Bio - Ein neuer Ernährungstrend in der Gesellschaft

Schon seit ein paar Jahren machen sich verschiedene Trends in der Gesellschaft - teilweise auch in der Kraftsportszene breit. Bürger, die zuvor weniger auf ihre Ernährung geachtet haben, versuchen ihre Gesundheit durch biologische, vegetarische und sogar vegane Ernährung zu steigern. Teilweise werden Schritte von 0 (Fertigsalamipizza) auf 100 (vegane Kleidung) gemacht.

Nach der neusten Ökobarometer-Umfrage des Bundesverbraucherministeriums greifen knapp drei Viertel der Deutschen zu Biolebensmitteln. Der Grund ist meist die Hoffnung auf eine gesündere Ernährung, hohe Qualität der Lebensmittel und weniger Schadstoffe in den Lebensmitteln.

Doch können Biolebensmittel dies Erfüllen? Sind sie gesünder? Letztendlich wird die Bewegung immer extremer, erreicht immer mehr Menschen und im Endeffekt steckt immer mehr Geld dahinter. Vegane Kochbuchautoren kaufen sich ein Porsche mit Ledersitzen, vegane Personaltrainer werden Millionäre und ein Salat in einem veganen Restaurant kostet über 15 € - die Grundgedanken scheinen teilweise verloren gegangen zu sein.

Der neue Ernährungstrend in der Kraftsportszene

In der Kraftsportszene wird die Ernährung nicht mehr nur auf die Leistung bzw. auf das Training abgestimmt, sondern es werden immer mehr gesundheitliche Effekte berücksichtigt. Die Gesundheit ist allerdings nur einer von vielen Aspekten, der für eine biologische, vegetarische oder vegane Ernährung spricht. Es soll besser für die Umwelt sein, Tiere werden artgerechter behandelt bzw. werden überhaupt nicht verzehrt und es werden keine Pestizide eingesetzt.

Sollten wir Kraftsportler uns um diese Punkte nun auch noch Gedanken machen? Ist die Ernährung eines Bodybuilders denn nicht schon gesund genug?

Zunächst werde ich jedoch mit einer Frage beginnen, die alle Bodybuilder beschäftigen sollte: Hat ein Bodybuilder Vorteile, wenn er Bioprodukte statt konventionellen Produkten verzehrt?

Biolebensmittel im Kraftsport – Sind diese gesünder?

Lohnt sich nun der Kauf von Biohähnchen? Zunächst wird ein Kraftsportler im Bezug auf seine Leistung keinen Vorteil haben. Bioprodukte werden euch nicht stärker machen. Viele Verbraucher, die zu Bio-Produkten greifen, meinen, dass Bioprodukte die Gesundheit fördern. Was ist jedoch, wenn ich schon gesund bin? Kann ich durch Bioprodukte noch gesünder werden? Andersherum: Was ist, wenn ich krank bin? Kann ich durch Bioprodukte wieder gesund werden? Ich denke nicht!

Fakt ist, dass
  1. Bioprodukte nicht mehr Vitamine als konventionelle Produkte enthalten.
  2. Bioprodukte nicht mehr Nährstoffe als konventionelle Produkte enthalten.
  3. es Höchstgrenzen für schädliche Stoffe gibt, die eingehalten werden müssen.
  4. wachstumsfördernde Mittel wie Hormone auch in konventionellen Produkten verboten sind.
  5. Bio nach der EG-Öko-Basisverordnung eine Industrieprodukt ist. Das Ziel ist daher eine Gewinnmaximierung und keine nachhaltige Versorgung von Lebensmitteln.
  6. Bio keine artgerechte Tierhaltung garantiert.
  7. es besonders im Ausland viele Betrüger auf dem Biomarkt gibt.
Fakt ist aber auch, dass
  1. in Bioprodukten weniger schädliche Stoffe vorhanden sind (z.B. Pestizide, Antiobiotika).
  2. Bio-Käufer insgesamt einen gesünderen Lebensstil pflegen und auf ihre Ernährung achten, was auf Bodybuilder in der Regel jedoch auch zutrifft.
Es muss erwähnt werden, dass z. B. Pestizide erst ab einer bestimmten Menge gefährlich werden. Diese Menge ist überschritten, wenn die Produkte hundertmal mehr Pestizide enthalten, als in Deutschland zulässig ist. Leidende Tiere, keine artgerechte Haltung, infiziertes Gemüse und aus Afrika importiertes Gemüse gibt es auch in Bio. Das Biosiegel steht zwar für bessere Haltungsbedingungen und weniger erlaubte Stoffe, ist aber noch weit von einer besseren Welt entfernt.

Des Weiteren sind immer mehr Betrugsfälle mit Bioprodukten aufgetaucht. Italien hat über 500000 Tonnen konventionelle Lebensmittels als Biolebensmittel nach Deutschland verkauft und Neuland hat Bioeier von einem Händler angenommen, der mehr als das vierfache an Bioeiern produziert hat, als er nach seinen Kapazitäten her dürfte. Dies sind nur ein paar Beispiele aus dem Jahr 2014.

Fazit: Theoretisch sind Bioprodukte gesünder, praktisch sind konventionelle Produkte aber nicht ungesünder.

Literatur

  1. Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Gute Gründe für Bio. Ökobarometer 2010: Verbraucher haben die Vorteile im Blick. Presseinformation vom 09.12.2010(a).
  2. BLE, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Auf einen Blick: Informationen zum Bio-Siegel. Bonn (2010b).
  3. BLE, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Quartalsbericht zur Nutzung des Bio-Siegels März 2011. Bonn (2011).
  4. Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Eine Erfolgsgeschichte seit 2001. Schrittmacher.
  5. Bio-Siegel. bio-siegel report (01/2011) 13.
  6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: 10 Jahre Bio-Siegel – ein Rückblick. DGEinfo (08/2011) 121-124.
  7. Peta (2013). Der "Stärkste Mann Deutschlands": Ein Pflanzenfresser. Link
  8. Die Bio-Illusion - Massenware mit Öko-Siegel - ARTE Doku.
  9. Exakt - Die Story / Massenware Bio / Gesund, gut und günstig?
  10. Deutschlands kultisch überhöhte Glücksverheißung. Link
  11. Betrug bei Neuland: Wo das System an seine Grenzen stößt. Link
  12. Riesen-Betrug mit Bio-Eiern? Produzenten wehren sich. Link
  13. Betrug mit Bio-Lebensmitteln in Italien erreicht auch Deutschland. Link