
Bevor am Freitag und Samstag die Entscheidungen fallen, werfen wir einen Blick auf die einzelnen Klassen und die jeweiligen Favoriten.

Bikini International
Wer soll Ashley Kaltwasser schlagen? Das dürfte die entscheidende Frage des Wochenendes in der Bikiniklasse werden. Dass es überhaupt dazu kommt, ist mehr als fraglich, zu dominant war Ashley in der letzten Zeit, zu wenig konstant der Rest. Zudem leistete sie sich in den letzten Wettkämpfen nie eine Schwäche und glänzt durch eine grazile, wenn auch nicht dominante Ausstrahlung. Ihre härteste Konkurrentin dürfte wohl Janet Layug sein, die bereits in Las Vegas den zweiten Platz holen konnte. India Paulino ist aber auch nicht zu unterschätzen und holte schon einmal den Titel in Columbus und war zuletzt in Prag erfolgreich. Spannend wird auch zu sehen, wie sich die beiden Nordeuropäerinnen Sara Back und Christina Strom Fjaere schlagen, die aus unserer Sicht leider all zu häufig von den Judges übersehen wurden. Um den Sieg werden sie wohl aber dennoch nicht mitkämpfen, zu dominant sind die US-Girls, allen voran Ashley, die derzeit mit ihrer makellosen Schönheit wohl den Benchmark dieser Klasse darstellt. Sollte sie auch in diesem Jahr in Columbus gewinnen, ist mittelfristig wohl kaum damit zu rechnen, dass sie ihre vormachtsstellung abgeben muss.
Figur International
Ähnliche Voraussetzungen wie in der Bikiniklasse: In Abwesenheit von Nicole Wilkins ist Candice Keene die absolute Topfavoritin. Wo immer Nicole in letzter Zeit nicht am Start war, holte sich Candice den Sieg, unter anderem bereits zwei Mal in Folge in Columbus. Es wäre sehr verwunderlich, stünde am Ende eine andere Athletin als Siegerin fest. Candice gehört sicherlich zu den muskulöseren Athletinnen dieser Klasse, die über eine enorme Schulterbreite verfügt. Die etwas elegantere Linie hat sicherlich Candice Lewis, die ihre Namensvetterin in den letzten Jahren jedoch nie schlagen konnte. Mit dabei sind auch die Plätze 4-6 der letzten Figur Olympia: Ann Titone, Latorya Watts und Gennifer Strobo. Ins Duell der beiden Namensvetterinnen werden sie wohl aber kaum eingreifen können und im Duell Candice vs. Candice wäre alles andere als ein Sieg der Titelverteidigerin eine große Überraschung. Insgesamt ist auf jeden Fall eine Entwicklung in dieser Klasse zu erkennen: Der Trend geht zu mehr Muskelmasse, die Athletinnen sind deutlich praller als noch vor wenigen Jahren.
Fitness International
Nach dem Rücktritt der über rund ein Jahrzehnt dominierenden Adela Garcia vor der letzten Olympia ist Oksana Grishina klar die Athletin in dieser Klasse, die es zu schlagen gilt, vor allem durch ihre grandiosen Küren, die nicht nur aus athletischer Sicht überzeugen können, sondern auch immer kreativ und story-telling sind. Ihr im letzten Jahr immer dicht auf den Fersen war Regiane da Silva. Man kann Regiane nur dafür bewundern, wie sie unzählige Rückschläge weggesteckt und immer an sich gearbeitet hat. Letztlich hat es sich ausgezahlt, sodass sie im letzten Jahr nur von Oksana geschlagen werden konnte. Es ist also auch diesmal von einem Duell der beiden Freundinnen auszugehen, vielleicht hat ja Regiane diesmal das Quentchen Glück für den ganz großen Wurf. Daran etwas auszusetzen hat sicherlich Tanji Johnson, die Drittplatzierte der letztjährigen Fitness Olympia. Bethany Cisternino, Myriam Capes und Fiona Harris runden den Kreis der potentiellen Finalisten ab, werden aber voraussichtlich mit der Entscheidung um den Sieg nichts zu tun haben.
Women’s Physique International
Juliana oder Dana, das ist hier sicherlich die siegentscheidende Frage. Dabei handelt es sich nicht nur um ein Duell der beiden Athletinnen, sondern auch um die Frage, welchen Look die Judges für die Klasse vorgeben möchten. Dana Linn Bailey ist sicherlich die schlankere Variante, die durch eine einzigartige Präsentation und außergewöhnliche Muskelformen besticht. Dazu kommt ihre enorme Popularität, der der zweite Platz hinter Juliana im vergangenen Jahr in Las Vegas keinen Abbruch getan hat. Juliana Malacarne tritt deutlich massiver an, was jedoch keineswegs zu Lasten ihrer Linie geht, im Gegenteil. Auch sie hat eine meisterhafte Präsentation, sodass es letztlich wirklich auf die Frage hinauslaufen wird, wie viel Muskelmasse die Judges in dieser Klasse sehen wollen. Es ist schwer zu glauben, dass eine andere Athletin in diesen Zweikampf eingreifen kann. Wenn, dann hat Tycie Coppet, die Drittplatzierte in Las Vegas, sicherlich die besten Chancen. Und natürlich drücken wir Nathalie Falk die Daumen, die im letzten Jahr ihre erste Show gewinnen konnte.
Men’s Physique International
Erstmal findet im Rahmen der Arnold Classic eine Entscheidung in der Men’s Physique statt. Auch wenn die Klasse sich etabliert hat und eine ganze Armada von Athleten die Shows füllen, ist es sehr schwer Vorhersagen zu treffen; zu unterschiedlich waren die Wertungen in den vergangenen Shows. Paradebeispiel dafür ist sicherlich Mark Anthony , der erste Mr. Olympia in der Klasse. Nach seinem Sieg 2013 reichte es 2014 jedoch nicht einmal für die Top 5. Wir dürfen gespannt sein, wo er sich am Wochenende einreiht. In Abwesenheit des aktuellen Mr. Olympia Jeremy Buedina dürfte Sadik Hadzovic, der Zweitplatzierte in Las Vegas im vergangenen Jahr, sicher der Topfavorit sein. Mit Jason Poston und Matthew Acton sind die Dritt- und Viertplatzierten der letzten Olympia am Start und auch sie werden ein Auge auf den Titel geworfen haben. Es ist davon auszugehen, dass diese vier Athleten den Titel unter sich ausmachen, wer am Ende die Nase vorne haben wird, ist schwer zu sagen, vieles spricht aber für Sadik.
212 International
Die 212 wird mit Sicherheit eine der spannendsten Klassen des Wettkampfes werden. Gleich eine ganze Reihe von Topathleten ringen hier um den Sieg und eine Vorhersage ist, auch aufgrund der wechselnden Platzierungen, kaum möglich. Da haben wir zum einen Eduardo Correa, der für seine unglaubliche Härte bekannt ist und in Las Vegas nur von Flex Lewis geschlagen werden konnte. Sein Zweikampf mit Jose Raymond um die Plätze hinter dem Waliser wird sicherlich auch in Columbus weitergehen. Für Jose spricht hier klar der Massefaktor. Auch im Topf ist Aaron Clark, der schnell aufgestiegen ist und mittlerweile zu den Athleten zählt, mit denen man rechnen muss. Das ist auch von Hidetada Yamagishi zu behaupten, der in der 212 endgültig seine Heimat gefunden hat und vor allem auch durch sein begnadetes Posing überzeugt. Wir sind sehr gespannt zu sehen, wer hier das Rennen machen wird. Ein Duell zwischen Eduardo und Jose ist sicherlich die wahrscheinlichste Variante.
Men’s Open
Und dann ist da noch die Frage, wer die Nachfolge von Dennis Wolf antritt. Auch hier ist es beinahe unmöglich einen klaren Favoriten auszumachen. Nennen muss man auf jeden Fall Dexter Jackson, der sich bereits vier Mal den Sieg in Columbus sichern konnte. Dexter scheint einfach nicht zu altern und lässt fast schon routinemäßig gehypte Jungathleten hinter sich. Dieser Titel gebührt in dem Feld wohl keinem mehr als Justin Compton. Justin hat erst zwei Pro-Shows auf dem Buckel, darunter ein Sieg in Orlando 2014, wird jedoch von vielen als kommender Mr. Olympia gefeiert. Columbus wird diesbezüglich ein Gradmesser sein: Kann Justin den Vorschusslorbeeren gerecht werden? Das Potenzial dazu hat er zweifellos. Doch viele etablierte Athleten werden sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen, allen voran Branch Warren, ein weiterer Veteran, der im Herbst letzten Jahres ein nicht für möglich gehaltenes Comeback feierte, bei dem er eine für seine Verhältnisse top Linie zeigte. Die Fans werden den Texaner feiern, ist er doch einer der beliebtesten Athleten überhaupt. Dann ist da Evan Centopani, den man schon den Titel „ewiges Talent“ verleihen wollte. Im letzten Jahr war jedoch eine deutliche Entwicklung zu sehen und aktuelle Bilder lassen vermuten, dass Evan weiter fleißig an sich gearbeitet hat. In der Riege der Athleten, die mit den genannten um die vorderen Plätze kämpfen werden, finden sich aber auch noch weitere große Namen, so zum Beispiel Cedric McMillan, der aktuell wohl über die schönste Linie aller Athleten in der Pro League verfügt. Bei Cedric steht und fällt alles mit seiner Form, die er in den letzten Jahren nur selten auf den Punkt gebracht hat. Sollte er es in diesem Jahr erneut schaffen, zählt er klar zu den Favoriten. Zuletzt enttäuscht hat Roelly Winklaar, der darauf brennen dürfte, die Eindrücke der letzten Shows vergessen zu machen. Die Voraussetzungen dafür hat er: Bringt er seine Topform, kann er jeden in diesem Feld schlagen. Auch noch mit im Rennen: Ben Pakulski, Lionel Beyeke und Brandon Curry, die jedoch mit dem Sieg nichts zu tun haben werden. Es wird also auf jeden Fall sehr sehr spannend!Ihr seht, es wird ein aufregendes Wochenende. Wir freuen uns auf die Entscheidungen und werden euch natürlich rund um die Uhr auf dem Laufenden halten.