfristig ist, könnte DHLA auch die intrazellulären antioxidativen Kapazitäten durch das Herbeiführen der Glutathion-Synthese erhöhen.

Forschungsergebnisse

Es wurde ein Test durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen ALA und Insulinsensitivität herauszufinden. Beim Typ II-Diabetes, entsteht der erhöhte Blutzucker eher aus einer Insulin-Resistenz als aus einem Mangel an Insulin und es wurden eine Reihe von Behandlungen durchgeführt, welche zu einer Verbesserung der Insulinempfindlichkeit führen sollen. Es gibt nur wenige Hinweise darauf, dass hohe Dosen Alpha-Liponsäure die Insulinsensitivität bei Personen mit Typ-II-Diabetes verbessern können.

Intravenöse Infusionen mit 600 mg und 1000 mg Alpha-Liponsäure führten bei Typ-II-Diabetikern zu einer Verbesserung der Insulinempfindlichkeit von 27% und 51%, im jeweiligen Vergleich mit einem Placebo (15,16). Bei einer unkontrollierte Studie an 20 Typ-II-Diabetikern wurde festgestellt, dass die orale Verabreichung von 1200 mg Alpha-Liponsäure über einen Zeitraum von 4 Wochen eine deutliche Verbesserung des Glukosestoffwechsels zur Folge hatte und bei einer Placebo-kontrollierten Studie an 72 Typ-II-Diabetikern wurde festgestellt, dass orale Alpha-Liponsäure in Dosen von 600 mg / Tag, 1200 mg / Tag oder 1800 mg / Tag über einen Zeitraum von 4 Wochen zu einer Verbesserung der Insulinempfindlichkeit um 25% führte (17,18).

Allerdings gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Dosierungen mit denen Alpha-Liponsäure getestet wurde. Alle diese Studien wurden unter Verwendung von Alpha-Liponsäure durchgeführt. Daten aus Tierversuchen deuten darauf hin, dass die R-Isomere bei der Verbesserung der Insulinsensitivität wirksamer sein können als die S-Isomere. Diese Vermutung wurde aber bisher in keiner veröffentlichten Studie am Menschen getestet (19,20).

ALA wurde in vielen Studien an Menschen und an Tieren bezüglich des Einsatzes als vorbeugendes Mittel und/oder zur Behandlung von vielen altersbedingten Krankheiten getestet. Diese Krankheiten umfassen Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes, Parkinson und Alzheimer sowie einen Rückgang des Arbeitsvermögens, der Muskelkraft, der Gehirnfunktion und der Immunität. Es wurde für den Einsatz bei HIV-Erkrankung und Multiples Sklerose untersucht. Speziell in Deutschland wird es bereits verschrieben um langfristige Komplikationen bei Diabetes, wie zum Beispiel Nervenschäden zu behandeln. Der Gedankengang ist, dass diese Schäden zumindest teilweise durch die Beschädigungen von freien Radikalen herrühren. Es gibt auch Hinweise darauf, dass es zu einer Verringerung der Insulinresistenz beitragen kann und somit hilft den Blutzucker zu kontrollieren [21].

Viele Studien haben vielversprechende Ergebnisse erzielt und andere sind noch im Gange. Alpha-Liponsäure lindert auch Glaukome (nach einem Monat der Behandlung mit 150mg Liponsäure pro Tag gab es bei 47% der Personen mit Glaukom eine Verbesserung der Sehschärfe, des Unterscheidungsvermögens der Farben im Sichtfeld und eine gesteigerte Menge Tränenflüssigkeit) [13].

Wo findet man ALA?

ALA findet man in Nahrungsmitteln wie Fleisch und Gemüse, besonders in Spinat. Es wird leicht in den Blutkreislauf aufgenommen und kann auch die Blut-Hirn-Schranke passieren. Zwei der besten natürlichen Quellen für Alpha-Liponsäure sind Hefe und Leber. Unser Körper kann es aber auch selbst synthetisieren wenn es nötig ist und natürlich gibt es ALA auch als Supplement. Die größten Mengen Alpha-Liponsäure in der Nahrung stammen von lipoamide-haltigen Enzymen und sind an die Aminosäure Lysin (lipoyllysine) gebunden [5]. Zu Fleisch, das reich an Lipoyllysinen ist, gehören Nieren, Herz und Leber und zu pflanzlichen Quellen, die reich an Lipoyllysinen sind, gehören Spinat, Brokkoli und Tomaten.

Etwas geringere Mengen an Lipoyllysinen wurden in Erbsen, Rosenkohl und Reiskleie gefunden [26]. Verdauungsenzyme können die Verbindung zwischen Alpha-Liponsäure und Lysin nicht wirkungsvoll aufbrechen. Daher wird angenommen, dass der Großteil der Alpha-Liponsäure aus Nahrungsmitteln als Llipoyllysine aufgenommen wird. Freie Alpha-Liponsäure wurde im Blutkreislauf von Menschen die keine ALA Supplemente nehmen nicht gefunden [3].

Obwohl Alpha-Liponsäure in einer Vielzahl von Lebensmitteln aus pflanzlichen und tierischen Quellen gefunden werden kann, sind Informationen über den Gehalt von Alpha-Liponsäure in Lebensmitteln begrenzt. In der folgenden Tabelle wurde der Alpha-Liponsäure Gehalt einiger Lebensmittel berechnet. Bei den Untersuchungen wurde Lipoyllysine in gefriergetrockneten Lebensmittelproben gemessen [26].

Alpha Lipoic Acid

Supplementation von ALA

Alpha-Liponsäure aus Supplementen wird schnell resorbiert, schnell verstoffwechselt und schnell wieder aus dem Plasma und dem Gewebe beseitigt. Das deutet darauf hin, dass man es besser in mehrere Dosen pro Tag aufteilen sollte und nicht nur eine Einzeldosis pro Tag nehmen. Die Empfehlungen für die Verwendung von Alpha-Liponsäure als Antioxidans reichen von 50 mg/Tag bis 400 mg/Tag. In der einzigen veröffentlichten Studie über die antioxidative Wirkung von Alpha-Liponsäure bei gesunden Menschen, hat eine Gabe von 600 mg/Tag über einen Zeitraum von 4 Monaten dazu geführt mehrere Biomarker für oxidativen Stress im Vergleich zum Ausgangswert zu senken [22].

Jedoch ist die antioxidative Wirkung von niedrigen Dosierungen nicht ausführlich an Menschen untersucht worden. Empfohlene Dosierungen von Alpha-Liponsäure als Antioxidans können zwischen 100mg und 300mg täglich betragen, was dich etwas zwischen $10 und $30 kosten wird. Einige Hersteller behaupten allerdings, dass Alpha-Liponsäure in wesentlich höheren Dosierungen, von etwa 600-750mg täglich, die Insulin-Empfindlichkeit erhöhen kann.

Ein Mangel an ALA

Ein ALA-Mangel wurde noch nirgends beschrieben, was darauf hindeutet, dass Menschen in der Lage sind, genug davon zu synthetisieren um ihren Bedarf an Enzym Co-Faktoren zu decken [23]. Obwohl ALA soweit sicher zu sein scheint, sind die langfristigen Auswirkungen von zusätzlichen großen Dosierungen nicht bekannt.

Nebenwirkungen

Alpha-Liponsäure hat wenige bis gar keine Nebenwirkungen [24]. Sehr hohen Dosen sind dafür bekannt, Übelkeit und Magenverstimmungen zu verursachen und übertriebene Mengen können zu niedrigen Blutzuckerwerten führen. Etwas Positives ist, dass ALA manchmal zu einer allgemeinen Entspannung, unbeschwerten Gefühlen und zu einem besseren Wohlbefinden führen kann [24].

Zusammenfassung

Die Supplementation von Alpha-Liponsäure kann zu messbaren Zuwächsen an Kraft und Muskulatur führen. Bei der Einnahme von ALA vor und während des Trainings wird die Leistung gesteigert und Nährstoffe werden schneller in deine Muskeln transportiert. Alpha-Liponsäure spielt die wichtige Rolle als eines der besten Antioxidantien und ist für den menschlichen Körper von Nutzen. Daher könnte sich Alpha-Liponsäure bei deinem Bestreben nach Muskelzuwachs sehr vorteilhaft auswirken.

Quellenangaben


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  5. Packer L, Kraemer K, Rimbach G. Molecular aspects of lipoic acid in the prevention of diabetes complications. Nutrition. 2001;17(10):888-895. (PubMed).

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