Out of 07/2001 till now 2009...
Ich bin jetzt 29 Jahre jung und trainiere seit knapp 9 Jahren. Angefangen hat alles schon 1996 im zarten Alter von 16. Schon damals war der Gedanke an einen muskulösen Körper so groß, dass ich anfing in einem Gym in der Nachbarstadt zu trainieren.Zeitgleich hatte ich auch meine Ausbildung zum Zimmerer begonnen und trotz täglicher 9 Stunden harter Arbeit nahm ich die ca. 29km lange Hin- und Rückfahrt mit dem Fahrrad nach Celle auf mich.
In dem Ort in dem ich wohnte gab es damals leider kein Gym, so dass mir nichts anderes übrig blieb als vorher jedes Mal eine 45 minütige Cardioeinheit zu bezwingen, bevor die Hanteln überhaupt in meiner Nähe waren.
Leider forderte das harte Arbeiten auf dem Bau und die 6-mal wöchentliche Fahrt ins Studio ihren Tribut. Mir wurden förmlich die hart gespeicherten Kalorien aus dem Gewebe gezogen wie nichts, so dass sich damals fast keine Muskelzuwächse einstellten! Ich aß morgens zu Hause meine 8 ganzen Eier mit Toast und Butter, um ca. 9Uhr gab es mein zweites Frühstück auf der Arbeit, 6 Scheiben Vollkornbrot mit Putenaufschnitt und einen 500g Becher Fruchtquark - und ich konnte es wirklich nicht mehr sehen - zur Mittagszeit dasselbe noch einmal… und abends was Mutti so kochte. preview
In dem Studio, in dem ich trainierte, gab es keine Trainer oder Trainingspläne. Die Besitzerin hatte es von ihrem Mann übernommen und schloss lediglich die Tür morgens auf und abends wieder zu. Es gab trotzdem alles an Geräten, Kurzhanteln etc. was man brauchte. Sogar die uralten, originalen Nautilus Überzugmaschine und auch alles andere war aus den Mitte 70ern… was mir sehr gut gefiel!
Die Vorraussetzungen waren eigentlich gut, doch ich trainierte kreuz und quer und alles viel zu oft, dass ich mir sagte Bodybuilding bringt mir nicht das, was ich mir erhofft hatte, und hörte damals nach 5 Monaten wieder auf zu trainieren.
Nun denn Runde 2 - Neuer Mut und endlich einen fahrbaren Untersatz
Der Führerschein war 1998 bestanden und endlich konnte ich mit dem Auto zum Training düsen - ein riesengroße Erleichterung!So fing ich an mein altes Training aufzunehmen und fuhr wieder 6-mal die Woche ins Studio nach Celle und absolvierte einen 3er Doppelsplit ala Arnold! Etwas schlauer war ich zu diesem Zeitpunkt schon und wusste einige Sachen über die Ernährung.
Sobald ich meine kcal auf ca. 4500 hochschraubte (mit dem leckeren Mega Mass 7000, ich weiß gar nicht wie viele ich von den Kartons getrunken habe ), stellten sich auch Muskelzuwächse ein… endlich!
Stolz wie Oscar war ich, als die 100kg beim Bankdrücken ganze 10-mal bewältig wurden. Für mich war das etwas ganz besonderes damals.
Leider gab es parallel zu dem Training immer noch das Problem mit der Arbeit, nur ohne Arbeit kein Geld und ohne Geld keine Nahrung und damit keine Muskelzuwächse! Folglich blieb das Training wieder auf der Strecke. Das Arbeiten und die hohe Intensität beim Training und vor allem das Volumen waren mörderisch und im Juni 2000 hörte ich wieder einmal auf. Also überlegte ich mir, was ich dagegen machen könnte, denn ich hatte Blut geleckt und wollte immer mehr… .
Runde 3
Anfang 2001 eröffnete ein Studio direkt bei uns im Ort, was immer hin den Vorteil hatte, dass ich nicht fahren musste, denn schon damals war das Tanken geldintensiv!So fuhr ich noch am gleichen Tag hin und meldete mich an, neue Leute, neue Geräte und vor allem neue Motivation.
Zu dieser Zeit hing mir das Arbeiten auf dem Bau zum Halse raus, denn so richtig glücklich war ich noch nicht mit diesem Zustand. Ganze 4 Jahre eierte ich noch so herum, bis ich mich entschloss einen anderen Berufsweg einzuschlagen.
So begann ich parallel mein Diplom zum Lizenzierten Fitnesstrainer vom DSSV zu absolvieren, was bis heute eine super gute Idee war. Ich hatte endlich die Möglichkeit Geld zu verdienen, ohne körperlich schwer dafür zu arbeiten und das in meinem Traumberuf als Personaltrainer, des Weiteren war die Ausbildung eine echte Bereicherung für mich. Ausgestattet mit dem absoluten Hintergrundwissen in Sachen Ernährung, Trainingslehre und Sportmedizin hatte ich fast alles, was ich brauchte und wollte!
Rauchen , Alkohol, schlechtes Essen - alles verschwand aus meinem Leben und meinem Kühlschrank!
Meine damaligen Freunde zeigten mir einen Vogel. Du bist verrückt! , Jetzt dreht er ganz durch! hieß es. Mir war es egal, was die anderen dachten und ich fing an mein Ding durchzuziehen.
Mein Körpergewicht lag zur Zeit bei ca. 93 kg!
Runde 4 - 2004 ging es richtig los…
So lernte ich meinen ersten richtigen Trainingspartner kennen. Thomas, 39 Jahre, trainierte sein halbes Leben und hatte fast immer noch soviel Ergeiz wie ich selbst.So quälten wir uns gemeinsam Tag ein Tag aus durch unseren 5er Split… bei dem wir alle 4 Wochen die Übungen und die Intensitätstechniken umstellten.
So kletterte mein Körpergewicht auf 104kg bei immer gleich bleibendem Körperfettanteil. Es machte riesen Spaß zusammen zu wachsen, es ist wirklich schön einen guten Trainingspartner zu haben. Der einem hilft und vor allem motiviert und wenn privat mal nicht so gut lief, hatte er auch dafür ein immer offenes Ohr und das tut gut… danke dafür Thomas!
Juni 2007 endete leider unser gemeinsames Training, da ich mit meiner Zielsetzung im Bezug auf das Bodybuilding nicht mehr geduldet wurde in meinem alten Studio. Ich wechselte wieder in ein anderes Gym nach Celle!
Mein Trainingspartner blieb dort, da er zu dieser Zeit nicht mehr soviel machen wollte. Mein Körpergewicht lag bei etwa 109 kg.
Teilnahme an einem Strongman-Newcomer-Contest in Magdeburg
Da ich ja die ganzen Jahre immer Offseason war und reichlich kcal zu mir nahm, dachte ich, warum nicht mal einen Kraftdreikampf oder ähnliches mitmachen?Meine Leistungen waren ganz gut, da ich immer der Stärkste im Gym gewesen war! So nahm ich 4 Wochen vor dem Termin des Newcomer Wettkampes Kontakt mit Enrico Schütze auf, er ist Veranstalter der GFSA (German Federation of Strength Athletes).
Ich rief ihn an, erzählte ihm wo meine Kraftleistungen lagen und fragte ob es sich wohl lohnt an dem Newcomer- Contest teilzunehmen?
Zu meinen Leistungen damals:
- Bankdrücken 185kg (raw)
- Kreuzheben 255kg (Ohne Zughilfen)
- Kniebeugen 225kg (mit Gürtel & Bandagen) - Denn mit Verletzung gibt es gar kein Training!!!
Nun gut, ich schaute mich auf der Homepage der GFSA um, denn ich kannte nur einige Disziplinen die ich auf Eurosport gesehen hatte! Eine ganze Menge verschiedenster Herausforderungen gab es dort zusehen.
Zum Glück gab es eine Ausschreibung, auf der stand, was die Teilnehmer erwartet:
- Baumstammstemmen (Grundgewicht 105kg, ca. 2,70m lang und 30cm Durchmesser )
- Medley auf Zeit - Kofferlaufen und im Anschluss Wheelflip (120kg ein Koffer, Reifen 320kg)
- Bierfass-Stemmen (67kg so oft geht)
- LKW- Ziehen (7,5t auf Zeit
- Stones of Strength (80-130kg)
Ich hatte mir nur die zwei Koffer mit einem Freund aus Beton gegossen und lief damit zwei Mal die Woche, um mich daran zu gewöhnen. Mir schien, dass diese Disziplin am schwersten sein wird, die anderen konnte ich in vier Wochen kaum üben, womit auch!?
Durch meine jahrelange Arbeit als Zimmerer hatte ich immer gut Handkraft… zum Glück!
Jetzt zahlte sich die ganze Quälerei auf dem Bau aus.
Am 16. Juni war es dann soweit. Ich fuhr mit dem Auto nach Magdeburg und war super nervös. Ich wollte mich ja schließlich nicht blamieren, denn ich wusste, dass es mir an Technik und Erfahrung fehlte.
Aber ich wurde recht herzlich empfangen. Es waren alle mega nett und motivierten mich.
Es wurde dann mit Nummern aus einer Box ausgelost wie die Reihenfolge sein wird! Ich konnte es nicht fassen, denn auf dem Zettel, den ich gezogen hatte, stand tatsächlich die 1!
Nun ja, das Glück war nicht gerade auf meiner Seite und so musste ich anfangen den 105kg Baumstamm umzusetzen und Überkopf zu drücken, ohne vorher zusehen wie das abläuft.
Ich gab mein Bestes und schaffte es auch, obwohl es nicht elegant wie bei den anderen aussah. Ich drückte so wie ich es vom Training her gewohnt war, aus den Schultern! Die anderen hatten eine ruckartige Technik und drückten den Rest des Weges mit den Beinen aus der Hocke heraus, allerdings bekam ich das so irgendwie nicht hin und zum Üben war es jetzt wohl zu spät.
Es wurde dann in 5kg Schritten erhöht und ich konnte bis 120kg mithalten, was schon ok war.
Anschließend war das LKW-Ziehen dran, es gab eine technische Einweisung von Enrico… Und jetzt zieh, gib alles! sagte er… kurz gesagt, ich legte eine Zeit vor, die keiner mehr überbot. Ich denke, das verdanke ich auch meinen gut entwickelten Beinen - tja sehr happy ist man dann!
Kurz danach folgte das Medley und wie ich dachte: die Koffer waren sau schwer - ohne Zughilfen, Handschuhe oder irgendetwas, nur Magnesia und das ganze 25 Meter!
Mein Adrenalin war so was von hoch, ich hörte mein Herz bis zum Kopf schlagen, die Zuschauer und ein paar Freunde, die mitgekommen waren, feuerten mich so an, dass ich es schaffte, doch ohne Pause zu machen wartete der 320kg schwere Baggerreifen… und ich sah schon Sterne, Vögel und Flugzeuge!
Ohne zu verschnaufen, packte ich das Ding und schaffte auch den Reifen drei mal zu flippen. Das harte an der ganzen Geschichte war, dass mir Kondition fehlte… Kraft, Kondition und Technik sind aus meiner Sicht das wichtigste in diesem Sport!
Weiter zu den Steinkugeln: bis 130kg auf ein 1,10m Podest. Die ersten zwei gingen gut weg, die dritte auch aber nur mit dem Harz an den Unterarmen, denn umfassen konnte auch ich mit meinen 1,85m die Kugel nicht.
Im Anschluss mussten wir noch mal alles geben: Das 67kg schwere Bierfass so oft vom Boden bis über den Kopf stemmen, wie es geht, bei 16 Wiederholungen war Feierabend bei mir und ich dachte, gleich kommt meine Banane hoch, die ich kurz zuvor gegessen hatte! Sie blieb dann aber doch drin.
Das Ende vom Lied war ein 5. Platz von zehn Teilnehmern. Zufrieden war ich natürlich nicht und machte mir noch Tage danach Vorwürfe: Warum haste hier nicht das und dies dort usw.!
Aber im Großen und Ganzen, war es eine schöne Erfahrung, die auf jeden Fall Spaß gemacht hat und beim 7,5t LKW-Ziehen war ich halt der Beste…hehe - freie Kniebeugen zahlen sich aus!
Des Weiteren sah ich auch definitiv am besten aus von allen Athleten: Sogar Helge Seliger, der Gaststar war, sagte: Du bist doch Bodybuilder und was machst Du so was mit? Auf die Bühne mit Dir.
Nur mal so zum Spass! sagte ich… danach noch Smalltalk mit Steve Benthin, der ebenfalls sehr nett ist. Insgesamt war es schon ein schöner Tag!
So weit ich mich erinnern kann, hatte ich gute 8-9 Tage Muskelkater - aber wirklich überall -und kurierte mich erstmal 10 Tage aus, bevor ich wieder mit meinem Training begann!
Doch meine Motivation lag im Bodybuilding, nach dem ich auch trainiere und lebe und dort versuchen möchte Fuß zu fassen.
Aber vielleicht zwischen durch mal wieder einen Strongman mitmachen… wer weiß!?
Runde 5 - Der Wechsel in das Celler Studio
Und so fing wieder alles von vorne an und dieses mal gab es in dem ersten Jahr keinen Trainingspartner. Niemand wollte so hart oder so oft trainieren wie ich.So habe ich bis zum Sommer 2008 allein trainiert, was auch mal ganz interessant war!
Dann stand der Weider- Athlet 2008 vor der Tür. Da mach ich mit! dachte ich und hatte noch 3-4 Monate, um alles rauszuholen!
Eigentlich genug Zeit und so fing ich an.
Der Ergeiz war so groß das ich mich beim French-Press verletzte und dann nach Physiotherapie und etlichen Arztbesuchen mit Kernspin eine Stosswellen-Therapie machte.
Diese musste ich natürlich selbst bezahlen, denn die Krankenkassen sagte: Das sind Zusatzleistungen, dass brauch man nicht. Naja, ich machte es trotzdem… nur konnte ich ganze 11 Wochen keinen Oberkörper trainieren, bei jeder kleinsten Belastung hatte ich Schmerzen im Ellenbogen!
So ein Mist, gerade jetzt, dass darf echt nicht war sein. 2- 3Wochen vor Einsendeschluss der Pflichtposen als Fotos ging es dann wieder, nur was soll da noch realisierbar sein? So kam ich natürlich nicht unter die Top 10. Ich sah flach aus am Oberkörper und die Härte fehlte!
Ok, was solls, lieber schonen und dann wieder kommen!
So konnte ich kurz nach dem David Walli aus meiner Sicht wohl verdient gewonnen hatte zumindest wieder hart trainieren und das war gut!
Eines schönen Juli-Tages, dass Studio war fast leer, kam meinesgleichen um die Ecke und wir kamen natürlich gleich ins Gespräch und trainierten noch am selben Tag zusammen!
Der gute Olli, auch 29 Jahre jung, 94kg und eine Qualität in der Muskulatur wie ich sie bis jetzt nur auf der Fibo gesehen habe - und wir reden hier immer von Offseason -Training.
Mein Ziel ist es, stets mehr Qualität und noch mehr Masse in meine Muskulatur zu bringen und da werden wir zwei uns sehr gut ergänzen.
Eigentlich hatte ich vor schon viel früher einen Newcomer-Wettkampf zu bestreiten, aber ich fühlte mich noch nicht bereit dafür.
Meine Zielsetzung schoss immer höher: noch 5kg, noch 5kg und noch mal 5kg.
Aber der Gedanke ist, lieber noch ein, zwei Jahre zu trainieren, besser zu werden und dann so gut anzutreten, dass es für die Top 3 reicht!
Anfang nächsten Jahres wollen wir uns das erste Mal vorbereiten - gemeinsam - und hoffen natürlich Erfolg zu haben… und ich denke das werden wir auch!
Zur Zeit liegt mein Körpergewicht bei 117kg, ich hoffe, dass ich mit ca.108-113kg nächstes Jahr an den Start gehen kann. Ich arbeite hart daran und gebe immer 200% !
Sportliche Grüße aus Celle