Von Anonymous
Dies ist Teil 3 eines dreiteiligen Artikels. Im ersten Teil wurde der offizielle Ablauf von Dopingtests im Sport auf internationaler Ebene besprochen. Der zweite Teil bezog sich ebenfalls auf diesen Prozess . Der dritte Teil beinhaltet einige Anekdoten und erläutert die Strategien der Athleten um nicht positiv getestet zu werden. Dieser Artikel spiegelt die persönlich gesammelten Erfahrungen des Autors wieder, der intensiv in Drogentests für verschiedene Sportarten involviert war. Obwohl Athleten eine Vielzahl Medikamente zur Verfügung stehen, wird sich dieser Bericht auf die Verwendung von AAS beschränken.
Einleitung
Die von Athleten verwendeten AAS Dosierungen übersteigen die therapeutisch angewendeten Mengen bei weitem, und typischerweise werden verschiedene Arten von AAS kombiniert (stacked) oder zu unterschiedlichen Zeiten eingesetzt (cycled). Von der Mehrzahl der Athleten werden AAS wegen der verbesserten Regenerationsfähigkeit nach einer Trainingseinheit verwendet. Sie stoppen die Einnahme vor einer bevorstehenden Veranstaltung, um später den Dopingtest zu bestehen. Während einer typischen Steroid Kur ist es sehr verbreitet zusätzlich Medikamente wie Diuretika (Reduktion der Wasserretention), Thyroxin (zur Unterstützung von Fettabbau) und Tamoxifen (zur Verhinderung von Gynäkomastie) anzuwenden. In den USA, und anderen Ländern, sind diese Medikamente in Gyms und Fitness-Clubs verfügbar, ganz egal ob sie legal sind oder nicht. Athleten mit den richtigen Quellen können die Dopingtests schlagen.Der ganze Sinn von Dopingtests, ist, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. In der Realität ist das System aber schon von Natur aus unfair. Wenn ein Athlet das Geld und die notwendigen Leute hat, so kann er es sicherlich mit einem Test aufnehmen. Hat ein Athlet wenig Geld und Kenntnisse, so hat er einen ernsthaften Nachteil.
Anekdoten
NCAA
Ungefähr 2-3 Jahre bevor ich als offizieller Mitarbeiter bei Dopingtests mitwirkte, war ich auf einer Party einiger College Athleten. Es machten einige Joints die Runde und es wurde viel Alkohol getrunken. Ich wusste, dass einer meiner Kumpels definitiv getestet werden würde, da er ein big guy war (fast 300 Pfund). Er wurde jedes Mal getestet. Auch obwohl er auf dieser Party nichts geraucht hatte, machte er sich keine Sorgen wegen Marihuana. Er sagte, er wäre noch nie positiv auf Marihuana getestet worden, selbst wenn er die Nacht vor einem Test total stoned war.Er glaubte zu wissen, dass er durch seine Größe alle Reste bis zum Test abgebaut hatte. Obwohl das für mich wenig Sinn ergab, waren seine negativen Laborergebnisse Fakt. Laut den offiziellen Testabläufen konnte das nicht möglich sein. Dies wurde mir einige Jahre später bewusst.
Falls Du jemals den Film "The Program" gesehen hast, dann wurdest Du ja mit den zahlreichen nicht-chemischen Hilfsmitteln vertraut gemacht, welche Athleten ausgetestet haben, um positive Dopingtests zu vermeiden. Ich habe von Athleten gehört, die fremde Urinproben auf Toiletten versteckt haben, oder einen Katheter in ihrer Hose versteckt hielten etc. Ich habe aber niemals von College Athleten gehört, die sich fremden Urin in ihre Blase infundiert haben, nur um einen Test zu umgehen.
Davon habe ich jedoch auf professioneller Ebene gehört. Um alle mechanischen Trick der Athleten aufzudecken, wurden einige Kontrollen direkt nach Abgabe der Urinprobe durchgeführt. Bis 1995 hatte sich die Kontrolle folgendermaßen entwickelt: Ein Athlet findet in seinem Umkleideraum eine Nachricht mit einer Aufforderung für einen Dopingtest anzutreten. Die Nachrichten sollten direkt vor dem Training an ihren Platz gelangen, so dass der Athlet wusste, dass er nicht auf die Toilette durfte.
Nach dem Training trat der Athlet zum Dopingtest an, welcher für gewöhnlich in der Nähe des Umkleideraums stattfand. Von diesem Zeitpunkt an wurde dem Athlet ein Kontrollgerät zugeteilt. Der Athlet wählte seinen Urinbecher für den Test und die ID Nummern wurden auf dem Becher und allen anderen Dokument angebracht. Der Athlet ging mitsamt Kontrollgerät auf die Toilette und uriniert vor dem Kontrollgerät.
Das Kontrollgerät musste den Fluss des Urins in den Becher bezeugen. Nachdem eine ausreichende Menge gesammelt war und der Becher mit einem Deckel versehrt wurde, begab sich der Athlet zurück zum Testcenter, wo dann einige Dokumente ausgefüllt und unterschrieben wurden. In dieser Zeit wurden dann pH, Temperatur und spezifische Dichte des Urins mittels Indikatorstreifen gemessen. Dadurch wurden die Verwendung von Fremdurin oder die Verfälschung der Probe verhindert. Falls alle drei Messwerte im erwarteten Bereich lagen, so konnte der Athlet sich abmelden und gehen. Wenn auch nur ein Wert aus der Reihe fiel, dann musste eine neue Probe entnommen werden. Das war der Ablauf, der einen Athleten erwartete.
Jetzt sprechen wir darüber, was wirklich mit der Urinprobe geschieht. NCAA Athleten wird gesagt, dass sie auf Kokain, Marihuana, AAS und Amphetamine getestet werden. Sie werden in dem Glauben gelassen, dass jede Probe auf jedes einzelne Medikament getestet wird.
Erinnert ihr euch noch an meinen Kumpel der nie positiv auf Marihuana getestet wurde? Der Grund ist einfach: Sein Urin wurde nie auf Marihuana untersucht. Diese Faustformel lernte ich Jahre später: Da Dopingtests so teuer sind, werden die breiten Kerle wie Linemen, Fullbacks und Shot Putters auf Steroide getestet, wohingegen schmalere Jungs auf andere Drogen, z.B. Marihuana, getestet werden. Um es auf den Punkt zu bringen: Es war durchaus möglich, dass ein wide receiver, Leichtgewicht Wrestler oder schmal ausschauender Athlet trotz seines Steroidkonsums niemals positiv getestet wurde. Andererseits konnte ein Lineman die ganze Zeit über stoned sein und theoretisch nie positiv auf Marihuana oder Kokain getestet werden, da sein Urin nur auf Steroide unter wurde.
Weightlifting
Wer Gewichtheben einige Jahre verfolgt hat, der weiß, wie dominierend das Bulgarische Team einst war. Wie konnten sie auf allen internationelen Ebenen so erfolgreiche Wettkämpfe bestreiten? Ich spreche es aus: Medikamente. Glaub nicht den ganzen Mist von wegen Training und Stärkungsmittel. Sie haben heute noch immer Zugang zu denselben Trainingsmethoden und Erholungsmethoden, trotzdem sind sie nicht annähernd so dominierend wie damals.Der Grund, wieso die Bulgaren 6x pro Tag hochintensiv trainieren konnten und trotzdem progressiv Fortschritte machten, ist folgender: Sie konnten ihren Medikamentenkonsum gut verstecken. Sie benutzten viele verschiedene Tricks. Hier sind zwei die wir aufdecken konnten.
Das Bulgarische Gewichtheber Team fastete ungefähr 2-3 Tage vor seinen Wettkämpfen. Fasten vermindert die Amplitude der pulsatilen Freisetzung des Luteinisierenden Hormons (LH). Dies wiederum vermindert die endogene Testosteronfreisetzung. Zusätzlich bewirkt fasten die schnellere Ausscheidung von Steroiden. Ihre Urinproben zeigten geringere Level von Testosteron und anderen Steroiden, da sie zum Testzeitpunkt nahezu alle Beweise ausgeschieden hatten. Das war nicht der einzige Trick für den die Bulgaren bekannt waren. Ihr wirklicher Trumpf waren Diuretika. Sie verwendeten diese um viel Flüssigkeit zu urinieren.
Durch überschüssige Wasseraufnahme beschleunigten die Diuretika die Klärrate für Steroide aus dem Blut. Dies bot zwei Vorteile: Der Athlet verhinderte einen positiven Dopingtest und er konnte durch den Gewichtsverlust in einer leichteren Gewichtsklasse antreten. Die Diuretka erwiesen sich aber als ihr Untergang, da sie durch sie geschnappt wurden. Während einer Olympiade wurde das gesamte Team zum Abzug gezwungen, da jeder Athlet des Leichtgewichts positiv auf Diuretika getestet wurde.
Um sich weitere Peinlichkeiten zu ersparen, wurden auch alle restlichen Mitglieder des Teams abgezogen. Wenn Dir also das nächste Mal jemand etwas über die Trainingsmethoden der Bulgaren erzählt, dann verpasse ihm eine Ohrfeige und hol ihn in die Realität zurück. Erinnere ihn auch daran, dass Bulgarien nicht mehr die dominierende Macht im Gewichtheben ist. Das Einzige, was sich verändert hat, sind die verbesserten Dopingtests.
Wie sieht es mit den Jungs aus den USA aus? Sind die sauber? Sauber ist so ein dehnbarer Begriff, fragen wir lieber etwas präziser: Konsumieren sie AAS? Ich habe niemals aus erster Hand von einem Athleten des Olympischen Teams gehört (oder ihn gesehen) der AAS verwendet hat. Wir alle kennen aber die 1976 positiv getesteten Athleten, sowie alle darauf folgenden. Ich habe aber von der Verwendung von AAS, Wachstumshormonen und anderen Medikamenten bei kleineren Kalibern gehört.
Ich habe auch von Athleten gehört, die trotz Prohormonen negativ getestet wurden. Die Test waren, soweit ich das beurteilen kann, recht vollständig durchgeführt und nicht wie die "Versicherungs- bzw. Waschbecken-Test"-Methoden, die Dr. Voy in seinem Buch niedergeschrieben hat (anscheinend wurden die Urinproben einfach in den Abfluss gekippt, und dann als negativ deklariert).
Diese Athleten wendeten keine Strategie zur Maskierung an. Die negativen Testergebnisse können mehrere Ursachen haben. Vielleicht schluckte der Athlet Tabletten, die einfach nicht genug DHEA oder Androstendion (A) enthielten, um einen positiven Test zu verursachen. Vielleicht geschieht die Konversion von Androgenen zu Östrogen so schnell, dass die heutigen Tests die Androgene nicht nachweisen können (erhöhte Östrogenlevel spielen keine Rolle, da sie nicht getestet werden). Normalerweise nehmen Athleten 100-200mg A vor einer Trainingseinheit. Die Idee ist, dass ein plötzlich erhöhter Testosteronspiegel verursacht aus der Konversion von A zu T zu aggressiverem und besserem Training führt.
Während wir darüber nachdenken, ob diese Stratege wirkt, schauen wir uns an welche ausgeklügelte Strategie ein Athlet angewendet hat. Er führte einfach eine Studie an sich selbst durch, indem er an verschiedenen Tage ansteigende Mengen DHEA, A, oder Kombinationen zuführte.
Er nutzte beispielsweise an einem Tag 100mg A, an einem anderen Tag 200mg, etc. Er untersuchte seine Hormonlevel im Blut, sowie seinen Urin. Dabei entdeckt er, dass er bei der Anwendung von 800-1000mg A einen zur Steigerung der Trainingsleistung ausreichenden Anstieg des Testosterons erzielen konnte. Die Konversion von A zu Testosteron (und Testosteron zu Östrogen), führt auch zur Verminderung seiner A und T Level und somit zu einer negativen Urinprobe.
Auch wenn diese Strategie für ihn funktioniert haben mag, sollten andere Athleten nicht leichtgläubig dieselbe Strategie anwenden. Wenn sie nicht auch eine solche Selbststudie durchführen, dann können sie nie wissen ob ihr androgen Anstieg oder die Konversionsrate vergleichbar sind. Kurz gesagt: Man kann sich nicht auf die Hormon-, und Urinwerte eines anderen Athleten verlassen und diese wie die Eigenen behandeln.
Die weniger raffinierten Athleten machen einfach Gebrauch von der Lücke in den Richtlinien des amerikanischen Gewichthebens. Ein Athlet, der sich international qualifizieren will, muss ihrem unangekündigten Testprogramm mindestens sechs Monate vor dem örtlichen, regionalen oder nationalen Wettbewerb beitreten. Man kann also drei Jahre lang Steroide nehmen, dadurch stärker werden und mehr Heben, sich nach dem Absetzen zum Testprogramm einschreiben, negativ getestet werden, sich qualifizieren und dann an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen (vorausgesetzt man verdient sich das Recht durch das Heben schwerer Gewichte).
Dies soll kein Vorwurf gegen das US Gewichheben sein, denn es gibt keine Möglichkeit die Leute zu testen bevor sie ihren Wunsch äußern an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen. Es zeigt lediglich auf, dass Athleten den Dopingtests immer einen Schritt voraus waren und auch noch immer sein können.
Gängige Methoden um einen positiven Test zu vermeiden
Bisherige Methoden
Die folgenden Strategien beschränken sich nicht auf einen speziellen Sport. Sie werden im Hinblick auf ihren Nutzen, bzw. den Versuchen ihre Verwendung zu verhindern/vermindern, dargestellt.Als Athleten das erste Mal Dopingtests ausgesetzt waren, wurden sie total überrascht. In analytischer Chemie waren die meisten Athleten nicht ausgebildet. Nachdem sich Athleten und deren Betreuer Rat bei qualifizierteren Personen eingeholt hatten, entschlossen sie, dass es am einfachste war, die AAS rechtzeitig abzusetzen, dem Körper genug Zeit zu geben sich von Rückständen zu befreien und dadurch einen negativen Test zu erreichen.
Man testete dies, indem man Urinproben sammelte und zur Analyse an ein Labor mit geeigneter Ausstattung schickte. Der Athlet bekam also jeden Tag das Resultat des Tests vom Vortag mitgeteilt. Irgendwann wusste er/sie dann genau, wie lange es dauerte, um den Dopingtest zu bestehen. Der Athlet konnte dann seelenruhig auf einem Wettkampf erscheinen, da er bereits wusste, dass er negativ getested werden wird. Dies klappte wunderbar, bis dann andere Methoden zur Detektion von AAS eingeführt wurden.
Die Unsicherheit darüber, nicht zu wissen welche Ausrüstung oder Methode verwendet wird, war die Ursache für den Bedarf der Athleten nach neuen Methoden zur Verhinderung eines positiven Tests zu suchen. Wie bereits oben erwähnt, eine dieser Strategien war die Verwendung von Diuretika.
Diuretika werden besonders in Sportarten mit verschiedenen Gewichtsklassen missbraucht und werden zur schnellen Gewichtsreduktion verwendet. Früher war es im Powerlifing normal mittels Diuretika Gewicht zu verlieren und dann mittels intravenösem Tropf wieder zu rehydrieren.
Diuretika werden auch verwendet, um das Urinvolumen zu erhöhen und den Urin zu verdünnen. Dies erschwert die Detektion von kleinen Mengen verbotener Substanzen. Obwohl die Dopingtests bereits 1976 eingeführt wurden, gab es bis 1988 keine Tests auf Diuretika.
Als die Diuretika dann auf der Verbotsliste standen, mussten Alternativen gefunden werden. Körperliche Methoden, wie Katheter und Urinsubstitution, wurden praktiziert. Alternativ gab es Nachfrage nach nierenblockierenden Substanzen. Die Strategie dahinter ist offensichtlich: Wenn man die Metaboliten von AAS nicht durch Urinieren loswerden kann, dann wird man auch nicht geschnappt. Probenecid war der häufigste Übeltäter dieser Substanzklasse. Es verzögert die Exkretion einiger Medikamente inklusive AAS.
Athleten die solche Maskierungsmedikamente verwendeten, konnten länger vor einem Wettkampf AAS konsumieren, dann absetzen und trotzdem negativ getestet werden. Als dann bekannt wurde, dass Athleten Probenecid und vergleichbare Substanzen verwendeten, wurden diese auf die Verbotsliste gesetzt.
Die Verwendung von Testosteron ist eine weitere Methode um einen Nachweis zu vermeiden. Mit heutigen Methoden, wird nicht zwischen körpereigenem und extern zugeführtem Testosteron unterschieden. Um dies zu kontrollieren, wurde als Standard ein 6:1 Verhältnis von Testosterone (T) zu seinem freien Analog Epitestosteron (E) festgelegt. Athleten reagierten auf diesen Test, indem sie einfach E zuführten, um das 6:1 Verhältnis zu erhalten. Natürlich wurde auch E auf die Verbotsliste gesetzt.
Zukunftstrends
Die Wissenschaft setzt an vielen Fronten an, um die Verwendung von verbotenen Substanzen zu verdrängen. Leider sind sich die Athleten bereits vor der Einführung vieler Tests über die Mittel zur Umgehung dieser Tests bewusst.Ein solches Beispiel ist die Verwendung von Langzeitdaten, um so ein genaues Hormonprofil eines Athleten zu bekommen. Wenn sich das T:E Verhältnis eines Athleten normal in einem bestimmten Bereich bewegt und dann plötzlich über die normale Grenze ansteigt, dann kann dies ein Hinweis auf die Verwendung einer Substanz sein. Während solche Testmethoden erst noch eingeführt werden müssen, nutzen Athleten bereits sublingual Cyclodextrin-Testosteron Präparate. Diese Präparate reduzieren das T:E Verhältnis innerhalb von Stunden bis auf Normalniveau.
Eine weitere Technik, die aktuell untersucht wird, misst das Verhältnis der Kohlenstoff Isotope C12 und C13 in Testosteron, sowie in zwei der in einer Urinprobe enthaltenen Vorläufer des Hormons. Die Forschung in diesem Gebiet behauptet, dass von der Verwendung von verbotenen Substanzen ausgegangen werden kann, wenn diese Verhältnisse nicht passen.
Körpereigenes T unterscheidet sich in den Verhältnissen der Kohlenstoffe klar von extern zugeführtem T, welches chemisch synthetisiert wird. Aber schon wieder sind die Athleten einen Schritt voraus, indem sie auf T von Rindern, Schweinen oder Pferden zurückgreifen. Diese enthalten Kohlenstoffverhältnisse, die dem körpereigenen sehr ähnlich sind.
Es wird angenommen, dass Peptidhormone die am häufigsten verwendete aller verbotenen Substanzen bei den Olympischen Spielen 2000 sein wird. Keine dieser Peptide können mit den gängigen IOC Methoden nachgewiesen werden. Vor den Spielen versucht ein internationales Projekt, GH2000, eine rechtsgültige Methode zum Nachweis von extern zugeführten Wachstumshormonen und verwandten Substanzen, einzuführen.
Die Nachweismethoden werden aktuell noch erprobt und wurden noch nicht eingeführt. Athleten nutzen bereits nasale Wachstumshormon Präparate, welche nach der Inhalation eine sehr kurze Halbwertszeit im Blut haben. Vielleicht wird der letzte Krieg zwischen Testern und Getesteten im Justizwesen ausgetragen.
Es wurden automatisierte Immunoassays für einige Medikamente eingeführt, mit dem Ziel die Kosten gering zu halten. Allerdings ist ein positives Ergebnis eines Immunoassays nicht ausreichend, so dass die Bestätigung durch eine genauere Methode erforderlich ist.
Die Kombination von Gas Chromatographie und Massenspektrometrie wird als mögliche Referenzmethode angesehen, da das Endresultat ein "Fingerabdruck" des Medikamentes oder Metaboliten sein wird. Diese Ergebnisse werden als wirksame Beweise angesehen, um die Präsenz einer Substanz nachzuweisen.
Die Schwachstelle ist der Fakt, dass die Ausrüstung sehr teuer ist und die Interpretation der Daten entsprechend hohe Fähigkeiten benötigt. Wenn Labore dann ihrerseits Labore für Dopingtests unter Vertrag nehmen, so kann es sein, dass eine nicht geschulte Person die Ergebnisse interpretiert. Selbst wenn die Wissenschaft sich bei einem Athleten über den Konsum einer illegalen Substanz einig ist, so kann ein Anwalt trotzdem Zweifel an der Gültigkeit des Testergebnisses aufwerfen, was dem Athleten sogar legal helfen kann, den Test zu "besiegen".