Verhalten und Immunsystem: Wer entscheidet hier wirklich?

Ist dein Immunsystem aktiv, dann fordert es, wie schon beschrieben, Energie in Form von Traubenzucker (Kohlenhydraten) und von Fett. Über Interleukine wird das Verhalten, wie schon gesehen, stark beeinflusst und das reicht von Müdigkeit, über Burnout zur Depression und anderen immunologischen Verhaltensweisen.

Artgerechte Ernährung des Homo Sapiens


Warum gibt es Menschen, welche es schaffen zur Schokolade nein zu sagen? Beispielsweise kann eine über das Immunsystem ausgelöste Insulinresistenz dafür sorgen, dass der Blutzucker stark schwankt. Reaktive Hypoglykämien (Unterzuckerung) führt dann zu Heißhunger, Kopfschmerzen (Migräne?) und ähnlichen "Energiemangelsymptomen" des Gehirns. Fordert das Immunsystem Energie, und ist es schon lange chronisch aktiv, sprich eine Insulinresitenz und Leptinresistenz hat sich schon ausgebildet, frisst du. Leptin und Insulin sind normalerweise an einer normalen Sättigungsreaktion beteiligt. Diese, über die beiden Hormone ausgelöste, Sättigung bleibt aus.

Wer entscheidet grade wann, was und wie viel du tatsächlich isst?

Inflammatory Food: Die nicht so guten Nahrungsmittel

Es gibt Nahrungsmittel, welche die schon beschriebenen Barrieren zerstören. Geöffnete oder zerstörte Barrieren lassen Bakterien, Pilze, Viren, Toxine und unverdaute Nahrungsproteine ungehindert in unser Blut strömen und reizen durchgehend das Immunsystem. Hier sprechen wir von Hyperpermeabilitäten oder Leaky Gut (Leaky = löchrig, Gut = Darm), Leaky Mouth (Mund), Leaky Arterias (Arterien), Leaky Derm (Haut).

Die größte Barriere ist unser Darm. Ständig schlucken wir, auch über die Nahrung, Bakterien, Gifte und ähnliches herunter. Daher sammelt sich 80% unseres Immunsystems rund um unseren Darm. Das Darmimmunsystem oder Common Mukosal Immune System. In unserem Darm befindet sich unsere Darmflora. Das ist ein riesen Netzwerk unterschiedlicher Bakterien, Pilze und Mikroorganismen, welche, sofern es sich um die richtige Darmflora handelt, unser Immunsystem unterstützen. Darüber hinaus sind sie der Verdauung von Nahrungsbestandteilen, der Reduktion von Fehlbesiedlung und der Produktion von Vitaminen beteiligt.

Positiv wirkende Darmbakterien wie Bifido und Laktis produzieren kurzkettige Fettsäuren, welche unsere Darmzellen ernähren. Auch wenn Affen beispielsweise hauptsächlich Rohkost verzehren, so produzieren die Darmbewohner unsere Verwandten aus der Tierwelt daraus Fettsäuren, welche aufgenommen werden und die Bakterien selbst sind die Proteinlieferanten für die Affen. Obwohl also der Affe nur Gras frisst, kommenFett und Eiweiß (bei Pferden, Kühen und allen Säugetieren ist das ähnlich) ins Blut.

Wir Menschen besitzen eine andere Verdauungsanatomie, eine andere Darmflora und müssen daher unseren Fett- und Eiweißbedarf anders decken. Das Feuer hat es möglich gemacht, dass wir Menschen, trotz einer "engeren Speiseröhre" als ein "reiner Fleischfresser" keine Probleme mit dem Verzehr von Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln mehr haben. Vielleicht wäre der Mensch ohne Feuer heute nicht das, was er ist.

Neben barrierezerstörerischen Nahrungsmitteln gibt es auch solche, welche die schlechte Darmflora nähren. Ballaststoffarme, kohlenhydratreiche und hochkalorische Nahrungsmittel können Darmpilze wie Candida Albicans, Firmizyten, Streptokokken und andere, oft unerwünschte und krank machende Darmbewohner, als Nahrung dienen. Und wer macht die Barrieren kaputt?

Neben Stress (CRH = Cortisol Releasing Hormone) trifft dies vor allem auf Gluten, Lektine aus Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide (WGA = Wheat Germ Agglutinin), Antibiotika und Entzündungsmedikamente auf Basis von COX-Hemmern (World Cancer Research Fund 2007, Drago S et al. 2006, Fasano A 2012, Kowalski LM, Bujko J. 2012, Cordain L et al. 1999, 2000, Newnham ED.2011, De Filippo C et al 2010, Alvarez JR, Torres-Pinedo R. 1982, Karin de Punder und Leo Pruimboom 2013) zu.

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Die Blähungen, die entstehen, wenn wir Erbsen, Bohnen und Müsli verzehren, sind unter anderem als Entzündungen auf Darmebene zu deuten. Wir reizen durch falsche Nahrungsmittel unser Immunsystem. Ständig. Ein Leben lang? Was passiert und ist das sinnvoll?

Erinnern wir uns daran, dass sich die Systeme in unserem Körper die Energie teilen. Es kann nur eine bestimmte Menge aufgenommen, verarbeitet und produziert werden. Wie viel sportliche Leistung und Muskelaufbau ist möglich, wenn das Immunsystem chronisch aktiv ist? Wie viel von den aufgenommenen Nahrungsmitteln und Supplementen kommt da, an wo diese ankommen sollen bei einer schlechten Darmflora? Wie gut läuft die Wundheilung im Ellbogen (Tennisellbogen?) ab, wenn das Immunsystem auf Darmebene chronisch aktiv ist und sich in den dort befindlichen Lymphknoten sammelt? Ey, das sind rhetorische Fragen.

Weitere Nahrungsmittel, die Entzündungen auslösen können, nicht müssen, sind Nachtschattengewächse. Der Inhaltsstoffe Atropin setzt sich auf den schon beschriebenen muskarinischen Rezeptor und blockiert die Entzündungshemmung durch Acetylcholin. Nachtschattengewächse können daher indirekt pro-entzündlich wirken. Allerdings ist die Menge gering und soll nur der Vollständigkeit wegen erwähnt werden.

Linolsäure aus Pflanzenölen, eine Omega-6-Fettsäure, (Rusyn l et al 1999, ) wirkt ebenso pro-entzündlich wie generell ein Übergewicht an Omega-6-Fettsäuren in der Nahrung (Simopoulos AP. 2011, 2002, de Batlle J et al 2012, Calder PC.2013, Janice K. Kiecolt-Glaser 2007).

Kohlenhydrate im Allgemeinen, wenn sie über die Auffüllung der in Leber und Muskulatur befindlichen Kohlenhydratspeicher verzehrt werden, führen allmählich zu einer Verschlechterung der Insulinsensibilität. Nach ein paar Monaten entwickelt sich daraus ebenfalls eine Insulinresistenz.

Der Blutzucker steigt, da Insulin nicht mehr richtig wirkt. Insulin funktioniert auch nicht mehr um die Lipolyse (Fettabbau) zu blockieren, somit strömen auch freie Fettsäuren (FFA = Free Fatty Acids) ins Blut. Diabetiker in der ersten Phase nehmen daher sehr rasch an Körpergewicht ab. Wie schon beschrieben können FFA und ein erhöhter Blutzucker die TLR aktivieren und somit entzündlich wirken. Und auch Insulin selbst hat nicht nur anabole, sondern vor allem auch entzündungshemmende Eigenschaften (Turina M, Fry DE, Polk HC Jr. 2005, M E Stegenga et al 2008, Dandona P et al 2007).

Wie in dem dritten Einleitungsartikel schon gesehen, verringert sich bei zunehmendem Insulinspiegel die Harnsäureausscheidung. Harnsäure (= Urat), welches sich mit Salz (= Sodium) zu Monosodiumurat verbindet, aktiviert, wen wundert es, ebenfalls den TLR Rezeptor unserer Immunzellen (Joosten LA et al 2010).
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    Es ist vielleicht zum ersten Mal verständlich, weshalb eine verbesserte Insulinsensibilität so ungemein wichtig ist. Je sensibler du auf Insulin reagierst, desto besser kann dein Körper mit Entzündungen umgehen. Das hat nicht nur Einfluss auf die Auffüllung deiner Kohlenhydratspeicher, sondern auch auf deine Wundheilung, deine Körperzusammensetzung, deinen Grundumsatz und deine allgemeine Gesundheit und dein Energielevel. Nicht zuletzt aber auch auf die Möglichkeit, selbstständig zu entscheiden, ob und was du jetzt isst.
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Darüber hinaus kann, wie schon erwähnt, durch Autooxidation von Glukose und der Verzuckerung von Proteinen die Menge an AGE und freien Radikalen deutlich zunehmen (E Wright Jr et al. 2006, Mohanty P et al 2000) und die dadurch entstandenen freien Radikale erhöhen ja die Expression vom NFKB, ihr erinnert euch, einem Schlüsselfaktor bei der Entstehung entzündlicher Erkrankungen (Geoffrey Gloire et al. 2006). Die weiteren Mechanismen, wie eine zu hohe Kohlenhydratlast in der Nahrung, Entzündungen begünstigen können, ist dem dritten Teil über die Entstehung der artgerechten Ernährung zu entnehmen.

Ich bin der Letzte, der dir nur Pute und Reis empfiehlt. Es mag einen Grund für diese Kombination geben! Jedoch haben unzählige Generationen vor uns vorwiegend von tierischen Lebensmitteln und Fleisch gelebt. Rotem Fleisch. Und trotzdem gibt es das Thema rotes Fleisch und Darmkrebs. Rotes Fleisch und Entzündungen. Darauf gehe ich im Artikel über Fleisch in der menschlichen Ernährung genauer ein!

Anti-Inflammatory Food: Die guten Nahrungsmittel

Wenn es Lebensmittel gibt, welche Entzündungen auslösen, gibt es auch solche, die Entzündungen reduzieren können. Den Körper nähren und nicht seine Energieressourcen unnötigerweise über gesteigerte Immunaktivitäten weg ballern.
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    Hat Loren Cordain mit seiner Paleo Diät uneingeschränkt Recht? Ich glaube nicht. Geht es in die Richtung? Auf alle Fälle.
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Der Mann hat sich umfassend damit beschäftigt, jedoch hat er dummerweise dem ganzen Ding einen Namen gegeben. Eine Änderung oder Adaptation an heutige Umstände würde bedeuten, dass vorherige Behauptungen in Frage gestellt werden müssten. Das macht keinen guten Eindruck. Erinnerst du dich? Eine Ernährung mit einem bestimmten Namen ist schon fragwürdig. Und DAS perfekte Lebensmittel wirst du nicht finden. Alles hat ein Für und Wider.

Ich unterscheide eher zwischen "von Mutter Natur zum fressen gedacht" / "von Mutter Natur nicht zum fressen gedacht" als "neues Lebensmittel" / "altes Lebensmittel".


Aber sprechen wir über die Nahrungsmittel mit anti-entzündlichen Eigenschaften. Neben sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien, welche den NFKB hemmen (,dieser wird ja durch freie Radikal vermehrt exprimiert), gibt es Stoffe, welche die TLR- Aktivität reduzieren und den muskarinischen Rezeptor positiv beeinflussen können.

Artgerechte Ernährung des Homo Sapiens


Sekundäre Pflanzenstoffe findest du in hohen Konzentrationen in Beeren, in buntem Obst und in buntem Gemüse. Diese Pflanzenstoffe könnte man als Immunsystem der Pflanze bezeichnen. Sie schützen vor freien Radikalen, Sonneneinstrahlung und haben meist antibakterielle Eigenschaften.

Diese Pflanzenstoffe sind der Gesundheit des Menschen oft zuträglich. Jedoch kann das Immunsystem der Pflanze auch negativ auf uns Einwirken. Darüber wird aber noch gesprochen. Schwefelhaltige Gemüsesorten wie SchnittLAUCH, BärLAUCH, LAUCHzwiebeln, Porree, Zwiebeln und KnobLAUCH können die Produktion des stärksten und schwefelabhängigem Antioxidant namens Glutathion erhöhen.

Neben leberentgiftenden Eigenschaften besitzt Glutathion auch entzündungshemmende Wirkungen. Aber die "Schwefelhaltigen" besitzen auch eigene, sehr gesunde Inhaltsstoffe wie z.B. Alicin und Alliin des Knoblauchs, welche die Durchblutung unserer Gewebe erhöhen können.

Omega-3-Fettsäuren, vor allem jene aus tierischen Lebensmitteln, haben stark anti-entzündliche Eigenschaften, reduzieren die TLR Aktivität und sind Vorstufen von Lösungssubstanzen einer Entzündungsreaktion. Ohne Omega-3-Fettsäuren läuft eine Entzündung NIE korrekt ab, da verschiedene Resolvine, Protektine und ähnliche notwendig sind, um das entzündliche Geschehen zu beenden (Simopoulos AP. 2011, 2002, de Batlle J et al 2012, Calder PC.2013, Janice K. Kiecolt-Glaser 2007, Charles N Serhan et al. 2005,2007, 2008, Rangel-Huerta OD, Aguilera CM, Mesa MD, Gil A. 2012, Wall R et al 2010, Kiecolt-Glaser JK et al 2012).

Nüsse mit einem ordentlichen Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis sind Walnüsse und Macadamia. Alle anderen sind zwar pro-entzündlich, zumindest potenziell, warten aber mit einer Hülle an Nährstoffen, Antioxidantien und anderen positiv Wirkenden Substanzen auf dich.

Genau das meine ich mit dem Satz: "DAS perfekte Lebensmittel wirst du nicht finden." Untersuchung um Untersuchung hat gezeigt, dass die Nuss, egal welcher Art, positiv auf die Gesundheit wirkt (Ros E. 2010, Kelly JH Jr, Sabaté J. 2006, Jenkins DJ2008, Ros E, Tapsell LC, Sabaté J. 2010).
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    Nüsse und Beeren in Kombination sind einer der gesündesten "Snacks" für unseren Körper.
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Andere Nährstoffe, welche entzündliche Prozesse reduzieren können, sind: Alpha Liponsäure, Coenzym Q10, L- Carnitin. Alle drei sind nur in tierischen Lebensmitteln zu finden. B-Vitamine und Creatin, ebenso vorwiegend in Fleisch enthalten, und Proteine.

Proteine, wie auch langkettige Fettsäuren (diesmal auch Omega-6-Fettsäuren, die Verwirrung ist perfekt) stimulieren unseren Parasympathikus während des Verdauungsvorganges. Freie Aminosäuren, entstehend aus verdautem Proteinen und freie Fettsäuren, produziert aus verdautem Nahrungsfett, regen im Darm die Bildung von Cholezystokinin (CCK) an, welcher parasympathische Fasern aktiviert. Das macht müde ("Stresssysteme ausschalten, jetzt verdauen"), zufrieden ("Suchsysteme ausschalten, alles ist da") und reduziert Entzündungen. Fett und Proteine entspannen!

Der Tod liegt im Darm: Übergewicht und Darmflora

Eine schlechte Darmflora kann aus Ballaststoffen 100% Energie herausholen. Plötzlich haben normalerweise unverdauliche Nahrungsmittel oder Inhaltsstoffe viele Kalorien.

Beispiel für so ein Bakterium ist Methanobrevibacter Smithi (Mathur R et al 2012, Bäckhed F 2009). Daneben sorgt eine ständige Reizung unseres Immunsystems bei so einer bakteriellen Fehlbesiedlung für die (chronisch) adaptive Insulinresitenz, Leptinresistenz und irgendwann auch Cortisolresistenz.

Eine Fehlbesiedlung mit Candida albicans kann zu Heißhunger und Sugarcraving führen. Schlafstörungen durch die falsche Nahrung? Die Aktivierung der Stressachsen macht auch das möglich. Daher ist eine Kalorie nicht gleich eine Kalorie. Über Umwege verändern bestimmte Nahrungsmittel, teilweise schon aufgezählt, unsere Darmflora und sorgen somit dafür, dass die aufgenommene Nahrung tatsächlich mehr Kalorien haben kann, als du der Verpackung entnehmen kannst (Tsai F, Coyle WJ. 2008, A. Vrieze, F et al 2010, Santacruz Aet al 2010, Ann M O'Hara und Fergus Shanahan 2006). Ja scheiße. Und auch die Leber wird dadurch stärker belastet.

Darmpilze produzieren Fuselalkohole und die effizientere Darmflora, die selbst aus unverdaulichem Kalorien herauszieht, erhöht die kalorische Dichte der Nahrung.
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    Hat ein Lebensmittel über 250 Kalorien pro 100g , das bedeutet eine hohe Kaloriendichte, hat es großes Potenzial zu Übergewicht zu führen und kann die schlechte Darmflora, welche mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung steht, nähren (World Cancer Research Fund 2007, De Filippo C et al 2010).
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Durch zu viele Kalorien, Toxine und Fuselalkohole, welche aus dem Darm aufgenommen werden, kann die Leber entzünden und es lagert sich sehr schnell Fett in derselben an. Eine nicht alkoholische Fettleber entsteht. Das geschieht also nicht nur durch raue Mengen an dem doch so süßen Fruchtzucker, sondern auch durch die falsche Darmflora.

Gastrointestinale Hyperpermeabilität: Das Leaky Gut Syndrom

Das meiner Meinung nach weitreichendste und interessanteste Thema rund um Nahrung und Immunsystem ist das Leaky Gut Syndrom und die niedriggradige Entzündung (Low Grade Inflammation).



Unsere Darmzellen, die sogenannten Enterozyten, sind so aufgestellt, dass kein Fremdkörper einfach so in unser Blut gelangen kann. Sie sind fest miteinander verbunden über Tight Junctions (Occludin, Claudin, Zonulin, um nur einige zu nennen). Das sind unsere Darmbarrieren. Über den Gliadinbestandteil aus Gluten wird Zonulin, über den CXC Rezeptor der Caco 2 Zellen herausgelöst. Die Tight Junctions öffnen.

Wheat Germ Agglutinin (oder Weizenlektin), aber auch Lektine aus Hülsenfrüchten und Erdnüssen, welche sehr hitzestabil sind, faserarme und stärkereiche Nahrung, können auf ähnliche Weise die Integrität unserer Darmbarrieren zerstören und das Wachstum schlechter Darmbewohner begünstigen (Drago S  et al. 2006, Fasano A 2012, Kowalski LM, Bujko J. 2012, Cordain L et al. 1999, 2000, Newnham ED.2011, Fasano A 2012, De Filippo C et al 2010, Alvarez JR, Torres-Pinedo R. 1982, Karin de Punder und Leo Pruimboom 2013).

Auch über Zinkdefizite, ausgelöst unter anderem durch phytathaltige Lebensmittel, können die Tight Junctions geöffnet werden (Gibson RS et al 2010,  Sturniolo GC et al 2001, Wise A 1995, Torre M, Rodriguez AR, Saura-Calixto F. 1991).

Eine ständige Reizung unserer Stressysteme durch Psychostress oder auch durch Immunaktivitäten erhöhen ebenfalls die Durchlässigkeit unserer Barrieren (Li X et al 2013, Zheng G et al 2013). Jetzt sind die Tore für Bakterien, Viren und Pilze, Giftstoffe aber vor allem auch unverdaute Nahrungsproteine offen. Alles kommt ins Blut. Wie entsteht eine Allergie? Die Scheiße kommt ungehindert ins Blut, weil die Barrieren von Darm, Lunge, Haut zerstört sind und das Immunsystem reagiert mit einer Ausschüttung von Histamin.

Wären die Barrieren intakt, käme davon nichts ins Blut und das Immunsystem würde kein Histamin ausschütten. In der Praxis habe ich unzählige Menschen mit Allergien behandelt, indem wir einfach wieder die artgerechte Ernährung und evolutionäre Verhaltensweisen eingeführt haben. Medizin und Gesundheit kann und darf nicht kompliziert sein. Die gibt es schließlich erst seit etwa 2500 Jahren (,wenn wir Hippokrates als den ersten Mediziner definieren und auch er behandelte vorwiegend mit Nahrungsmitteln und Kräutern), und freilebende Tiere sind auch nur sehr selten vom Doktor. Eine Erkrankung entsteht nicht durch einen Mangel eines Medikamentes.

Eine falsche Darmflora produziert nicht mehr genügen Energie für unsere Enterozyten. Nahrung wird nicht richtig verdaut. Chronischer Stress und eine Fehlernährung z.B. mit zu wenig Proteinen und Fett aus der Nahrung (allen voran Glutamin, Zink) führt ebenso zu einem Leaky Gut (= löchrigen Darm). Jede einzelne Zelle unseres Körpers benötigt eine bestimmte Menge an Nährstoffen und Energie für das optimale Funktionieren. Unsere Darmzellen stellen da keine Ausnahme dar.

Ich möchte hiermit etwas sagen, was eigentlich nie wirklich erzählt wird: Die meisten Ernährungsweisen verbieten dir bestimmte Nahrungsmittel, schränken dich bei der Nahrungsmittelauswahl und damit oft auch in deiner Lebensqualität ein. Es geht nicht um einen bestimmten Namen einer Ernährung. Es geht mir nicht um Restriktion und Vermeidung von Nahrungsmitteln. Es geht mir in erster Linie darum, dass der Körper, jede einzelne Zelle, bestimmte Nährstoffe benötigt, um optimal arbeiten zu können.
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    Gib deinem Körper das was er benötigt und er macht daraus genau das Richtige zum richtigen Zeitpunkt. Die ganzen Mechanismen in unserem Körper sind so unglaublich komplex, dass es wirklich arrogant wäre zu behaupten, dass man tatsächlich genau versteht ,was da vor sich geht.
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Ich bin so müde: Low Grade Inflammation

Low Grade Inflammation (LGI) steht für niedriggradige Entzündung und beschreibt den Zustand eines chronisch aktiven Immunsystems in niedrigem Bereich. Durch schon beschriebene Mechanismen kann das Immunsystem durchgehend gereizt werden und fordert Energie, verbraucht Protein, Calcium (ein aktives Immunsystem arbeitet mit Calcium, da die Proteinfaltung der Chaperone im endoplasmatischen Retikulum diesen Mineralstoff benötigt) und Glukose.

Das schon beschriebene Hyperpermeabilitäts-Syndrom, bei welchem die körpereigenen Barrieren wie Haut, Darmschleimhaut, Lungenepithel und Zahnfleisch kleine Löcher, Eintrittspforten für Bakterien, Pilze und Viren aufweisen, ist ein universeller Faktor für chronische niedriggradige Entzündungen (Leo Pruimboom 2009, 2012).

Die gängigen Erkrankungen unserer Zeit wie Übergewicht, Burnout, Depressionen, Arteriosklerose, Krebs, Diabetes Typ2 und intestinale Hyperpermeabilität sind ebenfalls mit (chronisch) niedriggradigen Entzündungen assoziiert (Hammer 2009, Kalb 2009, Miller 2009, Gareau 2008, Kanel 2008, Parish 2008, Tilg 2008, Candore G et al 2010).

Ob nun Burnout, Depressionen oder Übertraining – es sind die gleichen, oder zumindest ähnlichen Mechanismen, die dort ablaufen, und es ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein und dieselbe zugrunde liegende Problematik: Die chronische Aktivierung des Immunsystems (Angeli A. et al. 2004, Armstrong LE e tal. 2002, Tiidus PM 1998, Smith LL 2000, Swanson DR 2006, Petibois C et al. 2001, Toker S und Biron M 2012, Mariana C Calle et al. 2010).

Das Erschöpfungsgefühl und der Verlust an Motivation sich zu bewegen, welches ein leistungsorientierter Sportler immer mal wieder erlebt, sind schon biologische Marker für eine niedriggradige Entzündung (Skinner et al. 2009).

Interessant dabei ist, dass hochintensives und vor allem exzentrisches Krafttraining Entzündungen auslösen kann. Dies geschieht sehr wahrscheinlich aufgrund von einem größeren Muskelschaden und dadurch erhöhter Infiltration von Monozyten und neutrophilen Granulozyten in das verletzte Muskelgewebe (Smith 2000) und einer durch Interleukin-6 und -1 induzierten Aktivierung der HPA-Achse (Path et al. 1997). Und Entzündungen, wie wir schon gesehen haben, führen doch zu einer Verschlechterung der Glukose- und Kohlenhydrattoleranz und zu einer mehr oder minderen Insulinresistenz? Wie viel Kohlenhydrate verträgst du denn eigentlich nach einem harten Krafttraining?

Jetzt ist es doch interessant zu erfahren, wie sich die Kohlenhydratgabe rund um das Training auf Entzündungen und LGI auswirken, oder nicht? Ich meine, genau das wird doch von jedem "Experten" propagiert. Jeder tut es. Es kann nicht falsch sein. Oder handelt es sich auch hier wieder um die Machenschaften der Pharma- und Supplement-Industrie? Ich hoffe, dass es für euch spannend bleibt. Mehr gibt’s in den folgenden Artikeln.

Quellen: Immunsystem

  1. Infection-induced viscerosensory signals from the gut enhance anxiety: implications for psychoneuroimmunology
  2. The immune system and developmental programming of brain and behavior.
  3. From inflammation to sickness and depression: when the immune system subjugates the brain
  4. The open window of susceptibility to infection after acute exercise in healthy young male elite athletes.
  5. The diseasome of physical inactivity--and the role of myokines in muscle--fat cross talk.
  6. Resolution of inflammation: state of the art, definitions and terms
  7. Resolving inflammation: dual anti-inflammatory and pro-resolution lipid mediators.
  8. Resolution of inflammation: the beginning programs the end.
  9. Conceptual development of the immune system as a sixth sense.
  10. Detection of aggregated leukocytes in the circulating pool during stress-demargination is not necessarily a result of decreased leukocyte adhesiveness.
  11. Antiinflammatory Action of Glucocorticoids — New Mechanisms for Old Drugs
  12. Low grade inflammation as a common pathogenetic denominator in age-related diseases: novel drug targets for anti-ageing strategies and successful ageing achievement.
  13. Feeding our immune system: impact on metabolism.
  14. Glucose metabolism in lymphoid and inflammatory cells and tissues.
  15. Glutamine and the immune system.
  16. Why is L-glutamine metabolism important to cells of the immune system in health, postinjury, surgery or infection?
  17. Immune modulation of the hypothalamic-pituitary-adrenal (HPA) axis during viral infection.
  18. The sympathetic nerve--an integrative interface between two supersystems: the brain and the immune system.
  19. Cortisol-induced insulin resistance in man: impaired suppression of glucose production and stimulation of glucose utilization due to a postreceptor detect of insulin action.
  20. Cortisol is negatively associated with insulin sensitivity in overweight Latino youth.
  21. The effects of cortisol on insulin sensitivity in muscle.
  22. Experimental endotoxemia induces adipose inflammation and insulin resistance in humans.
  23. Glucocorticoid-induced insulin resistance in skeletal muscles: defects in insulin signalling and the effects of a selective glycogen synthase kinase-3 inhibitor.
  24. Insulin resistance associated to obesity: the link TNF-alpha.
  25. Modulation of hypothalamic PTP1B in the TNF-alpha-induced insulin and leptin resistance.
  26. Protein-tyrosine phosphatase 1B expression is induced by inflammation in vivo.
  27. Muscular interleukin-6 and its role as an energy sensor.
  28. Engagement of fatty acids with Toll-like receptor 2 drives interleukin-1β production via the ASC/caspase 1 pathway in monosodium urate monohydrate crystal-induced gouty arthritis.
  29. Fatty acid-induced induction of Toll-like receptor-4/nuclear factor-κB pathway in adipocytes links nutritional signalling with innate immunity
  30. Differential modulation of Toll-like receptors by fatty acids: preferential inhibition by n-3 polyunsaturated fatty acids.
  31. Exercise and Toll-like receptors.
  32. Toll-like receptor 4: link to the anti-inflammatory effects of exercise?
  33. Obesity and Free Fatty Acids (FFA)
  34. Elevation of free fatty acids induces inflammation and impairs vascular reactivity in healthy subjects.
  35. Chronic inflammatory diseases are stimulated by current lifestyle: how diet, stress levels and medication prevent our body from recovering
  36. The role of exercise and PGC1alpha in inflammation and chronic disease.
  37. Inflammatory talk: linking obesity, NF- and Aromatase.
  38. Inflammation and increased aromatase expression occur in the breast tissue of obese women with breast cancer.
  39. Glucose challenge stimulates reactive oxygen species (ROS) generation by leucocytes.
  40. Effects of free fatty acids on glucose transport and IRS-1-associated phosphatidylinositol 3-kinase activity.
  41. Evolutionary Aspects of Diet: The Omega-6/Omega-3 Ratio and the Brain
  42. The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids.
  43. Association between fatty acid intakes and serum inflammatory markers in COPD
  44. Depressive Symptoms, n-6:n-3 Fatty Acids, and Inflammation in Older Adults
  45. Polyunsaturated fatty acids, inflammation and immunity.
  46. Omega-3 polyunsaturated fatty acids and inflammatory processes: nutrition or pharmacology?
  47. Corn oil rapidly activates nuclear factor-kappaB in hepatic Kupffer cells by oxidant-dependent mechanisms.
  48. Omega-3 long-chain polyunsaturated fatty acids supplementation on inflammatory biomakers: a systematic review of randomised clinical trials.
  49. Fatty acids from fish: the anti-inflammatory potential of long-chain omega-3 fatty acids.
  50. Omega-3 supplementation lowers inflammation in healthy middle-aged and older adults: a randomized controlled trial.
  51. Nuts and berries for heart health.
  52. Possible benefit of nuts in type 2 diabetes.
  53. Nuts and coronary heart disease: an epidemiological perspective.
  54. Health benefits of nut consumption.
  55. World Cancer Research Fund 2007
  56. The gut flora as a forgotten organ
  57. Gut microbiota composition is associated with body weight, weight gain and biochemical parameters in pregnant women.
  58. The environment within: how gut microbiota may influence metabolism and body composition
  59. The microbiome and obesity: is obesity linked to our gut flora?
  60. Changes in intestinal microflora in obesity: cause or consequence?
  61. Intestinal Methanobrevibacter smithii but Not Total Bacteria Is Related to Diet-Induced Weight Gain in Rats.
  62. Interleukin-33 induces protective effects in adipose tissue inflammation during obesity in mice.
  63. Pathophysiological mechanisms of stress-induced intestinal damage.
  64. Association between burnout and circulating levels of pro- and anti-inflammatory cytokines in schoolteachers.
  65. Inflammation in chronic heart failure.
  66. Gut, inflammation and osteoporosis: basic and clinical concepts.
  67. Banting lecture 1988. Role of insulin resistance in human disease.
  68. Inflammation as an intermediate pathway in the association between psychosocial stress and obesity.
  69. Anti-inflammatory effects of insulin.
  70. Effect of acute hyperglycaemia and/or hyperinsulinaemia on proinflammatory gene expression, cytokine production and neutrophil function in humans
  71. Acute hyperglycemia and the innate immune system: clinical, cellular, and molecular aspects.
  72. Pruimboom, L. A universal model of disease. Van Nature 2009; in press
  73. Twenty Years of Research on Cytokine-Induced Sickness Behavior
  74. An evolutionary hypothesis of depression and its symptoms, adaptive value, and risk factors.
  75. The unknown mechanism of the overtraining syndrome: clues from depression and psychoneuroimmunology.
  76. Cytokine hypothesis of overtraining: a physiological adaptation to excessive stress?
  77. Effects of resistance training on the inflammatory response
  78. Job burnout and depression: unraveling their temporal relationship and considering the role of physical activity.
  79. The overtraining syndrome in athletes: a stress-related disorder.
  80. Avoidance of physical activity is a sensitive indicator of illness.
  81. Chronic inflammatory diseases are stimulated by current lifestyle: how diet, stress levels and medication prevent our body from recovering.
  82. Corticosterone mediates stress-related increased intestinal permeability in a region-specific manner
  83. Combat-training increases intestinal permeability, immune activation and gastrointestinal symptoms in soldiers.
  84. Leaky gut and autoimmune diseases.
  85. Impact of diet in shaping gut microbiota revealed by a comparative study in children from Europe and rural Africa.
  86. Interactions of soybean lectin, soyasaponins, and glycinin with rabbit jejunal mucosa in vitro.
  87. Effects of dietary fiber and phytic acid on mineral availability.
  88. The Dietary Intake of Wheat and other Cereal Grains and Their Role in Inflammation
  89. Phytate and zinc bioavailability.
  90. Zinc supplementation tightens "leaky gut" in Crohn's disease.
  91. A review of phytate, iron, zinc, and calcium concentrations in plant-based complementary foods used in low-income countries and implications for bioavailability
  92. Gluten causes gastrointestinal symptoms in subjects without celiac disease: a double-blind randomized placebo-controlled trial.Am J Gastroenterol. 2011 Mar;106(3):508-14; quiz 515. doi: 10.1038/ajg.2010.487. Epub 2011 Jan 11.
  93. Evaluation of biological and clinical potential of paleolithic diet
  94. Modulation of immune function by dietary lectins in rheumatoid arthritis
  95. Zonulin, regulation of tight junctions, and autoimmune diseases.
  96. Gliadin, zonulin and gut permeability: Effects on celiac and non-celiac intestinal mucosa and intestinal cell lines.
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Bilder: EMSL