Die besten Athleten sind nicht automatisch immer die besten Trainer. Oft sind es die Athleten, die nicht über die besten genetischen Fähigkeit verfügen wie sie z.B. all die Michael Jordans, Pyrros Dimas, oder Andy Boltons auf der Welt haben, die am Ende die besten Trainer werden. Diese Sportler müssen um mit der Konkurrenz mithalten zu können alle möglichen Techniken und Strategien ausprobieren. Im Gegensatz zu denen, die scheinbar gerade erst aufgestanden sind und bei denen es alles so einfach aussieht.

Diese unbedeutenden Athleten mussten sich auf all die kleinen Dinge konzentrieren um mit ihren übermenschlichen Kollegen mitzuhalten, was in ihnen wiederum ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Dinge geschaffen hat, die das ungeübte Auge normalerweise übersieht.

Ein Begriff der vom renommierten Krafttrainer, Mark Rippetoe geprägt wurde ist "das Auge des Trainers". Es ist der Name für eine Reihe von Beobachtungen und analytische Fähigkeiten, die erforderlich sind, um sportliche Leistung zu bewerten. Ein Beispiel dafür kann man in der NBA finden. Larry Brown ist vielleicht einer der größten Basketballtrainer, die es jemals geben wird. Obwohl er den all-time Assists-Rekord der ABA hält war seine NBA-Karriere kurz und ereignislos.

Er ist 5 Fuß und 9 Inches groß und hebt sich deshalb nicht wirklich von den großen all-time Point Guards ab. Jedoch können nur wenige mit seinen Erfolgen als Trainer mithalten. Er ist der einzige Coach, der eine NCAA-Meisterschaft, einen NBA-Titel und eine olympische Goldmedaille gewonnen hat. Nicht schlecht für jemanden, der seine berufliche Karriere als Spieler bei den Akron Wingfoots der NABL begann.

Der Punkt ist, dass es einer besonderen Art von Person bedarf, um ein guter Trainer zu sein. Man muss geduldig, fleißig und aufmerksam gegenüber all den Details sein, die normalen Menschen entgehen. Man muss im Kopf seiner Athleten sein und sehen was diese sehen und fühlen was diese fühlen. Wenn es ums Personal-Training oder ums trainieren von Athleten geht ist das "Auge des Trainers" entscheidend.

An bestimmten Punkten in unserem Training neigen wir dazu faul zu werden. Unsere Technik wird unsauber oder wir ziehen das Gewicht nur nach oben, um die Wiederholung zu beenden. Das trifft in dem einen oder anderen Punkt selbst auf die Besten zu. Hier kommt der Trainer ins Spiel.

Ein Coach muss nicht jemanden sein, der angestellt wurde, damit du schneller läufst, höher springst oder mehr Gewicht hebst. Ein Coach kann jemand sein, der dich ganz einfach vor deinem schlimmsten Feind beschützt – vor dir selber. Ein Trainer ist dazu da, dass du motiviert, konzentriert und vor allem gesund bleibst. Ich sage nicht, dass du einen Trainer für deine Langhantelcurls oder Schulter-Shrugs brauchst (obwohl ich viel zu viele Leute kenne, die ersteres falsch machen), aber ein guter Trainer ist von unschätzbarem Wert im Umgang mit zwei der besten Übungen die uns überhaupt zur Verfügung stehen – Kniebeugen und Kreuzheben.

Jeder, der auch nur das Geringste vom Training für sportliche Leistungsfähigkeit oder für ästhetische Zwecke weiß, dem ist bekannt, wie wichtig Kniebeugen und Kreuzheben in jedem Trainingsplan sind. Das sind auch die zwei Lifts, bei denen es am Meisten auf die Technik ankommt. Man braucht viel Übung, Fokus und die richtigen Hinweise, um sicherzustellen, dass jede Wiederholung eine gute ist. preview

Obwohl es einige Unterschiede gibt, haben beide Bewegungen gewisse Gemeinsamkeiten – genügend um hier ein paar Dinge aufzuführen auf die jeder gute Trainer oder Trainingspartner achten sollte.

Der "Block"

Ich beziehe mich auf den Muscle-Guide (zweite Ausgabe) von Frederic Delavier. Immer wenn schwere Gewichte bewegt werden, ist es unerlässlich einen "Block" zu machen. Der Block beinhaltet drei Maßnahmen – die Brust weiten und mit einem tiefen Atemzug die Lungen füllen, das unterstützt den Brustkorb und bewahrt die Brust davor nach vorne zusammen zu fallen; die Bauchmuskeln anzuspannen, unterstützt den Rumpf und erhöht den intraabdominellen Druck, welcher den Torso davor bewahrt nach vorne zusammen zu brechen; den unteren Rücken zu wölben indem man die Lendenmuskeln anspannt bringt die Wirbelsäule in eine gestreckte Position.

Der Fuß

Vergewissere dich, dass deine Füße fest auf dem Boden stehen, denn jedes Verschieben oder Verlagern der Füße während der Übung bringt Instabilität mit sich und kann zu Verletzungen führen. Es ist auch sehr wichtig darauf zu beachten, dass die Knie sich zu jeder Zeit hinter den Zehen befinden. Um die hinteren Muskelketten so stark wie möglich zu rekrutieren, musst du dich darauf konzentrieren, dass deine Füße eben auf dem Boden stehen. Wenn sich deine Fersen vom Boden abheben dann verlagert das den Druck auf die Knie.

Der Kopf

Bei jeder Übung bei der die Wirbelsäule belastet wird, solltest du auf die richtige Position des Kopfes beachten. Ein häufiger Fehler, der beim Kreuzheben aber noch viel öfter beim Kniebeugen gemacht wird, ist, dass jemand während der gesamten Dauer der Bewegung nach oben sieht. Diese "Kopf hoch" Position ist schlecht für eine gute Tiefe, die Bewegung der Hüfte und eine aufrechte Brust. Man sollte bei den Sportlern stattdessen eine neutraler Kopfhaltung fördern bei der sie ein Objekt sechs bis zehn Fuß vor ihnen anvisieren.

Das Herz

Es ist zwar keine direkt greifbare Messgröße aber dennoch verdient die Anstrengung, die ein Athlet aufbringt, genau so viel Aufmerksamkeit wie alle anderen mechanischen Sachverhalte. Wenn du bemerkst, dass ein Athlet deine Anweisungen nicht ernst nimmst (kommt häufiger bei jungen und unerfahrenen Kraftsportlern vor), dann musst du ihm die Bedeutung der richtigen Technik klar machen. Allerdings sollte man auch darauf achten, dass eine Person nicht zusammenbricht.

Erfahrenere Athleten neigen nämlich dazu mehr Gewicht bewegen zu wollen, als sie sollten. Am besten man trainiert in den meisten Trainingseinheiten nicht bis zur totalen Erschöpfung, denn das ist für zukünftige Zuwächse kontraproduktiv. Trainingsgewicht, Intensität und Ruhezeiten sollten sorgfältig überwacht werden, weil es in der Verantwortung des Trainers liegt all dies vor, während und nach dem Training zu beurteilen und vorzuschreiben.

Weitere Tipps für Trainer

Stehe zu deinen Überzeugungen

Mein Pastor pflegte immer zu sagen, die Überzeugungen, die es dir nicht Wert sind dafür zu sterben, sind es auch nicht Wert dafür zu leben. Obwohl diese Analogie ein bisschen extrem ist, weißt du sicher, was ich damit sagen will. Verwende die Dinge, mit denen du dich auskennst und versuche nicht originell zu wirken, indem du mit Trainingsplänen und Übungen umher wirfst, mit denen du dich nicht auskennst. Du riskierst deine Athleten zu verletzen und am Ende wie ein Idiot da zu stehen.

Du musst einen Plan haben

Leider habe ich viele Trainer kennen gelernt, die ihre Trainingspläne nur kurz- und mittelfristig planen. Du solltest dich um das Trainingssystem Anderer mit der gleichen Sorgfalt kümmern wie um dein eigenes. Ich glaube an Karma und wenn du mit der Gesundheit von Anderen nicht gewissenhaft umgehst, dann wird deine Gesundheit darunter leiden.

Bringe Abwechslung ins Training aber überarbeite nicht alles neu

Während es wichtig ist einen strukturierten Trainingsplan mit fest geplanten Zwischenzielen, Ruhetagen und Progressionen zu haben, solltest du als Trainer in der Lage sein, umzuplanen, wenn der Plan schief geht. Dies gilt insbesondere für alle Arten von Verletzungen. Es gibt Wege, um an diesen vorbei zu trainieren. Obwohl man Verletzungen niemals einfach ignorieren sollte, ist es sinnvoll das Training in Situationen fortzusetzen, in denen es durch ein paar Änderungen am Programm möglich ist.

Während wir nicht alle große Sportler werden können, glaube ich daran, dass wir alle einen kleinen Trainer in uns haben. Wenn du eine aufmerksame und leidenschaftliche Person bist, die gut mit Menschen umgehen kann, dann ist das vielleicht die Berufung für dich.