Glutamin ist eine nichtessentielle Aminosäure. Normalerweise produziert der Körper selbst genügend Glutamin um den physiologischen Bedarf zu decken, jedoch kann der Körper in Zeiten hoher Belastung nicht genug Glutamin produzieren und es wird zu der wichtigsten Aminosäure und extrem essentiell. Umstände in denen Glutamin unter metabolischem Stress zu einer extrem wichtigen Aminosäure wird sind unter anderem: bei Verletzungen, Operationen, Krebs, Blutvergiftung, Verbrennungen und intensivem Training(1). Glutamin ist die am meisten vorkommende Aminosäure in unserem Körper und wird von jeder Zelle benötigt. Von manchen mehr als von anderen. Hauptsächlich wird es in der Skelettmuskulatur synthetisiert und gespeichert. Hier befinden sich auch 60% der gesamten Glutaminspeicher unseres Körpers. Glutamin findet sich auch in bedeutenden Mengen in unserer Leber, im Gehirn und im Magen(2).

Eine durchschnittliche Person nimmt ungefähr 5 bis 10 Gramm Glutamin pro Tag über die Nahrung auf. Fleisch, Fisch, Geflügel, Bohnen, Proteinpulver und andere Nahrungsmittel, die wir täglich aufnehmen, enthalten alle Glutamin. In der Regel liefern die Nahrungsmittel und die körpereigene Synthese ausreichende Mengen Glutamin. In Phasen mit hohem metabolischem Stress können die Glutaminbestände in unseren Zellen um 50 Prozent und die Bestände in unserem Plasma um 30 Prozent abfallen(1). Glutamin hat vor kurzem das Interesse der Wissenschaft auf sich gezogen und gewinnt immer mehr an Popularität. Die Supplementation von Glutamin scheint Leuten mit Magen-Darmproblemen, schweren Verletzungen oder Erkrankungen, Herzkrankheiten und Krebs zu helfen. Es hat sich gezeigt, dass es außerdem das Immunsystem stärkt, Muskelmasse aufbaut und die Symptome von Übertraining bei Athleten reduziert(2).

Glutamin macht 30-35 Prozent des Bestandes an Aminosäuren-Stickstoffs in unserem Plasma aus(4). Sir Hans Krebs hat im Jahre 1935 die metabolische Grundlage von Glutamin gefunden. Glutamin wird aus Glutamat synthetisiert und spielt eine lebenswichtige Rolle im Gewebestoffwechsel(5). Glutamin enthält zwei Ammoniak-Gruppen. Eine entsteht aus dem Vorläufer-Molekül Glutamat und die andere Ammoniak-Gruppe entsteht aus freiem Ammoniak, das sich im Blutkreislauf befindet. Diese zwei Ammoniak-Gruppen sind mit verantwortlich für die Rolle von Glutamin als Stickstoff-Shuttle im Blutkreislauf, durch welche der Körper davor bewahrt wird, dass sich schädliche Ammoniakkonzentrationen aufbauen. Glutamin fungiert als eine Art Puffer weil es ermöglicht Stickstoff aufzunehmen, abzugeben und es im Körper zu transportieren, um die Synthese von vielen Verbindungen wie Aminosäuren, Purin und Pyrimidin zu fördern. Wenn Sticksoff abgegeben wird, hilft das dabei Proteine zu bilden und infolgedessen mehr Muskeln aufzubauen und zu reparieren(4).

Während intensivem Training fallen die Glutaminwerte signifikant um 50 % ab. Das kann für den Athleten nachteilig sein, da sein Körper auf Glutamin als zellulären Kraftstoff angewiesen ist. Wenn die Glutaminwerte herabgesetzt sind, stehlen sich andere Organe das benötigte Glutamin aus der Skelettmuskulatur. Dies wiederum kann zu Muskelabbau führen. Es hat sich gezeigt, dass die Supplementierung von Glutamin den Muskelabbau minimiert und den Proteinmetabolismus verbessert. Eine erhöhte Konzentration von Glutamin im Körper reduziert die Nachfrage nach freiem Glutamin aus anderen Zellen, Gewebe, Immunsystem und Dünndarm(6). In einer Studie aus dem Jahr 1996 hatten Personen, die eine Supplementation mit Glutamin erhielten, einen geringeren Abbau von Muskelprotein(7). Eine jüngere Studie zeigte, dass Glutamin antikatabol wirkt und somit dabei hilft Muskeln zu erhalten und Muskelverlust zu verhindern(8, 9). Glutamin wird daher oft als Muskelnahrung bezeichnet und ist bei Gewichthebern und Bodybuildern sehr beliebt(2).

Glutamin versorgt nicht nur die Muskeln mit Energie, es ist auch der Hauptenergielieferant für verschiedene Zellen des Immunsystems wie z.B. die T-Zellen, Lymphozyten und Markrophagen. Anstrengendes Training, Stress, Verletzungen, Fasten und Infektionen verursachen alle einen Abbau von Glutamin in den Immunzellen(10). Zum Beispiel ergab eine Studie, dass anstrengendes Training die Glutaminwerte um 35-50% absinken lässt und das Auftreten von Infektionen in den oberen Atemwegen erhöht(11). Der Zustand des Übertrainings bei Athleten wurde ebenfalls mit geringen Werten von Plasmaglutamin in Verbindung gebracht als man die Werte mit gut trainierten Athleten verglichen hat. Übertraining entsteht in Folge von erhöhter Intensität, Volumen oder Trainingsfrequenz und fehlender Regenerationszeit für den Körper. Dies führt zu einer geringeren Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Depressionen und Übelkeit bei den Athleten(12).

Intensives Training und Übertraining könnte das Immunsystem gefährden indem es die Anfälligkeit für virale und bakterielle Infektionen erhöht. Ein geringer Glutaminwert senkt auch die Produktion von T-Zellen und reduziert die Fähigkeit von Makrophagen, Viren und Bakterien zu bekämpfen, die in den Körper eindringen. Eine gewöhnliche Erkältung wurde ebenso wie Grippe und HIV mit niedrigen Glutaminwerten in Verbindung gebracht(13). Die Oxford University hat 1996 eine Studie mit 150 Marathonläufern durchgeführt. Die eine Hälfte der Teilnehmer bekam 5 Gramm Glutamin nach einem anstrengenden Rennen und die andere Hälfte ein Placebo. Die Leute, die das Placebo bekommen haben, wurden nach einem Marathonlauf doppelt so oft krank(12). Jeder Athlet, der ein intensives, anstrengendes Training ausübt, wird von der Supplementierung von Glutamin schon alleine deshalb profitieren, weil es seinem Immunsystem die Fähigkeit verleiht, gesund zu bleiben. Infolge dessen wird der Athlet häufiger trainieren können.

Es hat sich ebenfalls herausgestellt, dass Glutamin bei der Erholung von schweren Krankheiten, Verletzungen und Operationen förderlich ist. Der Heilungsprozess nach einer Operation könnte verbessert und der Krankenhausaufenthalt dadurch verkürzt werden. In einer Doppelblind Studie mit schwerkranken Personen in Krankenhäusern wurden der einen Hälfte Glutamin über eine Magensonde gegeben und die andere Hälfte bekam nichts Zusätzliches. Die Gruppe die Glutamin bekommen hat, verließ die Intensivstation und das Krankenhaus früher als die Kontrollgruppe. Die zusätzliche Gabe von Glutamin verbesserte ebenfalls die Stickstoffbilanz und die Darmpermeabilität dieser Personen ohne, dass es zu zusätzlichen Nebenwirkungen kam(14).

Die Zellen des Darms, genauso wie die die Muskelzellen und die Immunzellen, benutzen Glutamin als Kraftstoffquelle. Glutamin wurde bei Menschen mit Problemen im Verdauungssystem supplementiert und könnte Durchfall, Verdauungsstörungen und Symptome von entzündeten Darmerkrankungen mindern. Die Linderung dieser Symptome wird durch die Fähigkeit von Glutamin geschaffen, dass es Ausflüsse durch die Darmwände verhindert(15).

Es gibt sichere Beweise für die wichtige Rolle von Glutamin im Darm: Es fördert die Aufrechterhaltung der Darmbarriere, es reduziert septische Morbidität, Darm-Zellen-Proliferation und Differenzierung. Die zusätzliche Gabe von Glutamin könnte möglicherweise bei jedem bekannten Magen-Darm Problem helfen und die Nebeneffekte von Protease-Inhibitoren sowie von einer Krebs-Chemotherapie mindern(16).

Glutamin-Supplementation wurde auch ein positiver Einfluss auf viele andere Krankheiten und Zustände zugeschrieben. Dazu gehören z.B. Krebs-Chemotherapie, HIV, Angina, Morbus Crohn, Lebererkrankungen, Hypoglykämie und sogar Alkoholismus. Ebenfalls gibt es möglicherweise positive Einflüsse von Glutamin auf eine Verbesserung der Gehirnfunktion, Glucose Regulation und Glykogenbildung. Es gibt Spekulationen, dass Glutamin zukünftig für die Behandlung von Schlaflosigkeit, zur Gewichtsreduzierung, bei Depressionen, Angstgefühlen und Schizophrenie zum Einsatz kommt. Für den Einsatz in diesen Bereichen gibt es jedoch nur wenig bis keine wissenschaftlichen Studien. Es ist noch viel mehr Forschungsarbeit nötig um herauszufinden ob Glutamin noch mehr Vorteile hat, als wir bisher schon wissen(2).

Glutamin ist eine in der Natur vorkommende Aminosäure und völlig risikofrei. Es gibt nur sehr geringe Nebenwirkungen wie Kopfweh oder Magenverstimmungen, und diese treten normalerweise nur bei Dosierungen über 21 Gramm auf. Verstopfung und Blähungen sind noch seltener. Es gibt auch bei Dosierungen über 21 Gramm keinerlei Berichte von toxischen Reaktionen(17). preview

Obwohl die Sicherheit von Glutamin bewiesen ist sollte Personen mit Diabetes, Krebspatienten, Schwangere und stillende Frauen und Personen mit fortgeschrittenen Lebererkrankungen, Schlaganfällen oder Epilepsie es trotzdem nur nach dem Ermessen eines Arztes zu sich nehmen(2). Personen, die eine systemische Medikation erhalten, sollten kein Glutamin nehmen um mögliche antagonistische Wechselwirkungen zu vermeiden.

Glutamin ist erhältlich in Tabletten, Kapsel und Pulverform. Außerdem ist es als enterale und parenterale Nahrung und in medizinischen Lebensmitteln erhältlich. Typische Dosierungen reichen von 4 bis 21 Gramm und werden für gewöhnlich über den Tag hinweg verteilt. Athleten sollten 5 Gramm nach dem Training nehmen um maximal davon zu profitieren(4). Glutamin kann von Kraftsportlern und anderen hochintensiv Trainierenden eingesetzt werden, um Muskelverlust vorzubeugen und sich vor Krankheiten zu schützen. Denjenigen, die sich von einer Verletzung oder einer Operation erholen, kann es dabei helfen schneller aus dem Krankenhaus raus zu kommen. Und natürlich hilft es auch Personen mit Magen-Darm Problemen. Glutamin ist in jeder Apotheke und in jedem Gesundheitsfachgeschäft leicht zu bekommen und ist eins der wenigen sicheren Supplemente ohne Nebenwirkungen.

Ich habe vor etwa einem Jahr damit begonnen Glutamin zu nehmen, als mich ein Personal Trainer in unserem Studio darüber informiert hat. Weil es sicher ist und keine Nebenwirkungen existieren, hatte ich mich entschlossen, es zu testen. Da ich eine Schwimmerin bin, nahm ich es auch wegen den Vorteilen im Sport wie z.B. verminderter Muskelabbau, Reduzierung der Übertrainingssymptome und damit mein Immunsystem gesund bleibt und ich nicht so oft krank werde. Ich glaube, wie bei fast allen Supplementen, gibt es keinen sicheren Weg, um zu sagen, ob das Präparat tatsächlich hilft und ich glaube auch, dass die Wirkung oft psychologische Ursachen hat. Trotzdem habe ich festgestellt, dass ich wenn ich 5 Gramm Glutamin nach dem Gewichttraining nehme, am folgenden Tag deutlich weniger Muskelkater habe. Ich nehme es mittlerweile immer noch regelmäßig ein, weil es im Bereich des Krafttrainings und des Muskelaufbaus inzwischen so viele überzeugende Beweise gibt, dass es funktioniert. Ich wusste bisher nichts von den vielen anderen Vorteile wie die Hilfe bei Magen-Darm Problemen, die Wirkung auf schwere Verletzungen und der Wirkung bei Krebspatienten. Die positiven Effekte im Magen-Darmbereich interessieren mich besonders da ich Magenprobleme habe. Das ist auch der Grund warum ich derzeit trotzdem noch Glutamin supplementiere, obwohl ich nicht mehr so viel trainiere. Ich nehme Glutamin weiterhin wegen der Vielzahl an positiven Wirkungen.

Ich habe meine Nachforschungen über Glutamin gemacht, weil ich etwas untersuchen wollte, dass ich auch selbst einnehme. Ich wollte wissen ob Glutamin etwas ist, dass sich lohnt weiter zu konsumieren oder ob ich damit nur mein Geld zum Fenster hinaus werfe. Besonders nachdem ich erfahren habe, dass die Wirkung vieler Supplemente in diesem Bereich nicht wissenschaftlich bewiesen ist, und dass sie vielleicht sogar gefährlich für mich sein könnten, wollte ich sicher sein, dass Glutamin ungefährlich ist. Ich würde jedem Athleten Glutamin empfehlen, um sein Immunsystem zu stärken und Übertrainingssymptome zu reduzieren. Außerdem bin ich der Meinung, dass Bodybuilder es nehmen sollten um Muskelverlust entgegenzuwirken weil sie ja so hart trainieren um Muskelmasse aufzubauen. Des Weiteren würde ich Glutamin jedem empfehlen, der über Magen-Darmprobleme klagt oder sich gerade von einer Operation oder einer schweren Krankheit erholt. Glutamin ist eines der wenigen Supplemente das sicher ist und dessen Wirkung wissenschaftlich bewiesen wurde.

Quellenangaben:

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  • 2. Greenwell, Ivy. Glutamine: the essential "non-essential" amino acid. LE Magazine. 1999.
  • 3. Souba, W. W. Glutamine physiology, biochemistry, and nutrition in critical illness. Austin, TX: R.G. Landes Co.; 1992.
  • 4. Miller, A. L. Therapeutic considerations of L-glutamine: a review of literature.
  • 5. Krebs, H. A. Metabolism of amino-acids: The synthesis of glutamine from glutamic acid and ammonia, and the enzymic hydrolysis of glutamine in animal tissues. Biochemistry Journal. 1935 Aug; 29(8):1951-1969.
  • 6. Antonio, J., Street, C. Glutamine: a potentially useful supplement for athletes. Canadian journal of applied physiology. 1999; 24(1): 1-14.
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