Ein Artikel von Elitefts.com
Von Jamie Hale

Viele der Informationen, die wir lernen, kommen von Autoritäten (inklusive Lehrer, Autoren, Eltern und hoch qualifizierten Personen). Dies sollte bei einer so vielfältigen Gesellschaft nicht überraschen. Es ist normal, das Wort eines Nobelpreisträgers über das Wort eines Bauernfängers zu stellen. Dies ist natürlich ein extremes Beispiel, doch der Punkt ist, dass es Sinn macht, sich auf die Aussagen von jemandem zu verlassen, der bereits in der Vergangenheit mit seinen Aussagen richtig gelegen hat und gezeigt hat, dass er in einem spezifischen Bereich über ein großes Wissen verfügt. Problematisch wird das Ganze jedoch dann, wenn wir uns zu sehr auf Autoritäten verlassen. Autoritäten können Hinweise darauf geben, was richtig ist, doch auch Autoritäten sind fehlbar.

Ein logischer Fehlschluss, der als Obrigkeitshörigkeit bezeichnet wird, tritt dann auf, wenn die Wahrheit einer Aussage basieren auf der Autorität, die diese Aussage getätigt hat, bewertet wird. Es gibt zwei unterschiedliche Arten dieses Phänomens.

Die erste Form besteht darin, dass eine Person, die eine bestimmte Position vertritt, eine andere Autorität erwähnt, die dieselbe Position vertritt, aber nicht wirklich eine Autorität auf diesem speziellen Gebiet ist. Die zweite Form kommt dann zustande, wenn die Person, die zitiert wird (die tatsächlich eine Autorität auf diesem Gebiet ist) mehr Gewicht hat. Viele Autoritäten besitzen zu einem Thema ein größeres Wissen als andere Menschen und man sollte ihnen bis zu einem gewissen Grad trauen (sie sind jedoch immer noch fehlbar).

Auf der anderen Seite muss man keine anerkannte Autorität sein, um Recht zu haben. Beweise sind die ultimative Quelle der Autorität. Wenn eine Autorität keine gültigen Beweise für ihre Behauptung liefern kann, dann sollte man dieser Behauptung keine Aufmerksamkeit schenken. Man sollte sich nicht davor fürchten das zu verwenden, was Huxley in A Liberal Education als "die mentale Kraft" bezeichnet. Er beschreibt diese als das "was von der größten Wichtigkeit im eigenen Leben ist… das Leben wird die Kraft sein, Dinge unabhängig von Autoritäten so zu sehen, wie sie sind… doch in der Schule und im College sollte man keine andere Quelle der Wahrheit als die Autoritäten kennen." preview

Gedanken über Autoritäten

"Eines der größten Gebote der Wissenschaft ist Argumenten von Autoritäten zu misstrauen. (Wissenschaftler, die zur Gattung der der Primaten gehören und somit auf eine Dominanz in der Hierarchie Wert legen, befolgen dieses Gebot natürlich nicht immer). Zu viele solcher Argumente haben sich als schmerzhaft falsch herausgestellt. Autoritäten müssen sich im Disput wie jeder andere auch beweisen. Diese Unabhängigkeit der Wissenschaft, ihre gelegentliche Ungewilltheit gesunden Menschenverstand zu akzeptiere, macht sie gefährlich für Doktrinen, die weniger selbstkritisch sind oder sich Gewissheit anmaßen." (aus Carl Sagans Demon Haunted World, Seite 28)

"Argumente von Autoritäten haben wenig Gewicht (in der Wissenschaft gibt es keine ‚Autoritäten’)." – Carl Sagan

"Wer eine Behauptung aufstellt macht den Unterschied. Wenn es ein Nobelpreisträger ist, dann nehmen wir diese wahr, da die entsprechende Person schon zuvor Recht hatte. Wenn es ein bekannter Scharlatan ist, dann lachen wir höchstens laut, da diese Person schon zuvor deutlich falsch gelegen hat. Während Expertise nützlich dabei ist, die Spreu vom Weizen zu trennen, ist dies gleichzeitig auch gefährlich, da wir
  1. eine falsche Idee akzeptieren könnten, weil diese von jemandem vertreten wird, der respektiert wird.
  2. eine Idee ablehnen könnten, dass sie von jemandem vertreten wird, der nicht respektiert wird.
Wie kann man solche Fehler vermeiden? Man muss sich die Beweise ansehen." (aus Michael Shermers Why People Believe Weird Things, Seite 57)

"Nachdem wir die Beweise gesucht haben, müssen wir diese Beweise bewerten. Es gibt die gewöhnlichen Regeln bezüglich der Beurteilung von Beweisen. Es ist nicht richtig, sich nur das herauszusuchen, was man mag. Man muss sich vielmehr alle Beweise ansehen und versuchen objektiv zu bleiben, um nicht von Autoritäten abhängig zu sein. Autorität mag ein Hinweis darauf sein, was die Wahrheit ist, doch sie ist nicht die Quelle der Information. So lange dies möglich ist, sollten wir Autoritäten missachten, wann immer die Beobachtungen nicht mit ihnen übereinstimmen." (aus Richard P. Feymans The Pleasure of Finding things Out, Seite 107)

Autoritäten sind nicht die ultimative Quelle der Wahrheit. Ich stimme mit John Stuart Mill überein, der sagt, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Wenn die Autorität eine echte Autorität ist, dann sollte diese kein Problem damit haben Beweise zu liefern, um die aufgestellten Behauptungen zu unterstützen. Wenn eine Autorität keine Beweise liefern kann, Fragen aus dem Weg geht, persönliche Angriffe startet oder bei Frage konsistent ihr Diplom oder ihre Zertifizierungen vorweist, dann kann man hieraus wahrscheinlich schließen, dass sie nur auf dem Papier eine Autorität ist.

Referenzen

  • Champion R. Popper on Education. Assessed: April, 9 2008.
  • Feynman RP (1999) The Pleasure of Finding Things Out. Basic Books.
  • Fisher A (1990) The Logic or Real Arguments. Cambridge University Press.
  • Sagan C (1996) The Demon Haunted World: Science As A Candle In The Dark. Ballantine Books.
  • Shermer M (1997) Why People Believe Weird Things. Owl Books.