Ein Aritkel von Bodybuilding.com
Von David Robson

Für den renommierten Mr. Olympia Bodybuilding Wettkampf zu trainieren, muss mit Sicherheit eines der heroischsten Unterfangen sein, das man sich vorstellen kann – sechs Monate Blut, Schweiß und Tränen, die in einem wettkampfbereiten Körper ihren Höhepunkt erreichen, der bereit ist, es mit den Besten der Welt aufzunehmen.

Der Weg zum Mr. Olympia Wettkampf ist eine außergewöhnliche Herausforderung, da er zusätzlich zu den größten mentalen und körperlichen Opfern eine alles konsumierende Aufgabe darstellt, der nur die Fittesten der Fittesten gewappnet sind.

Der Veteran des Profibodybuildings Danny Padilla hat mehrfach versucht, den Mr. Olympia Titel zu gewinnen. Dieser spezielle Titel blieb ihm jedoch verwehrt. Das heißt nicht, dass Danny nicht hart daran gearbeitet hat, zum besten Bodybuilder der Welt zu werden. Er hat es getan. Nach erstaunlichen Mr. America und Mr. Universe Titeln im Jahr 1977 war Danny für die nächste große Herausforderung bereit.

In der Tat hatte Danny seinen Körper in den frühen Achtzigern bis zur Perfektion entwickelt – er hatte dieses begehrte Gesamtpaket aus balancierter Masse entwickelt, das von einer Definition bis auf die Knochen begleitet wurde, mit der man große Wettkämpfe gewinnt. Danny war von seinen körperlichen Errungenschaften so beeindruckt, dass er sich dazu entschloss, seinen beispiellosen definierten Körper bei der Mr. Olympia 1981 zur Schau zu stellen.

Als Danny dem anwesenden Publikum seine Fortschritte präsentierte, sahen viele in ihm schon den Sieger. Danny präsentierte ohne Zweifel den ausbalanciertesten, irrsinnig definierten Körper von allen Wettkämpfern auf der Bühne – genau das, was er benötigen sollte, um zu gewinnen. Er siegte jedoch nicht, sondern landete auf einem enttäuschenden fünften Platz hinter Teilnehmern, die von vielen als völlig aus dem Rennen angesehen wurden.

1981 Mr. Olympia Platzierungen


Danny Padillas Road to Mr. Olympia 1981


Nach diesem Ergebnis – oder dieser Beleidigung – war Danny vom Wettkampfbodybuilding desillusioniert und entschloss sich dazu, sich auf andere Bereiche seines Lebens zu konzentrieren, anstatt die notwendigen Opfer zu bringen, die notwendig waren, um das zu führen, was aus seiner Sicht ein von vorne herein verlorener Kampf war. Er fragte sich, welchen Sinn es machte weiterhin an Wettkämpfen teilzunehmen, wenn ein massiver, symmetrischer und bis auf die Knochen definierter Körper nicht einmal die Top drei erreichen konnte.

Danny trainierte jedoch weiter und erreichte einen Punkt, an dem er sich dazu entschloss, wieder an Wettkämpfen teilzunehmen. Im Jahr 1990 erreichte Danny den dritten Platz bei der Night of the Champions und wusste, dass er wieder zurück war.

In den letzten Jahren hat Danny seine Energie auf das Gewinnen der Masters Olympia Krone konzentriert. In diesem Interview teilt Danny seine 1981 Mr. Olympia Erfahrungen mit uns. Lesen Sie von den Fortschritten, die er während der Wochen vor diesem Wettkampf machte – und das, was wirklich geschah. preview

[ F ] Hi Danny. Schön wieder mit Dir zu sprechen. Sprechen wir über Deine Vorbereitung auf die Mr. Olympia 1981. Wie lange hat Deine Vorbereitung auf diesen Wettkampf gedauert?

[ A ] Ich habe mich ein ganzes Jahr lang auf die Mr. Olympia 1981vorbereitet.

[ F ] Wie hast Du Dich für die Teilnahme an diesem Mr. Olympia Wettkampf qualifiziert und was hat Dich dazu inspiriert, in eine solche tolle Form zu kommen?

[ A ] Ich wurde bei der vorhergehenden Mr. Olympia Wahl zweitbester in meiner Gewichtsklasse und qualifizierte mich hierdurch für den Mr. Olympia Wettkampf 1981. Während ich in Kalifornien war, sagte mir jemand, dass ich noch nie einen Wettkampf gewonnen hatte, da ich nie definiert genug war und dies motivierte mich dazu, bei Wettkämpfen anzutreten.

[ F ] Wie alt warst Du, als Du 1981 beim Mr. Olympia Wettkampf antratest?

[ A ] Ich war 30 Jahre alt.

[ F ] Wie viel hast Du gewogen und wie hoch war Dein Körperfettanteil?

[ A ] Eine Woche vor dem Wettkampf wog ich 71 Kilo. Eine Nacht vor der Show wog ich 80 Kilo. An meinem Körper befand sich nirgendwo Fett.

[ F ] Wo lagen während der Off-Season vor der Mr. Olympia Dein Körpergewicht und Dein Körperfettanteil, falls Du Dich noch daran erinnern kannst?

[ A ] Mein Körperfettanteil lag bei 16% während der Off-Season bei 81 Kilo. Ich komme niemals völlig außer Form.

[ F ] Hast Du irgendwelche Muskelgruppen für diesen Wettkampf besonders herausgearbeitet? Welche waren dies und wie stark fielen die Veränderungen aus?

[ A ] Ich verbesserte meine Rückenmuskeln und meine Bauchmuskeln, während ich meine Taille auf 71 Zentimeter herunter brachte.

[ F ] Welche Verbesserungen hast Du im Allgemeinen für die Mr. Olympia Wahl 1981 erreicht?

[ A ] Im Grunde genommen war meine allgemeine Verbesserung ein vollständiges Paket. Jeder Muskel und jede Muskelgruppe waren sichtbar.

[ F ] Welche Trainingsmethoden hast Du während dieser Zeit verwendet? Könntest Du außerdem Deine Wettkampfdiät während dieser Zeit beschreiben?

[ A ] Jede Muskelgruppe wurde zweimal pro Woche trainiert. Während der letzten 10 Wochen vor dem Wettkampf kam das Push-Pull System dreimal wöchentlich zum Einsatz. Ich hielt mich nicht an die Regeln der kohlenhydratarmen Diät und blieb bei 80 Gramm Protein, während ich all die Kohlenhydrate konsumierte, die ich brauchte (hauptsächlich Obst, Gemüse, brauner Reis und Joghurt).

An diesem Punkt machte ich mir keine Gedanken um die Kalorien. Ich joggte außerdem dreimal wöchentlich 5 Meilen. Während der letzten zwei Wochen vor dem Wettkampf zählte ich die Kalorien: während der ersten Woche nahm ich 1500 Kalorien pro Tag zu mir und während der letzten Woche 1000 Kalorien. Während der letzten 10 Tage vor dem Wettkampf war ich zu schwach, um mit Gewichten zu trainieren oder aerobes Training auszuführen.

Ich arbeitete im Geschäft mit meinem Vater und ruhte so viel wie ich konntet. Am Montag vor dem Wettkampf wog ich genau 71 Kilo. Am Mittwoch begann ich damit, meine Kalorienzufuhr zu verdoppeln und verdoppelte meine Kohlenhydrate bis Samstag.

[ F ] Wie hast Du Dich während der Wochen vor diesem Wettkampf mental gefühlt? Warst Du aufgeregt und zuversichtlich, dass alles gut läuft?

[ A ] Ich visualisierte, wie ich vor dem Wettkampf aussehen wollte und erstellte einen Plan, den ich befolgte. Ich war aufgeregt und zuversichtlich, da sich Arnold zur Ruhe gesetzt hatte und ich dachte, dass ich eine Chance hätte.

[ F ] Wie hast Du Dich körperlich gefühlt? Hast Du Dich stark und energiegeladen oder schwach und ausgezehrt gefühlt?

[ A ] Ich fühlte mich zu Beginn meiner Vorbereitung sehr stark und während der letzten zwei Wochen war ich ausgezehrt.

[ F ] Glaubst Du, dass Du für diesen Wettkampf die beste Form Deines Lebens erreicht hattest? Was hast Du anders gemacht, um dieses Resultat zu erzielen?

[ A ] Ich war bei der Mr. Olympia 1981 in der besten Form meines Lebens, auch wenn die IFBB sagte, dass ich zu ausgemergelt aussah, da sie ihr Gesicht nach der Wahl des falschen Siegers wahren mussten. Wenn Tom Platz, oder Roy Calender gewonnen hätte, dann hätte ich dies akzeptieren können, auch wenn ich es lieber gehabt hätte, selbst zu gewinnen.

Der andere Wettkampf, bei dem ich hervorragend aussah, war die Night of the Champions im Jahr 1990. Ich wurde von Dorian Yates und Momo Benaziza geschlagen. Ich dachte, dass ich den am vollständigsten entwickelten Körper bei 102 Kilo und einer Definition bis auf die Knochen hätte.

[ F ] Was hast Du als Sportler dadurch erreicht, dass Du bei dieser Mr. Olympia gut abgeschnitten hast?

[ A ] Nun, das einzige, was ich hierdurch gewonnen hatte, war weltberühmt zu werden. Außerdem hatte ich den Padilla Namen berühmt gemacht und er steht in den Geschichtsbüchern des Bodybuildings. Es gab natürlich auch ein paar finanzielle Vorzüge, doch unglücklicherweise verdient man, wenn man nur 157 Zentimeter groß ist und keine blauen Augen hat, nicht dieselbe Menge an Geld wie ein Mann, der über 180 Zentimeter groß ist, da bei der Mr. Olympia der größte und schwerste Mann die Show macht.

[ F ] Mit wem hast Du während der Wettkampfvorbereitungsphase vor der Mr. Olympia Wahl 1981 trainiert? Welche andere Unterstützung hattest Du?

[ A ] Ich trainierte mit meinem besten Freund Larry Baker, ein Anwalt, der es liebt mit Gewichten zu trainieren. Die einzige andere Unterstützung, die ich hatte, waren ich, meine Wenigkeit und ich selbst. Natürlich unterstützten mich meine Eltern. Ich erhielt keine Unterstützung von Weider oder dem Magazin (Muscle Builder).

[ F ] Wo hast Du trainiert (welche Stadt und welches Fitnessstudio)?

[ A ] Ich trainierte im Rockelle Fitness Centre in Rochester, NY.

[ F ] Wusstest Du, als Du Dich auf die Mr. Olympia Wahl 1981 vorbereitetest, wer Deine primären Konkurrenten sein würden?

[ A ] Ich hatte eine Vorstellung davon, dass Roy Calender hart werden würde und ich wusste, dass Tom Platz ein harter Gegner sein würde. Und zu dieser Zeit wusste ich, dass Arnold zwei Freunde hatte, die am Wettkampf teilnehmen würden. Das waren Franco Columbo, (der den Mr. Olympia Titel bereits einmal gewonnen hatte) und ein anderer Protegé aus Deutschland. Sein Name war Jusup Wilcosz.

[ F ] Wen hast Du als größte Bedrohung beim Kampf um den Mr. Olympia Titel angesehen?

[ A ] Die größte Bedrohung war Franco, Arnolds Trainingspartner.

[ F ] An welche Momente des Wettkampfes, die Du als interessant angesehen hast, erinnerst Du Dich? Wie war die Atmosphäre hinter der Bühne?

[ A ] Ich erinnere mich, wie sich Arnold mit Franco unterhielt und ihm sagte, dass es aufgrund von Tom Platz und mir schwer für ihn würde, den Titel zu gewinnen. Ich persönlich denke, dass Arnold wollte, dass Franco ausstieg, doch er blieb dabei und gewann den Wettkampf irgendwie. Die Atmosphäre war fantastisch.

Ich erinnere mich noch daran, wie Arnold und Bill Drake Franco beim Aufpumpen vor der Show halfen. Ich war sehr zuversichtlich.

Ich wusste, dass ich fantastisch aussah und mein Freund Larry Baker war sich sicher, dass ich den Wettkampf gewinnen würde. Wir hörten Leute, die von hinter der Bühne aus telefonierten und sagten, dass sie nicht glauben, dass Danny diesen Wettkampf verlieren könnte.

[ F ] Hast Du nach der Mr. Olympia Wahl 1981 weiter trainiert oder hast Du Dir eine Auszeit gegönnt?

[ A ] Nach der Mr. Olympia 1981 war das Training meine große Liebe und auch wenn ich mich gedemütigt fühlte, trainierte ich weiter. Ich verlor jedoch den Antrieb für weitere Wettkämpfe.

[ F ] Was waren Deine Gedanken über das Ergebnis des Mr. Olympia Wettkampfs 1981? Glaubst Du, dass Du eine bessere Platzierung verdient hättest und wenn ja, warum?

[ A ] Ich dachte definitiv, dass ich, wenn ich nicht gewinnen würde, mindestens Zweiter hätte werden sollen. Die Menge war für mich. Als mein fünfter Platz verkündet wurde, buhte die halbe Zuschauermenge und verließ das Auditorium. Die Fans folgten mir den ganzen Weg bis zu meinem Hotel. Doch das Schlimmste an dieser Show war, dass die Fernsehgesellschaft aufgrund der Zuschauerreaktion mit dem Filmen aufhörte.

Genauso mysteriös an diesem Wettkampf ist die Tatsache, dass es kaum Fotos und absolut keinen Film gibt. Wer hat je davon gehört, dass ein Mr. Olympia Wettkampf nicht gefilmt wurde? Und wenn irgendjemand Bilder oder Filmaufzeichnungen hat, dann soll er mich bitte kontaktieren. Die einzigen Bilder, die ich kenne, gehören Joe Weider und dem Flex Magazin sowie Balik, dem Besitzer von Ironman.

[ F ] Nun, Du bist offensichtlich dem Bodybuilding sehr verpflichtet, wofür auch Deine Rückkehr auf die Masters Bühne spricht. Was sind Deine Gedanken zur Absage der Masters Olympia dieses Jahr?

[ A ] Ich war sehr enttäuscht, dass dieser Wettkampf abgesagt wurde. Ich befand mich im Training und hatte eine tolle Form.

[ F ] Danke für Deine Zeit, Danny. Eine letzte Frage. Wirst Du an der Masters Olympia teilnehmen, falls sie wieder ausgetragen wird?

[ A ] Ich hoffe es, falls meine Gesundheit mitspielt und sie die Show nicht wieder streichen. Es ist offensichtlich, dass ich nur für mich selbst und mein Ego antrete, da das Preisgeld so niedrig ist, dass ich mit dem Verkaufen von Zeitungen mehr Geld verdienen könnte. Es ist sehr traurig, dass es für einen Bodybuilder in seinen Vierzigern oder Fünfzigern nicht wie bei den Golf Masters ist. Sie wollen ganz einfach, dass man sich in eine Ecke verkriecht und irgendwo stirbt.