Funktionen von Wasser in Deinem Körper
Der Körper besteht zu mindestens 6o Prozent aus Wasser (bei Spitzensportlern bis zu 70 Prozent), welches sich in verschiedenen Flüssigkeitsräumen des Körpers verteilt. Die Muskulatur besteht zu ca. 70 Prozent aus Wasser, hingegen das Fettgewebe nur zu 10 – 15 Prozent. Wasser dient dem Körper als Lösungsmittel und Transportmittel und ist für den Elektrolythaushalt im Körper verantwortlich. Der Wasserhaushalt wird durch die Zufuhr und Abgabe von Wasser reguliert. Wasser dient der Wechselwirkung mit gelösten Stoffen und ist ein Partner für chemische Reaktionen. Die sehr weit gefächerten fundamentalen Faktoren des Wassers geben einen kleinen Überblick über die vielen Aufgaben vom Wasser in unserem Organismus. Die Regulation findet hauptsächlich durch das Herz, die Niere und das zentrale Nervensystem, mit den jeweiligen Fühlern und Regelkreisen, statt.Zufuhr und Verlust von Wasser
Die allgemeine Empfehlung für Flüssigkeitszufuhr, ohne sportliche Betätigung, liegt laut den meisten wissenschaftlich basierten Empfehlungen, von z.B. der Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung und vieler angesehener Journals, bei 1-2 Litern pro Tag. Die Zufuhr wird hauptsächlich durch den Durst bestimmt und sollte als wichtiges Körperzeichen auch wahrgenommen werden. Durch den Ausgleich mit dem nichtenergetischen Nährstoff "Wasser" kannst Du nicht nur Deinen Wasserhaushalt optimieren, sondern auch wichtige Elektrolyte oder andere Nährstoffe zuführen. Die Bilanz des täglichen Wasserumsatzes setzt sich aus dem Verlust (ca. 2,6 Liter pro Tag) zusammen und der selbigen Aufnahme (bei einer Trinkmenge von 1,4 Litern). Dabei verlieren wir das Wasser durch Verdunstung (0,9l), den Stuhl (0,2l) und den Urin (1,5l). Unsere Wasserzufuhr wird zum Großteil durch unsere Trinkmenge beeinflusst (1,4l), durch unsere Nahrung (0,9l) und durch Oxidationswasser von abgebauten Stoffen (0,3l). Diese Schätzwerte der DGE dienen dir als eine Veranschaulichung Deiner Wasserbilanz. [1]Die nationale Verzehrsstudie II aus dem Jahre 2008 zeigt, dass die Flüssigkeitszufuhr von alkoholfreien Getränken über den Empfehlungen liegt und als positiv bewertet wird. Der deutsche Bürger konsumiert demnach ca. 2300 ml Flüssigkeit am Tag. [2]
Was passiert bei einer negativen Wasserbilanz?
Die Wasserversorgung wird durch den Körper immer versucht aufrecht zu erhalten, indem die Niere durch Reabsorption den Körper mit Wasser versorgt. Die Niere entzieht dem Körper aus dem Blut, der Lymphe, sowie aus Gewebs- und Hirnwasser die Flüssigkeit, um sie für die spezifischen Funktionen zu nutzen. Diese Möglichkeit der Wasserbeschaffung kann natürlich nur bis zu einem bestimmten Punkt funktionieren, sobald dieser erreicht wurde, verdicken die Flüssigkeiten und es erhöht sich die Viskosität. Diese Veränderung führt zu einer sehr schlechten Fließeigenschaft des Blutes und die Nährstoffversorgung wird stark beeinträchtigt. Die Schweißproduktion wird stark reduziert und es kommt zu einer Überhitzung des Körpers mit schweren Folgen für deinen Körper. previewKann man zu viel Wasser zuführen?
Ja, eine maximale Zufuhrgrenze liegt bei ca. 10l und sollte auf Dauer nicht konsumiert werden. Der Verlust von verschiedensten Mineralstoffe und anderen wichtigen Körperstoffen, durch Ausspülung, ist bei einer so großen Menge an Wasser sehr hoch und würde zu nicht kalkulierbaren Schäden im Organismus führen. Eine Hypotone Hyperhydratation oder auch Wasservergiftung, ist allerdings bei adäquater Trinkmenge ausgeschlossen. Jedoch gab es auch schon Fälle bei denen das Trinken, durch sehr große Mengen in kurzer Zeit, bis zum Tod geführt hat.Trinke ich genug?
Durch eine einfache Methode, welche natürlich nicht immer optimal anwendbar ist, kann man schnell herausfinden, ob deine Wasserbilanz in einem guten Bereich ist. Diese Methode wird auch als Hautfaltentest bezeichnet. Du ziehst mit Zeige- und Mittelfinger eine Hautfalte, auf z.B. der oberen Seite deines Unterarms leicht nach oben, als ob Du Dich selber zwicken wolltest, dabei sollte die Haut sich wieder schnell zurückziehen und straff wirken. Tut sie dies nicht und zieht sich nur langsam zurück, solltest Du mehr trinken! Diese Methode würde bei den meisten jedoch erst ein negatives Anzeichen geben, wenn der Wasserhaushalt stark gestört ist. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel eine Bestimmung des semiquantitativen Eiweißgehaltes im Urin oder eine Blutprobe und viele andere. Alle Methoden haben verschiedene Fehlerquellen, welche oft nicht richtig interpretiert werden. Genauere Angaben wie Du Dein Trinkverhalten beim Sport anpassen kannst und wie viel Du trinken solltest, werde ich Dir im zweiten Teil exakter erläutern.Wann ist der Wasserbedarf erhöht?
Eine Erhöhung des Wasserbedarfs kann durch viele Faktoren entstehen. Es gibt viele Ursachen bei gesunden Menschen, welche wiederrum verschiedenste Motive haben können. Ich möchte Dir ein paar dieser Ursachen kurz darlegen.Ein hoher Energieumsatz ist meist einer der Gründe, weshalb auch ein erhöhter Wasserumsatz entsteht, eine angepasste Wasserzufuhr ist demnach sehr wichtig. Trockene und kalte Luft kann ebenso eine Erhöhung des Wasserbedarfs zur Folge haben, denn durch diese werden unsere Schleimhäute trocken und Staubpartikel und andere Verschmutzungen aus der Luft, reizen diese stärker. Auch die Haut wird trockener und will mit einem mehr an Wasser versorgt werden. Ein hoher Proteinverzehr wirkt sich ebenso auf die Flüssigkeitszufuhr aus. In diesem Fall wird an und für sich die Ausscheidung von Endmetaboliten verstärkt. Es entsteht eine erhöhte glomeruläre Filtrationsrate, was für Dich heißt, dass Du unbedingt mehr trinken solltest, damit Deine Nieren funktionstüchtig bleiben. Bei einer Einnahme von über 2,0 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht, gibt es bei einer adäquaten Trinkmenge jedoch keine belegten Studien dafür, dass sich diese negativ auf den Organismus auswirken würde. Auch nach wenig Aufnahme von fester Nahrung solltest Du Deine Flüssigkeitszufuhr erhöhen, denn wie Du jetzt weißt, nimmst Du ca. einen Liter Wasser durch Deine Nahrung auf und solltest dementsprechend bei wenig Nahrung oder einer Diät darauf achten Deinen Wasserhaushalt und somit Deinen Körper nicht durch eine zu niedrige Wasserbilanz zu belasten.
Ebenso gibt es natürlich auch Krankheiten, welche sich negativ auf den Wasserhaushalt auswirken. Beispiele für solche Erkrankungen sind:
- Ödeme
- Fieber
- Erbrechen
- Durchfall
- Blutverlust
Zusammenfassung
Du solltest die Funktionen von Wasser und die damit verbundenen Bedarfs- und Verlustkomponenten einschätzen lernen, denn durch eine negative Wasserbilanz kannst Du Deinem Körper eine Reihe von möglichen Schäden zufügen. Präventives Trinken ist in den meisten Lebenssituationen positiv. Achte immer auf Dein Durstgefühl und entwickle in diesem Bereich eine Sensibilität für Deinen Körper.Vorschau Teil II
Flüssigkeitszufuhr im Sport steht im zweiten Teil im Vordergrund. Nachdem Du jetzt um die wichtigsten Funktionen von Wasser, der damit verbundenen Zufuhr und den Verlustfaktoren Bescheid weißt, wird der zweite Teil sich mit dem Thema der Trinkmengen, Zufuhrempfehlungen und Getränkearten speziell im Bereich Sport beschäftigen.Guten Durst !!!
Quellen
- Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller: Wasserhaushalt, Humanernährung (WS 2011/2012)
- Nationale Verzehrsstudie II (2008), Seite 52