von Big Cat
Jetzt, nachdem der Leser gelernt hat auf welchen Grundsätzen das I.C.E. System basiert, wird es Zeit die Schlüsselelemente näher zu betrachten, die dieses System oder jedes andere Trainingssystem zu einem Erfolg machen. Ich habe so viel Vertrauen in die folgenden Punkte, dass ich die Empfehlung ausspreche, diese auf jeden Fall zu beachten, egal ob man sich an die Richtlinien des I.C.E. Programms hält oder nicht. preview
Einige Dinge sind universell gültig und je mehr dieser universellen Grundlagen man beachtet, desto größer werden die Zuwächse sein. Über die gesamte Entwicklung des Bodybuildings von Sandow bis hin zu Coleman, erscheinen diese Richtlinien immer wieder im Rahmen der gerade gängigen Trainingsmoden. Die Wahrheit ist jedoch, dass sie nie wirklich aus der Mode kommen.
Schlüsselelemente des Erfolges
Wir denken, dass wir sie entdeckt haben und freuen uns darüber, doch wenn wir etwas weiter über den Tellerrand schauen, dann erkennen wir, dass wir auf instinktive Wahrheiten gestoßen sind, die alle großen Bodybuilder irgendwann entdecken. Wir müssen gar nichts von diesen Wahrheiten erzählt bekommen, es reicht oft schon aus, lange genug zu trainieren, um irgendwann selbst über diese zu stolpern. Doch warum sollte man so lange warten? Ich habe im Folgenden einige meiner Favoriten hiervon zusammengefasst.Es ist die Arbeit außerhalb des Fitnessstudios, die zählt
Diese Erkenntnis stellt das Rückrat des I.C.E. Systems dar. Mein erster Grundsatz ist, dass man bis an die Grenzen seiner Kapazität trainieren sollte – der individuellen Kapazität sich zu regenerieren. Wie hoch diese Kapazität ist, hängt direkt davon ab, wie gut und wie viel man isst und wie viel Schlaf man bekommt. Wir alle wollen im Fitnessstudio Berge versetzen, doch wenn unsere Anstrengungen beginnen gegen uns zu arbeiten, dann werden wird dies nicht schaffen.Die wichtigste Sorge sollte sein, dass man seine Anstrengungen mit einem soliden Ernährungsplan, dessen Quantität mit der Trainingslast im Studio steigt, unterstützt. Doch selbst wenn man alle Nahrung der Welt zu sich nimmt, reicht dies nicht aus, um ein Übertraining zu verhindern, wenn man an 6 Tagen pro Woche mit 22 Sätzen pro Tag trainiert.
Dies wird einen irgendwann einholen und um das zu verhindern muss man mindestens 8 Stunden pro Nacht schlafen. 75 % der Wachstumshormonausschüttung erfolgt während des Schlafes, entleerte Energiespeicher werden wieder aufgefüllt und Energie wird gespeichert.
Mindestens 8 Stunden Schlaf und eine Erhöhung der Schlafmenge auf 10 Stunden, wenn man merkt, dass man ins Übertraining kommt, sind ein Muss, wenn man tagein, tagaus schwere Gewichte stemmen möchte.
Mein Motto ist, dass man in der Küche viel Nahrung bewegen muss, wenn man im Studio schwere Gewichte bewegen möchte. Dies ist hoffentlich für den Leser keine neue Erkenntnis, doch eine Erinnerung von Zeit zu Zeit ist wichtig. Diese Regel wird oft freiwillig vernachlässigt, wenn etwas Besseres auf dem Plan steht.
Ja, man muss Partys bis spät in die Nacht opfern und ja, man wird essen, währen andere unterwegs sind und etwas anderes machen, doch wie wichtig ist es einem zu wachsen? Die Freunde werden, falls sie wahre Freunde sind, verstehen, was der Eisensport einem bedeutet und akzeptieren, dass sie nicht darauf zählen können, dass man jede Woche mit ihnen loszieht, um sich zu betrinken.
Ich kann diese Regel nicht oft genug hervorheben, denn jedes Manko sowohl bei der Ernährung als auch beim Schlaf kann bedeuten, dass es Tage dauert, bis man diesen Mangel wieder ausgeglichen hat. Diese Regel ist die Grundlage für das Wachstum.
Geduld und Akzeptieren des genetischen Schicksals
Wenn man ein wirklicher natürlicher Bodybuilder ist, dann sollte man nicht einmal über Steroide nachdenken. Und ohne Steroide bedeutet Bodybuilding, dass man irgendwann an seine genetischen Grenzen stoßen wird und diese akzeptieren muss. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man sich hierdurch zurückhalten lassen soll.Zu viele Trainierende geben auf, bevor sie ihr volles Potential ausgeschöpft haben. Man muss jedoch geduldig sein. Muskeln werden nicht über Nacht überproportional wachsen und ja, es werden Momente der Frustration, Plateaus und regelrechte Depressionen kommen, wenn die Zuwächse nicht schnell genug kommen oder sogar stagnieren.
Mit genügend Willenskraft, Entschlossenheit und Intensität kann man jedes Plateau durchbrechen. Man sollte also sein Schicksal nicht akzeptieren, bevor dies sein muss, denn wenn man mir einen Menschen zeigt, der sein volles genetisches Potential ausgeschöpft hat, dann werde ich demjenigen einen Lügner zeigen. Ich bekomme zu viele Fragen von Leuten, die wissen möchten, wie weit sie auf natürliche Art und Weise kommen können. Man wird dies niemals wissen, wenn man es nicht ausprobiert. Es kann sein, dass es bei einem doppelt so lange dauert, wie bei einem anderen, doch wenn man doppelt so massig sein kann, war es die Anstrengung dann nicht wert?
Ich war der festen Überzeugung, dass ich ein Hardgainer war, als ich noch nach den HIT Prinzipien trainierte. Doch dann entdeckte ich die wahren anabolen Eigenschaften der Nahrung und die Möglichkeiten wirklichen Trainings. In der Realität war es für mich sogar recht einfach Muskeln aufzubauen. Zusätzliche Muskelmasse wird kommen, doch man muss sich für jedes Gramm hiervon anstrengen. Und man sollte den Begriff genetische Voraussetzungen aus seinem Wortschatz streichen.
Der Pump als Orientierungshilfe
Dieser Punkt hat in denn letzten Jahren nicht die Anerkennung erhalten, die er verdient. Zu Arnolds Zeiten war der Pump das wichtigste Gefühl beim Bodybuilding, doch in Lauf der Zeit wurde der Pump gegen exzessive Gewichte und schlampige, langsame und hässliche Trainingsform eingetauscht. Intensität hat jedoch nicht direkt etwas mit den Trainingsgewichten zu tun.Es geht nicht darum so viel Eisen wie möglich zu bewegen, sondern vielmehr darum, das Gewicht dafür zu verwenden, seine Ziele zu erreichen. Der Pump ist ein essentieller Faktor und die beste Orientierungshilfe hierfür. Besonders für Personen, die instinktiv trainieren ist er ein essentielles Werkzeug.
Man sollte versuchen einen Pump im Muskel durch die Ausführung von 3 oder 4 korrekt, aber schnell ausgeführten Sätzen einer Isolationsübung mit 60 – 70 % des Gewichtes, das man für einen Arbeitssatz verwenden würde, zu erreichen. Hierbei führt man all die Wiederholungen aus, die man benötigt, um das Blut in den Muskel strömen zu lassen. Danach führt man seinen ersten Satz mit einer Grundübung durch.
Man ist dann bereits aufgewärmt und von diesem Zeitpunkt an sollte das Ziel bei jedem Arbeitssatz darin bestehen, diesen einerseits zu beenden, aber andererseits auch den Pump aufrecht zu erhalten. Wenn der Pump nachlässt wird es Zeit seine Sachen zu packen und das Studio zu verlassen. Es gibt noch einen weiteren Grund dafür, dass ich den Pump als den König des Bodybuildings ansehe. Ein Muskel wird mit Blut übersättigt, da dieses schneller in den Muskel fließt als es abfließen kann.
Wenn man seine Post Workout Nahrung zu sich nimmt, gelangen die darin enthaltenen Nährstoffe in den Blutkreislauf und stauen sich zusammen mit dem Blut dort an, wo der Pump ist, wodurch der entsprechende Muskel mehr dieser Nährstoffe aufnehmen kann als der Rest des Körpers. Dies führt zu einer besseren Regeneration des trainierten Muskels.
Der Pump ist ein Freund und eine Orientierungshilfe. Durch ihn weiß man, woran man ist. Man sollte den Pump nutzen. Es ist an der Zeit den Pump als fantastisches Werkzeug wiedereinzuführen. Es war Arnold selbst, der einmal sagte, dass der Pump so gut wie ein Orgasmus ist.
Motivation
Die Aufrechterhaltung des Fokus auf das Ziel und die eigenen Träume nicht aus den Augen zu verlieren sind das Wichtigste, auf das sich die Regel der Beständigkeit bezieht. Ich kann gar nicht sagen, wie vie Emails ich bekomme, in denen ich um Hilfe gebeten werde, die mit Sätzen wie Ich habe einmal trainiert als ich noch jünger war, habe aber dann irgendwann aufgehört… oder Ich habe aus diesem oder jenem Grund wieder mit dem Training angefangen. beginnen.Die Hälfte dieser Menschen bräuchte meine Hilfe erst gar nicht, wenn sie bei ihrem Training und ihrer Ernährung beständiger gewesen wären. Doch ich verstehe das Problem. Wir alle verlieren manchmal unsere Ziele aus den Augen weil wir uns gerade in einem Tief befinden oder unseren Hintern einfach nicht hoch bekommen, um Satz für Satz gnadenloses Eisenstemmen durchzuführen. Dies sind die Momente, an denen man genug Vorstellungskraft benötigt, um den Motor am Laufen zu halten. Erinnerungen sind der beste Weg, dies zu bewerkstelligen.
Man sollte sich überall Zettel mit inspirierenden Nachrichten, Bilder seiner Idole oder Erinnerungen daran, was man wann essen muss, kleben. All diese Dinge werden dabei helfen einen auf den Beinen zu halten, wenn die Routine droht die Leistung aus dem müden Körper zu stehlen. Doch wenn es um das eigentliche Bewegen der Gewichte geht, dann gibt es kein besseres Motivationswerkzeug als die Visualisierung.
Wenn ich irgendjemandem von dieser Technik erzähle, dann bekomme ich immer etwas in der Art Ja, ja, wie auch immer… zu hören, doch diese Methode kann wahre Wunder bewirken. Der Punkt ist, dass man sich selbst beibringen muss dazu in der Lage zu sein, mit seinen mentalen Augen sehen zu können, wie die Zukunft nach den eigenen Wünschen aussehen könnte. Ich wollte so sein wie Arnold, doch ich konnte mich einfach nicht in seinem Körper sehen.
Ich arbeitete Tag und Nacht daran, dieses mentale Bild zu perfektionieren und behalf mir dabei dadurch, dass ich ein Bild meines Kopfes auf das Bild vor Arnolds Körper klebte. Sehr bald darauf konnte ich meine Augen schließen und das sehen, was ich sehen wollte.
Es wird dann recht einfach diese Idealbild mit dem Mann im Spiegel zu vergleichen und abzuschätzen, was getan werden muss, sowie die Energie freizusetzen, die man für ein schweres Training und lange Trainingseinheiten benötigt.
In der psychologischen Gesellschaft hat die Technik der Visualisierung ihre Vorzüge bereits bewiesen. Tests haben gezeigt, dass es zu einer signifikanten Steigerung der Arbeitsleistung kommt und dass Menschen ihre Ziele schneller erreichen können, wenn sie ihren Erfolg visualisieren oder aber ihr Versagen, und wie sie dieses überwinden können, sehen.
Letzteres ist besonders hilfreich, wenn es um die Erreichung von Zielen geht. Natürlich ist Motivation eine persönliche Angelegenheit und man muss für sich selbst herausfinden, was einen über Wasser hält, doch vielleicht ist die eine Sache, an die man sich erinnern sollte, die, dass man etwas wirklich von ganzem Herzen erreichen wollen muss.
Wenn man zusätzlich noch Spaß daran hat, dann ist das umso besser, wenn dies jedoch nicht der Fall ist, dann bedarf es eines verdammt guten Grundes, um die Motivation aufrecht zu erhalten, da man ansonsten versagen wird. Wenn das Stemmen von Gewichten einen nicht wirklich anspricht, dann sollte man es aufgeben oder lernen es zu lieben.
Der Bewegungsspielraum
Der häufigste Fehler den Anfänger machen, besteht darin, dass sie die Übungen nicht korrekt ausführen. Wenn eine Übung entwickelt wurde, um einen bestimmten Muskel zu trainieren, dann wird der Muskel nur dann richtig trainiert, wenn die Bewegung auch korrekt ausgeführt wird. Eine halbherzige, erbärmliche Version dieser Übung wird ungefähr genauso viel Wirkung auf den Muskel besitzen wie Danny De Vito auf meine Libido – nämlich gar keine.Die korrekte Ausführung der Übungen von jemandem zu lernen, der weiß wie man diese richtig ausführt, sollte für jeden, der versucht seine Zuwächse im Fitnessstudio zu maximieren, die höchste Priorität besitzen.
Ein häufiger, wenn auch vermeidbarer Fehler besteht z.B. darin, den Arm bei einer Curlbewegung nur halb zu strecken, was dazu führt, dass nur der obere Teil der Bizeps trainiert wird.
Dies resultiert in erbärmlichen, geradezu zwergenhaften Bizeps und ich muss aus eigener schmerzhafter Erfahrung sagen, dass es später nicht leicht ist, diesen Mangel wieder auszugleichen. Es bedarf hierfür endloser Trainingseinheiten mit absolut korrekter Übungsausführung im unteren Bereich des Bewegungsspielraumes, bis die unteren Bizeps einigermaßen in ihrer Entwicklung aufholen.
Ein anderes Beispiel wäre Latziehen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele unterschiedliche Variationen dieser Übung ich schon gesehen habe. Und dies ist überall auf der Welt dasselbe. Die Leute scheinen einfach nicht dazu in der Lage zu sein diese Übung richtig auszuführen.
Beim Latziehen sollte der Rücken durchgedrückt werde und zur Brust hin gezogen werden, während man die Schulterblätter zurückzieht. Am allerwichtigsten ist jedoch, dass man die Übung über den kompletten Bewegungsspielraum durchführt, wenn man versucht einen breiten Rücken zu entwickeln. Teilwiederholungen haben ihren berechtigten Platz im Arsenal eines erfahrenen Trainierenden, doch für jemanden, der maximale Zuwächse erzielen möchte, ist ein Training über den vollen Bewegungsspielraum ein absolutes Muss.
Ich wünschte, dass dies keiner meiner Schlüssel zum Erfolg wäre, denn dies würde bedeuten, dass jeder dies bereits weiß, doch leider kann jeder mit etwas Erfahrung bestätigen, dass die Verstöße gegen diese Regel zahlreich und weit verbreitet sind.
Die Debatte über freie Gewichte contra Maschinen
Zunächst einmal sei erwähnt, dass dies keine entweder oder Debatte ist. Jeder, der sich nur auf freie Gewichte oder nur auf Maschinen verlässt, verzichtet auf potentielle Zuwächse. Der Schlüsselfaktor ist die Selektivität. Ich bin selbst ein Verfechter von freien Gewichten und versuche so viel freies Eisen wie möglich zu verwenden, um alle stabilisierenden Muskeln mit zu trainieren, während ich versuche einen wohlproportionierten, starken Körper zu entwickeln.Ich minimiere sogar die Verwendung von Langhanteln. Die Vorzüge sind zahlreich und die Kurzhanteln waren immer ein kritischer Faktor bei der Entwicklung dieses extra massiven Aussehens. Doch ich scheuer auch vor dem Latzugturm, den Kabelzügen und gelegentlichem Beinpressen und Beincurls nicht zurück. Dies sind genauso bewährte Werkzeuge, wie es auch die klassischen Kurzhanteln sind.
Auch andere Maschinen haben ihre Daseinsberechtigung. Manche Menschen schaffen es einfach nicht bestimme Übungen mit freien Gewichten korrekt auszuführen und anstatt sich einem ständigen potentiellen Verletzungsrisiko auszusetzen ohne wirkliche Zuwächse zu erzielen, ist es meiner Meinung nach besser das potentiell erreichbare Extrapfund an Muskelmasse für sichere und auch tatsächlich kommende Zuwächse zu opfern. Doch selbst für den hardcore Bodybuilder können Maschinen ein Gottesgeschenk darstellen.
Man muss sich nur einen dieser Tage vorstellen, an dem einfach alles schief läuft: man ist müde, man hat nicht genug und zur richtigen Zeit gegessen, man hat seinen Geldbeutel verloren, eine alte Verletzung kommt wieder hoch und die Freundin nervt ohne Ende. Als der wahre Bodybuilder, der man ist, schleppt man seinen müden Hintern trotzdem ins Fitnessstudio und versucht das maximal mögliche herauszupressen. Nach drei Sätzen mit schweren Kurzhanteln und ein paar leichten Sätzen kommt man dann irgendwann an den Punkt, an dem nichts mehr geht.
Jetzt ist es an der Zeit die Welt der Maschinen zu betreten. Hierdurch kann man die stabilisierenden Muskeln schonen, braucht keine schweren Gewichte herumzuschleppen und kann so ein eigentlich zum scheitern verurteiltes Training noch retten.
Nachdem dies gesagt wurde, sieht die Schlussfolgerung folgendermaßen aus: Die Basis eine guten Trainingsprogramms sollte aus so vielen Übungen mit Kurz- und Langhanteln bestehen, wie möglich. Die Arbeit an Maschinen sollte minimiert werden, wobei Kabelzüge und die Beinstreckermaschine Ausnahmen darstellen. Man sollte jedoch nicht von oben herab auf Trainingsmaschinen heruntersehen, da sie den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg eines jeden Trainings ausmachen können. Am wichtigsten ist es jeden Muskel auf jede mögliche Art und Weise zu involvieren.