Von Anonymous
Der folgende Artikel ist Teil Zwei eines Dreiteilers. Im ersten Teil ging es hauptsächlich darum, wie offizielle Dopingtests auf internationaler Ebene ablaufen. In diesem Teil wird es ebenfalls um den offiziellen Ablauf bei Dopingtests gehen, wohingegen sich der dritte Teil mit Strategien beschäftigt, die Athleten nutzen, um nicht positiv getestet zu werden. Dieser Artikel spiegelt die persönlich gesammelten Erfahrungen des Autors wieder, der intensiv in Dopingtests für verschiedene Sportarten involviert war. Auch wenn das Arsenal von verfügbaren Medikamenten eine Vielzahl von Substanzen umfasst, so wird der Fokus in diesem Artikel auf der Verwendung von anabolen androgenen Steroiden (AAS) liegen.
Labore mit einer Zulassung für die Durchführung von Dopingtests
Weltweit hat das IOC aktuell 25 Testlabore beschäftigt. Drei davon sind in Nord-Amerika (eines an der Medizinischen Fakultät von Los Angeles, eines an der Medizinischen Fakultät der Universität von Indiana, sowie eines in Montela, Quebec), jeweils ein Labor befindet sich in China, Korea, Australien, Japan, Süd-Afrika und die Restlichen in Europa.Sobald die Entscheidung fällt, dass ein neues Labor aufgebaut werden soll, so braucht es ungefähr 2-3 Jahre um die notwendigen Testmethoden, sowie angemessene Erfahrung, zu erlangen. Momentan werden Labore in Ungarn, Polen, Malaysia, Puerto Rico, Brasilien, Zimbabwe, Indonesien und der Türkei aufgebaut.
Es werden einige Anforderungen an die IOC Labore gestellt. Sie müssen ein Programm zur Prüfung besonderer Kenntnisse, sowie eine jährliche Ermächtigungsprüfung bestehen (welche sehr schwierig ist) und ein einwöchiges wissenschaftliches Meeting organisieren.
Die IOC Labore der USA, sowie einige kommerzielle Labore werden auch vom "College of American Pathologists" zu Dopingtests ermächtigt. Die IOC plant, dass alle Labore dem "International Standards Organization accreditation program" beitreten müssen. Neben der Notwendigkeit, sich strikt an ein vorgegebenes Laborprotokoll zu halten, verlangt das IOC Programm die Befolgung eines Verhaltenskodex, der nur das Testen von Proben einer echten Sportveranstaltung erlaubt. Labore, die gegen diesen Kodex verstoßen, können bestraft werden. IOC Labore dürfen also keine Athleten testen, die nur lernen wollen, wie man positive Dopingtests verhindert.
Die Verlässlichkeit von positiven Dopingtests
Mehrere offizielle Mitarbeiter und Athleten überprüfen für gewöhnlich positive Dopingtests. Strittige Fälle können zu Anhörungen, Schlichtungsverfahren, sowie Gerichtsverfahren auf nationaler oder internationaler Ebene führen. Der Sport, besonders in den USA, legt großen Wert auf korrekte Durchführung beim Sammeln, Transportieren und Testen von Proben. Falls eine A-Probe nach der Untersuchung als positiv bestätigt wird, so kann der Athlet entweder selbst die Intaktheit der B-Probe vor Ort bestätigen, oder er kann einen Vertreter vor der Untersuchung der Probe schicken.Athleten werden also von ihrem Dachverband über jeden Verstoß gegen den medizinischen Verhaltenskodex informiert und haben das Recht auf eine Anhörung in einem Disziplinarverfahren sowie einen Prozessvertreter. Der Name des beschuldigten Athleten sollte geheim gehalten werden. Da die Medien aber großes Interesse an Berichten über positive Dopingtests haben, kann dies nicht immer gewährleistet werden. Der Grund für die Geheimhaltung ist der Fakt, dass neue Informationen die Entscheidung sehr schnell ändern können.
Die Geschichte hat gezeigt, dass selbst, wenn die Schuld ohne jegliche Zweifel nachgewiesen werde konnte, die Verfahren durch zusätzliche wissenschaftliche Beweise geändert wurden. Es wurde von Fällen berichtet bei denen unabsichtlich Drogen, durch den Verzehr von Naturprodukten, aufgenommen wurden.
Beispielsweise führten Opioide (nach dem Verzehr von Mohnsamen auf Bageln) zu positiven Urinproben. Nach dieser Erkenntnis wurden die Dopingtests dahingehend modifiziert, dass sie nur die Metaboliten von tatsächliche eingenommenen Medikamenten erkennen. Positive Testergebnisse wurden auch nach dem Konsum von Hühnchen berichtet, da diesen Hühnern anabole Steroide in ihre Fettspeicher injiziert wurden und Nutztiere mit Clenbuterol behandelt wurden. Aus diesen Gründen sollte eine gründliche wissenschaftliche Prüfung der Labordaten erfolgen, bevor weitere Handlungen durch Verwaltungsinstitutionen eingeleitet werden und Strafen für den verdächtigten Athleten verhängt werden.
Die Reaktionen der Verbände auf positive Testergebnisse
Was nach einem positiven Dopingtest mit einem Athleten geschieht, hängt von der gefundenen Substanz und des Verbandes ab. AAS, Beta Blocker und Amphetamine werden als schlimmstes Vergehen gehandhabt, weswegen auch die Strafen am höchsten sind. Weitere Fälle betreffen das Auffinden von Spuren von OTC (over the counter, freiverkäuflichen Medikamenten) Medikamenten im Urin des Athleten.Beispielsweise werden Stimulantien die Schießleistung verschlechtern, dennoch sind sie verboten. In solchen Fällen werden verschiedene Verbände zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Dieser Punkt erläutert wie kompliziert und verwirrend es für Athleten sein kann, für verschiedene Verbände zu starten. Solche Unterschiede in der Bestrafung von Athleten erhöhen die Möglichkeit wegen OTC Medikamenten positiv getestet zu werden. Die Verantwortung, die Regeln und Strafen ihres Sports und ihres Verbandes zu kennen und zu verstehen, liegt beim Athleten.
Auf Olympischer Ebene sind die IOC Regeln eindeutig, aber sie finden nur auf die Olympischen Spiele Anwendung. Außerhalb der Spiele bestimmt jeder nationale oder internationale Verband seine eigenen Regeln. Obwohl in der Theorie jede Sportart nach den IOC Regeln arbeiten könnte und auch sollte, wird dies in der Praxis noch nicht erreicht. Die IOC hat momentan eine Arbeitsgruppe, die an den Regelabkommen innerhalb der Olympischen Sportarten arbeitet. Des Weiteren ist es auf nationaler Ebene problematisch, Abkommen zwischen den verschiedenen nationalen Verbänden, sowie den nationalen Verbänden und deren internationalen Verbänden zu treffen.
Einige nationale Verbände befolgen die Regeln ihrer internationalen Verbände sehr genau, andere hingegen wegen fehlenden internationalen Bestimmungen nicht. Das endgültige Urteil hängt also von der Art und Ebene des Wettbewerbes, sowie der Sportart ab. Währende der Olympiade dauert ein Urteilsspruch nur wenige Stunden. In den USA, kann ein Athlet das Urteil der ersten Anhörung bei der "American Arbitration Association" anfechten. Auf internationaler Ebene kann ein Athlet Einspruch beim "International Court of Arbitration for Sport" einlegen.
Einwände bei positiven Testergebnissen
Im Falle einer positiven Probe werden einige Athleten den Missbrauch zugeben, die meisten werden dies jedoch leugnen und die Schuld bei Fehlern in der Probenentnahme, Unterbrechungen der Überwachungskette, Laborfehlern oder Sabotage suchen. Die Probenentnahme ist eine mögliche Fehlerquelle, jedoch sind die Fehler meist klein (z.B. falsches Datum) und haben keine Auswirkungen auf das Ergebnis. Transport und Empfang der Proben sind einfache Abläufe und normalerweise keine Problemzone. previewEs gelang Experten, trotz genauer Überprüfung, niemals eine Probe eines US-Labors anzufechten. Obwohl Sabotage möglich ist, und nicht direkt ausgeschlossen werden sollte, kann so etwas nur sehr selten bewiesen werden. Als Vorsichtsmaßnahme wird Athleten geraten nur aus verschlossenen Behältnissen (die von offiziellen Mitarbeitern gestellt werden) zu trinken. Auch wenn die Behörden dem Vorwurf der Sabotage sehr skeptisch gegenüber stehen, würden sie unterstützende Beweismittel werten. In der rechtlichen oder medizinischen Literatur gibt es bisher keinen dokumentierten Sabotagefall.
Positive Testergebnisse von verbotenen OTC Medikamenten werden von Athleten meist akzeptiert, allerdings erbitten sie Nachsicht, da sie oft nicht über eine enthaltene verbotene Substanz Bescheid wussten. Abhängig von den Umständen und der im Urin gefundenen Menge, wird diese Erklärung akzeptiert oder nicht. Im Falle eines wiederholten Verstoßes, wird für gewöhnlich eine Strafe verhängt.
In der Vergangenheit, wurden erhöhte Testosteron/Epitestosteron Werte von den Athleten auf OTC Produkte zurückgeführt. Diese versprachen Kraftsteigerungen und waren in der Regel als "Hodenextrakte" deklariert. Kürzlich kamen noch Prohormone hinzu. Die Menge an Testosteron in diesen Produkten ist sehr gering, genau wie die Bioverfügbarkeit ihrer oralen Darreichungsform. Obwohl es unwahrscheinlich erscheint, dass diese Produkte das Testosteron erhöhen können, sollte die Verfügbarkeit dieser Produkte hinterfragt werden. Erst kürzlich wurden positive Testergebnisse auf Prohormone zurückgeführt und viele Organisationen haben diese Art von Supplementen ganz klar verboten. Zukünftige Tests, werden wahrscheinlich wenig Nachsicht bei der Verwendung dieser Substanzen zeigen.
Die Ergebnisse von Dopingtests
Auf Olympischer Ebene
Die IOC-anerkannten Labore berichten jährlich über die Anzahl der getesteten Proben, sowie die Anzahl aller positiven Proben, jeweils klassifiziert nach Sport und Wirkstoff. Es wurden Versuche unternommen die Anzahl der jährlichen Proben zu erhöhen, z.B. durch Test mit kurzfristiger Benachrichtigung, oder ganz ohne Vorankündigung. Momentan hat sich der Prozentsatz von positiv getesteten Proben auf ungefähr 1% eingependelt.Bei den Olympischen Spielen im Jahre 1996 wurde die Suche nach AAS erstmals mit hochauflösender Massenspektrometrie durchgeführt. Ungefähr 18% der Athleten wurden direkt nach ihrem Auftritt getestet. Zusätzlich wurden viele Athleten bereits von ihrer Nationalen Dopingagentur und damit vor der Anreise zu den Spielen getestet. Einige Eliteathleten wurden auch mit kurzfristiger Vorankündigung von der Internationalen Dopingagentur vor den Spielen getestet.
Während den Spielen selbst wurden praktisch alle Medaillengewinner, sowie 1-2 zufällige Nichtgewinner, getestet. In den Vorrunden wurden sowohl Gewinner als auch Verlierer nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und dann getestet. Jeder hat somit dasselbe Risiko. Bei Gruppensportarten wurden im Finale, sowie im Halbfinale, jeweils zwei Mitglieder des Teams nach dem Zufallsprinzip getestet. In den Vorrunden von Mannschaftssportarten, wurden Spiele zufällig ausgewählt und dann jeweils ein Athlet per Team getestet. Diese Zufallsprozedur fand normalerweise gegen Ende eines Mannschaftswettbewerbs und kurz nach den Einzelwettkämpfen statt. Für den Prozess selbst wurde ein elektronischer Zufallsgenerator verwendet, welcher von den Mitarbeiter der des IOC beaufsichtigt wurde.
Nach der Selektion und erfolgreichen Identifikation des Athleten durch seinen Ausweis wurde ein Begleiter beauftragt den Athleten solange rund um die Uhr zu beobachten, bis er sich bei der Doping Kontrollstation gemeldet hatte. Der Athlet musste sich innerhalb einer Stunde nach Bekanntgabe des Test bei der Station melden. Dort wurde die Urinprobe unter Beobachtung genommen, und die Probe ohne Bruch der strikten Überwachungskette schnell ins Labor transportiert. Das Labor übergab das Resultat innerhalb von 24 Stunden dem Vorsitzenden der medizinischen Kommission des IOC.
Die medizinischen Kommission des IOC führte dann bei einer positiven Probe eine Anhörung mit dem Athleten, sowie den Vertretern des internationalen Verbandes des beteiligten Landes durch. Nachdem alle Parteien ihre Ansichten vorgetragen hatten, besprach die medizinischen Kommission des IOC den Fall und schlug dem Führungsausschuss das Handlungsvorgehen vor. In schweren Fällen, wie dem Nachweis von AAS, bestand die Empfehlung darin, den Athleten aus dem olympischen Dorf abzuziehen.
Vereinigte Staaten
Die USOC wurde im Jahr 1984 die erste Sport Organisation, die Dopingtests durchführte. Seit ihrer Gründung hat die USOC angekündigte Tests für alle großen Veranstaltungen durchgeführt und sammelt jährlich mindestens 3500 Proben ein. Ungefähr 70% der Tests werden an Männern durchgeführt. Die Anzahl an Vorfällen, bei denen Steroide oder ähnliches beteiligt waren, hat von 1992 bis 1995 stufenweise abgenommenIm Zeitraum von 1984 bis 1996 hat das angesagte Testprogramm 128 Proben festgestellte, die positiv auf Steroide oder Steroidblocker waren (davon 10 Fälle bei Frauen), 12 Proben waren positiv auf Diuretika, 7 auf Beta-Blocker, 15 auf Narkotika (meistens Codein und Propoxyphene) und 365 Proben waren positiv auf Stimulantien (0,89% aller Tests). Da die USCO sowohl national als auch international Tests durchführt, waren einige der positiven Ergebnisse bei Nicht-US Bürgern gefunden worden. Allerdings werden USCO Athleten auch in anderen Ländern getestet und diese Ergebnisse gehen nicht in die Statistik ein.
NFL
Die NFL hat ungefähr 1985 mit den Tests nach illegalen Substanzen begonnen. Seit dem Jahre 1990 haben die UCLA und die Indiana University gemeinsam ungefähr 8000 Proben pro Jahr auf AAS untersucht. Die Proben wurden ganzjährig von ca. 2400 Spielern gesammelt. Der Auswahlprozess ist rein zufällig, sodass jeder Spieler zu jeder Zeit dem Risiko ausgesetzt ist, getestet zu werden.Während der Spielsaison (August bis Januar) wird einmal oder zweimal pro Woche eine gleiche Anzahl an Spielern getestet. Während der Off-Season geht es mit den Zufallstests weiter, bei denen jeder Spieler zu jeder Zeit getestet werden kann. Zusätzlich werden alle Spieler in einem Vorsaison-Camp getestet. Die Zufallstests führen dazu, dass jeder Spieler ungefähr 4 Mal getestet wird (Minimum,1 ; Maximum, 8)
NCAA
Für gewöhnlich werden die Richtlinien und Vorgaben gemäß strikten Vorgaben gehandhabt. Die Athleten werden auf großen Events, wie einer Nationalen Meisterschaft, auf Steroide getestet. Zusätzlich, werden die Athleten auf Drogen wie Marihuana, Kokain und Stimulantien getestet. In der Vergangenheit wurden Schulen öffentlich bloßgestellt, wenn ein/mehrere Spieler positiv getestet wurden, weswegen einige Schulen ein hauseigenes Testprogramm einführten.Information aus verschiedenen Quellen deuten darauf hin, dass in Männersportarten, wie Fußball, Basketball, Leichtathletik, Baseball und Schwimmen, sowie in Frauensportarten, wie Leichtathletik, Schwimmen, Tauchen und Softball, Steroide verwendet werden. Über die Jahre hinweg, wurden Zahlen präsentiert, nach denen nur 5% (1994) oder andererseits 15% (1995) aller College Athleten Steroide verwenden. Die geringen Zahlen entstammen einer vom NCAA in Jahre 1994 finanzierten Studie. Von vielen Wissenschaftlern wird diese Studie als Unterrepräsentation von Fällen angesehen, da sie aus einer Umfrage entstanden war. Die spätere Studie beweist, dass ihre Annahme korrekt gewesen sein könnte.
Im Jahre 1985 wurden 32 Footballspieler wegen dem Verkauf und der Verbreitung von Steroiden angezeigt. Nach jahrelangen Gerüchten über weitverbreiteten Medikamentenmissbrauch entschied sich die NCAA im Jahre 1986 für die Einführung von Dopingtests an großen Footballspielen der Männer und Frauen, um sowohl AAS als auch sonstige illegale Drogen aufzuspüren. Zuvor konnten Athleten ihre Steroide von ihrem Trainer oder Team Arzt bekommen.
Viele Athleten aus der Zeit von 1970-1980 werden Dir erzählen, dass sie ihre AAS von ihrem Trainer bekommen haben. Die Statistiken beschreiben jedoch, dass die meisten AAS fernab des Arztes organisiert wurden. Ich denke diese Diskrepanz entsteht, weil viele Athleten sich, oder ihre Quellen, möglichst raushalten wollen.
Es zeigt aber auch auf, welche Schwachstellen solch eine Umfrage haben kann. Wenn man eine Gruppe Athleten fragt ob sie etwas einnehmen oder ob sie jemanden kennen der das tut, so ist es schwierig eine unbefangene Antwort zu erhalten. Wegen der schlechten Presse über Steroide, dem Fakt, dass sie ohne Rezept illegal sind und in der NCAA verboten sind, wurden die Athleten darauf trainiert, den Konsum zu verneinen. Ihnen ist auch klar, dass sie sich, wenn sie ihre Teamkollegen anzeigen, mitschuldig machen.
Vor 1990 war es relativ normal, wenn ein Athlet vor einem Test informiert wurde. Dadurch wusste er natürlich im voraus, wann er absetzen musste, um den Test zu bestehen. Wenn er daran zweifelte, den Test zu bestehen, dann konnte er einfach zum Team Arzt gehen und sagen es ginge ihm nicht gut. Der Arzt entschuldigte den Athleten dann vom Test, schickte ihn heim und verordnete ihm Ruhe. Da diese Tests sehr selten anstanden, konnten 1-2 Monate bis zum nächsten Test vergehen. Der Körper der Athleten hatte also genügend Zeit sich von jedem Medikament zu befreien. Zusätzlich wurden die meisten Tests außerhalb der Saison durchgeführt. Wenn der Athlet also zu Beginn der Saison etwas eingenommen hat, dann konnte er einfach kurz vor dem Bowl oder vor Ende der Saison absetzen, und damit jedes Mal den Test bestehen.
Im Jahre 1990 wurde der NCAA bewusst, dass ihr Dopingprogramm nicht funktionierte. Die Einschüchterungstaktik wirkte nicht mehr und die belesenen Athleten wussten, dass man einige Substanzen bis zu Tage vor einem bevorstehenden Dopingtest einnehmen konnte, ohne eine positive Urinprobe zu haben.
Um weiter von der Verwendung von AAS abzuschrecken, kündigte die NCAA ganzjährige, stichprobenartige Kontrollen im I-A and I-AA Football an. Bis die NCAA diese Tests einführte, hatten die Athleten bereits Probenecid (blockiert den renalen Transport), Epitestosteron, Diuretika, Wachstumshormon (GH) und Substanzen zur Maskierung eingenommen. Die chemische Wirkweise dieser Substanzen wird im dritten Teil besprochen. Vorerst will ich nur sagen, dass Probenecid die Nieren von der Exkretion von Steroiden und anderen Medikamenten abhält. Epitestosteron vermindert das Verhältnis von T:E, wodurch der Dopingtest des Athleten negativ erscheint. Diuretika verdünnen die Urinproben und GH war damals mit keiner Methode nachweisbar.
Derzeit werden die Dopingtests der NCAA zwischen den IOC-Akkreditierten Laboren der UCLA und der Indiana University aufgeteilt. In den vergangenen Jahren waren 78-83% aller NCAA Tests (9000-12 000 pro Jahr) kurzfristig angekündigte Tests (Benachrichtigung 48 Stunden, oder weniger, vor einem Test). Die restlichen Tests (angekündigt) wurden zwischen männlichen und weiblichen Athleten des Fußballs oder anderen Sportarten aufgeteilt. Sie machen etwa 14% der getesteten Personen aus. Über 90% der Fußballer oder Leichtathleten werden durch kurzfristig angekündigte Programme getestet.