Ich machte mich erst einmal auf in die Umkleide, die übrigens für amerikanische Verhältnisse sehr groß war und sogar anständige Duschen hatte, duschte mich kurz ab, zog mich an und ging zum Tresen. Ich unterhielt mich etwas mit der jungen Dame, dass der Kurs nicht ganz das Wahre für mich wäre, sowohl von der Anleitung als auch von der Intensität, was sie sehr schade fand.
Ich unterhielt mich noch eine Weile mit ihr, sagte ihr, dass ich Brazilian Jiu Jitsu und Grappling auf relativ hohen Niveau betreibe und mir unter CrossFit etwas mehr vorgestellt habe, was sie sofort nachvollziehen konnte. Sie bot mir an, mich an den Leiter der Gruppe für CrossFit Athleten des Elite-Levels weiter zu empfehlen. Ich war skeptisch, doch ich gab ihr meine Handynummer und sie solle mir dann bitte eine Nachricht zukommen lassen oder sich bei mir melden.
Man sah ihr das schlechte Gewissen im Gesicht an, für das sie ja eigentlich gar nichts konnte und nicht zu haben brauchte. Ich lächelte ihr noch einmal charmant zu und verließ das Studio zur gleichen Zeit wie der ältere Herr, der den "kleinen" Unfall hatte. Ich frage ihn, ob alles in Ordnung wäre, was er bejahte, worauf hin sich unsere Wege trennten. Kofferraum auf, Tasche rein und auf zum Einkaufen.
Zeitraffer
Einkauf in WalMart und OrganicMart, der Einkaufswagen ist voll und ich stehe an der Fleischtheke, um meine wöchentlichen 6 Pfund Filetsteak zu kaufen, da macht sich der Vibrationsalarm meines iPhones bemerkbar. previewIch schaue auf das Display und kenne die Nummer nicht. Nehme ab und habe tatsächlich die nette Damen vom Tresen des Fitnessstudios an der Strippe. Sie gibt mir die Telefonnummer eines gewissen Marcus, welcher der Trainer der Gruppe für CrossFit Athleten wäre. Dann sagte sie, dass die nächste Gruppe um 14 Uhr startet und gibt mir die dazu gehörige Adresse.Ich bedanke mich herzlich und sie legt auf.
Na dann schauen wir mal, ob ich mir noch einen zweiten Schock antue für heute. Ich schau auf die Uhr, gleich um eins, Einkauf fortgesetzt, während ich an der Kasse stehe, füttere ich Google Maps auf dem iPhone mit der Adresse und zum Vorschein kommt ein Industriegebiet nahe Anaheim, was dann doch mein Interesse weckt.
Einkauf nach Hause gekarrt, ausgeladen, neue Sportsachen eingeladen, Frau Kuss auf die Wange gedrückt und weiter ging es.
Nach etwa 40 Minuten Fahrt komme ich an der besagten Adresse an und sehe schon aus der Entfernung zu meiner Freude Leute, die Traktorenreifen umwerfen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die Wohl beste Entdeckung der nächsten 2 Monate vor mir lag. Ich fahre auf das Industriegelände, welches etwa 100x100m misst und stelle mein Auto bei den anderen ab, schnappe meine Sporttasche, steige aus und gehe in Richtung der Leute, die an einer kleinen Lagerhalle stehen und fleißig am Schaffen sind.
Je näher ich komme, desto mehr Aufmerksamkeit ziehe ich wohl auf mich. Ein stattlicher Mann Anfang 30 kommt auf mich zu und scheint über mein Kommen wohl informiert zu sein. Er begrüßt mich mit einem kräftigen Handschlag, wie ich ihn selten bekommen habe (und das soll bei mir schon was heißen) und stellt sich vor.
Es ist Marcus, der mir von der netten Tresendame empfohlen wurde. Er zeigt mir kurz die Location, deren Anblick mir fast den Kiefer herab klappen lässt. Eine Lagerhalle ausgestattet mit mehreren Gewichtheberplattformen, Unmengen an Seilen, Kettlebells, Hantelscheiben, von der Decke baumelnden Ringen, Rudergeräten und und und. Ich bin wirklich für einige Sekunden sprachlos, was mir sehr selten passiert.
Er zeigt mir kurz die puristische Umkleiden und wirft mir ein Zahlenschloss für den Spind zu. Ich ziehe mich um und gehe hinaus. Marcus stellt mich der illustren Runde gemischten Alter kurz namentlich vor, dann stelle ich mich kurz vor, was ich mache, wie ich hierher gekommen bin und werde freundlich aufgenommen.
Plaudere mit einigen Leuten kurz, stelle fest, dass von den 14 Leuten fast ein Dutzend College Athleten sind, drei Footballer und der Rest Ringer. Ich kann meine Freude kaum verbergen und habe ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen als Marcus mit nicht gerade leiser Stimme bestimmend sagt, dass es los geht, 6 Runden locker um die Lagerhalle laufen und dann 4x 100m Sprints auf dem Parkplatz "to get the engine on work-temperatur" ruft er, was dann auch prompt ausgeführt wird.
Ich unterhalte mich etwas mit Marcus nebenher beim Warmmachen für die Sprints und erfahre so, dass er 10 Jahre bei den Marines war und dort leider aufgrund eines "Arbeitsunfalles", wie er es genannt hat, aufhören musste. Als ich nach dem Arbeitsunfall fragte, grinste er etwas und sagte, eine Granate wäre in unmittelbarer Nähe zu seinem Ohr hochgegangen in Afghanistan. Er hätte keine schweren Verletzungen davon getragen aber sein linkes Ohr ist zu 85% taub. Danach waren die Sprints dran, es sprinteten je 2 Leute, die anderen hatten Pause
.
Nach zwei Durchgängen waren Marcus und ich an der Reihe...