1 - Man kann ohne Steroide so massig wie ein Profibodybuilder werden –es dauert nur länger.
Egal was in vielen Bodybuildingmagazinen behauptet wird – alle Profibodybuilder verwenden entweder Steroide oder Steroide in Verbindung mit anderen wachstumsfördernden Substanzen und Medikamenten. Ohne eine Hormonmanipulation ist es einfach nicht möglich diesen Grad der Muskelentwicklung, eine papierdünne Haut und die anhaltende Fähigkeit zum Masseaufbau zu erreichen. Und das, obwohl viele Profibodybuilder schlechte Trainingsangewohnheiten besitzen und wichtige Trainingsprinzipien ignorieren. Natürlich möchten viele Supplementverkäufer und Hersteller, dass man glaubt, all dies ohne chemische Hilfsmittel erreichen zu können, damit sie ihre Produkte besser verkaufen können. previewNatürlich ist das trotzdem kein Grund aufzugeben. Indem man die aktuellsten Trainingsprinzipien anwendet, sich nährstoffreich ernährt und auf ausreichende Regeneration achtet, ist es für nahezu jeden möglich, seine Körperentwicklung dramatisch zu verändern. Auch wenn man so vielleicht nicht das Niveau eines Profibodybuilders erreichen wird, ist es doch möglich einen Körper aufzubauen, der das Selbstvertrauen verbessert und den Respekt anderer verdient.
2 – Um wirklich massig zu werden, muss man sehr hohe Kalorienmengen zu sich nehmen
Diese Aussage ist wahr, man wird wirklich massig werden, wenn man eine sehr hohe Kalorienmenge zu sich nimmt, doch man wird dann aussehen wie der Zwillingsbruder des Michelin Mannes. Wenn man bezüglich magerer Körpermasse massig werden möchte, dann sind extrem hohe Kalorienmengen nicht das richtige, es sei denn, man ist einer von den wenigen Menschen, die einen so schnellen Stoffwechsel besitzen, dass sie all diese Kalorien sofort wieder verbrennen anstatt sie in Form von Fett einzulagern. Unglücklicherweise zeigen Studien, dass 65 % des durch eine sehr hohe Kalorienzufuhr aufgebauten neuen Körpergewebes aus Fett besteht. Von den verbleibenden 35 % bestehen 15 % aus einem erhöhten intrazellularen Flüssigkeitsvolumen, so dass nur noch ein relativ geringer Prozentsatz an neu aufgebauter magerer Muskelmasse übrig bleibt.Laut Dr. Scott Connelly (MM2K, Frühjahr 1992, S. 21) beruhen nur 20 % bis 25 % des Muskelwachstums auf einer erhöhten Proteinsynthese. Der Rest des Muskelwachstums kann direkt auf eine Vermehrung der Satellitenzellen in der Lamina Basalis (Glashaut) des Muskelgewebes zurück geführt werden und es sollte beachtet werden, dass die über die Nahrung zugeführte Energie (Kalorien) keinen Schlüsselfaktor bei der Differentiation dieser Zellen in neue Myofibrillen (Muskelzellen) darstellt.
Von allen Faktoren, die das Muskelwachstum bestimmen, scheint die Verhinderung des Proteinabbaus (Antikatabolismus) der relevanteste Faktor zu sein. Der Aufbau von Fettgewebe durch kontinuierliche Überfütterung kann die Proteolyse (Proteinabbau) im Bereich der Muskelzellen sogar verstärken. Weiterhin kann zusätzliches Fettgewebe das Hormongleichgewicht, welches den Proteinabbau im Körper reguliert, verändern. Das Insulingleichgewicht, welches den Antikatabolismus im Körper kontrolliert, wird durch konstantes Überfressen gestört. So viel zur Philosophie „Wer massig werden will muss auch massig essen.“
Wenn man nicht gerade ein genetischer Freak ist, oder so erbärmlich mager ist, dass es einem nichts ausmacht Fett anzusetzen [oder die entsprechende pharmazeutische Unterstützung einsetzt], dann solle man von einer sehr hohen Kalorienzufuhr Abstand nehmen.
3 – Wenn man sich fettarm (low fat) ernährt, komme es nicht auf die Kalorienzufuhr an –man wird kein Fett aufbauen
Im Endeffekt gilt, dass man, wenn man seinen Kalorienbedarf überschreitet, mit der Zeit fetter und fetter wird. Es ist wahr, dass man, wenn man sich fettreich ernährt, aus mehreren Gründen schneller Fett ansetzt. Einer der Hauptgründe liegt z.B. darin, dass ein Gramm Fett 9 Kalorien besitzt, wogegen ein Gramm Kohlenhydrate oder Protein nur 4 Kalorien liefert. Außerdem wird Fett im Körper anders verstoffwechselt als Protein und Kohlenhydrate. Es bedarf einer geringeren Kalorienmenge, um in Form von Fett zugeführte Energie zu verdauen und aufzunehmen, als dies bei einer vergleichbaren Menge an Kohlenhydraten der Fall ist. Folgerichtig werden mehr Fettkalorien als Kohlenhydratkalorien in Form von Fett gespeichert. Eine sehr hohe Kohlenhydratzufuhr, wie diese durch viele Weight Gainer Pulver geschieht, wird sehr schnell zu einem deutlichen Fettansatz führen.4 – Je mehr man trainiert, desto mehr baut man auf
Nein, nein und nochmals nein. Dies ist der schädlichste Mythos, der je das Licht der Welt erblickt hat. 95 % der Bodybuildingprofis werden einem erzählen, dass der größte Fehler, den sie beim Bodybuilding je gemacht haben, darin bestand überzutrainieren – und dies geschieht sogar dann, wenn Steroide verwendet werden. Man kann sich vorstellen, wie leicht es für einen steroidfreien Bodybuilder ist, ins Übertraining zu kommen. Wenn man seine Muskeln so häufig trainiert, dass sie sich zwischen den Trainingseinheiten nicht ausreichend regenerieren können, dann wird dies zu stagnierenden Fortschritten und vielleicht sogar Muskelabbau führen. Wenn man jeden Tag intensiv trainiert, wird dies unweigerlich zum Übertraining führen. Es kann bis zu 5 bis 10 Tage dauern, bis ein Muskel sich von einem Training bis zum Muskelversagen, bei dem die maximale physiologisch mögliche Anzahl von Muskelfasern rekrutiert wurde, vollständig erholt hat.Selbst das Training eines anderen Körperteils in den nächsten Tagen kann zu einem Übertraining führen. Wenn man seine Oberschenkel bis zum absoluten Versagen trainiert hat, dann wird ein weiteres hochintensives Training am nächsten Tag welches schweres Bankdrücken oder Kreuzheben umfasst, mit aller Wahrscheinlichkeit Zuwächse behindern. Nach einem ernsthaften Beintraining, wird der ganze Körper mobilisiert, um eine Erholung von der Belastung zu ermöglichen, die er erleiden musste. Wie kann man dann vom Körper erwarten, dass er sich von einem gleichermaßen brutalen Training am nächsten Tag erholt? Er kann es nicht, zumindest nicht ohne adäquate chemische Unterstützung, welche dem Körper dabei hilft mit den katabolen Vorgängen umzugehen [und selbst eine chemische Unterstützung reicht für gewöhnlich nicht aus.]
Man muss lernen zu akzeptieren, dass die Erholung ein wertvoller Teil des Trainings ist. Man sollte wahrscheinlich so viele Tage nicht trainieren, wie man trainiert.
5 – Je länger man trainiert, desto besser
Es ist ganz einfach nicht notwendig 20 oder 30 Sätze für eine Muskelgruppe durchzuführen. Es sind nicht einmal 10 Sätze notwendig, wie es einem viele so genannte Experten glauben machen wollen. In der Tat konnten wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass es möglich ist einen Muskel mit nur einem Satz komplett zu ermüden, immer vorausgesetzt, dass dieser eine Satz den Muskel komplett fordert. Dies bedeutet, dass so viele Muskelfasern wie möglich zum Einsatz kommen und diese bis zum Punkt der Ischämischen Starre trainiert werden, d.h. anstatt zu kontrahieren und sich zu entspannen verkrampfen sich die Muskelfasern, was man mit einer mikroskopischen Version der Leichenstarre vergleichen könnte. Jede weitere Kontraktion führt zu mikroskopisch kleinen Muskelfaserrissen. Eine Hypertrophie ist eine der Anpassungen auf diese Art von Belastung und von ihrer Natur her die Variante, die Bodybuilder am meisten interessiert.Diese Art der Intensität kann im Allgemeinen mit Dropsätzen erreicht werden, bei denen man bei Erreichen des Muskelversagens das Gewicht reduziert und so lange weitere Wiederholungen durchführt, bis keine weitere Wiederholung möglich ist und das Gewicht nicht weiter reduziert werden kann. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, nach Erreichen der maximalen Wiederholungszahl bei einer Übung durch eine Kombination von Willenskraft, Beharrlichkeit und kurzen Pausen noch zehn weitere Wiederholungen durchzuführen. Während dieser kurzen Pausen wird das Gewicht nicht abgelegt, sondern es verbleibt nur in der Position, bei der das an der Übung beteiligte Gelenk überstreckt ist. Mit anderen Worten gesagt, übersteigt man die normale Schmerz- und Energiegrenze komplett.
Wenn man es tatsächlich schafft den Muskel bis zum beschriebenen Punkt zu trainieren, dann bringt ein weiterer Satz nur sehr geringen oder gar keinen zusätzlichen Nutzen (Westcott, 1986). Die Ausnahme bilden hierbei Muskelgruppen, die aus getrennten Bereichen bestehen, welche durch unterschiedliche Übungen trainiert werden. Ein Beispiel wäre der Rücken, der aus oberem, mittlerem und unterem Bereich besteht. Auch die Brust könnte in diese Kategorie fallen, da sie einen getrennten oberen und unteren Teil besitzt, von dem jeder einen anderen Muskelansatz aufweist.
6 – Man muss nicht stark sein, um massig zu sein
Aus unterschiedlichsten Gründen variiert die Kraft selbst bei Personen mit vergleichbarer Muskelmasse sehr stark. Dies könnte etwas mit dem individuellen Verhältnis von schnell kontrahierenden zu langsam kontrahierenden Muskelfasern, der Effizienz der Reizweiterleitung des Nervensystems oder der unterschiedlichen Länge der Gliedmaßen und der hieraus resultierenden Unterschiede beim Drehmoment zu tun haben. Doch all dies ist relativ zu sehen. Um größere Muskeln zu bekommen, muss man schwerere Gewichte heben, was bedeutet, dass man stärker werden muss – stärker als man zuvor war. Eine Erhöhung der Muskelkraft bedeutet bei steroidfreien Athleten (mit wenigen seltenen Ausnahmen), dass die auf die Muskelfasern wirkende Spannung hoch sein muss. Wenn die auf die Muskelfasern wirkende Spannung gering ist, wird kein maximales Wachstum erfolgen (Lieber, 1992).7 – Die Trainingsprogramme, die bei Profibodybuildern am besten funktionieren, funktionieren bei allen am besten
Man sieht dies täglich in fast allen Studios. Irgendein Bodybuildinganfänger geht auf jemanden zu, der so aussieht, als ob er aus dem Jurassic Park ausgebrochen wäre und fragt diesen, wie er trainiert. Die massigsten Typen im Studio sind so massig, weil sie entweder die genetischen Veranlagungen dafür besitzen, so muskulös zu werden und / oder weil sie enorme Mengen von Medikamenten benutzen. Der beste Bodybuilder im Studio ist derjenige, der die meisten Fortschritte gemacht hat und seinen Körper mit Hilfe natürlicher Techniken am stärksten verändert hat. Er mag im Vergleich zu anderen vielleicht immer noch schmal wirken, doch er hat vielleicht 20 Kilo magere Muskelmasse aufgebaut, um dahin zu kommen, wo er jetzt ist und hierfür bedurfte es mit aller Wahrscheinlichkeit einigen Wissens. Diese Person wird wahrscheinlich nicht übertrainieren, die Anzahl seiner Trainingssätze im unteren Bereich halten und mit korrekter Übungsausführung sowie einer Konzentration auf den exzentrischen (negativen) Teil einer jeden Übung trainieren.Viele Profis verbringen Stunden damit unzählige Sätze durchzuführen - so viele, dass dies die Regenerationsfähigkeit des Durchschnittsbodybuilders bei weitem übersteigen würde. Wenn ein durchschnittlicher Bodybuilder das Trainingsprogramm eines durchschnittlichen Profis durchführen würde, dann würde er das bisschen Masse, das er besitzt, wegtrainieren oder im besten Fall innerhalb der nächsten Jahre keine oder nur sehr geringe Fortschritte machen.
8 – Man kann bei eingeschränkter Kalorienzufuhr keine Muskeln aufbauen
Es ist vielleicht etwas schwerer und des bedarf vielleicht etwas mehr an Wissen und kontinuierlicher Anstrengungen, doch es ist möglich. Es ist eine Tatsache, dass der Körperfettanteil nicht nur von der absoluten Menge der zugeführten Kalorien abhängt und dasselbe gilt für die magere Körpermasse. Die Fähigkeit Veränderungen des Verhältnisses von Körperfett zu magerer Körpermasse zu erreichen wird durch Komponenten des Nervensystems im Zusammenspiel mit unterschiedlichen endokrinen Hormonen reguliert. Dies wird auch als Nährstoffaufteilung bezeichnet. Einige beta Antagonisten wie Clenbuterol erhöhen z.B. die Fleischproduktion bei Vieh ohne Veränderung der Futterzufuhr um über 30 %, während gleichzeitig der Fettanteil sinkt. Andere Wirkstoffe wie Wachstumshormone, bestimmte Östrogene, Kortisol, Ephedrin und IGF-1 sind weitere Beispiele für Substanzen, welche die Körperzusammensetzung verändern. All diese Stoffe erhöhen den Sauerstoffverbrauch auf Kosten der Fettspeicher – und das unabhängig von der Energiezufuhr in Form von Nahrung.Doch Medikamente stellen nicht die einzige Möglichkeit dar, dies zu erreichen. Ein signifikanter Teil dieser Mechanismen ist genetisch bedingt, doch bestimmte Nährstoffe in bestimmten Mengen können beim Menschen das Verhältnis von Körperfett zu fettfreier Körpermasse verändern, wenn sie mit einem effektiven Trainingsprogramm kombiniert werden. MET-Rx ist eine solche Nährstoffkombination und einige andere Hersteller versuchen diesen Erfolg zu kopieren.
9 – Man kann nicht aufbauen, wenn man jede Muskelgruppe nur einmal wöchentlich trainiert
Wenn man wirklich intensiv trainiert, dann kann es 5 bis 10 Tage dauern, bis der Muskel sich vollständig vom Training erholt hat. Auch wenn das Folgende mit Vorsicht zu genießen ist, wenn es um die Bestimmung der eigenen Trainingshäufigkeit geht, kam eine im Jahr 1993 im Journal of Physiology veröffentlichte Studie zu dem Ergebnis, dass es Wochen dauern kann, bis sich ein Muskel von einem intensiven Training erholt hat. Diese Studie wurde mit einer Gruppe von Männern durchgeführt, die ihre Unterarme maximal trainierten. Alle Probanden hatten zwei Tage nach dem Training einen Muskelkater, der erst am siebten Tag nach dem Training verschwunden war. Die Schwellungen waren erst neun Tage nach dem Training völlig abgeklungen. Sechs Wochen später hatten die Probanden erst die Hälfe der Kraft wiedererlangt, die sie vor dem Training hatten! Hiermit möchte ich natürlich auf gar keinen Fall empfehlen, dass man zwischen den einzelnen Trainingseinheiten zwei Monate lang pausiert, doch ich möchte zeigen, dass es länger dauern kann, als man denkt, bis sich die Muskulatur nach einer Trainingseinheit wieder erholt hat. Für einige Personen, insbesondere steroidfreie Bodybuilder, könnte eine einwöchige Erholungspause zwischen den Trainingseinheiten für eine Muskelgruppe genau das Richtige für Zuwächse an Kraft und Masse sein!10 – Man kann keine Zuwächse erreichen, wenn man nur an drei Tagen pro Woche mit Gewichten trainiert
Auch wenn man wahrscheinlich keinen einzigen steroidunterstützen Bodybuilder finden wird, der nur drei Tage pro Woche trainiert [ich war einer und ich machte fantastische Fortschritte], gibt es absolut keinen Grund dafür, warum eine Trainingsprogramm mit drei Trainingseinheiten pro Woche für einen steroidfreien Bodybuilder nicht funktionieren sollte. So lange bei diesem Training der gesamte Körper trainiert wird und man bei jedem Satz bis zum Muskelversagen geht, sollte man gute Zuwächse mit einem solchen Programm erreichen können. Man solle jedoch in diesem Fall noch mehr auf die Ernährung achten, insbesondere, wenn der Beruf keine körperlichen Anstrengungen beinhaltet und man die freie Zeit mit Essen verbringt. Man sollte all diejenigen ignorieren, die sagen, dass jemand, der nur an drei Tagen pro Woche trainiert nur, ein Freizeitbodybuilder ist. Qualität ist beim Training wichtiger als Quantität!11 – Man sollte zwischen den Sätzen nur 45 Sekunden pausieren
Diese Aussage ist dann zutreffend, wenn man die Ausdauer verbessern oder Fett abbauen möchte. Wenn es jedoch darum geht, Muskelmasse aufzubauen, dann sollte man dem Muskel zwischen den Sätzen ausreichend Erholungszeit gönnen, während dieser die beim vorhergehenden Satz gebildete Milchsäure abtransportiert und die ATP Spiegel wieder regeneriert werden können. Um ein maximales Muskelwachstum zu erreichen, muss man die schwerstmöglichen Gewichte bewegen, so dass eine maximale Anzahl von Muskelfasern rekrutiert wird. Wenn die Menge des bewegten Gewichts durch die Überbleibsel an Milchsäure von vorhergehenden Sätzen limitiert wird, dann testet man höchstens seine Fähigkeit die Wirkung der Milchsäure zu bekämpfen. Das wäre ungefähr so, als ob man versucht durch einen Pool zu schwimmen während man Betonklötze an den Füßen hat.Wenn man schwer trainiert, sollten de Pausen zwischen den Sätzen mindestens zwei bis drei Minuten andauern. Dies gilt, wie gesagt, wenn man schwer trainiert. Die Wahrheit ist, dass man nicht das ganze Jahr über schwer trainieren kann. Eine Periodisierung bedarf eines zyklischen Wechsels zwischen schweren Trainingseinheiten und weniger intensiven Trainingseinheiten, so dass der Körper nicht ins Übertraining kommt.
12 – Man benötigt ausgefallenes Trainingsequipment, um maximale Zuwächse zu erreichen
Futuristisch aussehnende, komplexe Maschinen, die so gestaltet sind, dass sie der Muskulatur das angeblich ultimative Training ermöglichen, sind in der Regel weniger effektiv als die guten alten freien Hanteln. Die Verwendung freier Gewichte (Lang- und Kurzhanteln) für die Grundübungen wie Kniebeugen, Bankdrücken, Schulterdrücken und Kreuzheben stellt immer noch das effektivste je entwickelte Widerstandstraining dar. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bei vielen Trainingsmaschinen die negative (exzentrische) Komponente einer Übung zu kurz kommt, welche für die Stimulation des Muskelwachstums notwendig ist.13 – Widerstandstraining macht massig, aerobes Training definiert
Die Manipulation der Nahrungszufuhr ist der wichtigste Faktor, wenn es darum geht definiert zu werden, wobei es nicht wichtig ist, wie man dies erreicht. Wenn der tägliche Kalorienverbrauch die Kalorienzufuhr kontinuierlich deutlich überschreitet, wird man Fett verlieren und definierter aussehen.Aerobes Training verbessert die Effizienz der Herz-Kreislauf Systems und wenn man lange genug aerob trainiert, wird man Kalorien verbrennen und auf lange Sicht Fett abbauen. Das Selbe lässt sich jedoch auch mit Hilfe von Widerstandstraining erreichen – und zwar effektiver. Studien haben gezeigt, dass der Körper Fett effizienter verbrennt, wenn man für länger als 20 Minuten mit moderater Intensität trainiert. (Es dauert im Allgemeinen so lange, bis die Glukose, die sich im Blutkreislauf befindet, verbrannt ist und der Körper auf die Glykogenreserven zurückgreift). Sobald die Glykogenreserven verbraucht sind, ist der Körper dazu gezwungen Fettsäuren zu mobilisieren, was mit einem Abbau von Körperfett gleichbedeutend ist.
Auf lange Sicht gesehen ist Bodybuilding für die Erhöhung des Kalorienverbrauches effektiver als aerobes Training. Ich möchte dies an einem Beispiel erklären: Falls Forscher eine Studie mit Zwillingen durchführen würden, bei dem ein Zwilling ein tägliches aerobes Training absolviert und der andere ein Bodybuildingprogramm durchführt, das zu einer Erhöhung der fettfreien Körpermasse führt, dann wäre der Bodybuilding betreibende Zwilling am Ende ein effizienterer Kalorienverbrenner als sein aerober Zwilling. Warum? Durch die zusätzliche Körpermasse wird der Stoffwechselgrundumsatz erhöht, da die Muskulatur auch dann Energie verbraucht, wenn sie nicht verwendet wird. Der aerobe Zwilling verbrennt vielleicht während dem Training selbst mehr Kalorien, doch der Bodybuilding Zwilling verbraucht auch im Ruhezustand mehr Kalorien, was in einem höheren Kalorienverbrauch über einen Zeitraum von 24 Stunde resultiert. Der Bodybuilder verbrennt also selbst dann mehr Kalorien, wenn er einfach nur untätig dasitzt.
14 – Man kann einen Muskel durch Isolationsübungen komplett umformen
Man kann das Wachstum nicht auf einen bestimmten Bereich des Muskels beschränken. Larry Scott, nach dem die Scottcurls benannt sind, besaß gewaltige Bizeps, doch seinen Bizeps fehlte es an Höhe. Die Form des Bizeps wird durch die genetischen Veranlagungen bestimmt. Wenn man einen Muskel trainiert, dann funktioniert dies nach dem "Alles oder Nichts" Prinzip, was bedeutet, dass jede Muskelfaser, die für die Bewegung rekrutiert wird, über die gesamte Länge des Muskels voll kontrahiert. Warum sollte eine bestimmte Anzahl dieser Fasern, wie z.B. die in der Mitte des Bizeps plötzlich anfangen anders oder schneller zu wachsen, als andere Muskelfasern desselben Muskels? Wenn überhaupt, dann werden die Muskeln, die sich am nächsten am Muskelansatz befinden, der größten mechanischen Belastung ausgesetzt und man sieht nicht, dass diese größer werden als der Rest der Muskulatur. Wäre dies der Fall, würde bald jeder wie Popeye aussehen.Dies trifft auf jeden Muskel zu, doch der Leser wird sich jetzt vielleicht fragen, wie das ganze bei den Oberschenkeln aussieht. Ich weiß, dass ich, wenn ich Hackenschmitt Kniebeugen mit eng beieinander stehenden Füßen ausführe, etwas mehr Rundungen an meinen Oberschenkeln erreiche. Dies liegt jedoch daran, dass der vordere Oberschenkel aus vier verschiedenen Muskeln besteht und Hackenschmitt Kniebeugen mit eng zusammen stehenden Füßen den Vastus Lateralis an der Außenseite des Beines intensiver trainieren und dieser Bereich folglich stärker wächst als der Rest des Beines, was den äußeren Oberschenkeln etwas mehr Rundung verleiht.
Als weiteren Beweis braucht man sich nur das Bild eines beliebigen jungen professionellen Bodybuilders ansehen, bevor er weit genug entwickelt war, um Profi zu werden. Er wird bereits damals nahezu dieselbe Körperstruktur aufweisen wie heute. Alles, was sich verändert hat, ist die Größe der Muskulatur.
15 – Wenn man einen Pump bekommt, trainiert man die Muskulatur adäquat, um eine Hypertrophie zu erreichen, oder wenn man ein Brennen in der Muskulatur verspürt, bedeutet dies, dass man das Muskelwachstum anregt
Auch wenn Arnold Schwarzenegger einmal gesagt haben soll, dass ein Pump besser als Sex ist, bedeutet ein Pump nicht mehr, als dass der Muskel mit Blut aus den Kapillargefäßen überfüllt ist. Dies kann man auch erreichen, wenn man mit einer Suppentasse 50 Curlbewegungen durchführt. Ein Pump kann auf gar keinen Fall mit der für das Muskelwachstum benötigten Intensität gleichgesetzt werden. Dasselbe gilt für das Muskelbrennen, welches von einigen Leuten der Branche als Trainingsziel empfohlen wird.Muskelbrennen ist nichts anderes als ein Zeichen für eine Milchsäureansammlung innerhalb der Muskulatur. Man kann ein Muskelbrennen auch dadurch erreichen, dass man auf dem Ergometer trainiert oder einfach nur den Arm ausstreckt und ihn kreisförmig bewegt [oder sich in die nähe eines offenen Feuers setzt]. Dieses Brennen bedeutet nicht notwendigerweise, dass das Muskelwachstum angeregt wird. Um eine Hypertrophie anzuregen muss man die Muskulatur einer hohen Muskelspannung aussetzen und eine starke Muskelspannung wird am besten mit Hilfe schwerer Gewichte erreicht.