Disclaimer - Hinweis zu Gesundheitsthemen
Jeder Körper ist individuell und daher erfordert jede Therapie eine vorausgegangene Diagnostik durch entsprechend ausgebildetes medizinisches Fachpersonal. Die Darstellungen von Krankheitsbildern und mögliche Therapieansätze sind immer als allgemeine Darstellung zu verstehen, welche individuelle Abweichungen nicht berücksichtigen kann. Entsprechende Beiträge auf Team-Andro.com dienen rein der Information und haben nicht die Intention, eine medizinische Untersuchung zu ersetzen.
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Kleinere Blessuren sind ein Übel, mit dem jeder Sportler sich hin und wieder herumschlagen muss. Hilfe versprechen Anwendungen mit Wärme und Kälte, doch welche Methode ist für welche Verletzungen geeignet?
Grundsätzlich sollen sowohl Kälte- als auch Wärmeanwendungen primär den Schmerz lindern. Durchaus verbreitet ist die Ansicht, dass akute Beschwerden gekühlt, chronische mit Wärme behandelt werden sollten. Von einer solch pauschalen Aussage sollte man jedoch Abstand nehmen, vielmehr ist es nämlich so, dass im Grunde in jedem Einzelfall herausgefunden werden muss, welche Temperatur wirklich die Beschwerden optimal lindert. Weiterhin empfiehlt es sich, das Vorgehen mit einem Arzt zu besprechen.
Grundlegende Voraussetzung für eine eigenständige Behandlung mit Wärme oder Kälte ist, dass man versteht, was diese im Körper überhaupt bewirken. Anzumerken ist, dass sich die Auflistung auf Beschwerden des Bewegungsapparates beschränkt. Beginnen wir mir Wärmebehandlungen.
It’s gettin hot in here
Wärme regt den Stoffwechsel an, das bedeutet, dass alle körperrelevanten Funktionen beschleunigt ablaufen, so auch der Transport von Antikörpern zu einem Einsatzort und der Abtransport von Abfallprodukten, genauso wie der Abtransport von schmerzauslösenden Signalstoffen, wodurch eine Schmerzlinderung erzielt werden kann. Weiterhin kann Wärme den Muskeltonus absenken.Die Wärme durchdringt hierbei von außen Haut und Bindegewebe und kann bis in die Muskulatur vordringen. Wie bereits angedeutet, kommen Wärmebehandlungen vor allem bei der Therapie chronischer Gelenkerkrankungen zum Einsatz, wobei die Behandlung lokal beschränkt sein, beispielsweise durch Fangopackungen, oder auch den ganzen Körper umfassen kann, wie es bei heißen Bädern der Fall ist. Typischerweise dauern Wärmebehandlungen zwischen 15 und 45 Minuten, wobei die Dauer der Behandlung primär von der Art der Therapie abhängt. Wichtig ist zu wissen, dass Wärme unter keinen Umständen bei akuten Entzündungen zum Einsatz kommen sollte, da diese sich sonst nur noch stärker ausbreiten würde. Um Wärme für therapeutische Zwecke zu erzeugen, stehen eine Vielzahl von Methoden zur Auswahl.
Zunächst einmal seien warme/heiße Kompressen, sog. Hot Packs erwähnt. Diese werden primär bei Gelenkschmerzen verwendet. Die Anwendung ist denkbar einfach: Die Kompresse wird in der Mikrowelle oder in heißem Wasser erhitzt und danach auf die betroffene Stelle aufgelegt. Vorsicht vor Verbrühungen!
Der Kompresse recht ähnlich ist die heiße Rolle. Hierbei wird ein Tuch in heißes Wasser getaucht und danach in andere Tücher eingewickelt, so dass sie nach und nach das heiße Wasser nach außen abgibt. Die Tücher werden dann über die entsprechende Stelle gerollt, bis das äußerste Tuch keine Wärme mehr aufweist. Es wird dann entfernt und der Vorgang wiederholt, bis man beim letzten Tuch angekommen ist, was in der Regel 15-20 Minuten dauern kann. Die heiße Rolle wird oft bei Muskelverspannungen, aber auch bei chronischen Gelenkerkrankungen eingesetzt.
Populär sind auch Torf-, Moor-, Fango- und Schlamm-Packungen. Die Heilstoffe werden erwärmt und verbleiben dann in der Regel 15-20 Minuten auf der Haut. Neben der Wärme sollen hier die natürlichen Heilstoffe der jeweiligen Packung Schmerzlinderung verschaffen. Häufig finden diese Behandlungen auch Anwendung im Rahmen einer Massage.
Dem bekannten Pfarrer Kneipp haben wir die Heublumentherapie zu verdanken, welche in Form eines Bades oder einer Packung vollzogen werden kann. Die Packung wird hierbei auf ca. 40°C erhitzt und für rund 30 Minuten auf die betroffene Stelle gegeben. Man sagt der Heublume eine stark beruhigende Wirkung auf Gelenke, Sehnen und Muskeln nach.
Speziell für Gelenkbeschwerden im Bereich der Hände ist das Paraffinbad gedacht, bei dem flüssiges Paraffin auf rund 40° C erwärmt wird und die Hände dann für mehrere Minuten in die Flüssigkeit getaucht werden. Danach werden die Gelenke für rund 20 Minuten umwickelt.
Eine weitere Methode, welche jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen sollte, ist das Überwärmungsbad. Zunächst wird ein Bad eingelassen, dessen Temperatur der Körpertemperatur entspricht, danach wird die Wassertemperatur nach und nach auf 40° C erhöht, was vor allem bei Arthritis und degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen Linderung verspricht. Während der Behandlung müssen Körpertemperatur, Puls und Blutdruck im Auge behalten werden, weshalb sich diese Methode nicht für medizinische Laien eignet.
Auch mit technischen Hilfsmitteln kann man Wärme erzeugen, beispielsweise durch Infrarot, Hochfrequenz oder Ultraschall, welche sehr gezielt eingesetzt werden kann. Zum Einsatz kommen diese Methoden häufig bei Muskelverspannungen, Fibromyalgie, Lumbago, Nasennebenhöhlenprozesse, rheumatischen Erkrankungen und Mittelohrentzündungen.
Entfernt könnte man auch Saunagänge in diese Reihe setzen, wobei hier, ähnlich wie bei Bädern, der Effekt global und wenig gezielt ist.
Ice Ice Baby
Kälte wirkt – welch Überraschung – im Grunde genau gegenteilig wie Wärme, kann jedoch dennoch die gleichen Effekte hervorrufen. Unter Kälteeinfluss fährt der Körper seine Funktionen herunter, unter anderem auch die Aktivität von entzündungsfördernden Botenstoffen. Weil die Gefäße verengt sind, wird weniger Flüssigkeit ins umliegende Gewebe abgegeben.Da das Nervensystem in seiner Funktion herunterreguliert wird, reduziert sich das Schmerzempfinden. Kältebehandlungen kommen in aller Regel bei Verschleißerkrankungen von Gelenken (Rheuma), sowie bei akuten Gelenk-, Muskel- oder Bandverletzungen (wie Prellungen und Stauchungen) zum Einsatz, wobei die Wirkung je nach Behandlungsdauer (unter 5 Minuten spricht man von Kurzzeitbehandlung, über 5 Minuten von Langzeitbehandlung) bis in die Gelenke reichen kann. Die Anwendung von Kälte ist insbesondere in den ersten Minuten nach Auftreten einer Verletzung von Bedeutung, da hier die sich anbahnende Schwellung noch wirksam bekämpft werden kann. Auch die Anwendung von Kälte ist nicht ohne Risiko, neben den offensichtlichen Risiken einer Unterkühlung, bzw. Erfrierung sind Kontraindikationen wie Erkrankungen der Koronararterien oder starke Durchblutungsstörungen (bsp. Varizen) Ausschlusskriterien für eine Kältebehandlung. Auch bei der Behandlung mit Kälte sind die Methoden vielfältig.
Als Sofortmaßnahme wohl jedem bekannt, sind Eissprays, welche über Verdunstungskälte wirken und bei nicht blutenden Sportverletzungen zum Einsatz kommen. Die Handhabung ist jedoch nicht ohne Risiko, bei unsachgemäßer Anwendung drohen Erfrierungen, weshalb Eissprays nur in die Hände von sachkundigen Personen gehören.
Eispackungen, bzw. kalte Kompressen (auch Cold Pack genannt) sind in vielen verschiedenen Ausführungen erhältlich. Sie werden auf die betroffenen Stellen aufgelegt, wobei immer darauf zu achten ist, ein Handtuch o.ä. zwischen die Packung/Kompresse und die Haut zu legen, da auch hier sonst lokale Erfrierungen drohen.
Im Rahmen der Kneipptherapie kommen auch kühlende Wickel zum Einsatz. Hierbei werden Tücher in kaltes Wasser getaucht und dann auf die betroffenen Körperregionen aufgelegt. Anders als bei Eispackungen drohen hierbei in der Regel keine Erfrierungen.
Unter ärztlicher Aufsicht kommen auch Eistauchbäder zur Therapie von schmerzhaften Gelenkveränderungen zum Einsatz. Hier wird ein betroffenes Gelenk in ein Gefäß mit eiskaltem Wasser getaucht und verbleibt dort bis zu 10 Minuten.
Auch nur unter ärztlicher Aufsicht kommt der Besuch von Kältekammern zum Einsatz. Die Temperatur in der Kammer kann dabei auf bis zu -110°C herabgekühlt werden. Zum Einsatz kommt diese Therapieform vor allem bei entzündlich-degenerativen und chronisch-entzündlichen Gelenkserkrankungen und chronischen Schmerzen.
Hot and cold
Zur Förderung der Durchblutung, Vitalisierung des cardiovaskulären Systems und der Linderung von Spannungszuständen des vegetativen Nervensystems sind auch Wechselanwendungen von Wärme und Kälte nicht untypisch und häufig auch durchaus erfolgsversprechend. Weit verbreitet sind beispielsweise Wechselbäder, insbesondere im Rahmen von Fußbädern. Hierbei sollte jedoch der Kreislauf im Auge behalten werden, Menschen, die zu Kreislaufproblemen neigen, sollten von Selbstversuchen dieser Art Abstand nehmen.Fazit
Die Anwendung von Wärme und Kälte zur Therapie von Beschwerden des Bewegungsapparates sind seit Jahrtausenden bekannt und weit verbreitet, was für ihre Effektivität spricht. Auch sind sie, bei korrekter Anwendung, frei von Nebenwirkungen und kostengünstig. Dennoch sollte man den Einfluss von unterschiedlichen Temperaturen auf den Körper nicht unterschätzen, insbesondere wenn man nicht hinreichend über Kontraindikationen einzelner Therapieformen informiert ist. Eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist daher immer anzuraten.Gibt es aus medizinischer Sicht keine Einwände, so stellen Wärme- und Kältebehandlungen eine einfache wie wirksame Therapieform für zu Hause dar. Wie bereits erwähnt, ist es in der Praxis jedoch so, dass eine klare Einteilung in Fälle, die eine Behandlung mit Wärme und solche, die eine Behandlung mit Kälte erfordern, nicht so einfach ist, wie es auf dem Papier erscheint und letztlich immer einer individuellen Überprüfung erfordern.