"Ja" zu Anabolika ?
Autor ist Sidney Gendin, Ph.D.
Ja, es stimmt, ich bin manchmal ein richtiger Sturkopf und meine Meinung wird des öfteren gerne als extrem dargestellt. Ich mag oft völlig daneben liegen, aber eines muss man mir lassen: Ich gebe jeder Äußerung und Meinung über leistungssteigernde Substanzen - und sei sie noch so extrem - eine faire Chance.
Wenn es darum geht Anabolika dafür einzusetzen das persönliche Wohlgefühl (psychisch wie auch physisch) zu steigern, dann wird wohl keiner anzweifeln, dass dies nicht nur ungefährlich sondern sogar wünschenswert ist. Manch ein Leser wird jetzt mit der Stirn runzeln aber es ist nun mal so. Die Gefahren, welche der Anabolikamissbrauch in sich birgt, werden sehr übertrieben. Im Gegenzug dazu wird, wenn es um die Folgen des Rauchens geht, maßlos untertrieben.
Die Frage, ob Anabolika einem Schaden können, ist analog zur Frage, ob Käsekuchen Essen einem Schaden kann. Natürlich kann es das! Um das Ganze nicht ins Lächerliche zu ziehen, erspare ich mir die Erläuterung, wie so ein Käsekuchen-Missbrauch aussehen könnte. Nur als Info am Rande: Mit einer Überdosis des fettlöslichen Vitamins A kannst du dich auch umbringen.
Ehrlich gesagt und unabhängig vom oben Stehenden, ist es mir ziemlich egal ob anabole Steroide gefährlich sind oder nicht. Warum sollten Ärzte oder Politiker sich darum sorgen, wenn ich meinem Körper Schaden zufüge? Mich interessiert es schließlich auch nicht, was sie mit ihrem Körper machen. Die einzige Tat, die verfolgt werden sollte, ist das Schädigen anderer Personen.
Menschen mit AIDS sollten bestraft werden, wenn sie ungeschützten Verkehr mit nicht Infizierten haben. Bergsteiger, die nichts über Sicherheitsvorkehrungen wissen, sollten dahingegen nicht bestraft werden. Rasern, die unschuldige Menschen gefährden, sollte man den Führerschein entziehen. Jemand der meint, russisches Roulette spielen zu müssen, sollte dies bitte an einem Ort tun, wo er niemanden mit Lärm belästigt. Desweiteren sollte derjenige Vorkehrungen treffen, die ein Blutbad verhindern, welches ein Anderer wiederum aufputzen müsste. preview
Das Abhängigkeitspotential von Heroin ist umstritten, und die Methoden, welche der Staat in der Bekämpfung anwendet, sind teilweise fragwürdig. Aber wenn es wirklich so ernst sein sollte, dann agiert der Staat wohl rechtens. Auf der anderen Seite jedoch sind anabole Steroide weniger gefährlich als die meisten anderen verschreibungspflichtigen Medikamente und stehen in keinem (wissenschaftlich bewiesenen) Zusammenhang mit Gewöhnung oder Abhängigkeit.
Dennoch werden Anabolika von fragwürdiger Qualität durch "skrupellose Dealer" auf der Straße verkauft. Der Käufer möge sich davor in Acht nehmen.
Ich interessiere mich sehr für die Debatte, ob anabole Steroide und andere leistungssteigernde Substanzen, welche von Profis benutzt werden, Betrug gegenüber Athleten sind, die auf solche Mittel verzichten. In meinen Augen gibt es überhaupt keine Zweifel an der Schwachsinnigkeit dieser Aussage.
Herr Rick Collins, den ich übrigens sehr respektiere, sagt, wenn eine bestimmte Sache nicht erlaubt ist, dann gibt es auch einen guten Grund dafür. Ich dagegen sage, dass dies nicht richtig ist.
Ich zitiere noch einmal Herrn Collins. Er sagt, wenn ein Profiathlet einen Vertrag eingeht, der entweder stillschweigend oder ausdrücklich zum Inhalt hat, dass er auf Doping zu verzichten hat, dann hat dieser Sportler auch die Pflicht darauf zu verzichten.
Ich wiederhole nochmals - dies ist nicht richtig, und im nach folgenden werde ich mein Bestes versuchen dies zu beweisen.
Nun, Herr Collins ist sowohl ein netter Mann als auch ein ausgezeichneter Jurist (in seinen Augen). Für Sport hat er sich nach seinen Aussagen jedoch noch nie begeistern können.
Seine Interessen bestehen eher darin, seine unschuldigen Mandanten gegenüber der Staatsanwaltschaft zu verteidigen. Dies mag ein Grund dafür sein, weshalb er keinerlei Ahnung von den Verträgen hat, in die Athleten gezwungen werden.
Unabhängig davon, ob du ein Amateurschwimmer bist, der täglich paar Stunden schwimmt oder ein Fußballprofi, der Millionen verdient - du bist von vorne herein der Verlierer, wenn es um den Vertrag geht. Profis müssen sogar schriftlich versichern, dass sie öffentliche, negative Kritik an Funktionären unterlassen werden.
Schiedsrichter dürfen keine Freundschaften zu Athleten aufbauen, weil sie angeblich Privates und Berufliches nicht trennen können. Baseballspieler dürfen keine Wetten auf Spiele abschließen, in denen sie nicht selber mitspielen. Gott, der Papst und Baseballfunktionäre sehen Wetten als sündig an. Warum aber sollten du oder ich irgendeinen Baseballspieler für bösartig halten, wenn er auf irgendeine andere Mannschaft eine Wette abschließt?
Wer bitteschön interessiert sich dafür, was für eine schwachsinnige Versprechung von ihm vertraglich gefordert wurde? Richtig - Vereinbarungen, Verträge, stillschweigende oder ausdrückliche Erklärungen sind grundsätzlich schwachsinnig. Welchen Sinn hat es, jemanden pflichtgemäß versichern zu lassen, dass er auf Anabolika verzichten wird? Ob jemand seinen Vertrag bzw. seine Versprechen einhält, hängt vom ursprünglichem Inhalt ab, und ob er dazu gezwungen wurde.
Warum sollte ich, wenn ich während des Dritten Reiches gelebt hätte, mich freiwillig zum Juden oder zum öffentlichen Regimekritiker bekennen? Faktisch habe ich sogar die Pflicht, meinen Vertrag und die Gesetze, die solche Handlungsweisen fordern, zu brechen. Warum sollte ich als Farbiger nicht das Gesetz brechen, um an einem Platz sitzen zu dürfen, der eigentlich nur für Weiße bestimmt ist?
Warum sollte ich mich für jedes bekloppte Gesetz - egal wie sinnvoll es sein mag (z.B. Verbrechensbekämpfung) - interessieren? Ich werde diesen, ein wenig "abwegigen" Gedanken unten noch weiter ausführen.
Eine vor kurzem unter 1000 Jugendlichen durchgeführte Umfrage belegt ganz klar, dass die meisten von ihnen den Respekt vor dem Baseballspieler Barry Bond verloren haben, weil sie glauben, er sei ein Dopingsünder. Dies beweist mal wieder auf erschreckende Art und Weise die Kraft der Propaganda.
Den Leuten wird eine Meinung über Dinge aufgezwungen, von denen sie eigentlich keinen blassen Schimmer haben. Auch im Falle von Barry Bond. Jeder, der einen Funken Ahnung von Baseball hat, weiß, dass man für seine Leistungen mit Sicherheit keine riesigen Mengen an Anabolika braucht. Das Talent den Ball zu erwischen hat rein gar nichts mit anabolen Steroiden zu tun. Irgendwie finde ich das schade, denn das hätte mir Mut gemacht meine Baseballkarriere trotz meiner Schwächen fortzusetzen ...
Irgendwann - an den genauen Zeitpunkt erinnere ich mich nicht mehr - war sie auf einmal da: Die bescheuerte Idee, die Zuschauer würden keine gedopte Athleten sehen wollen. Fakt ist, dass anabole Steroide keine Wunder vollbringen können, auch wenn sie großartig wirken. Ben Johnson ist unter dem Strich vielleicht 0,08 Sekunden schneller gelaufen bei den Olympischen Spielen 1988. Es ist jedoch lächerlich die Sache so darzustellen, als hätte ein Anabolikum X aus einem Mittelklasse-Sprinter einen Weltklasse-Athleten gemacht. Wir alle wissen doch, dass die Differenz von 0,08 Sekunden mit dem bloßen menschlichen Auge - also ohne Computerhilfe gar nicht zu erkennen ist. Dies erwähne ich um noch einmal zu verdeutlichen, welche minimale Leistungssteigerung er (vielleicht) anabolen Steroiden zu verdanken hat.
Aber widmen wir uns den armen Schweinen von Athleten, die vertraglich versichert haben keine anabole Steroide zu benutzen. Haben solche Typen wie Johnson oder Bond nicht einen ungerechtfertigten Vorteil? Nein, Null Komma Null, einfach gar keinen! Es ist schon richtig - der Anabolikaanwender mag schon einen Vorteil haben, aber nicht jeder Vorteil ist zugleich unfair. Wir alle sind doch gegenüber Leuten bevorteilt, die im hinterletzten Eck von Afrika leben. Bedeutet das zugleich, dass wir Betrüger sind? Der bekannte italienische Tenor Luciano Pavarotti hat seine Stimmbänder dazu genutzt Millionen zu verdienen. Er hat sogar sehr teuren Gesangsunterricht genommen, um den Abstand zwischen ihm und seinen Konkurrenten weiter zu vergrößern. Na, Gott sei Dank! Ich bin wirklich verdammt froh, dass er keine OP an seinen Stimmbändern hat vornehmen lassen um den Abstand zu seinen Konkurrenzen zu verkleinern, nur um den Wettbewerb fairer zu machen.
Ich bin doch der Glückliche, der sein Können bewundern darf. Aus diesem Grunde - wen bitteschön interessiert es, ob Max Mustermann Anabolika nimmt oder nicht? Warum nimmt er keine? Er schuldet es uns sogar, welche zu nehmen! Wir zahlen ja schließlich nicht aus Spaß hunderte von Euros um jemanden beim Spielen, Singen - oder was auch immer - zuzusehen! Nicht zu vergessen die Tatsache, dass beispielsweise ein Fußballspieler von Haus aus ein paar Millionen Euros für irgendeine unterdurchschnittliche Leistung erhält. Und jetzt möge mir einer sagen, warum er keine leistungssteigernden Substanzen benutzen sollte. Aus irgendeinem gottverdammten Grund ist er dem Gerücht zum Opfer gefallen, dass eine Testosteronspritze seine Leber, sein Herz und sein Gehirn kaputt macht.
Du und ich wissen es besser. Warum sollte man ihn für diese Ignoranz sogar noch loben? Warum sollte man ihn wegen seiner Tugend und Ehrlichkeit bewundern? Auf der anderen Seite hat er ja bis heute auch auf "legalem Wege beschissen". Er hat in der Vergangenheit zig Supplements in sich hineingeschaufelt und tut dies immer noch. Er trinkt literweise Proteindrinks und Creatin-Dextrose Mischungen. Schlussendlich hat dieser Athlet doch wirklich alles getan, um sich selbst in eine kleine Chemiefabrik zu verwandeln, wie es ihm seine Betreuer vorgegeben haben. Wenn seine Konkurrenten dann immer noch einen Tick besser abschneiden als er selbst, dann schiebt er dies, dumm wie er ist, auf deren Anabolika-Gebrauch.
Vor geraumer Zeit wurde der bekannte Bodybuilder Ronnie Coleman von einem Sportredakteur der New York Times interviewt. Der Redakteur war mutig genug Coleman direkt zu fragen, ob er Anabolika nehme. Da Coleman jedoch zu schlau für so eine Idiotenfrage ist, konterte er sofort. "Denkst du, du könntest so aussehen wie ich, wenn du anabole Steroide benutzen und tagein, tagaus genauso hart trainieren würdest wie ich?". Die Antwort ist natürlich "Nein".
Meint ihr, wenn man auf die Ernährung so achtet wie die Basketballlegende Michael Jordan oder der Golfer Tiger Woods, dass man dann auch genau so gut spielt wie die beiden? Ronnie Coleman ist ein professioneller Bodybuilder. Was er macht, machen die anderen auch. Es gibt somit keine Geheimnisse, keine magischen Mittelchen oder gar unfaire Vorteile.
In der kleinen Traumwelt von Fuß- oder Basketballspielern und Leichtathleten gibt es gespaltene Lager. Aber warum zum Teufel? Nur weil irgendwelche Pseudointellektuelle es sich zum Lebenswerk gemacht haben, Sportler "sauber" zu halten? Die meisten Athleten werden jung entdeckt und in Verträge gedrängt. Sie befinden sich in einem Alter, in dem ihre Weitsicht noch nicht sehr ausgeprägt ist. Sie unterzeichnen in gutem Glauben Verträge mit Klauseln, die ähnlich sinnlos sind, wie es Sex mit Krokodilen wäre. Früher oder später fragen sich die meisten unter ihnen, was das Ganze eigentlich soll. Warum um Himmels Willen sollte ich auf solche Idioten hören, die nichts weiter machen als mich zu kontrollieren? Ehrlich gesagt finde ich das super. Ich mag es, wenn solche Leute dann Verträge brechen.
Ich möchte auch gerne eine philosophische Betrachtungsweise aufzeigen. Der Philosoph Immanuel Kant, der in Fachkreisen als DER Philosoph schlechthin gilt, äußerte mal, dass Selbständigkeit und Selbstwertgefühl die wichtigsten moralischen Aspekte sind. Selbstwertgefühl setzt voraus, dass du niemals deine Selbständigkeit angreifen lässt. Einfach gesagt bedeutet Selbständigkeit unabhängig von anderen zu sein. Sklaverei ist und war die schlimmste Art in die Selbständigkeit einer Person einzugreifen. Aber grundsätzlich gilt, dass jede Form einer Abhängigkeit die Selbständigkeit mindert.
Ein vernünftiger Mensch kann nicht darauf verzichten alles und jeden in Frage zu stellen. Eine Person, die sich selber verkaufen würde, nur um an Geld oder sonstige materiellen Güter zu kommen, verübt das schlimmste geistige Verbrechen überhaupt. Wenn sein Betreuer ihm ein gutes Leben verspricht, im Gegenzug aber seine "Seele" fordert, dann machen beide einen Riesenfehler. Der Betreuer, der das macht, ist ein Tyrann. Und auch wenn er ein "wohlwollender" Tyrann ist, so macht das die Sache nicht besser. Niemand sollte vor den Füßen einer anderen Person kriechen, egal wie erfahren oder wissend dieser andere auch sein mag.
Du magst dich fragen, was zum Teufel ich überhaupt die ganze Zeit erzähle? Was hat das alles bitte mit der konkreten Anwendung von Anabolika zu tun? Soll das nun bedeuten, dass Gesetze gegen Mörder und Kinderschänder nicht sinnvoll sind?
Ich sage es gerne noch einmal. Nein, das meine ich nicht. Ich bin kein Befürworter der Anarchie. Ich halte nichts davon an einer roten Ampel zu stoppen, dann zu schauen ob ein Polizist anwesend ist und anderenfalls Gas zu geben. Verkehrsregeln haben sehr häufig ihren Sinn. Ein fürchterliches Chaos würde ausbrechen, wenn keiner sich an diese Regeln halten, und jeder nach seinen eigenen Vorstellungen agieren würde. Wir wären alle Verlierer. Auch der, der das Gesetz missachtet hat.
Das bedeutet aber nicht, dass wir nun jeder Verkehrsverordnung Folge leisten sollten. Ich möchte damit sagen, dass wir Gesetze mit dem gesunden Menschenverstand interpretieren sollten. Dabei kann man sich durchaus das Recht vorbehalten diese zu brechen, wenn es der Allgemeinheit zugute kommt und nicht nur zu unserer Bereicherung dient. Wir sollten beispielsweise Verkehrsregeln und andere Gesetze als sinnvolle Vorgaben betrachten. Brauchen wir wirklich Gesetze, die uns sagen, dass Mord und Vergewaltigung zu grausam sind um sie zu dulden? Schon klar, sie existieren nicht deswegen, sondern aus rechtsstaatlichen Gründen. Bedeutet das auf der anderen Seite jedoch, dass man beispielsweise Mord nur aufgrund von Gesetzen als moralisch verwerflich betrachten sollte? Ich möchte ehrlich gesagt keinen Menschen meinen Freund nennen, der eine solch grausame Straftat nur deshalb nicht begeht, weil sie nicht erlaubt ist.
In diesem (nicht wünschenswerten) Falle wäre Abhängigkeit vom Gesetz natürlich ein Hindernis bezüglich unserer freien Willensentfaltung. Im Paradies - wo alle gut sind - oder in der Hölle - wo alle schlecht sind - bräuchte man keine Gesetze. Hier aber in der wirklichen Welt sind weder alle gut, noch alle schlecht. Die gute Nachricht ist, dass das genügt!
Ich möchte jetzt noch einmal die Ansicht unter die Lupe nehmen, dass Profiathleten nun einmal Verträge unterzeichnet haben, die den Gebrauch von anabolen Steroiden ausschließen - selbst wenn diese förderlich wären. Wenn einem Sportler das nicht passt, dann muss er ja nicht unterschreiben! Ich persönlich finde das aus vielen Gründen lächerlich. Nicht zuletzt, weil diese Sicht der Dinge einfach nur altmodische und zugleich konservative Denkweisen bedient.
Als der Baseballspieler Mark McGwire sagte, er nehme Androstendion, tat er nichts Illegales. Diese Substanz war zu dem Zeitpunkt weder verboten, noch stand irgendetwas darüber in seinem Vertrag. Es mag durchaus sein, dass McGwire auch anabole Steroide eingesetzt hat, aber das stand erstmal gar nicht zur Debatte. Es ging ausschließlich um Androstendion. Eine Substanz, die zu diesem Zeitpunkt in so gut wie jedem amerikanischen Fitnessshop erhältlich war. Bevor also überhaupt die Äußerungen über möglichen Anabolikamissbrauch aufkamen, hatte McGwire schon seinen schlechten Ruf weg.
Heute ist der Stand der Dinge ein anderer. Selbst Prohormone wie Androstendion, die vor kurzem noch legal waren, sind mittlerweile als gefährliche Substanzen klassifiziert und vom Markt genommen worden. Wieso eigentlich? Soweit ich weiß nicht deshalb, weil neue wissenschaftliche Untersuchungen belegt hätten, dass sie gefährlicher sind als ursprünglich angenommen. Der Grund war stattdessen der, dass man diese Substanzen im Verdacht hatte tatsächlich eine Wirkung zu besitzen. Kann irgendetwas, das gestern noch legal war, heute schlecht sein, nur weil es nicht mehr erlaubt ist? Jeder Athlet, der eine Verpflichtung eingeht auf leisstungssteigernde Substanzen zu verzichten, macht das mit Sicherheit nicht freiwillig.
Was sind die reellen Chancen eines jungen Athleten, der vielleicht fünf Millionen Euro verdient? Soll er seine Karriere wegschmeißen und den Klugscheißern von Betreuern locker und lässig so etwas sagen, wie z.B. "nun ja hier bin ich, anders geht es nicht mehr"? Heute ist heute und gestern war gestern. Was gestern erlaubt war, ist heute verboten. Dies ist kein Scherz, so läuft es wirklich ab. Den Athleten werden Versprechungen abverlangt, die ohnehin niemand einhält - und das wissen beide Seiten. Meint ihr, dass ein Verbrecher, der in ein Gefängnis mit offenen Türen kommt, dort bleiben wird? Genauso ist es mit Athleten auch.
Vielleicht mag man nun denken, dass es aber trotzdem Athleten gibt, die ihre vertraglichen Bindungen einhalten wollen - unabhängig davon, wie sinnlos diese für die meisten sein mögen. Und genau gegenüber diesen Athleten wäre doch der Gebrauch von Anabolika sehr unfair. Falsch - und eine Scheißlüge dazu!
Athleten, die keine verbotenen Substanzen nehmen, haben einfach eine Todesangst vor der gesellschaftlichen Missachtung, die beim "Erwischtwerden" droht. Oder sie glauben, dass anabole Steroide ihre Gesundheit ruinieren würden.
Was Letzteres angeht, gibt es zig Studien, die Gegenteiliges belegen. Ich habe wirklich keinen Bock darauf näher einzugehen. Ach ja, und was Ersteres betrifft - wieso sollte man moralischen Krüppeln nicht einen Schritt voraus sein? Indem man nämlich leistungssteigernde Substanzen benutzt!
Was zum Teufel ist unfair? Ich sag euch mal was unfair ist. Es ist unfair, bekloppte Regeln und Verträge aufzustellen, in die Athleten hineingezwungen werden. Das ist wie die Mitgliedschaft in einem Verein gegen Anabolikasünder. Die physische Leistungssteigerung ist ebenso wünschenswert wie die geistige. Das ist alles. Der Rest ist einfach nur Müll.
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