Über das Hände waschen nach dem Pinkeln und Handtücher im Studio
Mir ist klar, dass durchaus mal aus Versehen ein paar Tropfen auf die Hand gelangen können, aber der Großteil der Männer scheint wirklich an ernsthaften Ruhetremoren zu leiden und sollte sich mal auf Pakinson untersuchen lassen.
Ok, ja, ich weiß, dass das menschliche Mängelwesen aufgrund seiner Sozialisation geradezu dazu genötigt wird, Verhaltensweisen, die einem von Kindesbeinen an beigebracht wurden, auch ein Leben lang zu verfolgen und wessen Mutter litt nicht an einem Waschzwang: "Wasch Dir die Hände vor dem Essen gehen!", "Nach dem Toilettengang Hände waschen!", "Nachdem Du die tote Ratte wieder dahin gebracht hast, von wo Du sie ins Haus geschleppt hast, wäscht Du Dir erstmal die Hände! - Und dann fahren wir zum Arzt und impfen Dich gegen Tollwut!" - Verdammt, das Ganze hat solche Ausmaße genommen, dass inzwischen sprichwörtlich eine Hand die andere wäscht.
Ähnliches dachte sich neulich wohl ein motivierter, älterer Herr, den ich im Studio kennen lernte. Oder besser gesagt, er drängte sich mir auf und nahm mir jede Möglichkeit darauf zu verzichten. Nachdem ich mit meinem letzten Satz beim Beugen fertig war und das Gewicht von der Langhantel nahm, damit er daraufhin sofort weiter trainieren konnte, ging ich an den Kabelzug, der inzwischen schon einige Jährchen auf dem Buckel hat und gerade das Einstecken des Stifts in die unteren Gewichtsplatten alles andere als einfach macht. Ich hantierte also daran herum und ehe ich mich versah, stand der Typ bereits neben oder besser über mir. preview
Dieses Detail ist wichtig, denn es entging mir nicht, dass der Gute das gesamte Training über bereits mehr triefte, als Kai Greene auf der Pressekonferenz zum Mr. O 2010. Nun jedoch war sein Oberkörper über mich gebeugt, da ich versuchte unter die unterste Gewichtsplatte den Stift zu versenken, und ein Wasserfall aus einer übel riechenden, schwer definierbaren Flüssigkeit verteilt sich direkt vor mir und - ohne dass ich den Hauch einer Chance gehabt hätte - zum Teil auf meinen Armen.
Der Punkt an dieser Anekdote ist, dass eine Mischung aus Schweiß, Kölnisch Wasser und weiteren nicht erkennbaren Geheimzutaten alles andere als angenehm ist und in mir einen Waschzwang auslösten, der nur durch die Ungläubigkeit gebremst wurde, dass der Mann ernsthaft kein Handtuch unter seine Gerätschaften legte.
Und damit ist er kein Einzelfall. Immer wieder erlebt man unfreiwillig Trainierende, die es schaffen, an mehr Stellen im Studio ihre Körperflüssigkeit zu hinterlassen, als es ein Rüde, der sein Revier markiert, je versucht wäre. Oder die Typen in bekannten Fitnessketten, die lieber mit dem Deo sich selbst und alle zufällig Anwesenden einnebeln, statt 50 Cent für unmittelbare Körperhygiene auszugeben. - Bin ich der Einzige, der das Gefühl hat, dass da etwas falsch läuft?
Wenn man sich auf die Hände pinkelt, wäscht man sich diese anschließend. Und ebenso sollte man im Studio entsprechende Maßnahmen treffen, wenn man im Training dazu neigt, die eigenen Körperflüssigkeiten oder deren Kollateralschäden unkontrolliert in seiner unmittelbaren Umgebung zu verteilen.