Von Anonymous
Der folgende Artikel ist Teil Eins eines Dreiteilers. Der erste Teil wird sich hauptsächlich mit dem offiziellen Ablauf von Dropingtests auf internationaler Ebene beschäftigen. Teil Zwei wird sich ebenfalls mit dem offiziellen Ablauf von Dopingtest auseinandersetzen und in Teil Drei werden die Strategien der Athleten zur Verhinderung eines Nachweises von Medikamenten besprochen. Dieser Artikel spiegelt die persönlich gesammelten Erfahrungen des Autors wieder, der intensiv in Dopingtests für verschiedene Sportarten involviert war.
Damit die Zusammenhänge am Ende Sinn ergeben, wird zusätzlich etwas auf die Geschichte und den Hintergrund der Thematik eingegangen. Der Artikel stellt nicht den Anspruch die Geschichte des Medikamentenmissbrauchs darzustellen. Ebenso wird der Artikel keine Zusammenfassung über alle verwendeten Strategien präsentieren können, da es unwahrscheinlich ist, dass eine einzige Person jede einzelne Strategie kennt. In Fällen mit öffentlicher Berichterstattung (Zeitungen, TV, etc.) werden die echten Namen der involvierten Personen verwendet, in allen anderen Fällen werden die Identitäten und Namen der Personen verändert sein.
Auch wenn das Arsenal von verfügbaren Medikamenten eine Vielzahl von Substanzen umfasst, so wird der Fokus in diesem Artikel auf der Verwendung von anabolen androgenen Steroiden (AAS) liegen.
Der Unsinn der Dopingtests
Wenn ich Dir mitteilen würde, dass ich eine Million Dollar meines eigenen Vermögens für ein Projekt aufwende, würde dies für Dich nicht nach einer aufrichtigen Tat aussehen?Nehmen wir nun aber an, Du findest durch eine verlässliche Quelle heraus, dass die Millionen für mich nur Pfennigbeträge waren, da ich massig Geld habe. Dann findest du heraus, dass das Projekt für das ich mich angeblich engagiert habe, an letzter Stelle meiner Finanzierungsliste steht, direkt bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen. Glaubst Du das Projekt hat dann eine hohe Priorität?
Genau so läuft es aber bei Dopingtests ab. Für gewöhnlich klingt das Internationale Olympische Komitee (IOC) und alle anderen Organisationen seriös und sachkundig, aber in Wirklichkeit sind sie nicht so aufrichtig, was ihre Bemühungen bei Dopingtests angeht. Die Geschichte belegt eine sich stets wiederholende Sequenz von Ereignissen seit der Einführung von Dopingtests: Athleten nehmen Medikamente, Organisationen entwickeln spezifische Tests, Athleten umgehen diese Tests, Organisationen entwickeln neue Tests, Athleten umgehen auch diese neuen Tests, usw. Du hast schon kapiert.
Jedes mal wenn ein neues Testverfahren auf den Markt kommt, wird von den Funktionären der Dopingtest durch die Medien vermittelt, wie sensitiv die neuen Testmethoden doch sind. Der neue Test kommt dann zur Anwendung, woraufhin ein kleiner Prozentsatz der Athleten positiv auf die verbotene Substanz getestet wird.
In Folge dessen verkünden die Funktionäre, dass die Verwendung von illegalen Substanzen, laut neuester Erkenntnisse, rückläufig ist. Das ist komisch, denn es gibt Daten, die klar zeigen, dass Athleten von Junior High Schools, High Schools, Amateure und professionelle Athleten Steroide und andere Medikamente verwenden.
Das IOC will uns weismachen, dass der Sport aufgrund der wenigen positiv getesteten Athleten sauber ist. Da viele Daten jedoch die Verwendung von Medikamenten belegen, glaube ich eher, dass die geringe Anzahl von positiv getesteten Athleten unzureichende Dopingtests aufzeigt.
Kategorisierung von verbotenen und beschränkten Medikamenten
Verbotene und beschränkte Medikamente lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen:- Kurz-, oder mittelwirksame Stimulantien und Beta-Blocker
- Anabole Medikamente
- Medikamente zur Maskierung (oder Verschleierung)
Basierend auf Daten zu diesen Tests, scheint die Verwendung von Stimulantien im Spitzensport wohl ausgelöscht zu sein, da sie so leicht nachzuweisen sind. Anabole wirkende Medikamente benötigen normalerweise Wochen, um die erwünschte Wirkung zu entfalten. Sie werden manchmal auch als Trainingsmedikamente bezeichnet. Diese Trainingsmedikamente sind naturgemäß viel schwieriger nachzuweisen und können rechtzeitig abgesetzt werden, um so einen angekündigten oder vermuteten Test zu bestehen. Medikamente zur Verschleierung wirken sich auf die Detektierbarkeit von anderen Medikament aus. Beispiele dieser Maskierungsmedikamente sind Diuretika, Probenecid und Epitestosteron. Diese Art von Medikamenten sind nur während Testphasen sinnvoll, wobei Epitestosteron eine Ausnahme ist. Sie sind alle relativ einfach nachzuweisen.
Anabole Androgene Steroide (AAS)
Unter all den von Athleten missbrauchten Medikamenten sind AAS wohl die bekannteste Klasse. Die Verwendung dieser Substanzen geht mit Nebenwirkungen einher, welche in der Literatur beschrieben werden. Berichte von klinischen Fallbeispielen wühlen die Medien regelmäßig auf, aber scheinen irgendwie die Nebenwirkungen übertrieben darzustellen. Die medizinische Literatur berichtet von psychologischen und psychiatrischen Störungen, Sehnenrissen, erhöhter Blutgerinnung, verschlechtertem Lipidprofil, Gynäkomastie, Hypogonadismus, Cholestase, Hautkrankheiten, Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt. Diese negativen Einflüsse auf die Gesundheit der Athleten schrecken aber nicht vor der Verwendung von Steroiden ab.Aktuell sind über 100 verschiedene AAS verfügbar. Sie können entweder oral bzw. sublingual oder per Injektion bzw. transdermal zur Anwendung kommen. Die chemische Grundstruktur wurde verändert, um die anabolen Effekte zu verstärken und gleichzeitig die androgenen Effekte zu vermindern. Die anabolen Effekte von Steroiden führen zu Muskelwachstum und verstärkten Aggressionen, was den Leuten ermöglicht härter zu trainieren.
Ursprünglich dachte man Steroide würden nur von Kraftsportlern, Bodybuildern und Freizeitsportlern verwendet werden. Dann häuften sich aber die Hinweise, dass sie von Ausdauer-Athleten als Trainingshilfe verwendet werden, um die Erholungsfähigkeit nach hohem Trainingsvolumen zu verbessern. Dieser Verdacht wurde später bestätigt, als man eine Chinesische Läuferin positiv auf DHT, einem Androgen mit einer sehr kurzen Bluthalbwertszeit, getestet hatte. Dies stelle für manche Forscher den Anlass dar, folgende Frage aufzuwerfen: Wieso testen wir unsere Athleten auf Steroide, wenn von Medizinern immer wieder gesagt wird, Steroide würden die Leistungsfähigkeit nicht positiv beeinflussen? Wenn sie wirken, wieso erzählen wir unseren Athleten sie seien wirkungslos?
Die Erklärung liegt einfach nur darin, dass die ersten Studien zum Thema Steroide sehr geringe Dosen verwendeten. Die Aussage, dass Steroide generell nicht wirken, beruht auf den Daten dieser ersten Studien. Diese Daten führen aber zu völlig falschen Rückschlüssen. Der korrekte Rückschluss wäre jedoch, dass die verwendete Substanz in der verwendeten Dosis nicht anabol wirkt. Die neueste Studie, publiziert im New England Journal of Medicine, zeigt die Wirkung von AAS und egal was Dir die meisten Leute sagen werden, sie können Muskelwachstum auch ohne Training mit schweren Gewichten stimulieren. Natürlich erhöht ein Training mit schweren Gewichten den Gewinn von Kraft und Muskelmasse.
Grundlagen zu Dopingtests
Jedes Jahr werden über 100.000 Dopingtests im Wert von 30 Millionen Dollar durchgeführt. Diese Test sind sind so konzipiert, dass sie Wettbewerber die leistungssteigernde Medikamente konsumieren aufspüren und eine abschreckende Wirkung auf die Athleten ausüben. Die Testverfahren für Medikamentenmissbrauch im Sport sind sehr strikt und werden als unfair betrachtet. previewAls unfair werden sie angesehen, da es in der Verantwortung der Athleten liegt, genau zu Wissen, welche Mittel verboten sind, obwohl fast jeden Tage neue Substanzen in diese Liste eingetragen werden. Dieser Umstand hat Wissenschaftler dazu veranlasst, den Athleten zu raten, dass die beste Lösung die vollständige Vermeidung von Medikamenten ist, es sei denn, sie stehen auf der Liste der erlaubten Substanzen. Das IOC entschied, dass falls möglich jeder Dopingtest durch Gas Chromatographie und Massenspektrometrie, welche bestimmte chemische Eigenschaften eines missbrauchten Medikamentes bestimmen kann, bestätigt werden muss, um einen Fingerabdruck des Medikamentes nachzuweisen. Zusätzlich (vor den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta) mussten Wettbewerber einen Vertrag des IOC unterschreiben, dass sie keine rechtlichen Schritte gegen die Entscheidung des IOC unternehmen werden, falls sie einen Test nicht bestehen.
Dopingtests und Timing
Wenn Athleten von einem anstehenden Test wissen, dann können sie sich darauf vorbereiten und dadurch die Auswirkungen eines Dopingtests auf die Verwendung von leistungssteigernden Mitteln oder Maskierugsmedikamenten, aushebeln. Ganzjährige, kurzfristig angekündigte oder unangekündigte Tests sind das effektivste Mittel, um die Verwendung von Medikamenten zu vermindern, da sie für den Athleten ständig ein Risiko darstellen spontan getestet zu werden.Kürzlich wurde im Sport damit begonnen diese Art Tests genauer zu untersuchen, trotz der hohen Kosten und der Schwierigkeiten in der Durchführung. Es gibt Länder, die behaupten, sie hätten das Testen ohne Ankündigung umgesetzt. Die IAAF und die Internationale Föderation des Schwimmens und Weightliftings führen ganzjährige Tests ohne Ankündigung durch. In den USA haben die NCAA und die NFL kurzfristig angekündigte Tests (1-2 Tage vorher) und das United States Olympic Committee (USOC) hat die Anwendung eines Testprogrammes ohne vorherige Mitteilung genehmigt.
Die Abgabe der Urinprobe
Der Dopingtest beginnt mit einer Urinprobe. Das hört sich einfach an, löst aber einen sehr formellen und stark regulierten Prozess aus, um sicherzustellen, dass die Urinprobe, die das Labor erreicht, auch wirklich von dem besagten Athleten stammt. Es darf keine Möglichkeit geben, die Probe zu verfälschen.Wieso wird Urin verwendet und kein Blut oder sonstiges Gewebe? Es gibt mehrere Gründe hierfür. Blutproben würden medizinisches Personal benötigen und so zusätzliche Kosten verursachen. Andere Gewebe könnten nicht für die Analyse unter verschiedenen Konditionen verlässlich sein. Sobald der Athlet für einen Test ausgewählt wurde, wird er von einer offiziellen Person in Kenntnis gesetzt und gebeten ein Formular zu unterschreiben, welches diese schriftliche Benachrichtigung bestätigt. Der Athlet muss innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraums im Testcenter erscheinen. Das Testcenter soll ein scheinbar privater und komfortabler Bereich sein, in dem man viele verschiedene Getränke zu sich nehmen kann.
Sehr häufig befindet es sich in einem speziell entworfenen mobilen Testcenter. Unabhängige Mitarbeiter, die von der entsprechenden Behörde ausgebildet und berufen werden, führen das Einsammeln der Urinproben durch. Jeder Mitarbeiter trägt einen zeitlich begrenzten Ausweis sowie eine Bevollmächtigung für die zugewiesene Veranstaltung.
Vor Abgabe der Urinprobe muss der Athlet zwei nummerierte Flaschen wählen. Nach der Abgabe der Probe (ca. 100ml) darf der Athlet freiwillig ein Formular unterzeichnen. Der Athlet meldet jedes innerhalb der letzten sieben Tage eingenommene Medikament und er muss überprüfen und unterschreiben, dass die Probe entnommen und in die korrekte Flasche gestellt wurde. Die Urinprobe wird dann zur Analyse in ein zugelassenes IOC Labor geschickt. Im Falle einer positiven Probe wird das Labor den Dachverband des entsprechenden Sports informieren, der dann den Athleten informiert.
Die Regeln des Dachverbandes entscheiden über die weiteren Schritte. Die Regeln unterscheiden sich zwischen Dachverbänden, Sportarten und Ländern. Ein Athlet wird normalerweise während der Untersuchung eines positiven Testergebnisses gesperrt, hat aber das Recht auf eine Zweitanalyse der Urinprobe. Diese Analyse kann entweder vom Athleten selbst oder seinem Vertreter beobachtet werden. Anschließend findet eine Anhörung statt, an welcher der Fall des Athleten präsentiert wird. Es kann Einspruch erhoben werden, was auch bereits einige Male erfolgreich in den USA und anderen Ländern geschehen ist.
Der Ablauf des Tests muss genau eingehalten werden, so dass alle Athleten dieselbe Behandlung erfahren. Das Sammeln der Urinproben muss unter Beobachtung geschehen, da Leute die Medikamente missbrauchen, versuchen könnten die Ergebnisse zu manipulieren. Das Volumen, der pH und in manchen Fällen die Masse und Temperatur werden sofort untersucht. Diese einfachen Tests überprüfen einige der bekannten Betrugsmethoden in diesem frühen Stadium. Der pH wird überprüft um "Versuche die Beschaffenheit des Urins zu verändern" zu detektieren, was die Analyse, Metabolisierung und Klärrate bestimmter Medikamente beeinflussen kann.
Natriumbicarbonat kann beispielsweise Oral eingenommen werden und den pH des Urins verändern. Der pH wird auch getestet, um den Abbau der Probe zu prüfen, welche eine Probe erfahren haben könnte, wenn sie im Labor ankommt. Die spezifische Masse wird untersucht, um festzustellen, ob versucht wurde den Urin mit Diuretika zu verdünnen.
Um sicherzustellen, dass eine Probe auch wirklich von einem Athleten abstammt, muss der Mitarbeiter des Testcenters den Urinfluss vom Athleten in die Flaschen sehen. Männliche Athleten müssen ihre Taille frei machen und die Hosen bis zu den Knien runter ziehen. Weibliche Athleten müssen ebenfalls sehr genau beobachtet werden, während sie eine Probe abgeben. Diese Prozedur kann sehr unbehaglich, peinlich und demütigend sein. Für einen jungen Athleten kann die Gabe einer Urinprobe unter solchen Umständen sehr traumatisierend sein. Viele Leute, unabhängig vom Alter, finden die Vorstellung beim Abgeben einer Urinprobe beobachtet zu werden, unangenehm. Die Situation ist noch viel komplizierter, wenn ein Athlet in einem Ausdauersport Wettbewerbe durchführt, dadurch dehydriert ist oder in einer bestimmten Gewichtsklasse antritt, so dass er sich weigert überschüssige Flüssigkeit zu trinken.
Mindestens 75ml Urin müssen unter genauer Beobachtung abgegeben werden und der Urin wird in zwei Flaschen abgefüllt. Die "A" und die "B" Flasche. Der Athlet wählt die beiden codierten Flaschen und dann werden die Proben vom Athleten verschlossen. In den meisten Fällen wird der Urin und die Sammelbehälter bis zum Verschließen nur vom Athleten angefasst. Die Behälter werden mit manipulationssicheren Klebestreifen verschlossen, in einen weiteren verschlossenen Behälter gelegt, in Sicherheitsverpackung eingewickelt und zuletzt codiert.
Der unabhängige Mitarbeiter beobachten die Prozedur und hält alle Informationen auf einem Dokument fest. Dies ist der Beginn einer Überwachungskette, die von jedem, der die Proben in die Hände bekommt, fortgeführt wird, bis der Urin am Ende aufgebraucht ist oder vom Labor verworfen wird. Die Mitarbeiter des Labors kennen niemals den Namen des Athleten, sondern nur die Erkennungsnummer der Flasche. Jeder, der die Proben in die Hände bekommt, muss die Wichtigkeit der Überwachungskette verstehen, sowie die Notwendigkeit sie zu erhalten. Die Überwachungskette gewährleistet, dass der Probeninhalt geschützt bleibt und die untersuchte Probe auch wirklich von richtigen Athleten stammt.
Eine mögliche Sabotage einer Urinprobe wurde viele Male von Athleten aufgeworfen. Athleten sollten daher zu ihrem eigenen Schutz darauf achten, dass der Testablauf unter strenger Beobachtung stattfindet. Die Proben sollten in den korrekten Behältern abgefertigt werden und die gesamte Schreibarbeit sollte ohne Fehler abgeschlossen werden. Danach ist der Athlet kein Teil des Prozesses mehr und muss sich auf die Rechtschaffenheit und Genauigkeit des Systems verlassen. Die Probe wird nun mit einem Zertifikat des Verfahrenablaufes, per Kurier, an das anerkannte Ziellabor geschickt.
Obwohl der Testablauf sehr exzessiv zu sein scheint, die Privatsphäre verletzt, sowie gegen die normalen Anstandsregeln verstößt, gibt es wichtige Gründe für diesen Ablauf. Es gibt viele Berichte von Athleten, die aufwendig vorbereitete Urin Katheter verwenden, Kondome mit medikamentfreiem Urin zur Teststation bringen oder sich sogar selbst einen Katheter legen und sauberen Urin einfüllen. Da Athleten weit gehen, um zu vermeiden, erwischt zu werden, sind strikte Testabläufe notwendig.
Auf Profiebene sind die Athleten das ganze Jahr über Zufallstests ausgesetzt. Zu jeder Zeit kann ein unabhängiger Mitarbeiter unangemeldet anrufen und eine Urinprobe verlangen. Obwohl das auf dem Papier einfach zu sein scheint, gibt es in der Praxis einige Schwierigkeiten. Häufig sind die Athleten auf der ganzen Welt unterwegs und dadurch schwierig zu finden. Nachdem der offizielle Tester nun eine Weile nach dem Athleten gefragt hat, ist es unwahrscheinlich, dass der Test noch überraschend kommt.
Die Aufbewahrung von Proben
Die ordnungsgemäße Aufbewahrung von Proben ist wichtig für die Verlässlichkeit des Tests. Die Probe muss geschützt werden, so dass jede Flüssigkeit, die im Labor untersucht wird, exakt die Zusammensetzung direkt nach dem Verlassen des Körpers der getesteten Person repräsentiert. Laut Richtlinie des Dopings im Sport darf Urin nicht gekühlt oder gefroren werden bis er das Labor erreicht. In einer klinischen Umgebung wird mit großer Sorgfalt sichergestellt, dass die untersuchte Probe so Nahe wie möglich den Zustand beim Verlassen des Körpers repräsentiert. Dies wird durch die Zugabe eines Konservierungsmittels oder noch häufiger durch Einfrieren erreicht.Da die Dopingtests aber weltweit stattfinden, werden die Proben in die ganze Welt verschickt und es können entsprechende Verzögerungen während der Lieferung zum Ziellabor auftreten. In der klinischen Umgebung ist es auch völlig normal die Proben mit einem Konservierungsmittel zu versetzen oder sie einzufrieren. Dies ist im Sport definitiv nicht der Fall.
Die Zugabe von Chemikalien, welche das Wachstum von Bakterien im Urin verhindern, könnte die Probe haltbar machen und wären eine viel praktischere Alternative. Athleten jedoch sind misstrauisch gegenüber dieser Methode, da sie darin eine Möglichkeit sehen die Probe zu verfälschen oder sabotieren. Die aktuellen wissenschaftlichen Daten vermitteln jedoch, dass ihre Ängste fehl am Platz sind. Der Urin enthält Tausende von Bakterien verschiedener Spezies. Verstärkt findet man das im Falle von sexuell aktiven Frauen.
Der gesammelte Urin von Frauen enthält Hautzellen und Mikroorganismen, welche durch den Schweiß vom Darm in den Vaginalbereich transportiert werden. Manche dieser Bakterien sind allgegenwärtig und überleben sogar in Abwasserrohren. Wenn dieses Wasser benutzt wird, um die Probengefäße zu waschen, werden dadurch neue Mikroorganismen zur Probe hinzugefügt. Bakterien werden in einem Medium wie Urin aufblühen, da es definitiv mehr Nährstoffe enthält, als das Wasser, in dem sie bisher überlebt hatten.
Viele der Inhaltsstoffe des Urins unterstützen das Wachstum solcher Bakterien und diese Art von Stoffwechsel stellt ein ernsthaftes Problem während der Tests dar, da das Risiko der Verfälschung besteht. In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass Urin einige Steroide enthält, die von bakteriellen Enzymen in endogene Steroide umgewandelt werden können, bis hin zur Produktion von Testosteron im Urin.
Wegen der Steroidkonzentrationen im Urin, kann selbst eine geringe Umsetzungsrate von Steroiden zu Testosteron zu Testosteronwerten führen, die den Test verzerren. Die Athleten sollten also eher besorgt sein, wenn die Tester dem Urin nichts hinzufügen, anstatt umgekehrt.
Labor Protokolle
Die Labore müssen hohen Standards entsprechen, um den Respekt der Sportgemeinde zu behalten. Im Falle eines Einspruchs gegen ein positives Testergebnis, müssen die Daten und Verfahren sowohl wissenschaftlicher, als auch rechtlicher Prüfung standhalten. Eine Präzise und vollständige Darstellung der Resultate ist daher essentiell.Anerkannte Labore die im Bereiche Dopingtests arbeiten, tauschen auch Proben im Zuge einer Qualitätskontrolle aus, um zu bestätigen, dass ihre Resultate übereinstimmen. Falls ein Labor Resultate bringt, die nicht mit anderen Laboren übereinstimmen, so besteht es die Qualitätskontrolle nicht und es kann dem Labor die Anerkennung als spezialisiertes Labor entzogen werden.
Da diese Qualitätskontrollen für gewöhnlich nicht öffentlich gemacht werden, sind einige Experten der Meinung, man sollte die Ergebnisse für alle Parteien zugänglich machen. Besonders im Falle von rechtlichen Streitigkeiten. Beispiele für eine Qualitätskontrolle können auch Wasser- oder Urinproben sein, welchen bestimmte illegale Medikamente zugesetzt wurden. Zusätzlich müssen auch auch Urinproben von einer Person untersucht werden, die das entsprechende Medikament verwendet hat. Der Grund hierfür ist, dass sich Substanzen nach Aufnahme in den Körper verschieden im Urin verhalten. Dieses Verfahren, sowie die Verwendung von Referenzsubstanzen ist wichtig für die Interpretation von Ergebnissen eines Dopingtests.