Grundlegende Aufgabe und Funktion der Schilddrüse

AtmungsketteDie in der Schilddrüse produzierten Hormone u.a. Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) steuern zusammen in der Hauptsache den Grundumsatz und den Fettstoffwechsel des Organismus. Diese Eigenschaften könnten einen Einsatz dieser Hormone während einer Diät sinnvoll erscheinen lassen, indem man eine Hyperthyreosis factitia (künstliche Überfunktion) mithilfe von exogen zugeführten Schilddrüsenhormonen provoziert.

Die Funktionen der Schilddrüse werden hauptsächlich durch Hormone gesteuert die im Gehirn gebildet werden. Der Hypothalamus gibt aufgrund von körperlicher Belastung oder Kälte ein Hormon (THR) frei das die Ausschüttung von TSH in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) stimuliert. Die Abkürzung TSH steht für Thyreoidea-stimulierendes Hormon oder einfacher ausgedrückt ein Hormon das die Schilddrüse „antreibt“. In dem Zusammenhang sei noch erwähnt das die TSH-Ausschüttung ebenfalls durch die schon im Blut befindlichen (in der Schilddrüse produzierten) Hormone gesteuert wird. Der menschliche Körper ist und bleibt ein ständiger Kreislauf! Daraus lässt sich Schlussfolgern das weniger TSH vom Gehirn ausgeschüttet wird wenn das Blut mit ausreichend Schilddrüsenhormonen angereichert ist.


Grundlegendes zu Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3)

T4T4 ist die eigentliche Vorstufe von T3. Denn der größte im Blut befindliche Teil von T4 kommt direkt aus der Schilddrüse und erst durch die Umwandlung in der Leber, Nieren und den Muskeln wird T3 produziert. Es wird hierbei in der Medizin zwischen freien und an Eiweißstoffe gebundene Schilddrüsenhormonen unterschieden. Nur die freien Hormone (fT4, fT3) sind im Körper wirksam und die gebundenen werden als „Reserve“ gehalten.




T3T3 und T4 wirken auf zwei unterschiedliche Weisen: Auf einer Seite erhöhen sie den Energieumsatz des menschlichen Körpers und passen ihn somit an äußere Umstände (z.B. hartes Training) an, auf der anderen Seite wirken sie aber auch hemmend auf die THR- und TSH-Ausschüttung aus Hypothalamus und Hypophyse. Diesen Vorgang nennt man negative Rück-koppelung, womit wir wieder bei dem Thema „Kreislauf Mensch“ angekommen wären.




T4 und T3 gelangen als hydrophobe Stoffe problemlos durch fast alle Zellmembranen und binden dort an einen zytoplasmatischen Rezeptor, der sich an bestimmte Stellen der DNA im Zellkern anlagert und dort Gene aktiviert, die z.B. zur Herstellung der ATP-Synthese führen (siehe hierzu den DNP und Kreatin Artikel im Portal). Es wird u.a. das Knochenwachstum und die Organreifung beeinflusst, darüber hinaus wird die Vernetzung der Neuronen im Gehirn gefördert, die Wirkung der Neurotransmitter der Katecholamine verstärkt und der Herzschlag und Pulsschlag erhöht. Des weiteren wird die Wärmeproduktion und die Sauerstoffaufnahme erhöht, die allgemeine Proteinsynthese und damit das Wachstum verstärkt. Auch die Fettsynthese und der Fettabbau und der Wasser- und Salzhaushalt werden angeregt.


Grundlegende Veränderungen des Hormonspiegels während einer Diät

Grundsätzlich kann man sagen das die T3-Werte während einer harten Diät fast immer unter dem Norm-Bereich liegen. Der Grund dafür liegt in der Tatsache das der Organismus unterversorgt ist und die Umwandlung von T4 zu T3 gestört wird (Low T3 Syndrom). Einer der Hauptgründe für diese Störung ist u.a. die verminderte Aufnahme von Fetten (einer der wichtigsten Faktoren in der Hormonproduktion) während einer Diät. Die „Diät-Praxis“ sieht oft so aus das man lieber ein paar Gramm Fett weglässt als die schon wenigen Kohlenhydrate noch weiter zu reduzieren- verständlicherweise!

Dies hat im schlimmsten Falle folgende Auswirkungen oder deren Verstärkung:
  • Stillstand des Gewichtsverlust
  • Langsamerer Herzschlag
  • Leichte Ermüdbarkeit
  • Allgemeine Schwäche


Als diese Punkte sind äußerst kontraproduktiv während einer Diät und haben so manchen hinter seinen Erwartungen hinken lassen. Deshalb empfiehlt es sich grundsätzlich im Verlauf einer Diät die T4 bzw. T3 Werte checken zu lassen um eventuell mit einer exogenen Zufuhr entgegensteuern zu können.


DNP


Grundlagen einer Kombination von DNP und T4/T3

Die Wirkungsweise von DNP wurde bereits im Artikel „DNP - Wundermittel oder gefährlicher Wahnsinn ?“ ausführlich dargestellt (Stichwort ATP-Entkopplung). Im dortigen Kapitel „Nebenwirkungen von DNP“ wurde bereits auf die Möglichkeit einer Funktionsstörung der Schilddrüse verwiesen. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache das sowohl 2,4 Dinitrophenol (DNP) als auch die Schilddrüsenhormone die Eigenschaft haben aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit der Moleküle die Atmungskette zu entkoppeln. Dies hat während der Einnahme von DNP eventuell eine primäre Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) zur Folge da der Körper aufgrund der Einnahme von DNP keine Veranlassung mehr sieht die Hormone selbst zu produzieren. Diese Nebenwirkung ist nach dem Absetzen oft irreversibel!

Daher ist der Denkansatz während der Einnahme von DNP sich exogen T4/T3 zuzuführen nicht als abwegig zu betrachten. Allerdings ergibt sich durch die Kombination der Substanzen aufgrund der ähnlichen Eigenschaften folgende Probleme:
  • Die Atmungskette wird noch weiter entkoppelt
  • Noch deutlicher erhöhter Herzschlag
  • Noch stärkere Schweißausbrüche


Daher sollte bei einer eventuellen Kombination von DNP und T4/T3 eine Hyperthyreosis factitia (künstliche Überfunktion) im oberen Bereich zwingend vermieden werden! Es reicht absolut aus die Werte wieder in den Referenzbereich (s.o.) zu bringen um u.a. einen eventuellen irreversiblen Schaden der Schilddrüse entgegenzuwirken.

Grundsätzlich benötigt der Mensch beide Hormone um den Hormonkreislauf in Gang zu halten (siehe die Abbildung). Somit ist es durchaus einleuchtend und sinnvoll bei der Einnahme von DNP eine Kombination von T4/T3 einzunehmen da sich aller Wahrscheinlichkeit nur so eine ausgewogene enzymatische Konversion von T4 in T3 aufrechterhalten lässt. Für die Hypothese der Kombinierten Anwendung von DNP und Schilddrüsenhormonen steht selbstverständlich der Nachweis aufgrund der fehlenden Datenlage aus; es bleiben nur kommende Erfahrungsberichte.

Ganz anders sieht es allerdings bei einer „konventionellen“ Diät ohne DNP aus. Die Praxis vieler Athleten T4 als alleiniges Hormon einzunehmen ist mehr als fraglich, da ein erhöhter T4 Spiegel nicht unbedingt mit einer steigenden Konversion zu T3 einhergehen muss.


Abschließend

An den Einsatz von 2,4 Dinitrophenol als Mittel der Gewichtsreduktion werden sich immer die Geister scheiden. Es gibt keine andere bekannte Substanz mit der sich ein ähnlich durchschlagendes Ergebnis während einer Diät erzielen ließe; doch die zu erwartenden Nebenwirkungen sind immens und können ggf. zum Tot führen.

Wenn man sich allerdings nach reiflicher Überlegung für die Einnahme von DNP entschieden hat sollte man versuchen die gegebenen und zu erwartenden Nebenwirkungen so weit wie möglich zu minimieren. Einer der vielen Ansatzpunkte währe der Versuch die Störung der Schilddrüse mithilfe der Kombinierten Anwendung von T4/T3 in den Griff zu bekommen.

Es sollte Euch bewusst sein das zu dieser Thematik keine aussagekräftigen Daten vorliegen, wir werden versuchen Euch diese an anderer Stelle zugänglich zu machen. Eine Dosierempfehlung für die Schilddrüsenhormone ist somit auch nicht möglich da die Wirkung von DNP alleine schon unvorhersehbar ist. Daher gilt es Vorsorge zu treffen und sich einem Arzt anzuvertrauen und die Werte der Schilddrüse regelmäßig überprüfen zu lassen um die Dosierung von T4/T3 steuern zu können.

Wir möchten noch mal darauf Hinweisen das androgen-steroids jedem von der Einnahme von DNP abrät.