Kai Greene gewinnt die Arnold Classic 2016
Kai Greene gewinnt die Arnold Classic 2016


Der Samstag steht im Zeichen der dicken Jungs. Dennoch sollten die übrigen Klassen nicht vergessen werden: Wir freuen uns auf die Entscheidungen in der Bikini-Klasse, der Men’s Physique und vor allem in der erstmals auf einer solch großen Bühne ausgetragenen Kategorie Wheelchair-Bodybuilding.

Prejudging

Wheelchair Bodybuilding

Was soll man zu dieser Klasse sagen, außer Respekt! Es ist extrem beeindruckend zu sehen, wie diese Athleten trotz ihres Handicaps Oberkörper aufgebaut haben, von denen die meisten Trainierenden ohne Einschränkung nur träumen. Vielleicht noch beeindruckender als die sportliche Leistung ist die Freude, die diese Athleten ausstrahlen. Man sieht ihnen an, wie stolz sie sind, auf dieser großen Bühne stehen zu dürfen. Den stärksten Eindruck in den Vergleichen macht Harold Kelley, aber auch Gabriele Andriulli weiß mit toller Form und ansprechender Linie zu überzeugen, kann aber mit der Masse von Kyle nicht ganz mithalten. Ebenfalls im Kampf um die Topplätze dürfte Ludovic Marchand sein. Auffällig ist vor allem der gegenseitige Respekt, den sich diese Athleten entgegenbringen. In einem Wort: vorbildlich!

In dieser Klasse wird offensichtlich gleich durchgewertet.

Ergebnis

  1. Harold Kelley
  2. Ludovic Marchand
  3. Gabriele Andriulli
  4. Johnny Quinn
  5. Reggie Bennett
  6. Antoni Khadragoui
  7. Jack Anderson
  8. Kyle Roberts


Men’s Bodybuilding

Lukas Wyler: Profi-Debut
Lukas Wyler: Profi-Debut
Den Anfang macht Cedric McMillan. Cedric hatte in der Vergangenheit oft Plätze durch eine fehlende Konditionierung verloren, heute dürfte ihm das nicht passieren. Die Form passt, er ist voll, prall und hart. In der Form ein Kandidat für den Sieg. Maxx Charles betritt als Zweiter die Bühne. Maxx hat unglaubliche Arme und weiß auch sonst zu überzeugen. Im letzten Jahr hat er erstaunliche Fortschritte gemacht, vor allem im Beinbereich. Er ist sicher kein Kandidat für die Top 3, aber kann einige ärgern, die ihre Form nicht zu 100 Prozent treffen. Und dann Justin Compton, im Vorfeld häufig als Kandidat für den Sieg gehandelt. Und Justin überzeugt. Die Form ist gut, wenngleich er einen leichten Wasserfilm zu halten scheint. Dafür präsentiert er eine unglaubliche Masse in Verbindung mit einer durchaus ansprechenden Linie. Evan Centopani ist ein Veteran auf dieser Bühne. Auch bei ihm stimmt die Form, insbesondere der Rücken in der Doppelbizeps von hinten ist beeindruckend. Die Beine fallen immer noch etwas ab, die Brust ist besser als im Vorjahr. Lukas Wyler macht sein Pro-Debüt auf dieser Bühne und verkauft sich gut. Tiefe Einschnitte im Beinbeuger, ordentlich Fleisch und die Form passt. Man merkt ihm aber die Aufregung an, das sollte er zum Finale ablegen. Juan Morel konnte schon immer mit seinem Oberkörper begeistern, so auch heute. Die Beine wirken in den Seitposen besser als in vergangenen Jahren, von vorne oder hinten sieht man aber, dass hier immer noch Fleisch fehlt. In guter Form ist er dennoch ein Kandidat, der an den Top 6 klopfen kann. Josh Lenartowicz kam im letzten Jahr förmlich aus dem Nichts und stieg gleich in die Topriege der IFBB auf, ließ am vergangenen Wochenende beispielsweise Branch Warren hinter sich. Hier wirkt er sehr massiv, auch die Form passt, wenngleich die letzten Details fehlen. Eben dieser Branch Warren betritt als nächstes die Bühne. Im letzten Jahr überraschte Branch viele mit einer nicht mehr für möglich gehaltenen Form, hier wirkt er aber nicht so hart, wie man ihn kennt, obwohl die Form keineswegs schlecht ist. Dennoch wird es heute für ihn ein schwerer Gang, wenn er die Top 3 knacken will. Sein Trainingspartner Johnnie Jackson folgt ihm. Johnnie hatte schon immer eine beeindruckende Brust und wohl den besten Trapezius der Pro League. Insgesamt fehlt ihm zu den Topleuten aber einiges, von den Beinen erst gar nicht zu sprechen. Cody Montgomery ist 21 Jahre, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Cody bringt eine sehr gute Form, schöne Muskeln, für die vorderen Plätze fehlt ihm aber noch die Masse. Toney Freeman ist über doppelt so alt wie Cody, das vorweg. Nach einer längeren Pause kehrt Toney in guter Form zurück. Es wird sicher nicht für die Topplatzierungen reichen, aber ein gutes Comeback. Und dann Kai Greene: Er sieht sehr gut aus. Nicht so gut wie man ihn schon gesehen hat, aber deutlich besser als bei den letzten Auftritten in Las Vegas. Die Form ist sehr gut, einzig im Rücken würde man sich ein wenig mehr Details wünschen. In Summe dürfte er hier aber als Sieger von der Bühne gehen.

Es folgen die numerischen Vergleiche. In der ersten Gruppe treffen Cedric und Justin aufeinander. Und das Duell geht an Cedric, wenngleich er im Laufe der Vorwahl etwas an Härte verliert. Insgesamt muss man lobend erwähnen, dass alle Athleten im ersten numerischen Vergleich absolut in Form sind. Im zweiten numerischen Vergleich ist Kai ganz klar der dominante Athlet. Branch und Josh verlieren hier Plätze und dürften Athleten wie Evan an sich vorbeiziehen lassen müssen.

1st Callout

  • Josh Lenartowicz
  • Justin Compton
  • Cedric McMillan
  • Kai Greene
Josh in diesem Vergleich ist durchaus ein Überraschung. Justin bringt heute nicht die Form, um die beiden anderen zu gefährden. Cedric hingegen gefällt von vorne sehr gut, von hinten gewinnt Kai klar. Sehr eng, im direkten Vergleich rückt Cedric deutlich näher an Kai heran.

Arnold Classic Prejudging 1st Callout
Arnold Classic Prejudging 1st Callout


2nd Callout

  • Maxx Charles
  • Juan Morel
  • Branch Warren
Ein sehr interessanter Vergleich für die Plätze 5-7. Etwas verwunderlich ist, dass Evan nicht in dem Vergleich ist. Branch ist der massivste Athlet, aber kann nicht über Formschwächen hinwegtäuschen. Juan hat die spektakuläreren Muskelgruppen, Maxx ist etwas ausgewogener.

Arnold Classic Prejudging 2nd Callout
Arnold Classic Prejudging 2nd Callout


3rd Callout

  • Cody Montgomery
  • Evan Centopani
  • Johnnie Jackson
  • Lukas Wyler
  • Toney Freeman
Cody und Evan hätten durchaus auch im zweiten Vergleich stehen können. Toney und Johnnie merkt man langsam das Alter an, Lukas ist noch sehr unerfahren, was auffällt.

Arnold Classic Prejudging 3rd Callout
Arnold Classic Prejudging 3rd Callout


4th Callout

  • Justin Compton
  • Josh Lenartowicz
  • Branch Warren
  • Maxx Charles
  • Juan Morel
Damit stehen die beiden Topleute fest. Justin hat zu kämpfen, die Härte des Vorjahres hätte ihm wohl einen Platz in den Top 3 garantiert, so muss er hart kämpfen. Ein sehr guter Vergleich für Maxx und Juan, die um den letzten Platz in den Top 6 kämpfen.

Arnold Classic Prejudging 4th Callout
Arnold Classic Prejudging 4th Callout


5th Callout

  • Kai Greene
  • Cedric McMillan
Cedric gewinnt die Frontposen, von der Seite ist es äußerst eng. In den Rückenposen Kai mit leichten Vorteilen, aber insgesamt ist es ein sehr enges Duell. Kai ist sicherlich der massivere Athlet, Cedric wird aber mit zunehmender Dauer besser.

Arnold Classic Prejudging 5th Callout
Arnold Classic Prejudging 5th Callout


Bikini International

Wie so oft: Man möchte nicht in der Haut der Judges stecken. Den Beginn macht Janet Layug, die gleich ihre Ambitionen auf den Sieg unterstreicht. Gleiche Absichten dürfte auch Justine Munro haben, die jedoch einen leichten Wasserfilm hält. Stephanie Mahoe hat sich in den letzten Jahren nach und nach in die vorderen Plätze gekämpft. Gegen Justine und Janet dürfte sie keine Chance haben, aber sie verkauft sich sehr gut. Ambitionen auf den Sieg wird sicherlich auch India Paulino haben, die sich ebenfalls in sehr guter Form präsentierte. Insgesamt ein starkes Feld mit 14 bezaubernden Damen.

1st Callout

  • Janet Layug
  • Justine Munro
  • Angelica Teixeira
  • Courtney King
  • Michelle Sylvia
  • India Paulino
Janet und India dürften das unter sich ausmachen. Knapp dahinter Justine und Angelica. Justine, Janet und India stehen dann auch im letzten Callout.

Bikini International Prejudging 1st Callout
Bikini International Prejudging 1st Callout


Men’s Physique

Wie schon in der Bikiniklasse muss man auch hier die Leistungsdichte der Klasse loben. Für die Judges macht das die Arbeit natürlich sehr viel schwieriger. Auf der Bühne ist kaum genug Platz für all die Athleten. Das Judging selbst erfolgte in einem sehr schnellen Tempo. Man merkt, dass die Kampfrichter es gewohnt sind, sich durch solch gut besetzten Klassen zu kämpfen. Wenn man Favoriten ausmachen möchte, dann wohl Jason Poston und Ryan Terry.

Finale

Men’s Bodybuilding

Los geht es mit den Küren, die hier in Columbus zu 1/3 in die Wertung eingehen. Den Anfang macht Cedric McMillan, der eine klassische Kür zeigt und dabei den positiven Eindruck der Vorwahl bestätigt. Eine positive Überraschung dieser Show ist klar Maxx Charles, der auch im Finale eine starke Leistung abliefert. Davon konnte man bei Justin Compton nicht wirklich sprechen. Er, der vielen als Favorit auf den Sieg galt, enttäuschte mit einer guten, aber keiner besonderen Form. Heute Abend sieht er besser aus, auch weil Farbe und Öl besser sind. So wird er sich wohl den dritten Platz sichern, mehr ist aber kaum drin. Evan Centopani zeigte in der Vorwahl eine sehr gute Form, ließ aber etwas Fülle vermissen. Auch ihm hat die Pause gut getan, dennoch reicht das Gesamtpaket nicht für die Topplätze. Lukas Wyler liefert hier ein absolut respektables Prodebüt ab. Selbst wenn das heute ein Platz am Ende des Feldes wird, Lukas hat vieles richtig gemacht. Juan Morel enttäuschte in seinen letzten Shows zumeist, nicht so heute. Auch im Finale ist die Form sehr gut, der Oberkörper ohnehin top. Mit besseren Beinen würde er hier um die Top 3 kämpfen. Genau diesen Kampf führt derweil Josh Lenartowicz, der seine starke Form der Vorwahl bestätigt und damit mit Justin um Platz drei kämpfen dürfte. In diesem Jahr nichts mit diesen Plätzen zu tun hat Branch Warren, auch weil seine Kür weder innovativ, noch aus ästhetischer Sicht ansprechend ist. Was aber festzuhalten ist: Branch ist in deutlich besserer Form als in der Vorwahl. Johnnie Jackson lässt auch im Finale die letzte Härte vermissen, sodass er kaum in die Top 10 vordringen dürfte. Ob Cody Montgomery das kann, hängt davon ab, ob die Judges seine schöne Linie und die Topform entsprechend würdigen, auch wenn ihm noch Fleisch fehlt, um mit den Topleuten zu konkurrieren. Toney Freeman kann posen, das steht außer Frage und das bestätigt er auch hier wieder. Dennoch reicht das in diesem Feld kaum für einen Platz in den Top 6. Und dann Kai Greene, auf dessen Kür viele gewartet haben dürften. Wie zu erwarten ist dies gespickt mit Extravaganzen. Auffällig ist aber vor allem, dass Kais Form besser aussieht als im Prejudging. Kai scheint die Pause sinnvoll genutzt zu haben.

1st Callout

  • Kai Greene
  • Cedric McMillan
  • Josh Lenartowicz
  • Justin Compton
Cedric und Kai geben sich keine Blöße, beide liefern ausreichend Gründe dafür, ihnen den Sieg zu geben. Justin und Josh machen Platz 3 unter sich aus, haben aber keine Chance in das Duell an der Spitze einzugreifen. Durchaus denkbar, dass Josh vor Justin landet.

2nd Callout

  • Justin Compton
  • Josh Lenartowicz
  • Branch Warren
  • Juan Morel
  • Maxx Charles
  • Evan Centopani
Der Kampf u die Plätze 3-6. Justin und Josh mit Vorteilen, aber auch Juan und Maxx wissen zu überzeugen. Evan und Branch fallen ein wenig ab. Im Duell zwischen Justin und Josh geht es ebenfalls sehr eng zu, mit leichten Vorteilen für Josh. Diesem kann aber sein kleines Problem mit der Brust Punkte kosten.

3rd Callout

  • Cody Montgomery
  • Toney Freeman
  • Johnnie Jackson
  • Lukas Wyler
Den Vergleich müsste der jüngste und leichteste Athlet gewinnen: Cody zeigt alles, was Bodybuilding ausmacht, wenn auch mit etwas zu wenig Fleisch, um wirklich konkurrenzfähig zu sein. Dennoch ist er in dieser Gruppe der Athlet mit den wenigsten Schwächen.

4th Callout

  • Kai Greene
  • Cedric McMillan
Der entscheidende Vergleich. Kai im Finale mit leichten Vorteilen. Seine Form hat sich doch deutlich verbessert. Die spannende Frage ist: Wen hatten die Judges im Prejudging vorne? Wenn es Cedric war, könnte tatsächlich die Posingrunde die Shown entscheiden und dann ist es eine Geschmackssache: klassisches Posing von Cedric oder extravagante Show von Kai?

Top 6

Die besten sechs werden noch einmal herausgerufen.
  • Kai Greene
  • Cedric McMillan
  • Justin Compton
  • Josh Lenartowicz
  • Branch Warren
  • Juan Morel
Kai vs. Cedric oder Freak vs. Ästhet. Man kann beiden den Sieg geben und der andere dürfte sich nicht beschweren. Letztlich wird es eine Entscheidung werden, die auf persönliche Präferenzen der Judges hinausläuft. Zumindest haben die Jungs während des Posedowns Spaß und nehmen sich die Zeit für ein Selfie. Danach geht es ab ins Publikum, Zeit für noch mehr Selfies.

Ergebnis

  1. Cedric McMillan
  2. Josh Lenartowicz
  3. Justin Compton
  4. Branch Warren
  5. Juan Morel
Und da ist die Entscheidung: Kai gewinnt zum dritten Mal in Columbus und verweist Cedric auf den zweiten Platz.

V.l.n.r.: Cedric McMillan (2), Kai Greene (1), Josh Lenartowicz (3)
V.l.n.r.: Cedric McMillan (2), Kai Greene (1), Josh Lenartowicz (3)


Bikini International

Weiter geht es mit der Bikiniklasse. Janet Layug , Justin Munro oder India Paulino, das ist hier die Frage. Vieles spricht für Janet, die das kompletteste Paket abliefert. Justine hat individuelle Stärken und Schwächen, ihre stärkste Waffe ist sicherlich ihr Po, der wohl beste in der ganzen Pro League. India dürfte vom Körper her keine Chance gegen die beiden anderen haben, ist aber so erfahren, dass sie sehr viel mit ihrer Präsentation auffängt und damit eine klare Top 3-Kandidatin ist. Positiv fallen weiterhin Sara Back, Anya Ells und Christina Fjaere auf.

Äußerst interessant ist der erste Vergleich, in den gleich sieben Athletinnen gerufen werden. In der Mitte die drei Favoritinnen, deren Top 3-Zugehörigkeit damit feststehen dürfte.

Ergebnis

  1. India Paulino
  2. Justine Munro
  3. Janet Layug
  4. Angelica Teixeira
  5. Courtney King
  6. Michelle Sylvia
Das ist durchaus überraschend. Janet nur auf dem dritten Platz, der Sieg für India. Das dürfte nicht jeder so gesehen haben.

V.l.n.r.: Courtney King (5), Janet Layug (3), India Paulino (1), Justine Munro (2), Angelica Teixeira (4), Michelle Sylvia (6)
V.l.n.r.: Courtney King (5), Janet Layug (3), India Paulino (1), Justine Munro (2), Angelica Teixeira (4), Michelle Sylvia (6)


Men’s Physique

Die Judges hatten im Prejudging einiges zu tun, das Feld auf zehn Athleten zu dezimieren. Ein unglaublich ausgewogenens Feld, das wir hier zu sehen bekommen. Im ersten Vergleich tauschen die Judges lange durch, was, wie im Prejudging, bleibt, sind Ryan Terry und Jason Poston in der Mitte nebeneinander. Im direkten Vergleich sollte Jason leichte Vorteile haben, aber hier geht es wirklich um Nuancen.

Ergebnis

  1. Brandon Hendrickson
  2. George Brown
  3. Jason Poston
  4. Ryan Terry
  5. Andre Ferguson
Auch hier Überraschungen: Schien es seit dem Prejudging auf ein Duell zwischen Ryan und Jason hinauszulaufen, reicht es für die beiden doch nur für die Plätze 3 und 4.

V.l.n.r.: Andre Ferguson (5), Jason Poston (3), Brandon Hendrickson (1), George Brown (2), Ryan Terry (4), Raymont Edmonds (6)
V.l.n.r.: Andre Ferguson (5), Jason Poston (3), Brandon Hendrickson (1), George Brown (2), Ryan Terry (4), Raymont Edmonds (6)


Offizielle Ergebnisliste vom Samstag, 5. März 2016: Download