Da nehmen wir doch erstmal den Paradesportler für so was. Arnold Schwarzenegger. Vom hirnlosen Supermacho, der zwei MG42 gleichzeitig auf'm Arm und die Munitionskiste auf'm Rücken halten konnte zum Gouverneur von Kalifornien. Was soll man dem Mann sagen? "Ey, Du hast da was falsch gemacht?" Trifft's wohl nur begrenzt. Auch wenn er ab und an mal ein bisschen länger wartet, etwas zu unterschreiben. Sei es der Vertrag für seinen neuesten Film oder die Begnadigung eines Todeskandidaten. Aber kommt Zeit kommt Rat, kommt mehr Zeit kommt Oberrat war eine bewährte Lebensweisheit unter Lehrkörpern in den 80er Jahren.Doch es gibt ja viel bessere Beispiele für den Missbrauch von Medikamenten. Momentan jeden zweiten Tag im Fernsehn, nur leider nach dem denkwürdigen Freitag gegen Deutschland nicht mehr - die Hand Gottes. Diego Armado Maradonna. Wenn man die Fernsehbilder gesehen hat und noch nie gekokst hat, weiß man, was einen erwartet. Da hat der Mann an der linken Hand seine Tochter und an der rechten einen berühmten argentinischen Rockstar und rastet bei jeder Aktion aus als ginge es um Leben und Tod. Doch wir erinnern uns, auf dem Platz hatte er nicht immer die Puste für so was. Da gab´s dann zwischen all dem Koks auch mal ein bisschen Ephedrin. Was leichtes, für zwischendurch. Mit trockenem Abgang und weichem Bouquet. Doch auch das reichte nicht um dem armen Diego das Dasein als Schwergewicht zu nehmen. Entziehungskur (vom Alkohol wohl bemerkt) und die eine oder andere Affäre haben ihn erst wieder zurückgeholt. Doch jetzt muss ich sagen, gefällt er mir. Wegen solcher Menschen entsteht "Stadion-Athmosphäre". Ein gutes Stichwort ... preview
... denn die gab es in jedem legendären Champions-League Finale unter Mitwirkung eines Deutschen sicher auch. 1993 im Finale des damals noch "Europapokals der Landesmeister" hatte es nur einer eilig mit dem Verlassen der Kabine vor dem Spiel. Unser guter alter Rudi. Und jetzt fragen sie nicht welcher Rudi? Es gibt nur einen Rudi Völler! Und eben jener Rudi war wohl aus der Mannschaft Marseilles der einzige, der nicht fünf Minuten vor Anpfiff noch den letzten Kick durch die Nadel bekommen hatte. Völler selbst verweigert bis heute jeden Kommentar dazu, aber das kennen wir ja von ihm. Man denke an Frank Rijkaard und die unheimliche Begegnung der dritten Art in der Kabine 1990 im Achtelfinale nach roten Karten für beide. "Das haben wir wie Männer geregelt" sagt Rudi. Und auch der holländische Mannschaftsarzt bestätigte dies indes. Wohl gut für Rijkaard, dass er kein weiteres Spiel mehr spielen musste. Sonst hätten wir die durch Ebbe Sand salonfähig gemachte Nasenmaske wohl früher gesehen. Doch zurück ins Jahr 1993 - da war es eben jener Völler, der als einziger dem Systemdoping vor'm "Spiel des Jahrhunderts" für Marseille entsagte und statt dessen als erster und einziger im Kabinentrakt auf dem Flur stand und über seine Kollegen und die Vereinsleitung schimpfte wie ein Rohrspatz. Da stand es bereits 1:0 für Rudi. Doch nach einem kurzen Aufkochen in der Öffentlichkeit wurde dieser Umstand wohl doch eher "italienisch" geregelt. Wenn dort tatsächlich der Tabellen-Dritte nachträglich zum Meister erklärt wird, dürften die Würfel neu fallen und das Geld neu gemischt werden. Interessante Konstellationen stehen uns bevor. Aber vorsichtshalber springen die Italiener dort schon mal aus Fenstern, um sich alle Optionen des Abgangs zu wahren.
Und da ist ja noch einer, der eigentlich immer dabei ist, wenn irgendwo ein Italiener anstatt sich selbst auch mal Plastiktüten aus dem Fenster wirft, die L'equipe zuviel weiß, oder ein anderer Italiener tot in seinem Hotelzimmer liegt. Ja richtig, sie haben's erraten. Unser Jan. Jan Ullrich. Nicht, dass er Tüten aus Fenstern wirft, Italiener umbringt oder zuviel weiß. Nein, er fährt einfach nur Fahrrad. Und eben diesem Umstand hat er es zu verdanken, dass er auch immer dabei ist, wenn es um Doping geht. Dabei beteuert er doch, außer ein paar Ecstasy-Tabletten niemals was angefasst zu haben. Mein Gott, denken sie. Ecstasy ist doch was für Grundschüler. Ja, stimmt. Aber unser Jan hat es ja auch nur zum Abnehmen genommen. Komisch nur, dass sein Trikot auf einmal von Magenta-Pink zu Gelb-Grün wechselte. Aber ich habe diese Drogen eh nie verstanden.Doch seine armen anderen Kollegen wie Lance Armstrong oder auch Marco Pantani werden ebenfalls ständig schuldlos verdächtigt. Dabei ist es doch nichts besonderes, die paar Tage mit'm Fahrrad durch Frankreich zu gurken. Durch Holland, OK. Das hat Anspruch. Aber durch Frankreich. A propos Holland ... da schau ich gestern Abend Fernsehen, und wen sehe ich? Olli Pocher, der gerade die Tür von Jupp Neeskens Wohnwagen aufmacht und mit unserem Pokal winkt. "Das wäre ihr Preis gewesen!" Tja Oranje, hättet ihr mal den Mannschaftsarzt von Marseille dabei gehabt. Dann wäre jetzt Portugal auf der Heimfahrt, und wir hätten vielleicht doch noch ne Chance bekommen uns persönlich um Euch zu kümmern. Na ja, man muss als Führungsmannschaft eben auch Aufgaben delegieren können.
Zurück zu den Radfahrern. Die meisten sind sowieso so dünn, dass man sie mit zwei Teelichtern röntgen kann, und dennoch wird fleißig alles reingeworfen, was es so gibt. Jetzt hat es also 58 erwischt für die Tour de France. Und das natürlich nur, weil irgend ein Spanisch-Experte ab und an ein wenig "Blutveredelung" betreibt, wie man das jetzt Neudeutsch nennt. Und der arme Jan und seine Kollegen schwören Stein auf Bein, niemals etwas damit zu tun gehabt zu haben. Die deutsche Telekom sieht dies wohl anders oder hat schlichtweg bessere Informationen als alle anderen. Auf jeden Fall ist die Tour damit mal eben zur inoffiziellen amerikanischen Meisterschaft geworden. Gut, dass die Amis nicht dopen, um damit die Brücke zu Arnold zurück zu schlagen. Aber der ist ja auch Österreicher.
Doch der absolute Knüller ist ja die Idee Bodybuilding olympisch werden zu lassen. Wie sieht denn das dann aus? Ich möchte die Institution sehen, die sich ihren guten Ruf damit versaut, Männer mit einem BMI von über 30 und dabei 6% Körperfett zu attestieren, dass die außer ein bisschen Eiweißpulver und Kreatin nichts weiter einfahren. Na, viel Spaß dabei.
Doch wie dem auch sei, solange wir uns nicht von der Vorstellung verabschieden, alle diese Sportarten seien "sauber", wird diese Diskussion wohl ewig weiter gehen. Da ist es schon gut zu wissen, dass alle, die mit mir am Tisch saßen, auch Zeit Ihres Lebens immer gut dabei waren. Aber so können wir wenigstens mitreden im Konzert derer, die es auf die ganz große Showbühne geschafft haben; die mit ihren Anabolikas.