Teil 1 findet ihr hier.

In Teil 1 dieses Artikels betrachteten wir die Geschichte der Entwicklung und Vermarktung von Supplements. Seit Beginn ihrer Konzeption stellten diese Produkte Pseudo-Wundermittel für nahezu jedes Gesundheitsproblem zur Verfügung. Erschöpfung, langsamer Muskelaufbau und sogar Impotenz können angeblich mit natürlichen Substanzen erfolgreich behandelt werden, welche die Wirkung von Arzneimitteln über natürliche Signalwege nachzuahmen versuchen. Auch wenn es wahr ist, dass verschiedene Nährstoffe und pflanzliche Verbindungen recht effektiv wirken können, gab es während der frühen Neunziger eine Phase, während der die Abgrenzung zwischen "natürlich" und "chemisch" verschwamm. preview

Ist es manipuliert oder ist es Met-Rx?

In verschiedener Hinsicht kann man die Supplementindustrie in zwei Epochen unterteilen. Es gab eine Zeit vor Met-Rx und die Zeit danach. Es klingt schon seltsam, dass ein einfacher Proteinshake für solch eine Aufregung sorgen kann. Interessant ist auch, dass man Drinks dieser Art als MRP (Meal Replacement Powder, was so viel wie Nahrungsersatzpulver bedeutet) bezeichnet. Da einige Menschen dadurch krank wurden, dass sie versuchten Gewicht zu verlieren, indem sie sich ausschließlich von Diätdrinks wie Slimfast (eine Firma, für die Scott Connelly zufälligerweise angeblich gearbeitet hatte) ernährten, mussten Supplementhersteller auf ihren Produkten darauf hinweisen, dass diese Produkte nicht für eine Gewichtsabnahme eingesetzt werden sollte. Dies war ziemlich dümmlich, da dieser Anwendungsbereich meist der eigentliche Verwendungszweck der entsprechenden Produkte war.

Was genau hat Met-Rx so beliebt gemacht? Auf der einen Seite natürlich brillantes (und aggressives) Marketing. Wenn man jedoch mit Personen redet, die sich noch an das Met-Rx erinnern, als dieses in zwei getrennten Behältern ausgeliefert wurde, dann gibt es eine Gemeinsamkeit unter all denjenigen, die mit dieser esoterischen Darreichungsform experimentierten. Diese Übereinstimmung wurde vom Ernährungsexperten und Autor Jerry Brainum wie folgt zusammengefasst:

Ich weiß nicht, was das Besondere an der ersten Charge von Met-Rx war. Ich kann es weder beweisen noch widerlegen, doch als ich begann es einzunehmen verlor ich wie verrückt an Körperfett. Ich litt unter Schlaflosigkeit und hatte keinen Appetit. Ich habe nie eine Analyse durchgeführt und somit kann ich auch nicht sagen, was sich genau in dieser ersten Charge befand, doch ich habe diesen Kick nie mehr wieder erlebt, nachdem die augenblicklich verfügbare Darreichungsform auf den Markt kam.


Jerry steht mit dieser Erfahrung nicht alleine da. Dutzende von Bodybuildern, die das originale Met-Rx ausprobiert haben, pflichten ihm bei. Es verbreitete sich das Gerücht, dass die erste Charge von Met-Rx eine geringe Menge an Clenbuterol enthielt. Es wird sogar behauptet, dass der Direktor einer der großen Supplementfirmen ein Analysezertifikat besitzt, welches beweist, dass Met-Rx in der Tat ein gewisses Extra enthielt.

Wie man Kühlschränke an Eskimos verkauft

Einer der Männer hinter dem Marketing von Met-Rx war James Bradshaw und er widerspricht dem Ergebnis des angeblichen Analyseprotokolls:

Es würde keinen Sinn machen dem Produkt Clenbuterol beizumischen. Anavar wäre da eine bessere Wahl. Ich weiß, dass solche Sachen schon vorgekommen sind, doch man bettelt geradezu um eine Gefängnisstrafe, wenn man so etwas tut.

Bradshaw war des Gehirn hinter dem Marketing von Met-Rx und später den EAS Produkten. Er beschreibt dies folgendermaßen:

Ich habe nahezu jede Zeile der Met-Rx und der frühen EAS Werbeanzeigen geschrieben.

Es war Bradshaw, der Bill Phillips davon überzeugte für Met-Rx in seinem Natural Supplement Review als die größte Entdeckung seit der Erfindung der Glühbirne zu werben. Er schlug Phillips vor das Buch anstatt es zu verkaufen, an die Leser von Muscle Media 2000 zu verschenken (zusammen mit einem Bestellschein). Auf diese Art und weise würde sich der Anwender privilegiert fühlen, während man gleichzeitig eine enorme Werbewirkung für Met-Rx erreichten könnte. Zusätzlich würde man gleichzeitig die Adressen potentieller Käufer erhalten. Der Plan hätte nicht besser funktionieren können. Die Verkaufszahlen schossen durch die Decke! Bradshaw hatte die Kunst des Marketings neu erfunden und wurde zusammen mit den Investoren Bill Phillips, Jeff Everson und Scott Connelly sehr, sehr reich.

Eine einsame Perspektive

Besonders interessant ist, wo Bradshaw seine Verkaufskünste erlernt und verfeinert hatte: im Gefängnis. James Bradshaw war einmal einer der erfolgreichsten Steroiddealer der Westküste gewesen. Zu seinen besten Zeiten hatte er ein Versandgeschäft, welches 400.000 Dollar Umsatz pro Monat machte. Nicht schlecht für einen Jungen, der gerade erst das College beendet hatte. Seine Eskapaden brachten ihm jedoch vier Jahre Gefängnis in Louisiana ein. Er nutzte diese Zeit geschickt. Während seiner Haft las er alles über Unternehmensführung, Absatzförderung und Marketing, was er in die Hände bekommen konnte. Dies zahlte sich später mehr als aus.

Bradshaw leitet heute die Werbeabteilung für die SoCal Produktlinie, die im Pump Magazin angeboten wird. Jeder der Pump kennt, weiß, dass sich Bradshaws Verkaufsstrategien nicht verändert haben. Die Werbeaussagen sind so übertrieben, dass sie fast wie eine Parodie wirken. Für Neulinge in diesem Sport ist dies jedoch noch alles neu und unbekannt und somit recht effektiv. Bradshaw weiß genau was er tut. Dan Duchaine beschreibt den Bradshaw Verkaufsstil folgendermaßen:

James arbeitete kurz bei Ironman, doch dort war man der Meinung, dass seine Werbemethoden absolute verwerflich sind. Lustig ist, dass Ironman inzwischen dieselben Methoden verwendet, was das Magazin völlig verändert hat. Ironman hatte anfangs noch Skrupel, die jedoch bald abgelegt wurden und jetzt fährt man dort mit dem, was man von James Bradshaw und John Cribbs (Bradshaws Geschäftspartner bei SoCal) gelernt hat, recht gut. Die neuen Macher bei Ironman gingen sogar so weit zu behaupten, dass das Muscle-Linc Protein dasselbe wie der originale Blair Protein ist, doch sie wurden dazu gezwungen diese Aussage zurück zu nehmen. Bradshaw ist jemand, der genau weiß wie er bestimmte Personen erreichen kann. Er schreibt auf eine sehr unkomplizierte Art und Weise, die fast schon an Comicsprache erinnert, doch dies wirkt bei vielen Bodybuildern.


Es gibt eine völlig neue Generation zukünftiger Bodybuilder, auf die Bradshaws Taktiken abzielen. Und diese Taktiken funktionieren. James Bradshaws Einkünfte sind mit denen vergleichbar, die er mit dem Verkauf von Steroiden erzielte, nur dass er jetzt Supplements verkauft. Auch diesen Punkt hat Dan Duchaine angesprochen:

Es macht Sinn, dass so viele Steroid- und Drogendealer gute Supplementhersteller wären. Der Verkauf von Steroiden ist ein Geschäft, das guter Verkaufsfähigkeiten bedarf. Diese Leute kennen den Markt. Sie hätten nie gedacht, dass sie noch mehr Geld verdienen könnten, indem sie legale Supplements anstelle von Schwarzmarktpräparaten verkaufen.


Bradshaw ist nicht der einzige Supplementhersteller mit einer befleckten Vergangenheit. Der Olympiastar und Gewinner der Silbermedaille David Jenkins, der jetzt Next Nutrition (ein Hersteller von Designerprotein) leitet, hat auch aufgrund von mit Steroiden in Verbindung stehenden Vergehen ein Jahr im Gefängnis verbracht. Die Leute bei Next Nutrition weigern sich darüber, etwas zu den Vorgängen zu sagen, die zu Jenkins Verurteilung führten und ich würde mich nicht wundern, wenn die Belegschaft hiervon gar nichts wüsste.

Bemerkung des Herausgebers: Ein ehemaliger Steroiddealer zu sein, ist nicht unbedingt gleichbedeutend damit ein unmoralischer Geschäftsmann zu sein. Trotz seiner früheren Verurteilung scheint Jenkins seine Firma grundehrlich zu führen.

Eine bona fide Reaktion

Ein anderes geheimnisumwittertes Produkt ist das ursprüngliche EndoPro, welches von einem Forschungs- und Entwicklungsingenieur namens Fred Worthy für eine kleine Firma namens Altlas Labs entwickelt wurde. Die meisten Bodybuilder, die mit dem originalen EndoPro vertraut waren, können attestieren, dass es etwas enthielt, was nicht auf dem Etikett aufgeführt war. Viele Menschen waren der Meinung, dass es entweder Clomifen oder Cyclofenil war, da dieses Produkt eine signifikante die Libido und den Testosteronspiegel steigernde Wirkung besaß. Dan Duchaine stimmt mit der Cyclofenil Theorie überein:

Fred Worthy war ein großer Steroiddealer mit vielen Verbindungen in Mexiko, wo auch das originale EndoPro entwickelt wurde.

In den letzten Jahren hat Worthy angedeutet, dass EndoPro immer noch einen magischen Inhaltsstoff enthält. Er hat offiziell gesagt, dass EndoPro eine bestimmte Droge enthält, doch er wollte nicht sagen, um was es sich hierbei handelt. In der Tat enthält EndoPro einen medizinischen Wirkstoff. Dieser nennt sich Aspirin. Keine der neueren Chargen konnte auf etwas anderes positiv getestet werden. Natürlich war auch der Schub, den man von der ursprünglichen Charge her kannte, nicht mehr vorhanden.

Man könnte fragen:
Warum fügt man einem Supplement eine illegale Substanz zu, nur um sie anschließend wieder zu entfernen?

Der Grund hierfür ist simpel. Die Beigabe eines Kickstarters zu einem neuen Produkt bewirkt oft eine nicht unerhebliche Mundpropaganda. Wenn sich das Produkt erst einmal auf dem Markt etabliert hat, dann kann es lange genug von seiner Beliebtheit leben um allen beteiligten Parteien einen guten Profit zu garantieren.

Deca, Dianabol und Todesdrohungen

Auch wenn sich die meisten Leser der Tatsache bewusst sind, dass vieles in der Welt des Bodybuildings weit von dem blitzsauberen glänzenden Image entfernt ist, das die kommerziellen Hochglanzmagazine von diesem Sport verbreiten, ist es doch eine Schande, dass etwas so großartiges auch seinen Anteil von Abweichlern, Drogenjunkies und allgemein degenerierten Personen nährt.

Skrupellose Hersteller mögen sich in der Supplementindustrie ausbreiten, doch es sind auch andere Individuen involviert, die weitaus bedrohlicher sind. Es gab Fälle, bei denen sich die Großen auf diesem Gebiet mit einigen extrem widerwärtigen Charakteren zusammengetan haben. Wenige Leute sind sich dieser Tatsache aus erster Hand bewusster als Frank Zulak. Greg ist einer der Autoren für MuscleMag International. Er sprach mit uns darüber, warum so viele ehemalige Verbrecher zu Supplementhändlern wurden:

Die Drogen- und Steroiddealer waren diejenigen, die genug Geld besaßen, um Supplementfirmen zu gründen. Sie waren alle mehr oder weniger auch Amateurchemiker und hatten somit ein besseres Verständnis dafür, was ein effektives Produkt sein könnte – mehr als die meisten Ärzte und Ernährungsexperten. Jeder dieser Spieler wurde einem Gebiet zugewiesen. Es war wie beim organisierten Verbrechen, wo beschlossen wird wer wo auf welche Art und Weise tätig werden darf. Nach einiger Zeit begannen die Dinge ziemlich hässlich zu werden. Einige Typen wurden erwischt, einige verpfiffen andere … ein Typ endete mit einer Kugel im Kopf.

Damals, im Jahr 89 schrieb ich einige Artikel über dieses Thema und nannte auch Namen – nur Vornamen, doch das war schon genug. Vier Typen suchten mich auf um mir zu sagen Du bist ein toter Mann, Zulak. Wir werden dich vielleicht nicht diese Woche kriegen, aber wir werden dich kriegen. Ich erfuhr durch eine Kontaktperson, dass ein Preis auf mich ausgesetzt worden war. Ich hatte Angst das Haus zu verlassen oder mein Auto anzulassen. Ich konnte weder essen noch schlafen. Dieses gesamte Jahr meines Lebens war ein einziger Alptraum.


Ob Zulies Schilderungen wahr sind oder nicht, kann sich jeder selbst aussuchen. Zulie erzählt weiterhin:

Ich weiß, dass Christina Robella für die Fernsehsendung Nightline an einer Enthüllungsstory über die Vergangenheit eines der großen Supplementhersteller arbeitete. Es gab Anschuldigungen, dass er in diese Szene involviert war, doch es konnte nie bewiesen werden. Er war nicht nur in den Verkauf von illegalen Substanzen involviert, sondern war auch einer der ersten Lieferanten, der gefälschte Präparate verkaufte. Er tat dies um genug Geld zu verdienen um sich in diesem Geschäft etablieren zu können. Ich weiß nicht, was mit dieser Enthüllungsgeschichte passierte, doch sie wurde nie gesendet.


Jeder für sich

Was wurde aus der berühmten Allianz zwischen dem außergewöhnlichen Existenzgründer Bill Phillips und dem Erfinder von Met-Rx, dem ehemaligen Narkosefacharzt Scott Connelly? Man sollte denken, dass ihr gegenseitiger Reichtum nicht ohne den jeweils anderen hätte möglich sein können, und dass es eigentlich keinen Grund für Feindseligkeiten geben könnte. Doch James Bradshaw beschreibt die Situation folgendermaßen:

Als die Firma gegründet wurde, hatte keiner von uns auch nur die leiseste Ahnung davon, wie erfolgreich diese werden würde. Wenn eine Firma noch jung ist, dann ist jeder zu jedem freundlich. Doch dann kommt das Geld und die Streitigkeiten beginnen.


Phillips und Connelly hatten eine Übereinkunft darüber getroffen, dass sie zur Wahrung der Exklusivität und um die Kontrolle über den Vertrieb zu behalten, Met-Rx nicht an Wiederverkäufer weiter geben würden. Es ist nicht bekannt, wer diese Übereinkunft beendete, doch innerhalb weniger Monate war Met-Rx überall vom Supermarkt bis hin zum K-Mart erhältlich, was die Exklusivität zunichte machte. Wenn ein Sportler ein Produkt bei einem K-Mart kaufen kann, dass ist es nicht länger exklusiv und mit Sicherheit keine Geheimwaffe mehr.

Phillips und Connelly gingen fortan getrennte Wege und Phillips wurde rechtlich verpflichtet den Produktnamen niemals zu erwähnen. Augenscheinlich war diese Divergenz für Phillips kein großer Verlust. Die Met-Rx Manie war ihren Weg gegangen und Phillips Produktlinie der EAS Mahlzeitenersatzsupplements erfreut sich immer noch großer Beliebtheit, auch wenn diese bereits am schwinden ist.

Ich bin kein Betrüger!

Die berühmte Aussage Ich fühle mich wie auf Deca! wurde vom EAS Mogul Bill Phillips getätigt, als den Versuch machte die Wirkung von HMB zu beschreiben. Dieser Ausspruch wurde zu so etwas wie einem Schlagwort zur Beschreibung aller Behauptungen, die über ein ineffektives Supplement aufgestellt werden. Wenn Augenblick bestimmen wollte, an dem Muscle Media 2000 von einem Wegbereiter der Bodybuildingzukunft zu einem schamlosen Betrug wurde, der alle Schwindeleien der Weiders und Hoffmanns in den Schatten stellte, dann wäre es wohl der Augenblick als Phillips den Abdruck seiner Aussage erlaubte. Was seine Worte besonders unerhört machte, war die Tatsache, dass all die loyalen Anhänger von Bill, EAS und MM2K diesen ernsthaft glauben schenkten. Bill war unser Mann – ein Leuchtfeuer im dunklen Sumpf der Supplementindustrie. Es konnte einfach keinen Grund für Phillips geben, arglistige Täuschung einzusetzen. Schließlich war er dadurch zu einem wohlhabenden Mann geworden, dass er Betrügereien aufgedeckt hatte.

Als sich herausstellte, dass HMB als anaboler Wirkstoff völlig wertlos war, erwartete die Bodybuildinggemeinschaft von Phillips, dass er seinen Fehler eingesteht und Wiedergutmachung leistet, doch von Bill kam nichts dergleichen. Ähnlich wie Bill Clinton, der mit dem Finger auf die Nation zeigte und seine Unschuld beteuerte, stand Bill Phillips hartnäckig zu seiner Behauptung bezüglich der Effektivität von HMB, auch wenn jeder wusste, dass er log. Auch er wusste, dass jeder wusste, dass er log. Die Stunde hatte geschlagen. Bill Phillips beging die Todsünde des Kapitalismus. Er ließ die Leute im Stich, die ihm seinen Erfolg beschert hatten. Er wendete sich an die breitere Masse von Klienten und es sah so aus, als ob er alles sagen und tun würde, um sich dieses Klientel zu sichern.

Es war das Ende einer Ära – und der Anfang einer leidenschaftlichen Skepsis gegen die Supplementhersteller. Auf gewisse Art und Weise hatte dies auch etwas Positives. Doch selbst die qualitativ hochwertigsten Produkte legitimer Hersteller wurden von einer empörten Bodybuildingöffentlichkeit, die einmal zu oft betrogen worden war, als Abzocke bezeichnet. Die Hersteller unternahmen alles Menschenmögliche, um die Effektivität ihrer Produkte einer neuen Sorte zynischer Konsumenten, die dazu neigte ein Produkt abzulehnen ohne es selbst ausprobiert zu haben, zu beweisen. Für andere Hersteller bedeutete diese genaue Prüfung mehr Ärger, als sie schließlich wert war. Es ist einfacher das zu tun, was in der Vergangenheit bereits sehr gut funktioniert hat: Man spricht die Neulinge an, macht hanebüchene Versprechungen, nimmt das Geld … und flüchtet damit.

Das ist der Stand der Dinge heutzutage. Auf viele Arten sind die meisten Supplementprofitmacher nicht anders als die Handlungsreisenden des neunzehnten Jahrhunderts mit ihrem Schlangenöl. Alles dreht sich um Flair, Versprechungen und die Präsentation.

Wir mögen vielleicht denken, dass wir aufgeklärt genug sind, um diese Täuschungen zu durchschauen, doch die Supplementindustrie ist uns immer einen Schritt voraus. Sie wissen, dass die Öffentlichkeit von heute viel zu gebildet ist, um sich durch Schlagworte wie Metabole Optimierer oder Anabole Aktivatoren locken zu lassen. Stattdessen bedient man sich der Wissenschaft oder dem, was von der arglosen Öffentlichkeit als wissenschaftlich aufgefasst wird. Ein Beispiel hierfür ist das Verhältnis des therapeutischen Index eines Proteins im Vergleich zu einem anderen. Wie viele Menschen verstehen dies wirklich? Was bedeutet dies im Endeffekt? Im Endeffekt ist es nichts anderes als auf eine technisch wirkende Art und Weise neu und verbessert zu sagen, auch wenn es sich um dasselbe alte Zeug in einer neuen modischen Verpackung handelt.

Es ist manchmal schwer die Qualität eines Supplements zu bestimmen. Der Preis ist nicht immer ein Faktor. Bruce Kneller glaubt, dass manche Firmen ihre Produktlinien bewusst überteuert anbieten, um ihren Produkten einen Anschein von Prestige zu verleihen. L. Scott Chinery, das Genie hinter der Cybergenics Linie, wusste nur zu gut wie effektiv diese Taktik sein würde. Cybergenics Produkte, die bis zu 200 Dollar kosten konnten, und nicht viel mehr als eine belanglose Dosis von Vitaminen und Mineralstoffen mit ein paar als Dekoration hinzugefügten Pflanzenextrakten enthielten, verkauften sich tausendfach:

Die vorher und nachher Bilder in den alten Cybergenics Werbeanzeigen waren alle gefälscht, doch die Firma machte Millionen damit diesen Müll an die nichts ahnende Öffentlichkeit zu verkaufen. Selbst Steroidanwender wurden zu wiederholten Kunden. Sie waren fest davon überzeugt, das dieses Zeug gut sein musste, da es so viel kostete.


Die Supplements eines neuen Jahrtausends

Nach der Lektüre dieses Artikels werden sich manche Leser fragen, ob nicht alle Supplements nur auf leeren Versprechungen basieren. Das genaue Gegenteil ist jedoch der Fall. Eine Erhöhung des Testosteronspiegels, verbesserte mentale Schärfe, eine gesteigerte Immunfunktion , eine schnellere Erholung von Erkrankungen, beschleunigter Fettabbau, eine Manipulation der Hormonspiegel, verbesserte sportliche Leistungsfähigkeit, größere Kraft und Schnelligkeit, ein besserer allgemeiner Gesundheitszustand und sogar die Möglichkeit einer verlängerten Lebensspanne sind zweifelsohne durch die richtige Anwendung qualitativ hochwertiger Supplements erreichbar.

Nur ein Narr würde die schier endlose Liste der Vorzüge, die man durch eine sinnvolle Anwendung von Supplements erreichen kann, ignorieren. Der Schlüssel zum Erfolg ist hierbei das Wissen welche Supplements wirken und welche wertlos sind.

Dies war auch ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung des Testosteron Magazins. Als Bodybuilder wollten wir mit jedem Fortschritt im Bereich der Ernährung Schritt halten. Bodybuilder waren schon immer an der vordersten Front der Ernährungswissenschaften. Wir sind uns sehr wohl der Tatsache bewusst, dass das, was wir in unseren Körper hineinstecken, einen wichtigen Einfluss darauf hat, wie wir uns fühlen und wie wir aussehen. Wenn man ein regelmäßiger Leser unserer Site ist, dann weiß man, dass unsere Empfehlungen für effektive Supplements sehr selektiv sind. Die Biotest Produktlinie umfasst aus gutem Grund nur relativ wenige Produkte. Nur wenige Produkte wirken tatsächlich. Was die ganze Sache noch komplizierter macht, ist die Tatsache, dass andere Firmen ähnliche Produkte verkaufen, deren Qualität jedoch so schlecht ist, dass man sein Geld im wahrsten Sinne des Wortes in den Abfluss pinkelt.

Wenn man ein Produkt auswählt, dann sollte man sich hierbei immer an die etablierten Firmen mit einem guten Ruf halten. Das, was man bei Billigsupplements vermeintlich an Geld spart, kann im Endeffekt sogar zu höheren Kosten führen, da man entweder aufgrund des geringen Wirkstoffgehaltes oder geringer Wertigkeit mehr von diesen Supplements braucht oder weil man das Supplement absetzt, da man nicht das Gefühl hat Erfolge damit zu erzielen.

Im Endeffekt kann es billiger sein sich gleich das gute Zeug zu kaufen. Es ist wie bei vielen Billigprodukten: wenn man billig kauft, dann kauft man im Endeffekt zweimal.

Es wird wahrscheinlich noch einige Zeit dauern bis es möglich ist, mit Supplements das zu erreichen, was man heute nur mit Medikamenten oder illegalen Substanzen erreichen kann, doch Supplements holen definitiv immer weiter auf. Es werden ständig neue Fortschritte gemacht. Jetzt wo Betrug und Fehlinformationen die Supplementindustrie in der Vergangenheit in Misskredit gebracht haben, wird das hierdurch aufgebaute Misstrauen in der Zukunft immer ein Problem bleiben. Es wird immer einen gewieften Verkäufer mit einem neuen Verkaufsschema geben. Es wird immer eine ungestüme Jugend geben, die nach einer einfachen Antwort oder zumindest einem besseren Weg suchen wird. Tatsache ist, dass es einen besseren Weg gibt. Dieser ist jedoch nicht einfach. Man muss hierfür immer auf dem neusten Informationsstand bleiben und sich über die neusten Erkenntnisse und Fortschritte informieren. Es bedarf weiterhin der nötigen Hingabe und des nötigen Einsatzes. Bei der Supplementation ist es wie mit dem Training – man muss dabei bleiben, um Erfolge zu sehen.

Haftungsausschluss

Hoffentlich hat dieser Artikel den Leser bezüglich der dubiosen Integrität einiger Personen an der Spitze der Supplement Industrie sensibilisiert. Vielleicht wird man in Zukunft zweimal darüber nachdenken wo man sein Geld auszugeben beschließt.

Ich bezweifle, dass der Tag jemals kommen wird, an dem die Marktschreier der Werbeindustrie damit aufhören werden, die Wahrheit zu verbiegen und zu übertreiben. Bis dahin – und wie bereits zuvor – sollte man misstrauisch bleiben und seine Auswahl weise treffen. Es ist eine hässliche Welt da draußen.