Der Hinweis könnte die großen Bargeldabhebung vom gemeinschaftlichen Bankkonto sein, bevor sie ihren Mann ermordet; oder vielleicht könnten es die Fingerabdrücke des Poolmannes sein, die das Forensik-Team im Schlafzimmer findet; oder vielleicht war es der karge Butler, der plötzlich beschließt ein 1.Klasse-Ticket nach Frankreich zu kaufen.... Was auch immer die Beweise sind, so etwas wie ein perfektes Verbrechen gibt es nicht - jede böse Tat hat ihren eigenen "rauchenden Revolver". Genauso ist es mit den guten Dingen, wie Erfolg: Es passiert nicht einfach, es gibt immer Hinweise darauf.

In den vergangenen 27 Jahren meiner Karriere als Krafttrainer habe ich viele starke Athleten kennengelernt. Viele mussten große Hindernisse überwinden um so erfolgreich zu werden, während andere eine unglaubliche Genetik zu besitzen scheinen und es so aussieht als würden sie ein Abkürzung kennen, die zu unglaublicher Stärke führt. Unabhängig davon, wie die Athleten es geschafft haben so stark zu werden, meiner Erfahrung nach haben all diese Athleten 5 Dinge gemeinsam:

1. Sie legen Wert auf Ruhe und Erholung

Kürzlich war ich beim Abendessen mit Ed Coan, eine sagenumwobene Person im Powerlifting und ein Champion der die Stange, wörtlich genommen, hoch angesetzt hat, für seine Kraftsportkollegen. Wie gut er war? Er wurde mit 21-Jahren Weltmeister im Powerlifting in der 181-Pfund Klasse und wog selber 138 Pfund. 1991 mit 220 Pfund hatte er ein Total von 2402 Pfund (962 Kniebeugen, 545 Bankdrücken, 901 Kreuzheben) und bis heute steht sein Rekord im Kreuzheben. Wenn Athleten Ed Coan getroffen haben, fragten sie ihn nur noch welchen Rekord er brechen würde, und wer wohl zweiter wird.

Während sich die Interviews der Zeitschriften mit solchen Champions meistens auf die Intensitätslevel der Athleten konzentrierten, betraf das Geheimnis, das Ed mit mir geteilt hat, das genaue Gegenteil. Coan sagt, dass mit der wichtigste Teil seines Trainings gewesen wäre, dass er sehr viele Ruhezeiten hatte, einschließlich eines täglichen Mittagsschlafs. Er hatte keine von Fachleuten überprüfte wissenschaftliche Studie dabei die seine Behauptung stützt – obwohl es interessante Theorien über die Wichtigkeit des täglichen Mittagsschlafs gibt. Es war nur der gesunde Menschenverstand: "Wenn man sich nicht erholt, kann man nicht wachsen!"

2. Sie tun das, was bei ihnen funktioniert

Ich habe viele Athleten mit vergleichbarer herkulischer Stärke gesehen, die zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten unterschiedliche Ansätze verwendet haben. Einige schwören auf ein Training mit kurzen Trainingszyklen und andere waren von längeren Zyklen überzeugt. Einige, wie auch die bulgarischen Gewichtheber, die oft die "große rote Maschine" aus Russland besiegt haben, trainierten in dem sie in einer einzelnen Trainingseinheit die Gewichte pyramidenartig nach oben und unten variierten. Diese Methode nennt sich "wave loading". Wieder andere bevorzugten eine Reihe von Sätzen mit Maximalgewichten. Trotz dieser gravierenden Unterschiede im Training gibt es ein Merkmal, dass alle diese Athleten gemeinsam hatten: Körper-Intelligenz.

Für gewöhnlich ist es einfach nur verrückt, wenn man Dinge anderen Leuten nachmacht und sich davon andere Ergebnisse erhofft. Doch Athleten wie diese sind "Body Smart": Wenn eine Trainingsmethode nicht funktioniert, versuchen sie eine andere bis sie das System gefunden haben, das für sie am besten funktioniert. In der Tat finden sie, vor allem durch Versuch und Irrtum, so für sich den wirksamsten Weg das Prinzip der Überlastung zu befolgen. preview

3. Sie suchen sich einen Mentor

Es ist sogar Bestandteil von Systemen wie der Neuro-Linguistische Programmierung (NLP), die Motivationstrainer wie Anthony Robbins verwenden. Dabei muss man sich eine erfolgreiche Person suchen und deren Verhaltensweisen kopieren. Wenn du ein Powerlifting Champion werden willst, dann suche Rat bei einem Powerlifting-Guru wie Louie Simmons und finde heraus, wie er seine Weltrekordhalter trainiert. Wenn du ein Top-Strongman werden willst, dann suche einen Top-Trainer von Strongman-Athleten wie Art McDermott auf. Wenn du die Mentoren nicht persönlich treffen kannst, um dich von ihnen trainieren zu lassen, dann lies zumindest ihre Bücher!

Ed Coans Mentor war Bill Seno, ein ehemaliger Mr.America in den 60er Jahren, der auch Wettkämpfe im olympischen Gewichtheben bestritten hat. Diese Kombination findet man heutzutage nur selten. Seno war so stark wie er aussah und schaffte, so erzählte man, 573 Pfund im Bankdrücken. Eine ziemlich außergewöhnliche Leistung zu seiner Zeit! Bill Kazmaier war ein ehemaliger Weltrekordhalter im Powerlifting, und dominierte die Strongman-Szene viele Jahre. Sein Mentor war Powerlifting-Legende Tony Fitton. Seno und Fitton waren es, die Personen wie Coan und Kazmaier, wie auch vielen andere erfolgreiche Athleten, dabei geholfen haben das Rätselraten bei ihrem Training zu beenden.

4. Sie experimentieren ständig

Nachdem der Mentor seinen Athleten erst einmal auf den rechten Weg geführt hat, versucht jeder einzelne der Athleten viele verschiedene Dinge aus, um stärker zu werden. Diese natürliche Neugier und die Bereitschaft zu experimentieren und Risiken einzugehen sind wichtige Eigenschaften.

Es gibt so etwas, wie das einzige perfekte Training, das bei jedem funktioniert, nicht - jedes System hat eine gewisse Wirkung, und einige funktionieren besser als andere. Das Experimentieren mit verschiedenen Dingen ist ein Teil des Trainingsprozesses. Ich finde es frustrierend zu sehen, dass so viele Trainer und Organisationen behaupten, sie hätten das perfekte Trainingssystem; oder Studien zu lesen bei denen verschiedene Systeme miteinander verglichen werden, wie zum Beispiel 10x3 mit 5x5. All das bringt den Leser dazu zu glauben, dass das besagte System das Beste sei.

Tatsächlich erzielten viele "1 Satz Systeme" in derartigen Studien nicht deshalb gute Ergebnisse, weil sie überlegen waren, sondern weil die Athleten, die sie benutzt haben, im Übertraining waren und das geringere Volumen ihnen erlaubt hat, sich zu erholen – dieses Prinzip nennt sich "Fatigue masks Fitness" ("Müdigkeit überdeckt Fitness").

5. Sie alle sind großartige Stress-Manager

Beim Auftreten von unglücklichen Ereignissen oder Hindernissen sehen erfolgreiche Athleten die Chancen, die sich Ihnen dadurch bieten, anstatt den Problemen. Sie haben alle Rückschläge erlitten, die sie benutzt haben um dadurch noch stärker zu werden. Ein offenkundiger Fall ist Lance Armstrong mit seinem Sieg über den Krebs und seinen zahlreichen Siegen bei der Tour de France. Es gibt auch viele Beispiele von Gewichthebern die Hindernisse überwunden haben.

Bob Bednarski war ein US-Lifter der in den 60er und 70er Jahren aktiv war. Yuri Zakharevich aus Russland war in den 70er und 80er Jahren aktiv. Nahe dem Höhepunkt ihrer Karrieren haben beide Athleten Weltrekorde gebrochen. Leider bekamen beide Ellbogenluxationen und viele Experten sagten, das sei das Ende ihrer Karriere. Vor allem angesichts der damaligen Chirurgie-Techniken und der Sportmedizin, verglichen mit heute. Beide Männer erholten sich jedoch und brachen noch weitere Weltrekorde. Bednarski schaffte im Umsetzen & Drücken 486,5 Pfund in den nationalen Meisterschaften 1968 und wog dabei 247 Pfund und im folgenden Jahr hat er 525 Pfund gestoßen (aus einem Rack). Zakharevich riss 463 Pfund an den Olympischen Spielen 1988 mit einem Gewicht von 242 Pfund. Dieses Gewicht haben seitdem nur wenige Super-Schwergewichts-Athleten übertroffen. In den Worten von Friedrich Nietzsche: "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker."

Zusammenfassend ist das gemeinsame Motto aller erfolgreichen Athleten ganz einfach: Sei du selbst. Abwechslung ist die Würze des Alltags, und das trifft auch fürs Krafttraining zu. Entdecke die Eigenschaften, die dich einzigartig machen, akzeptiere sie und suche dann die Trainingsmethoden und Ideen, die dir dabei helfen, eine körperliche Überlegenheit zu entwickeln und dein individuelles Potential voll auszuschöpfen.

Charles Poliquin ist seit über 30 Jahren weltweit einer der erfolgreichsten Strength Coaches. Er ist vor allem dafür bekannt Athleten schneller, magerer & stärker zu machen als seine Konkurrenten. Er hat Athleten aus NFL, NHL und MLB sowie hunderte von olympischen Athleten trainiert. Sein größter Erfolg sind jedoch Weltrekordhalter in 10 olympischen Disziplinen. Derzeit leitet er das Poliquin Strength Institute in Rhode Island, USA und gibt weltweit Seminare zu Training und Ernährung.

Wenn Du Interesse an Seminaren in Deutschland (in Deutsch) hast, schick Deine Kontaktdaten an Janelle@CharlesPoliquin.com