Aber auch für Einsteiger oder für den, der die 40 bereits passiert hat und im moderaten Bereich dosieren will, mag diese Kur eine interessante Option sein. Denn ab diesem Alter muss man ein wenig vorsichtig sein, was die Prostata (P) angeht. Früher oder später stellt sich bei den meisten Männern mit fortschreitendem Alter eine Volumenvergrößerung der Prostata ein. Das nennt man dann benigne Prostatahyperplasie (also die gutartige Variante der Prostata-Vergrösserung). Es ist zwar nicht eindeutig bewiesen, aber doch wahrscheinlich, dass stark androgen wirkende Substanzen diese beschleunigen können.
Das AAS mit dem besten Verhältnis von anaboler zu androgener Wirkung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Nandrolon (besser bekannt als Deca-Durabolin). Wie Overbeek und DeVisser schon 1961 herausgefunden haben, wirkt es im Vergleich zu Testosteron (T) pro mg 3,29 – 4,91 mal anaboler, während es nur 31 – 41 % von dessen androgener Wirkung besitzt. preview
Man muss bei solchen Zahlen natürlich etwas vorsichtig sein, denn sie wurden im Tierversuch bei kastrierten, noch nicht geschlechtsreifen Ratten ermittelt.
Das funktioniert dann so dass man den Tieren eine pharamakologisch hohe Dosis eines AAS verabreicht, um sie dann eine Woche später auseinander zu schneiden. Stellt man dabei fest, dass sich das Gewicht von Prostata und / oder Vesicula Seminalis erhöht hat, so nennt man das androgen. Ist dagegen das Gewicht des Musculus Levator Ani angewachsen, so nennt man das anabol.
Ideal ist diese Vorgehensweise wahrscheinlich nicht, denn was bei Ratten funktioniert, muss beim Menschen ja nicht unbedingt auch so sein. Andererseits sind diese Zahlen immer noch das Beste, was zur Verfügung steht.
Der Mechanismus, der Deca "nett" zu Haut und Haar macht, ist interessanterweise der gleiche, der bei Testosteron genau das Gegenteil bewirkt. Aus Deca entsteht über das Enzym 5alpha-Reduktase eine sehr wenig androgene Substanz namens DHN, während dies bei Testo das bekannterweise stark androgene und daher nicht unproblematische DHT ist.
Hier hat man dann auch den Grund, warum man Deca nicht zusammen mit Finasterid oder Dutasterid verabreichen sollte. Denn dadurch wird die Umwandlung zu DHN deutlich vermindert, und Deca ist dann auch nicht mehr so nett.
Einen Wermutstropfen gibt es aber noch, den man im Zusammnhang mit Deca nicht verschweigen sollte. Es unterdrückt nämlich die körpereigene Testosteron-Produktion stärker und nachhaltiger als andere AAS, kann Testosteron aber wegen seiner geringen androgenen Komponente in puncto Sexualität keineswegs ersetzen. Folge davon kann das sein, was die Amerikaner den "Deca Dick" nennen, ein deutlicher Rückgang der Libido nämlich, bei uns auch schlicht "Durchhänger" genannt.
Ok, so viel zur Theorie, wie kann man nun eine möglichst wenig androgene Kur zusammenstellen?
Als Basis für den Aufbau sollte Deca in einer moderaten Dosierung gewählt werden. Also z.B. 200 mg/Woche. Das Schema sollte einen Frontload beinhalten, damit es nicht so lange dauert, bis das Kumulationsmaximum erreicht wird.
Stellt sich nun noch die Frage, in welchem Umfang man Testosteron in die Kur einbeziehen sollte. Man könnte es natürlich auch ganz weglassen, doch darf man dabei nicht vergessen, dass Testosteron im Körper wichtige biologische Funktionen erfüllt. Dazu gehört nicht nur der Erhalt der Sexualität, sondern es spielt z.B. auch eine Rolle für das zentrale Nervensystem, die Cortisol-Produktion, die Ausschüttung von IGF-1 und anderes mehr.
Es empfiehlt sich daher, Testosteron in einem Umfang in den Zyklus einzubeziehen, so dass sich seine Konzentration im physiologischen Bereich bewegt. Denn dann bleiben seine biologischen Funktionen erhalten, während androgene Nebenwirkungen nicht über das normale Maß hinaus zu erwarten sind.
Ein Blick in ein Lehrbuch zur Endokrinologie verrät die dazu erforderliche Dosierung. Diese liegt bei 250 mg Testosteron-Enantat/2 Wochen.
Was die Wiederherstellung der Eigenproduktion angeht, so begegnet man der etwas stärkeren Hemmung durch Deca auf zweierlei Weise:
- Man beendet die Deca-Phase bereits 4 Wochen vor der Testo-Phase. Die Achse soll so bereits mit der Regeneration beginnen können, bevor die Kur wirklich zu Ende ist.
- Man macht ein Absetzschema mit Antiöstrogenen, um die körpereigene Testosteronproduktion möglichst schnell wieder auf Vordermann zu bringen. Das geht am schnellsten mit Clomifencitrat.
Das Schema im Detail zeigt die folgende Tabelle:
| Zeitpunkt | Wirkstoff | Menge |
| Tag 1 (1. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 1 (1. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 3 (1. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 10 (2. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 15 (3. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 17 (3. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 24 (4. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 29 (5. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 31 (5. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 38 (6. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 43 (7. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 45 (7. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 52 (8. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 57 (9. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 59 (9. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 66 (10. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 71 (11. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 73 (11. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 80 (12. Woche) | Deca | 200 mg |
| Tag 85 (13. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 99 (15. Woche) | T-Enantat | 250 mg |
| Tag 113 (2 Wochen nach Ende T) | Clomifen | 200 mg (4 Tabs) |
| Tag 114 | Clomifen | 150 mg (3 Tabs) |
| Tag 115 | Clomifen | 100 mg (2 Tabs) |
| Tag 116 - 140 (25 Tage) | Clomifen | 50 mg/Tag (1 Tab) |
Die 2 Deca-Injektionen in der ersten Woche sind übrigens ein Frontload und dienen dazu, den Maximalspiegel schneller zu erreichen. Ich habe das mal im Roidrechner nachgerechnet und den grafischen Verlauf der Nandrolon-Konzentration im Blut hier eingefügt:

Auf der vertikalen Achse ist die Blutkonzentration für Nandrolon in ng/ml aufgetragen, auf der waagerechten Achse befinden sich die Tage.
Man erreicht das Kumulationsmaximum direkt nach der zweiten Injektion und dieses liegt dann um die 12,5 ng/ml. Bis zur nächsten Injektion ist die Konzentration dann wieder auf ca. 6 ng/ml gesunken.
Beim Testosteron kann man dagegen davon ausgehen, dass eine Kumulation nicht in nennenswertem Umfang stattfinden wird, weil sich das Depot nach 2 Wochen beinahe entleert hat.
Das Clomifen-Schema wird ebenfalls mit einer Initialdosis eingeleitet - man startet am ersten Tag mit 4 Tabs, nimmt am zweiten Tag 3 Tabs, am dritten Tag 2 und setzt dann die Einnahme mit 1 Tab/Tag fort.
Das Kumulationsmaximum wird so nach 4 Tagen erreicht. Anschließend macht man 25 Tage weiter mit 1 Tab/Tag.
Werfen wir nun noch einen Blick auf das, was man braucht, und was es kostet.
| Wirkstoff | Menge | Preis |
| Deca | 13 Ampullen zu je 7,50 EUR | 97,50 EUR |
| T-Enantat (z.B. Galenikas) | 8 Ampullen zu je 5 EUR | 40 EUR |
| Clomifencitrat (z.B. von Anafarm) | 2 Schachteln mit 24 Tabs zu je 15 EUR | 30 EUR |
| Summe | 167,50 EUR | |
Nach Deca empfiehlt es sich, noch ein paar Clom-Tabs auf Vorrat zu haben, da kann man dann das Absetzschema gegebenenfalls um weitere 2 Wochen verlängern. Daher besser 2 x 24 = 48 Tabs besorgen.
Insgesamt kommt man also auf knapp 170 EUR. Ein paar EUR werden dann noch mal für Spritzen & Co. fällig.
Das Ganze ist natürlich nur ein Missbrauchsbeispiel und dient der reinen Unterhaltung des Lesers. Für die Anwendung anaboler Steroide bei gesunden Menschen zum Zweck der Leistungssteigerung gibt es keinerlei medizinische Indikation.