Teil 1 findet ihr hier.

Anthony Roberts: Klingt nach einem annehmbaren Deal, in der Tat … doch wie führte all dies dazu, dass du Kontakte in Mexiko knüpftest?

Anonym: Ich hatte es für eine lange Zeit vermieden mit irgendjemanden in Mexiko zu reden, der ein guter Lieferant für mich hätte sein können. Ich hatte niemals vor irgendwem das Geschäft kaputt zu machen. Das hatte ich wirklich nicht vor. So weit es mich betraf verdienten es meine Lieferanten dafür bezahlt zu werden all das Risiko auf sich zu nehmen, das sie eingingen. Jeder gegebenen Transaktion besteht im Grunde genommen aus X Aufgaben. Man muss das Zeug kaufen (und Geld zu jemandem nach Mexiko transferieren). Man muss alles über die Grenze bringen. Man muss das Zeug sichern, sobald es die Grenze überschritten hat. Man muss das Zeug verpacken und verschicken. Das ist alles, was dort passiert. Ich musste das Zeug hier in Empfang nehmen, es an jemanden weitergeben und mein Geld bekommen. Anschließend musste ich wieder Geld für die nächste Lieferung nach Mexiko schicken. Ich dachte, dass gute 70 % des Risikos dort unten zwischen Granero und Chula Vista in Kaliforniern lag. Nachdem das Zeug die Grenze erst einmal überschritten hatte, sah ich nur noch ein sehr geringes Risiko, sobald es den Flughafen von San Diego oder den Rialto Knotenpunkt passiert hatte. preview

Dies ist ein guter Zeitpunkt einige Dinge über den Versand zu erzählen. Zuerst einmal können sie jedes Mal, wenn man etwas anderes als den regulären USPS Priority Mail Service verwendet, die Pakete öffnen, wenn ihnen danach ist. Es gibt gute und schlechte Versandmöglichkeiten: Luftpost Express, UPS, FedEx, DHL und USPS. Das einzige, was mir als Dealer half, waren Übernachtsendungen. Sicher, dies ist etwas risikoreicher und das Paket fällt etwas mehr auf, wenn es von einem der Hot Spots (New York, Südkalifornien, Miami) kommt oder dorthin geschickt wird, doch wenn es ein Problem mit einem der Pakete gibt, dann weiß man davon, bevor die Probleme bei einem ankommen und man kann Gegenmaßnahmen ergreifen.

UPS hat mit bei mehr als einer Gelegenheit gesagt, dass die Bundespolizei eines meiner Pakete einkassiert hatte und der berüchtigte Status: Ausnahme / Zum Bestimmungsort weitergeleitet half mir mehr als einmal dabei kontrollierten Lieferungen aus dem Weg zu gehen. Ich hatte mehr als meinen Anteil an kontrollierten Lieferungen und wurde nie hochgenommen, doch wenn die Bundespolizei involviert ist und alles so verläuft, wie sie es wollen, dann bedeutet dies immer großen Ärger. Ich hoffe, dass ich später noch etwas mehr Zeit haben werde, um näher darauf ein zugehen, wie die ganze Sache mit einer Anklage wegen Steroiden funktioniert. Wir werden sehen. Dies sollte eigentlich ein kurzes Interview werden und ich denke, dass Anthony wahrscheinlich bereits denkt, dass ich schon mehr gesagt habe, als er eigentlich wollte. Es ist nicht so leicht für mich, zurückzuschauen und alles in Gedanken noch einmal zu durchleben. Wenn ich dies tue, dann muss ich mir etwas Zeit nehmen, mich wie ein Idiot zu fühlen, und genau das habe ich heute getan. Heute bin ich ein Trottel, der euch Zeugs erzählt, das Bekloppte vielleicht wissen möchten.

Anthony Roberts: Du hast damals also schon eine anständige Menge an Stoff bewegt. Warum also gierig werden?

Anonym: Ja, ich bewegte einiges an Stoff und fühlte mich hierbei ziemlich sicher, doch als ich damit begann im größeren Stil zu handeln und mehr bewegen musste, als leicht in ein Paket passte (etwa 200 Mehrfachampullen passen in ein kleines Päckchen, das nicht weiter auffällt), bekam ich langsam Probleme mit dem Transport von so viel Ware.

Sobald man tausende von Einheiten verschickt, muss man sich über logistische fragen wie Wo wird alles landen? und Wie viel wird das Päckchen wiegen? und Wie oft kann ich diese Adresse verwenden? und Von wo aus werden wir es diesmal verschicken und arbeitet der Typ von UPS, den wir kennen, heute überhaupt? und Was ist, wenn so ein Dummkopf von FedEx das Päckchen fallen lässt und 500 ml Öl auslaufen, weil Juanito vergessen hat das Ganze in einer Plastiktüte einzuwickeln? und Werden Winnys im Dezember in Flugzeug gefrieren? (Antwort: sie könnten) und viele andere Dinge Gedanken machen, die erst dann wichtig werden, wenn man tausende 10ml Fläschchen pro Woche pünktlich und auf eine sichere Art und Weise durch das ganze Land schicken muss, ohne dass ein erkennbares Muster vorhanden ist und man anonym bleibt.

Wir gingen schließlich dazu über Fahrzeuge zu verwenden, um alles zu transportieren. Wir hatten bezahlte Fahrer, die sehr sorgfältig ausgewählt wurden, doch es ist klar, dass man jedes Mal, wenn man eine weitere Person mit ins Spiel bringt, das Risiko exponentiell erhöht. Auch dazu später noch mehr…

Anthony Roberts: Wo warst du persönlich zu diesem Zeitpunkt?

Anonym: All diese Dinge liefen wie beschrieben und ich machte jede Woche höhere Gewinne. Es war eine wahrhaftige Goldgrube und ich hatte eine Million Ideen, wie man das Geschäft noch verbessern, das Risiko reduzieren, die mexikanische Szene verändern und die gesamte Szene verbessern hätte können.

Ich begann damit meinen Lieferanten zu erzählen, woran ich dachte und sie hörten mir zu. Damals bekam man Reforvit in einem Fläschchen, das an der Außenseite Markierungen besaß, anhand derer man erkennen konnte, wie viel Öl in der Flasche war und bei dem das hauchdünne gekrümmte Etikett mit dicken Tropfen Kleber befestigt war, welche durch das Etikett sickerten. Mexikanischen Produkten fehlte einfach das gewisse etwas, auf das die Amerikaner so abfahren. Man sieht es in jedem Supermarkt, die Leute kaufen das Zeug mit der schönen Verpackung und dem auffälligen Etikett. Es ist die menschliche Natur und eine Tierarzneifirma musste diese Art von Konsumenten nicht beliefern, bis die Möglichkeit, hieraus Profit zu ziehen, entdeckt wurde.

Mexiko bekam einen wirklich schlechten Ruf und da ich mich auf mexikanischen Stoff spezialisiert hatte, obwohl wir Dianabol Dosen aus Thailand für 40 $ bestellen konnten (Hinweis von Anthony Roberts: eine dieser Dosen enthält 1000 Tabletten) und auch Steroide aus Europa ohne größere Probleme bekommen konnten, lag der Fokus auf Granero Produkten, da diese reichlich vorhanden waren und die Mexikaner gerne Geld mit mexikanischen Produkten verdienten. Sie hatten eine bessere Kontrolle darüber.

Auf Mexiko wurde immer von oben herab geschaut und das störte mich. Mexiko hat immer noch einen schlechten Ruf – zu einem gewissen Grad – aber damals gab es ernsthaft Steroidsnobs, die Brovel verschmähten und die Tatsache, dass eine Fabrik von Steris aufgrund von unterdosierten und unsterilen Produkten geschlossen wurde, völlig übersahen.

Anthony Roberts: War Dealen mit Steroiden damals dein “Hauptberuf”?
Anonym: Ich war damals bereits ein Vollzeitdrogendealer und dachte in den Kategorien eines normalen Geschäftsmannes. Ich hatte schon immer einen Hang zum Business. Ich wollte ein Empire aufbauen, weil es da war und darum bettelte aufgebaut zu werden. Wie ich bereits gesagt habe, glaube ich wirklich, dass fast jeder das hätte tun können, was ich getan habe. Es war damals fast unmöglich ernsthafte Probleme wegen Steroiden zu bekommen. Wenn ich euch von den Größen der Kisten erzählen würde, die ich von innerhalb der USA an mich schicken ließ, und die von den Behörden beschlagnahmt wurden, ohne dass hierauf ernsthafte Aktionen folgten, dann währt ihr geschockt. Es schien so, als ob das keinen so recht interessierte, doch ich wusste, dass die Behörden einschreiten würden, wenn man sich zu dreist verhalten und sie direkt mit der Nase auf seine Aktionen stoßen würde. Ich habe immer gesagt, dass sie wegsehen würden, wenn dies möglich ist. Wir ließen es, anders als die Rohstofflieferanten und Underground Labs dies heute tun, erst gar nicht so weit kommen.

Mein Freund schlug vor, dass Ttokkyo etwas tun sollte, das sie von all den anderen Tiermedizinherstellern abheben würde. Er schlug vor, dass sie z.B. bessere Verpackungen herstellen könnten und mehr Geld für Tinte ausgeben sollten, die nicht verläuft. Außerdem könnten sie qualitativ hochwertiges Papier und schön geformte Ampullen verwenden, sowie die glänzenden Verpackungen in Plastikfolie einschweißen. Er schlug weiterhin vor, dass ein in den USA ansässiges Labor ihre Produkte analysieren und die Ergebnisse online veröffentlichen sollte, so das alle Welt sehen konnte, wie gut die Produkte waren.

Ttokkyo hörte zu. Ich glaube, dass dies für sie zunächst zumindest teilweise nur ein Weg war, einen großen Kunden zu beschwichtigen, doch als sich dieselbe Person mit den höheren Tieren der Firma traf und ihnen vorschlug die Verpackungen innen zu polstern, so dass die Ampullen beim Versand nicht klappern würden, Trenbolon zu produzieren, auch wenn dies sehr viel teurer war als die klassischen tiermedizinischen Produkte und die Dosierungen von allen Steroiden zu erhöhen, so dass sie leichter von Menschen verwendet werden konnten, begann die gute Firma auf ihren Kundenstamm zu hören. Zumindest hörten sie auf meinen Kumpel.

Damals stellte niemand 10 mg Dianaboltabletten her. Ttokkyo vermasselte das etwas, indem sie 10mg Tabletten herstellten, die fast genauso aussahen wie die 5 mg Tabletten (die Leute sind in den meisten Studios bereit einen Dollar pro Tablette und nicht mehr zu bezahlen). Trotzdem lohnte sich das Investment in zusätzliche Materialien, Verpackungen, Laboranalysen und eine recht intensive Marketingkampagne. Es gab einige Forenmitglieder von uns, die um Interesse zu generieren, Bilder von den Produkten posteten, bevor diese überhaupt auf den Markt kamen. Alles was man tun musste, war ab und zu etwas an den Besitzer eines Forums zu schicken und er ließ einen dafür schreiben was man wollte. Außerdem wollte jede Site die erste sein, die Bilder von Trenbolon 75 oder Deca 300 oder was auch immer veröffentlichen konnte.

Einige von uns stellten sicher, dass die Welt den Unterschied zwischen Ttokkyo und Brovel oder Tornel erfuhr. Dieser war offensichtlich, wenn man die Produkte sah, doch wir mussten die Leute erst einmal dazu bringen, die Produkte zu bestellen, damit sich die Berichte darüber verbreiten konnten, was diese Produkte bewirkt hatten, so dass die Produkte bekannt und anerkannt wurden. Die Forenmitglieder hörten zu und Ttokkyo wurde schnell als etwas Einzigartiges anerkannt. Sie schufen einen Standard, den auch Quality Vet schnell erfüllte und der zu Norm in diesem Bereich wurde.

Interessanterweise bin ich mir fast völlig sicher, dass Ttokkyo einen Teil seines anfänglichen Erfolges seinem Namen verdankt. Die Leute dachten in der Tat, dass die Sachen aus Japan kamen. Sie wollten das japanische Zeugs und übersahen wahrscheinlich das groß geschriebene HECHO EN MEXICO und die SAGAR Nummer auf der Ampulle.

Anthony Roberts: Wenn du zurück schaust, was denkst du dann heute darüber?

Anonym: Es ist auch für mich interessant, wenn ich zurück schaue, dass dieselben Dinge, welche die Leute damals gegen mexikanischen Stoff hatten, heute zutage völlig übersehen und sogar gerechtfertigt werden, wenn es um Stoff aus Underground Labs geht. Sie nannten mexikanische Steroide damals Badewannen Stoff und redeten eine Menge Mist über fehlende Kontrollen, und dass man etwas, das nicht reguliert wurde – etwas, das mexikanisch war – nicht trauen konnte.

Heute taucht Underground Stoff in einigen der Anabolika Ratgeber auf und wird als legitim gelistet – einer der größten Fehler, den man machen kann und äußerst unverantwortlich, wenn man mich fragt. Ich sage dies aus einer ganzen Reihe von Gründen und ich sage es als Mensch, der nur das Beste für die Menschheit will. Einer der Gründe dafür, dass dies falsch ist, ist die Tatsache, dass die Vorgehensweise irreführend und unsicher ist. Underground Produkte sind nicht legitim. Es handelt sich hierbei nicht um pharmazeutische Produkte, welche unter irgendwelchen Kontrollen oder unter irgendeiner akademischen Überwachung hergestellt werden. Diese Underground Produkte werden von arbeitslosen Versagern hergestellt, die den schnellen Dollar suchen und definitiv nicht die Menschheit verbessern wollen. Sie sitzen da, schwitzen, wiegen Pulver mit einer 100 $ Waage ab, portionieren es mit Plastiklöffeln und arbeiten mit Gerätschaften von Vials-R-Us und Home Depot. Dieser Scheiß ist alles andere als eine gute Idee. Ich kenne einige Typen, die an mit Underground Stoff in Verbindung stehenden Infektionen gestorben sind. Und nein, es lag nicht daran, dass sie ihren Hintern vor der Injektion nicht mit Isopropyl desinfiziert haben. Diese Leute waren erfahrene Stoffer. Sie waren nicht in den Foren aktiv und deshalb hat man nichts von ihnen gehört. Es waren einfach ganz normale Amateurbodybuilder, die versucht haben, zu tun, was sie getan haben und ich bin mir ziemlich sicher, dass es da draußen mehr als nur ein paar andere gibt, die aufgrund von solchem Undergroundmist gestorben sind (dasselbe Zeug, von dem Llewellen sagt, dass es echt ist).

(Bemerkung von Anthony Roberts: Ok … ich würde normalerweise niemanden einen anderen Steroidautor auf diese Art und Weise angreifen lassen – egal, was ich selbst ihm gegenüber empfinde – doch ich habe mich damit einverstanden erklärt, diesen Artikel unzensiert zu lassen.)

Der zweite Grund dafür, dass es ein großer Fehler ist Underground Ware als legitim zu bezeichnen, ist die grundlegende Tatsache, dass man nicht garantieren kann, dass diese Underground Labs am Freitag dasselbe tun, was sie am Donnerstag getan haben oder dass die Etiketten identischer Produkte von Leuten gedruckt wurden, die sich kennen. Man legitimiert im Grunde genommen das Illegitime und das ist eine abscheuliche Sache. Bei diesem Szenario gibt es keinen Gewinner außer dem Herausgeber des Buches und dem Underground Lab, das sich ihm erkenntlich zeigt. All die Foren und Sites mit Sponsoren werden angeklagt werden oder arbeiten bereits mit den Bundesbehörden zusammen. Mir ist egal, in welchem Land sie sich befinden. Ich weiß einfach zu viel, um irgendetwas von diesem unser Besitzer ist ein Australier Müll zu glauben. Ich werde später noch mehr darüber sagen, warum ich dies nicht glaube und warum ich weiß, dass das alles nur Müll ist.

Anthony Roberts: Kommen wir wieder zurück zum Thema…

Anonym: Um zurück auf den Punkt zu kommen - nachdem ich recht oft abgeschweift bin - ich habe als ganz normaler Konsument angefangen, der erkannte, dass er, wenn er online geht, den ganzen Müll für ein Zehntel von dem kaufen kann, was es in seiner Umgebung kostet. So begann ich einen Großteil meiner Gegend mit Stoff zu versorgen. Ich hatte einige Quellen, die ich am Anfang nutzte, doch aus mehreren Gründen musste ich die Mittelsmänner eliminieren. Ich bin nicht näher auf diese Gründe eingegangen, doch ich werde sie zusammenfassen, indem ich sage, dass zusammen mit dem Geld und der Jugend schlechte Entscheidungen kommen, oft auch Drogen konsumiert werden und viel Faulheit vorhanden ist. Ich hätte gerne meine Lieferanten zwischen mir und Mexiko behalten. Ich verdiente auch so genug Geld. Ich wollte nie nach Mexiko gehen und noch weniger jemanden aus kriminellen Kreisen dort treffen. Für mich roch das nach Problemen und Ärger. Ich wollte nicht der Typ sein, der die Grenze überschreitet und direkt Geschäfte mit jemandem macht – einem Granero, einem Händler oder einem Verteiler. Doch es wurde zu einer Notwendigkeit und wenn der Besitzer einer multimillionenschweren Pharmafirma einen nach seiner Meinung bezüglich der Entwicklung von neuen Produkten fragt, dann fühlt man sich geschmeichelt. Man trifft sich mit ihm. Man liebt die Gratis T-Shirts und Uhren und Drinks und Frauen. Man nimmt alles mit. Man sollte sich daran erinnern, dass Ttokkyo zu einem Zeitpunkt, bevor all dieser Scheiß begann, einmal eine legitime und respektable Firma war. Sie verfügte über eine weitläufige Produktlinie und produzierte eine große Vielzahl von Medikamenten, zu denen auch Ketamin gehörten.

Es geschah alles sehr schnell. Ich verdiente nur durch den Verkauf von Anabolika und Androgenen statt 500$ pro Woche innerhalb weniger Monate 10.000$ pro Woche. Ich verkaufter gelegentlich Clomid oder anderen Zusatzschrott um jemandem einen Gefallen zu tun, doch es gab damals keine Nachfrage nach Antiöstrogenen oder ähnlichem. Damals verdiente ich mit dem Verkauf von Anabolika so viel, wie viele Kokain- oder Heroindealer auf mittlerer Ebene verdienen. Ich kann dies fast vollständig der Tatsache zuschreiben, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und eine Art perversen Drang dazu hatte, einer von den bösen Jungs zu sein. Zusätzlich hierzu hatte ich einen guten Ruf, zahlte meine Rechnungen immer pünktlich und vollständig, konnte intelligent über das Thema reden und stellte immer sicher, dass jeder seinen Anteil von dem bekam, was eingenommen wurde. Ich machte die Leute um mich herum reich. Sie wollten, dass ich Erfolg hatte. Offensichtlich. Jeder um mich herum war beschäftigter mit der Annahme von Bestellungen, dem Transport über die Grenze, dem Versand, dem Verkauf und dem Feiern, als er sein konnte. Es machte wirklich viel Spaß damals und mein Geschäft wuchs wie verrückt.

Anthony Roberts: Okay … Du warst bei dem größten Namen in der Welt der Steroide zu dieser Zeit involviert … wie war das so?

Anonym: Es war wie jeder andere Job in der Geschäftswelt, wirklich. Gut, ich sage das jetzt, doch damals war es eine Menge zwielichtiger Scheiß in Räumen, die mit Steroidkartons und Hühnerkäfigen voll gepackt waren, aber genauso auch schicke Konferenzräume und Bodyguards. Als ich begann direkt mit ihnen zu arbeiten, brauchte ich Leibwächter. Dort wurden regelmäßig Leute entführt und ich wurde in der Gegend langsam bekannt. Ich wusste, dass sie mich taxierten und dies besorgte mich ein wenig, doch der Typ, der sich um einen Großteil meiner Bedürfnisse zu dieser Zeit kümmerte, brachte mich mit einer Art von Organisation in Kontakt, die mich schützen konnte. Viele der Bodyguards waren jung und ich nahm immer an, dass sie auch Waffen besaßen, doch gesehen habe ich diese nie und ich habe auch nie danach gefragt. Waffen kamen für mich nur selten ins Spiel und wenn dies geschah, dann war das auf unserer Seite der Grenze, mit einer bedeutenden Ausnahme, als ein guter Kumpel von mir getötet wurde.

Verdammt, Geld ist Geld, nicht war? Man kann Koks oder andere Produkte verkaufen … wenn man genug davon verkauft, dann befindet man sich im Fadenkreuz bestimmter Personen. Ich habe vor kurzem mit einem Typen geredet, der ausgeraubt wurde und dessen Frau entführt wurde, wobei es um Mikrochips ging – und das war in den Vereinigten Staaten. Menschen töten für Geld und Geld ist das, was die Bundesbehörden verfolgen und woran sie am meisten interessiert sind, wenn man mich fragt.

Anthony Roberts: Zu diesem Zeitpunkt warst du also mehr oder weniger "der Mann"?

Anonym: Wie ich schon gesagt habe, war es cool eine Hotline zu Ttokkyo zu haben. Ich hatte viele Vergünstigungen. Frauen, Geld, VIP Behandlung und dies dauerte für fast 6 Jahre an, während denen ich überhaupt nicht ans Arbeiten dachte. Was wir taten war natürlich auch Arbeit, doch es war nicht die Art von Arbeit, die gewöhnliche Menschen als Arbeit bezeichnen würden. Es war Spaß und das Geld war Spielgeld. Man konnte in ein Geschäft gehen und sich nahezu alles kaufen, was man wollte. Ich hatte 3 Luxusautos und zwei Trucks. Ich hatte nicht einmal Platz, um sie alle zu parken. Ich hatte zwei Rolex aber nur ein Handgelenk. Ich hatte einen Schrank voller 300 Dollar Hemden und 400 Dollar Schuhe. Ich hatte was immer ich wollte. Ich weiß nicht, wie man wirklich erklären sollte, wie das alles war. Es war sehr stressig. Ich lebte mehr oder weniger online und überwachte die Paketverfolgungsnachrichten, wobei ich immer zu Tode geängstigt war, wenn ich Status: Ausnahme las. Ich war auf unterschiedlichen Drogen (Ich konnte jede Art von Dope bekommen, die ich wollte und so probierte ich verschiedene Sachen aus, wobei ich einiges hiervon recht gerne mochte) und wurde zunehmend paranoid. Ich war ein Wrack. Ich war auf so vielen Steroiden, dass ich ehrlich nicht genau sagen konnte, was ich zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade alles nahm. Ich habe jede einzelne anabole Substanz, die ich kenne – abgesehen von den ganz neuen Sachen wie esterloses EQ und was auch immer – verwendet. Es war für mich sowohl körperlich als auch mental wirklich schlecht, während ich mich gleichzeitig mental und körperlich verdammt gut fühlte. Ich schlief viel. Ich war nie zu Hause. Ich weiß nicht, wie diese beiden Sachen gleichzeitig wahr sein können, doch es war so. Ich war 24 Stunden am Tag auf Abruf, da ich Geschäftspartner überall auf der Welt hatte und was um Gottes Willen wäre gewesen, wenn ich einen Anruf verpasst hätte, durch den ich vielleicht ein paar Tausender verdient hätte…

Anthony Roberts: Okay…so langsam bekomme ich einen Überblick … doch was genau hast du mit oder für Ttokkyo getan?

Anonym: Dies ist eine etwas empfindliche Frage, da es Dokumente gibt, die aussagen, was ich für Ttokkyo getan habe und ich möchte niemanden auf die Idee bringen, dass noch nicht alles hierüber bekannt ist. Ich werde dir erzählen, was mein Kumpel getan hat. Mein Kumpel war im Wesentlichen ein von Hand zu Hand Dealer. Er war durch die Granero Ttokkyos zweitgrößter Kunde und er ließ sich alles direkt liefern, da er es vorzog Geschäfte von Angesicht zu Angesicht zu machen. Bei Ttokkyo gab es diesen netten kleinen Club, dem man beitreten konnte, wenn man genug Geld bei der Granero ausgab und sie einen mochten. Bestellungen, die über das Web an Ttokkyo geschickt wurden, gingen an die Granero. Wenn die Bestellung aus Amerika kam, bekam der Kunde eine Email in der stand, dass er soundso@hushmail.com oder wen auch immer kontaktieren solle. Soundso war dann ein Typ wie mein Kumpel, der ein Mindestbestellvolumen von 1000 $ oder so ähnlich hatte und der die Bestellung direkt von den Jungs in Mexiko versenden ließ.

Ich kenne z.B. einen Typen, der in New York saß und an Ttokkyo geschickte Bestellungen annahm. Er hatte ein Konto bei der Granero. Sobald er genug Bestellungen gesammelt hatte, schickte er eine Email an einen Typen in Mexiko, in der genau angegeben war, welches Produkt an welche Adresse verschickt werden sollten. Die Mexikaner brachten das Zeug dann über die Grenze und verschickten es. Der Typ in New York sah nie etwas von der eigentlichen Ware. Er bekam nur das Geld. Es war eine nette Sache, wenn man an solch einen Job kommen konnte und nichts dagegen hatte ein internationaler Drogendealer, Schmuggler oder was auch immer zu sein.

Anthony Roberts: Ich würde sagen, dass es Zeit für die eine Million Dollar Frage ist. Was war deiner Meinung nach die Ursache für den Untergang von Ttokkyo?

Anonym: Das ist komplex. Ich würde sagen, dass ein wichtiger Beitrag zu ihrem Untergang auch ein wichtiger Beitrag zum Untergang der Rohstofflieferanten wie GenSci und ähnliche sein wird. (Bemerkung von Anthony Roberts: Dieser Artikel wurde geschrieben, bevor GenSci unterging!) Sie vermarkteten in Richtung Amerika. Das ist etwas, was man einfach nicht tun kann. Das ist genau diese Art von die Nase auf etwas stoßen, von der ich bereits gesprochen habe. Sie verfügten über eine englische Version ihrer Website und sprachen dort von den Wirkungen von EQ und der Dosierung von EQ beim Menschen. Wir alle wissen, dass dieses Boldenone basierte Produkt nirgendwo auf der Welt für den menschlichen Gebrauch hergestellt wird.

Sie bauten ihre Website mit Mega-Tags wie Special-K und anderen Begriffen auf, die ganz klar darauf ausgerichtet waren eine spezifische Art von Traffic auf ihre Website zu bringen. Sie hatten ein ganzes Unternehmen aufgebaut, dessen Aufgabe darin bestand illegale Medikamente nach Amerika zu schmuggeln und zu verkaufen.

Und sie verdienten VIEL Geld damit.

Teil 3 findet ihr hier.