Diesen Spruch haben die meisten Kraftsportler bestimmt schon oft gehört. Besonders Bodybuilder beschäftigen sich sehr intensiv mit der Ernährung. Dass die Ernährung das Training, den Muskelaufbau und die Gesundheit maßgeblich beeinflussen, ist in unserer Gesellschaft allerdings jedem bewusst. Ein eigentlich sehr positive Entwicklung ist der Trend zu ökologischen Lebensmitteln. Nach der neusten Ökobarometer-Umfrage des Bundesverbraucherministeriums greifen knapp drei Viertel der Deutschen zu Bio-Lebensmitteln. Der Grund ist meist die Hoffnung auf eine gesündere Ernährung, hohe Qualität der Lebensmittel und weniger Schadstoffe. Doch können Bio-Lebensmittel dies Erfüllen?

Sind sie schmackhafter? Sind sie gesünder? Neben einer gesunden Lebensmittelauswahl, sollten wir Verbraucher im Supermarkt auf viele Kennzeichnungen, Parameter und weitere Kenngrößen achten. Besonders schwierig fällt uns die Entscheidung, wenn die Bio-Lebensmittel das vierfache, im Vergleich zu den konventionell hergestellten Produkten, kosten. Die meisten Verbraucher sehen es nicht ein, wegen des Siegels so viel Geld zu bezahlen.
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    Gibt es wirklich einen Vorteil, wenn man sich für Bioprodukte entscheidet? Passen Bio-Lebensmittel aus Indien zu Schnäppchenpreisen zu der Bio-Philosophie? Ist Bio gleich Bio? Kann man auch als Vegetarier Muskeln aufbauen? Ist vegane Ernährung gesünder? Kann man über vegane Ernährung genügend Eiweiß zu sich nehmen? All diese Fragen und noch viele mehr werde ich in dieser Artikelserie beantworten.
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Zunächst werde ich klären, was allgemein Bio-Lebensmittel sind. Welche Siegel es gibt und was man als Verbraucher erwarten kann, wenn ein bestimmtes Siegel auf dem erwünschten Produkt steht. Über die Erläuterung der Umweltfaktoren von Bio-Lebensmitteln komme ich zu den interessantesten Teil für Bodybuilder: den gesundheitlichen Nutzen von Bio-Lebensmitteln. Anschließend geht es über die vegetarische Ernährung zum veganen Trend.

Einige Beispiele aus der veganen Szene zeigen, dass die Empfehlungen von 1 kg Pute am Tag wohl nicht zwingend das Non plus ultra für den Muskelaufbau zu sein scheinen. Die Artikelreihe wird daher eine fleischfreie Ernährung im Kraftsport inspizieren.

Bio-Lebensmittel und Bio-Siegel

Das deutsche, sechseckige Bio-Siegel wurde im September 2001 vom damalige Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) für Produkte des ökologischen Landbaus eingeführt (siehe Abb. 1).

Bio Siegel
Abbildung 1: Bio Siegel

Der Grund war ein elaborierter Überblick, da zu diesem Zeitpunkt sehr unterschiedliche Kennzeichnungen vorhanden waren. Es ist aber nicht bestreitbar, dass das Bio-Siegel ein wenig Klarheit geschaffen hat. Dieses Siegel ist bundeseinheitlich und steht für Erzeugnisse aus dem ökologischen Landbau, eine ökologische Produktion und eine artgerechte Tierhaltung. Da sich hinter diesen Begriffen viel verstecken kann, werde ich sie später etwas differenzierter betrachten.

Die Verwendung des Bio-Siegels ist freiwillig und kostenlos. Daher ist zunächst der Hersteller dafür verantwortlich das Bio-Siegel auf sein Produkt zu drucken. Dass jeder Hersteller sich an die Richtlinien des Siegels hält, ist nicht selbstverständlich. Die Nutzung des Siegels muss der Hersteller aber immerhin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mitteilen. Dementsprechend beliebt ist dieses Siegel bei den Herstellern. Durchschnittlich werden jeden Tag 18 Produkte bei der BLE angezeigt, die das Bio-Siegel verwenden möchten. Auf den Monat gerechnet sind es ca. 540 neue Bio-Produkte in Deutschland (DGEinfo, 08/2011).


Im Jahre 2007 wurden 3,2% des Gesamtlebensmittelmarktes in Deutschland von Bioprodukten abgedeckt, die das Bio-Siegel tragen. Trotz der Finanzkrise 2008 - 2010 stiegen die Umsätze und die Warenvielfalt an Bioprodukten weiter an (BLE, 2011).

Obwohl das Bio-Siegel von jedem Hersteller verwendet werden darf, gibt es natürlich eine rechtliche Grundlage. Das Öko-Kennzeichengesetz (BGBI. I, S. 78, 2009) stellt dabei die Basis dar, wobei folgende Regeln gelten:
  • Produkte mit einem Bio-Siegel müssen die oben genannten Rechtsvorschriften befolgen.
  • Sie müssen für den ökologischen Landbau produziert, aber auch kontrolliert worden sein.
  • Lebensmittel, die mehr als nur eine Zutat besitzen, dürfen maximal 5% nicht ökologische Zutaten besitzen. Dies gilt jedoch nur, wenn die verwendeten Produkte nicht als ökologische angebaute Produkte auf dem Markt erhältlich sind. Zusammengefasst müssen mindestens 95% den ökologischen Standards des Bio-Siegels entsprechen.
  • Der Einsatz von Gentechnik ist immer verboten
  • Des Weiteren sind viele Zusatzstoffe, die in konventionellen Produkten verwendet werden dürfen in ökologischen Produkten mit den Bio-Siegel nicht erlaubt.


EU Bio Siegel
Abbildung 2: EU Bio Siegel

Seit 2010 hat sich die EU auf ein einheitliches Bio-Siegel geeinigt. Dieses Siegel wird als EU-Bio-Logo bezeichnet (siehe Abb. 2). Mit diesen Siegel hat sich auch deren Verwendung geändert. Jeder Hersteller, der mit einer ökologischen bzw. biologischen Produktion wirbt, muss dieses Logo auf sein Produkt bzw. auf dessen Verpackung drucken. Es ist somit nicht mehr freiwillig. Natürlich dürfen Produkte immer noch nach biologischen Standards produziert werden ohne dieses Siegel tragen zu müssen. In diesem Fall dürfen sie aber auch nicht die Begriffe biologisch und ökologisch auf ihre Produkte drucken. Die einzige Ausnahme stellen unverpackte Produkte dar. Bei diesen ist die Verwendung des neuen Siegels immer noch freiwillig.

Neben dem EU-Bio-Siegel gibt es noch weitere Siegel von verschiedenen Anbauverbänden. Demeter und Bioland sind dabei die bekanntesten Logos. Diese Siegel erfüllen immer die Vorgaben des EU-Bio-Siegels und gehen in vielen Bereichen noch darüber hinaus. Diese Siegel versuchen verschiedene Schlupflöcher zu decken, indem sie z.B. Gülle aus konventionellen Betrieben ohne Ausnahmen verbieten. Durch die neue Öko-Verordnung sind erstmals Spuren gentechnisch veränderten Materials zulässig.

Eine "Verunreinigung" beispielsweise durch Pollenflug von Genfeldern muss bis zu einer Höhe von 0,9 % bei dem neuen EU-Bio-Siegel nicht mehr gekennzeichnet werden, somit ist es auch nicht für den Verbraucher erkennbar. Es könnte also passieren, dass neben einem Biofeld ein gentechnisch verändertes Feld liegt, diese Verunreinigung müssen die Verbraucher unwissentlich hinnehmen. Bei den Anbauverbänden mit eigenen Biosiegeln wird dies nicht toleriert.

Insgesamt kann gesagt werden, dass das deutsche Bio-Siegel eine große Zustimmung in unserer Gesellschaft gefunden hat. Viele Unternehmen verwenden dieses Siegel um ihre Produkte zu kennzeichnen. In Anbetracht auf die vielfältigen ökologisch hergestellten Produkte, bietet dieses Siegel eine verlässliche Orientierungshilfe. Es muss aber auch erwähnt werden, dass die Kontrollen noch Lücken aufweisen und diese Lücken in der Vergangenheit immer wieder genutzt wurden. Das neue EU-Bio-Siegel ist ein weiteres Zeichen, welches gegenwärtig meist parallel zum deutschen Siegel läuft. Dieses Siegel garantiert die Einhaltung der EU-Rechtsvorschriften.

Im nächsten Artikel wird erläutert, bei welchen Lebensmitteln es besonders Sinn macht auf die Siegel zu achten. Des Weiteren wird auf den gesundheitlichen Nutzen von Bioprodukten eingegangen und das Thema "höhere Leistungsfähigkeit durch Bio-Lebensmittel" behandelt.

Literatur

  1. Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Gute Gründe für Bio. Ökobarometer 2010: Verbraucher haben die Vorteile im Blick. Presseinformation vom 09.12.2010(a)
  2. BLE, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Auf einen Blick: Informationen zum Bio-Siegel. Bonn (2010b)
  3. BLE, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Quartalsbericht zur Nutzung des Bio-Siegels März 2011. Bonn (2011)
  4. BLE, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Startseite der Internetseite bio-siegel.de. http://www.bio-siegel.de
  5. BLE, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Zehn Fragen und Antworten zur Nutzung des Bio-Siegels. Bonn (2010c)
  6. Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Eine Erfolgsgeschichte seit 2001. Schrittmacher Bio-Siegel. bio-siegel report (01/2011) 13
  7. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: 10 Jahre Bio-Siegel – ein Rückblick. DGEinfo (08/2011) 121-124.
  8. Peta (2013). Der "Stärkste Mann Deutschlands": Ein Pflanzenfresser. Link