Anybody seen my steak?
Kurzum: Der Wasserbüffel will zum Raubtier werden. Am 1. August startete also die Diät. Gewicht zu diesem Zeitpunkt: schlanke 110kg bei akzeptabler Form und dezenten Wassereinlagerungen. Mission: unter 90kg Mitte November zur Hessischen & Rheinlandpfälzischen Meisterschaft des DBFV, bzw. eigentlich schon zum Donaucup Anfang November, der als Testlauf ins Auge gefasst ist. Also nur 20 lächerliche Kilos, die da runter müssen, man gönnt sich ja sonst nichts.
Trotz des nicht unerheblichen angestrebten Gewichtsverlusts wurde die Sache langsam angegangen. Für die ersten beiden Wochen bedeutete dies: 50g Kohlenhydrate flogen raus, also rund 200 Kalorien, so dass ich am Tag auf gut 3700kcl kam, aufgeteilt auf 400g Eiweiß, 350g Kohlenhydrate und 80g Fett. Klingt viel, ist es auch. An Trainingstagen war das noch entspannt, da ich hier allein schon rund 100g Kohlenhydrate durch meine Supplementation rund ums Training zuführte, an trainingsfreien Tagen sah das schon anders aus. Seit dieser Wochen sind es dann nochmal 50g Kohlenhydrate weniger, die diesmal aus dem pre Workout-Shake gestrichen wurden. Auch wenn man meinen sollte, dass man die Reduktion daher kaum merkt, hat sich mein Hunger – der vorher eigentlich nicht vorhanden war – doch gesteigert. Ich bin froh, wenn es endlich wieder so weit ist, den Kühlschrank zu öffnen und eine Portion auf den Teller zu legen. Das macht einem dann schon Angst, sind ja noch ein paar Wochen und mehr wird die Menge an Essen ja nicht. Aber gut, das gehört wohl dazu. Die Tristesse stört mich hingegen weniger.
Ich bewundere ja Leute, die in ihrer Diät noch kulinarische Meisterkreationen zaubern, mir wäre das echt zu aufwendig. Keep it clean and simple! Kein Rechnen, kein Überlegen, einfach die entsprechenden Mengen zubereiten und dann in gleichmäßige Portionen aufteilen und über den Tag verteilt essen. Wobei ich dennoch jetzt schon weiß, dass es nach dem Wettkampf das große Fressen gibt: Steaks, ein wenig Junk (was ich normal gar nicht esse, aber jetzt bekomme ich Lust darauf), Pizza…
Ich muss an dieser Stelle aber auch mal das Positive an einer Diät hervorheben: Einkaufen wird sehr viel angenehmer: Salat, Tomaten, Reis, Haferflocken, TK-Brokkoli, Eier, Huhn, Pute, Wasser, Toilettenpapier! preview
Dazu kam mein größter Feind, der Albtraum in persona: Cardio! Wenn Diät schon unsympathisch klingt, Cardio ist das Unwort des Millenniums. Aber es hilft ja nichts. Also brav 3x pro Woche morgens auf nüchternen Magen aufs Laufband geklettert und mich mit 20 Minuten lustigem Intervalltraining abgemüht. Faszinierend wie schnell ein Puls in ungeahnte Höhen schießen kann. Aber man gewöhnt sich daran, mittlerweile ist es auszuhalten.
Belohnt wird man dann ja doch regelmäßig, wenn man die Fortschritte sieht. Auch wenn erst 3kg runter sind (Stand 18.08.2010), hat sich die Form doch deutlich verbessert. Die Arme werden zunehmend vaskulärer, ich sehe nicht mehr hochschwanger aus und auch die Beine lassen langsam wieder so etwas wie Teilung erkennen. Dazu kommt, dass ich nicht über Kraftverluste klagen muss, ganz im Gegenteil. Aktuell purzeln wöchentlich persönliche Bestleistungen. Das wird zwar auch nicht ewig so weiter gehen, aber für den Moment ist das schon eine schöne Sache.
Wo wir gerade beim Training sind: Das läuft genauso weiter, wie bisher: also 5er Split, nicht unerhebliches Volumen und dabei die größtmögliche Intensität. Die Übungsrotation habe ich noch weiter zurückgefahren und mich auf einen kompakten Pool an Übungen eingeschossen. Die Ausführung erfolgt sauberer als noch vor ein paar Monaten, ich will da einfach nichts riskieren. Das schwere Training ist so schon nicht ganz ohne, insbesondere wenn man in, für einen selbst neuen Dimensionen trainiert. Daher auch keine erzwungenen Wiederholungen oder ähnliche Späße. Was ich nun noch etwas mehr einbringen werde, sind Supersätze, aber erst nachdem die Basics erledigt sind. Der Fokus liegt weiter klar auf schwerem Training.
Dazu kommt jetzt verstärkt das Posen und in den nächsten Wochen dann noch das Üben der Kür. Da habe ich noch so meine Bedenken, bedenkt man, dass ich eher in die Kategorie Tanzbär als Justin Timberlake falle, aber das wird schon irgendwie. Zumindest die Musik steht schon: Chevaliers de Sangreal von Hans Zimmer aus dem Film "The Da Vinci Code". Da werde ich nochmal einen befreundeten Songwriter und Produzenten anschreiben, damit er mir das entsprechend zurecht schneidet, das soll ja auch nach was klingen.
Bis September wird das dann auch alles so beibehalten, dann steht die nächste Verschärfung an. Ich weiß nur noch nicht so recht, ob ich schon wissen will, was meine Foltermeisterin da für mich parat hat…
Ansonsten habe ich Philipp noch versprochen, mal in seinem neuen Shop vorbeizuschauen und das mit einem gemeinsamen Training im Powerhouse Stuttgart zu verbinden. Mal schauen, wann sich das einrichten lässt, vielleicht hat dann ja auch jemand eine Cam dabei…