Here we go again! Seit der Entscheidung, den Weg auf die Bühne zu wagen, sind nun etwa 6 Wochen vergangen. Wie mit meiner Betreuerin besprochen, habe ich versucht, die Zeit möglichst effektiv zu nutzen und noch möglichst viel Beef auf die Knochen zu packen. Um es kurz zu machen: Mission completed!

Aktuell zeigt die Waage mir so ungefähr 105kg an, habe damit wieder mein all time-Maximalgewicht erreicht. Ich will aber nicht verschweigen, dass ich aktuell wohl mehr Wasser in mir trage, als der Bodensee. Als ich heute beim Allergietest war, habe ich schon befürchtet, dass die junge Dame eine Ladung Wasser ins Gesicht bekommt, wenn sie mich anpiekst. Ging dann aber doch gut. Spaß beiseite: Es ist wirklich ordentlich, was drauf gekommen ist, auch wenn ich aktuell halt durchaus schwammig aussehe. Ist aber ok, zumal ich beim letzten Formcheck letztes Wochenende keinen Arschtritt bekommen habe, also alles in Butter.

Aber an dieser Stelle mal was ganz anderes: Was zur Hölle denkt sich der DBFV eigentlich dabei, die Wettkampfsaison in den November zu legen? Und was denkt sich Petrus dabei, uns so eine Hitze zu bescheren? Oder ist das alles eine Verschwörung? Egal wie: Bei dem Wetter ist eine Offseason echt unwitzig. Beim Training könnte ich wohl im Anschluss an die Krafteinheiten das Shirt auswringen und dann in der Lache ein paar Bahnen schwimmen. Im Grunde läuft das dann so ab:

Ankunft im Studio, auf dem Weg dahin noch den pre Workout-Shake getrunken und das Shirt trotz Klima schon mal vorweg angefeuchtet. Dann in die Umkleide und die Treppen zur Fläche hoch und da erstmal ausruhen und Schweiß abwischen. Das Training selbst funktioniert aber doch gut. Kraft ist da, Pump ist da und am wichtigsten: Muskelfeeling ist da. Die Abkehr vom superschweren Training hin zu minimal leichteren Gewichten mit einem höheren Volumen macht sich bezahlt. Aber das macht das Training bei dem Wetter halt nicht leichter. Aber nur die Harten kommen in den Garten!

Das Training läuft aktuell weiter im 5er-Split von Montag bis Freitag durch: Brust, Rücken, Beine, Schultern, Arme. Ab und an schiebe ich samstags noch eine kurze Baucheinheit ein, aber das werde ich wohl erst in der Diät forcieren. Das Volumen pro Einheit beläuft sich auf rund 20 Sätze, zum Teil mit Intensitätstechniken. Als besonders effektiv haben sich bei mir RP-/Dropsets bewährt: Man macht einen Satz mit einem Gewicht bis zum Muskelversagen, 10s Pause und noch einmal mit dem Gewicht bis zum Muskelversagen, dann wird das Gewicht reduziert und das gleiche geht wieder von vorne los. Weiterhin habe ich Super- und Giantsets, 21s und ab und an mal 20er Sätze eingebaut.

Insgesamt ist das Training aber intuitiv, soll heißen, dass ich jede Einheit die Übungen tausche, Intensitätstechniken nach Gefühl einbringe und auch das Gesamtvolumen in jeder Einheit neu festlege. Für mich ist das einfach die produktivste Trainingsweise, die ich jemals versucht habe. Wichtig ist dabei aber, dass man wirklich diszipliniert ist und sich nicht nur auf ein paar Lieblingsübungen fixiert. Eingeschränkt habe ich die Übungsauswahl dennoch, da ich mich nun rein auf Übungen beschränke, die für mich vom Muskelgefühl her funktionieren. Never change a running system!

Trotz des recht hohen Volumens achte ich darauf, die Einheiten zeitlich kompakt zu halten, was bedeutet, dass ich selten die 50 Minuten überschreite, meist sind es 40-45 Minuten. Das reicht dann aber auch. Raus aus dem Studio und schön den post Workout-Shake schlürfen. Genuss ist das zwar weniger, da Inhaltsstoffe wie Maltodextrin, BCAA-Pulver, Amino-Pulver, Glutamin und Creatin geschmacklich eher weniger hermachen, aber so what: Wenn‘s schee macht!

Die Ernährung selbst gestaltet sich recht einfach: oft, viel und sauber. Also im Grunde läuft mein Grill auf Hochtouren: Steaks, Hühnerbrüste, Putenschnitzel und Fisch in Mengen, dazu Reis, Folienkartoffeln, Salat und Gemüse, so sieht das eigentlich durchgängig aus. Bin ich unterwegs, halt das Gleiche aus der Tupperdose. Dazwischen mal Proteinpfannkuchen und ein Shake, abends nochmal ein paar Nüsse, das war es eigentlich. Und halt Wasser, Tee und zuckerfreie Cola in rauen Mengen. Die höheren Mengen Carbs sind halt echt eine Umstellung, vor allem heizen die den Stoffwechsel noch einmal an, so dass ich noch ein wenig mehr schwitze. Aber so hat meine Süße wenigstens genügend zu tun, wenn sie die Wäsche macht… preview

Das Ganze wird nun noch gute 3 Wochen so weiterlaufen, dann ist Diätbeginn, Stichtag 1. August. Ein zwiegespaltenes Gefühl: Auf der einen Seite freue ich mich richtig darauf, da ich einfach heiß darauf bin, zu sehen was sich unter all der unnützen Masse befindet. Andererseits ist da halt doch die Angst vor dem Unbekannten und noch viel mehr die Angst vor dem Schwarzen Mann, dem Schreckgespenst eines jeden Kraftsportlers: Cardio! Denn eines weiß ich sicher: Ich werde jede Minute davon hassen. Aber gut, was muss, das muss…

Und dann ist da noch meine Paradedisziplin: das Posen! Als geborenes Bewegungstalent und einer Karriere als Balletttänzer in einem vorigen Leben pose ich so umwerfend, dass es einfach erschreckend ist. Aber im Ernst: Erschreckend ist es wirklich, erschreckend anstrengend. Die Posen sehen immer noch etwas eigenartig aus, aber meine Betreuerin hat mir Mut gemacht, indem sie meinte, dass ich zumindest lernfähig sei. Übe aber nun auch echt fleißig. Aber dass das so anstrengend ist, hätte ich nicht gedacht. Und dann soll man da auch noch lächeln…
Naja, das wird schon werden. Bin ja in guten Händen!

Soweit war es das auch heute von mir. Ich denke, ich melde mich zu Diätbeginn wieder. Solange könnt ihr natürlich mein Training in meinem Log verfolgen und bei Interesse Fragen stellen.

Massephase