Angenommen, jemand möchte eine "richtige Kur" mit Frontload und Absetzschema machen, dabei einige kg draufpacken und gleichzeitig von Nebenwirkungen verschont bleiben - sind dann mehrere 100 EUR (oder sogar noch mehr) fällig? Oder gibt es eine Low-Budget-Alternative, also so eine Art Economy-Programm für den Steroidanwender?
Die Antwort mag erstaunen, denn dieser Spaß ist schon für unter 100 EUR zu haben.
Wie kann eine solche Kur zusammengestellt werden? Nun ja, wenn man mit den Nebenwirkungen auf der sicheren Seite bleiben möchte, dann kann man sich z.B. an das halten, was in diversen medizinischen Studien zur Wirkung von Testosteron (T) herausgefunden wurde. preview Testosteron ist (im Gegensatz zu den meisten anderen AAS) in sehr vielen Studien am Menschen betrachtet worden. Da ging es um die Pille für den Mann, die Substitution bei hypogonadalen Männern, die Verabreichung von Testosteron bei AIDS-Kranken, bei alten Männern, aber auch bei gesunden jungen Männern.
Interessant sind in dem Zusammenhang besonders die Studien zur Pille für den Mann (z.B. Testosterone-Enanthate Induced Azoospermia) und die zur anabolen Wirkung von Testosteron (z.B. Models to predict anabolic response). Denn die zeigen zweierlei - nämlich, dass
- Testosteron in einer Dosierung bis 250 mg/Woche praktisch nebenwirkungsfrei daherkommt
- Testosteron bereits in dieser Menge bei den meisten Menschen eine deutliche anabole Wirkung zeigt.
Es empfiehlt sich also, eine solche Einsteigerkur auf Testosteron-Enantat bei moderater Dosierung aufzubauen.
Nun stellt sich noch die Frage nach der richtigen Absetzstrategie. Ein Absetzschema macht man mit Antiöstrogenen, um die körpereigene Testosteronproduktion möglichst schnell wieder auf Vordermann zu bringen.
Die Menschen reagieren auch hier verschieden und aus Sicht der Mediziner (in den Pille-für-den-Mann-Studien) erholt sich die endogene Hormonproduktion zwar immer von ganz alleine, doch kann das manchmal bis zu einem halben Jahr dauern. Das ist für einen BBer aber eindeutig zu lange, weil ein niedriger Testosteron-Spiegel auch einen Verlust an Muskulatur bedeutet. Daher nimmt man Clomifencitrat, mit dem das deutlich schneller geht.
Das Schema im Detail zeigt die folgende Tabelle:
| Zeitpunkt | Wirkstoff | Menge |
| Tag 1 (1. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 5 (1. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 12 (2. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 19 (3. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 26 (4. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 33 (5. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 40 (6. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 47 (7. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 54 (8. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 61 (9. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 68 (10. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 75 (11. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 82 (12. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 96 (2 Wochen nach Ende T) | Clomifen | 200 mg (4 Tabs) |
| Tag 97 | Clomifen | 150 mg (3 Tabs) |
| Tag 98 | Clomifen | 100 mg (2 Tabs) |
| Tag 99 - 123 (25 Tage) | Clomifen | 50 mg/Tag (1 Tab) |
Die 2 Injektionen in der ersten Woche sind übrigens ein kleiner Frontload und dienen dazu, den Maximalspiegel schneller zu erreichen. Ich habe das mal im Roidrechner nachgerechnet und den grafischen Verlauf der Testosteron-Konzentration im Blut hier eingefügt:

Auf der vertikalen Achse ist die Blutkonzentration für Testosteron in ng/ml aufgetragen, auf der waagerechten Achse befinden sich die Tage. Der physiologische Bereich für Testosteron liegt zwischen 3,5 und 8,6 ng/ml.
Man erreicht das Kumulationsmaximum kurz nach der zweiten Injektion und dieses liegt um die 20 ng/ml. Bis zur nächsten Injektion ist die Konzentration dann wieder auf ca. 12,5 ng/ml gesunken. Man bewegt sich also deutlich im supraphysiologischen Bereich.
Auch das Clomifen-Schema wird mit einer Initialdosis eingeleitet, weshalb man am ersten Tag mit 4 Tabs startet, am zweiten Tag 3 Tabs nimmt, am dritten Tag 2 und dann die Einnahme mit 1 Tab/Tag fortsetzt.
Man erreicht so das Kumulationsmaximum nach 4 Tagen und hat ab dann die optimale Wirkung.
Werfen wir nun noch einen Blick auf das, was man braucht, und was es kostet.
| Wirkstoff | Menge | Preis |
| T-Enantat (z.B. Galenikas) | 13 Ampullen zu je 5 EUR | 65 EUR |
| Clomifencitrat (z.B. von Anafarm) | 2 Schachteln mit 24 Tabs zu je 15 EUR | 30 EUR |
Bei dem Clomifen schadet es sicher nicht, ein paar mehr zu haben, da kann man dann gegebenenfalls das Absetzschema nochmal um 2 Wochen verlängern. Mit 2 x 24 = 48 Tabs ist man also auf der sicheren Seite.
Insgesamt kommt man also auf 95 EUR, wobei man noch ein paar EUR für Spritzen, Nadeln und Alkohol-Pads (zur Desinfektion) drauflegen muss. Aber das kriegt man auch in jeder Apotheke für wenig Geld.
Und mehr braucht es nicht
Das Ganze ist natürlich nur ein Missbrauchsbeispiel und dient der reinen Unterhaltung des Lesers. Für die Anwendung anaboler Steroide bei gesunden Menschen zum Zweck der Leistungssteigerung gibt es keinerlei medizinische Indikation.