Von: Jonathan Deprospo
Beim Bestreben den Körper an die physischen Grenzen zu bringen, gibt es zwei Faktoren, die man beachtet muss. Einerseits geht es darum zu versuchen, so viel fettfreie Körpermasse zu erhalten wie möglich, andererseits muss man versuchen, den Körperfettanteil in den unteren einstelligen Bereich zu bringen. Um dies zu erreichen, wird man als Bodybuilder die Kalorienzufuhr stark senken und gleichzeitig ausreichende Mengen an aerobem Training absolvieren.
Dies wiederum bringt den Körper in einen katabolen Zustand, in welchem der Körper bestehendes Muskeleiweiß abbaut, um schnell Energie zur Verfügung zu haben. Zur Lösung dieses Problems werden viele, die bereits die Grenze zur „dunklen Seite des Bodybuildings“ überschritten haben, anabole Steroide einsetzen.
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Hierdurch erreicht man, dass sich der Körper immer in einem anabolen Zustand befindet und somit nie ein kataboler Zustand erreicht werden kann.
Wenn man anabole Steroide in die Diätphase einbaut, können viele Einschränkungen, die es im Bereich des „natürlichen Diätens“ gibt, in gewissem Maße verändert werden. Egal ob man eine „high carb“ oder „low carb“ Diät macht, mit Hilfe von anabolen Steroiden kann man die Kalorienzufuhr auf Level absenken, die den Körper ohne chemische Hilfsmittel in einen sehr katabolen Zustand führen würden.
Bei einer Diätunterstützung durch anabole Steroide sollte das Augenmerk hauptsächlich auf einer moderat hohen Proteinzufuhr (3g pro Kilogramm Körpergewicht) und einer niedrigen Kalorienzufuhr liegen. Die Kalorienzufuhr kann sehr weit reduziert werden, da anabole Steroide einen starken muskelerhaltenden Effekt haben.
Unter dem Einfluss von Steroiden können die Kalorien auch bei weit fortgeschrittenen, sehr massigen Bodybuildern auf 20 bis 24 Kcal pro Kilo Körpergewicht reduziert werden. An dieser Stelle soll nicht weiter auf Einzelheiten der Diät eingegangen werde, da die Diät, wenn man anabole Steroide zur Diätunterstützung einsetzt, eigentlich bereits gut geplant sein sollte. Wenn man nicht weiß, wie man erfolgreich diätet, dann sollte man diesen Artikel lieber erst gar nicht weiter lesen.
Dies alles klingt für einige wahrscheinlich etwas seltsam, da die meisten immer noch der Meinung sind, dass anabole Steroide hauptsächlich für den schnellen Aufbau von Muskelmasse eingesetzt werden. Das ist soweit schon richtig, aber Steroide sind aufgrund ihrer stark antikatabolen Wirkung auch die erfolgreichste Diätunterstützung, die dem Diätenden zur Verfügung steht.
Diejenigen, die ihre Kalorienzufuhr nicht zu sehr absenken müssen, um einen niedrigen Körperfett Anteil zu erreichen, werden einen gewissen Umbau der Verteilung von Fett und fettfreier Körpermasse feststellen. Die Anzeige der Waage wird sich nicht groß verändern, aber sie werden gleichzeitig Körperfett abbauen und neue Muskelmasse aufbauen. Erinnern wir uns noch einmal daran, dass man als Bodybuilder nicht primär Gewicht verlieren möchte, sondern dass es darum geht Körperfett abzubauen. Wenn sich also das Gewicht auf der Waage nicht verändert, ist das kein Grund zur Panik. Der Fettcaliper ist das, was am Ende zählt.
Wenn es nicht gerade um eine Wettkampfdiät geht, sollte man sich um Wassereinlagerungen im Körper keine Gedanken machen. Das bedeutet, dass man den Einsatz langwirkender Ester bei Testosteron oder Boldeone nicht einschränken muss. Eine Wettkampfdiät ist dagegen ein komplett anderer Vorgang, bei dem mit schnellwirkenden Estern veresterte Steroide zum Einsatz kommen, um Wassereinlagerungen so weit wie möglich zu reduzieren.
Während eines regulären anabolikaunterstützten Diätzyklus können Wassereinlagerungen mit Hilfe von Antiöstrogenen auf ein Minimum reduziert werden. Zusätzliches Gewicht in Form von Wassereinlagerungen während der Kur ist unnötig und deshalb sollten Wirkstoffe wie Arimidex oder Ferama in vernünftigen Dosierungen während der Kur und auch noch einige Zeit danach eingesetzt werden.
Diese Wirkstoffe unterdrücken die Konvertierung von Steroiden zu Östrogen und verhelfen so zu einer härteren und trockeneren Optik. Die negative Wirkung von Östrogenen in dieser Richtung kann man sehr gut erkennen, wenn man sich Frauen während ihres Zyklus ansieht. Aufgrund des während dieser Zeit erhöhten Östrogenspiegels neigen sie dann zu Fett- und Wassereinlagerungen. Hohe Östrogenspiegel führen schnell zu einer glatten und schwammigen Optik und aus genau diesem Grund sollte man in ein gutes Antiöstrogen investieren.
Ein Mythos, den ich hier gerne zerstören möchte, ist der, dass bestimmte Steroide (meist werden hier Winstrol und Trenbolon genannt) starke fettverbrennende Wirkungen besitzen. Winstrol ist ein nicht estergebundenes Steroid, welches nicht zu verstärkten Wassereinlagerungen führt. Gleichzeit wirkt die Muskulatur unter dem Einfluss von Winstrol härter und dichter, was dazu führt, dass viele Benutzer der Substanz fettverbrennende Eigenschaften andichten.
Trenbolon ist eine stark androgene Substanz die meist an einen Azetatester gebunden ist. Aus diesem Grund kommt es nicht zu verstärkter Wassereinlagerung und aufgrund der androgenen Wirkung erscheint die Muskulatur härter und es kommt zu guten Kraftzuwächsen. Durch Trenbolon wirkt der Konsument vaskulärer, d.h. die Adern treten besser hervor, was ein weiterer Bonus bei einer Wettkampfdiät ist.
Ich glaube, dass die Kombination von Winstrol und Trenbolon eine sehr gute Zutat für eine Diät Steroidkur ist. Diese Kombination besitzt eine synergistische Wirkung und Winstrol hat zudem einen positiven Einfluss auf die progesteronen Nebenwirkungen, die bei manche Trenbolonkonsumenten auftreten können.
Die Basis der Diät Steroidkur
Die Basis einer jeden Kur mit einer Länge von mehr als 4 Wochen (egal ob Masse- oder Diätkur) sollte eine Testosteronvariante enthalten. Testosteron in einer Dosierung von 500-1000mg pro Woche sollte das „Rückgrat“ der Kur sein. Testosteron ist bekannt dafür, dass es eine stark antikatabole Wirkung in Verbindung mit einer leichten fettverbrennenden Wirkung besitzt. Weiterhin kann es mit den anderen Komponenten der Kur synergetisch zusammenwirken und so deren Wirkung steigern.Während einer Diät sollte Testosteron Propionat in einer Dosierung von 150mg EOD bis zu 100 mg ED das Testosteron der Wahl sein. Falls Propionat nicht zur Verfügung steht, kann auch Testosteron Enanthat oder Testosteron Cypionat verwendet werden. Eine Ideale Kombination von Propionat und Enanthat/Cypionat wäre die Kur mit 2 Wochen Propionat zu beginnen und mit 2 Wochen Propionat nach der letzten Enanthat/Cypionat Injektion zu beenden.
Hierdurch wird gewährleistet, dass man schnell einen hohen Wirkspiegel an Testosteron erreicht und dass man das Testosteron direkt absetzen kann, ohne abwarten zu müssen, bis die länger wirksamen Testosteronester langsam abgebaut werden.
Nachdem man Testosteron als Basis der Kur ausgewählt hat, sollte man nun einen androgenen Wirkstoff wie Trenbolon oder Anavar zum Stack hinzu fügen. Diese Wirkstoffe oder die Kombination beider Wirkstoffe führen aufgrund ihrer androgenen Wirkung zu einer deutlichen Kraftsteigerung, ohne dass es zu einer Wassereinlagerung kommt. Abgesehen davon verleihen diese beiden Substanzen eine härtere und trockenere Optik, was während einer Diät äußerst motivierend wirken kann.
Anavar ist dafür bekannt, dass es die Proteinsynthese anregt, was während einer Diät wünschenswert ist. Die Trenbolondosierung sollte bei 75mg bis 100mg EOD liegen und Anavar könnte im Bereich von 40mg ED dosiert werden, um die gewünschten Wirkungen zu erzielen. Falls Anavar den finanziellen Rahmen der Kur sprengen sollte, kann man auch das Trenbolon alleine zum Stack hinzufügen.
Testosteron und Trenbolon wären für einen effektiven Diätstack eigentlich schon ausreichend, aber meist wird zusätzlich noch ein rein anaboler Wirkstoff mit in den Stack aufgenommen. Boldeone ist für diesen Zweck sehr beliebt, das es die Proteinsynthese anregt und die Vaskularität der Muskulatur erhöht. Das einzige Problem bei Boldeone ist, dass es den Appetit anregen kann, was während einer Diät natürlich keine erwünschte Nebenwirkung ist und die Anwendung eines Appetitzüglers erforderlich machen kann.
Fall man ein nicht Ester gebundenes Boldeone bekommen kann, ist dies dem normalerweise verwendeten Undecylenate gebundenen Boldeone vorzuziehen, da letzteres aufgrund des langwirkenden Esters zu Wassereinlagerungen führen kann. Falls die zweite genannte Boldeonevariante verwendet wird, sollte diese früher in der Kur abgesetzt werden, um zu gewährleisten, dass am Kurende der langwirkende Ester komplett abgebaut ist. Eine andere anabole Komponente, welche ich am Anfang des Artikels schon erwähnt habe, ist Winstrol, welches, insbesondere in Verbindung mit Trenbolon, anstelle von Boldeone eine gute Zutat für unseren Stack wäre.
Die Kombination von Trenbolon und Winstrol fördern einen harten Look der Muskulatur und steigert gleichzeitig die Kraftleistung.
Primobolan Depot ist wahrscheinlich das sicherste Anabolikum und ist bekannt für seine Verwendung während der Diätphase, ohne dass die körpereigene Testosteronproduktion unterdrückt wird. Dieser Wirkstoff wirkt sehr gut antikatabol während einer kalorienreduzierten Diät und verbessert den Muskeltonus.
Jeder der drei genannte anabolen Wirkstoffe hätte einen positiven Einfluss auf die Gesamtwirkung des Diätstacks.
Kurdesign
Die Basis der Kur sollte aus Testosteron in einer Dosierung von 500 bis 1000mg bestehen. Eine zwölfwöchige Kur könnte mit 100mg Testosteron Propionat EOD und 500 mg Testosteron Enanthat pro Woche für die ersten zwei Wochen beginnen. Danach sollte das Enantat in einer Dosierung von 250mg EOD für weitere 8 Wochen verabreicht werden. In den anschließenden letzten zwei Wochen könnte man die Kur mit 100mg Propionat EOD beenden.Als vorwiegend anabolen Wirkstoff könnte man Boldeone in einer Dosierung von 100mg EOD während Woche 1 bis 10 einsetzen. Wenn man bereits Erfahrung mit Boldeone hat, kann man auch einen Frontload mit 800mg in der ersten Woche einsetzen, um den Spiegel dieses Wirkstoffes schneller auf ein höheres Maß zu bringen. Trenbolon und Winstrol könnten von Woche 4 bis Woche 10 eingesetzt werden um eine bessere Muskelhärte zu erreichen. Die Dosierung für das Trenbolon würde hierfür bei 75 mg EOD liegen und die von Winstrol bei 50mg EOD oder ED.
Als Antiöstrogen könnte man Ferma in einer Dosierung von 2,5mg während der Kur und in der darauf folgenden Absetzphase zusammen mit Clomifen einsetzen.
Mit der oben beschriebene Kur sollte man sehr gute Resultate bezüglich der Veränderung des Muskel- und Fettverhältnisses erzielen können. Zusätzlich hierzu würden die meisten Bodybuilder noch stoffwechselanregende Wirkstoffe und Appetitzügler einsetzen, um die Resultate noch weiter zu verbessern und zu beschleunigen. Eines sollte man sich jedoch immer vor Augen halten: Alle Medikamente und chemische Hilfsmittel sind ohne gezielte Ernährung und hartes Training absolut wertlos. Man könnte vielleicht eine gewisse Verbesserung des Aussehens erreichen, aber das wäre eine ziemliche Geldverschwendung. Wenn man sich schon fast täglich mit Injektionen malträtiert, dann gibt es eigentlich keine Ausrede für schlechte Ernährung und nachlässiges Training. Doch dieser Artikel ist für Bodybuilder bestimmt, die sich mit Ernährung und Training bereits gut auskennen und somit soll hier nicht näher auf diese Punkte eingegangen werden. Wenn man sich nicht mit Ernährung und Training auskennt, sollte man besser die Finger von der ganzen Sache lassen.