von John Berardi
Fast alle, die schon seit langem Kraftsport machen, haben es schon erlebt. Da wir uns darum bemühen gesund zu bleiben, gehen wir zu einem Routine-Check-Up zum Arzt und versuchen ein bisschen tiefer in die Materie einzutauschen, was physiologisch in uns vorgeht und dann … Bäääm!
Der Arzt erzählt uns, dass unsere Nieren kurz davor sind zu explodieren. Dann nach der schockierenden Nachricht über unser wichtigstes Filtersystem lässt uns der Arzt noch wissen, dass wir vielleicht bereits einen Herzinfarkt hatten! Es ist so: Wenn es nach unseren Ärzten geht, töten wir uns mit unserer eiweißreichen Ernährung selbst.
Was in aller Aminosäurenwelt geht hier vor? Immerhin haben gutausgebildete und fortschrittliche Ernährungswissenschaftler uns jahrelang empfohlen viel Eiweiß in unsere Ernährung aufzunehmen.
Da Forscher wiederholt gezeigt haben, dass eine höhere Proteinzufuhr für die Aufrechterhaltung einer positiven Stickstoffbilanz bei Kraftsportlern und Athleten sorgt, kann es doch nicht so schlecht sein. Oder doch?
Naja, Ärzte denken das sehr oft. Begehe nicht den Fehler und halte diese Ärzte für Idioten oder glaube, dass sie in den dunklen Zeiten der Medizin hängen geblieben sind und dich zur Ader lassen wollen, um die bösen Geister zu vertreiben. Es ist alles nicht so einfach.
Die Wahrheit zum Thema ist folgende: Krafttraining und Ernährungsformen mit hohem Eiweißanteil haben Auswirkungen auf bestimmte Blutmarker mit denen der Gesundheitszustand gemessen wird. Ich behaupte aber, dass diese Marker bei Kraftsportlern bei weitem nicht so alarmierend sind wie viele Hausärzte denken.
Deshalb möchte ich jetzt ohne weitere Umschweife ein Schreiben präsentieren, dass alle Ärzte und Eltern lesen sollten, bevor sie mit ihren beängstigenden Denkansätzen auf die Blutbilder ihrer Patienten oder Kinder losgehen.
Die unzähligen E-Mails, die ich in den letzen Jahren von verzweifelten Patienten bekommen habe, haben mich dazu gebracht diesen Brief zu verfassen. All diesen Leuten wurde erzählt, dass ihre proteinreiche Ernährung ihre Gesundheit gefährden würde, obwohl das mit Sicherheit nicht so ist!
Für die Erwachsenen unter den Lesern: Ihr habt sicherlich genug Kraft und Urteilsfähigkeit, um eure eigenen Entscheidungen, bezüglich eurer Gesundheit, zu treffen. Leider sind viele der E-Mails, die ich erhalte, von Jugendlichen, deren Eltern die finanzielle Kontrolle über ihren Eiweißkonsum haben.
Für all diejenigen ist es keine Frage der eigenen Entscheidung. Für diesen Fall habe ich den folgenden Brief geschrieben. Die Eltern sollen damit in der Lage sein die Fakten besser zu verstehen und dann, gut informiert, eine Entscheidung zu treffen.
Liebe Eltern,
Ich verstehe, dass Sie sich um die Gesundheit ihres Kindes sorgen machen. Die Tatsache, dass Sie die Annahmen der Krafttrainingsgemeinschaft in Frage stellen, ist lobenswert und wird ihrem Kind hoffentlich die Fähigkeit vermitteln bestehende Normen zu hinterfragen und die Richtigkeit der Behauptungen von selbst ernannten Bodybuilding-"Gurus" selbst zu überprüfen. Wenn man blind alles tut was diese Dummköpfe einem sagen, ohne eigenes Ermessen, kann das letzten Endes durchaus zu Problemen führen.Darüber hinaus, danke ich Ihnen, für Ihre Objektivität bei der Suche nach der Wahrheit (oder nach den Informationen, die der Wahrheit so nahe kommen wie es derzeit nur möglich ist). In der heutigen Zeit ist es schwierig objektiv zu bleiben, weil wir durch die Stimmung und Panikmache der derzeitigen Medien-Maschinerie stark beeinflusst werden.
In Bezug auf Ihr Anliegen, ohne den gutgemeinten Rat eines Arztes oder die Ergebnisse einer klinischen Beurteilung (z.B. Blutbild) anzweifeln zu wollen, möchte ich die untenstehenden Sachverhalte ansprechen.
Sachverhalt #1 - Viele Ärzte glauben, dass eiweißreiche Ernährung Nierenschäden verursacht
Stellungnahme #1
Das ist, in Übereinstimmung mit allem was der Wissenschaft an Fakten vorliegt, FALSCH. Diese Vermutung besagt, dass sich bei einer gesunden Person, die sich eiweißreich ernährt, das Eiweiß sich in irgendeiner Form negativ auf die Nieren auswirkt. Hierdurch soll es zu einer Beschädigung und zu einer renalen Erkrankung kommen.Es absolut keine Daten, die darauf hindeuten, dass bei gesunden Erwachsenen eine hohe Eiweißzufuhr zum Auftreten einer renalen (Nieren) Dysfunktion führt. Es gibt nicht einmal Korrelationsstudien, die diese Wirkung bei gesunden Menschen gezeigt haben.
Alle Studien zeigen, dass eine Korrelation zwischen einer renalen (Nieren) Dysfunktion und der Eiweißzufuhr nur dann vorkommt wenn bei den Patienten bereits irgendeine Art von bestehenden renalen (Nieren) Krankheiten, wie einer diabetischen Nephropathie, glomeruläre Läsionen, usw. diagnostiziert wurde. Sogar Forschungen zur Einschränkung der Eiweißzufuhr bei Nieren-Patienten sind umstritten (Shils, Modern Nutr in Health & Dis, 1999).
Außerdem würden Sie eine ernsthafte bestehende Nierenerkrankung wahrscheinlich bereits bemerkt haben. Die Anzeichen und Symptome sind schon viel früher bemerkbar als zu dem Zeitpunkt an dem Sie mit einem Routine-Bluttest darauf hingewiesen werden (besonders wenn es in der Familienvorgeschichte Diabetes Mellitus und Hypertonie gibt).
Selbst durch eine aufwendige Suche in der gesamten veröffentlichten Literatur wird wahrscheinlich nicht eine einzigen Studie ausfindig gemacht werden können, die zeigt, dass die Eiweißmenge in der Nahrung der Auslöser für eine Nierenerkrankung bei gesunden Menschen war oder auch nur damit korreliert. Die Tatsache, dass diese Meinung trotzdem vorherrscht, ist, gelinde gesagt, sehr rätselhaft!
Aber selbst wenn ein Arzt einen obskuren Hinweis liefert, dass ein Zusammenhang zwischen einer eiweißreichen Ernährung und Nierenkrankheiten besteht, gibt es auf der anderen Seite zahlreiche Studien die das Gegenteil zeigen. Hier sind ein paar von ihnen:
- Ann Intern Med 2003 Mar 18;138(6):460-7
The impact of protein intake on renal function decline in women with normal renal function or mild renal insufficiency.
Knight EL, Stampfer MJ, Hankinson SE, Spiegelman D, Curhan GC. - Int J Sport Nutr Exerc Metab 2000 Mar;10(1):28-38
Do regular high protein diets have potential health risks on kidney function in athletes?
Poortmans JR, Dellalieux O. - Int J Obes Relat Metab Disord 1999 Nov;23(11):1170-7
Changes in renal function during weight loss induced by high vs low-protein low-fat diets in overweight subjects.
Skov AR, Toubro S, Bulow J, Krabbe K, Parving HH, Astrup A. - Eur J Clin Nutr 1996 Nov;50(11):734-40
Effect of chronic dietary protein intake on the renal function in healthy subjects.
Brandle E, Sieberth HG, Hautmann RE. - Am J Kidney Dis 2003 Mar;41(3):580-7
Association of dietary protein intake and microalbuminuria in healthy adults: Third National Health and Nutrition Examination Survey. "Dietary protein intake was not associated with microalbuminuria in normotensive or nondiabetic persons."
Sachverhalt #2 - Weil eine hohe Eiweißzufuhr den Zustand derer verschlechtern kann, die bereits an einer Funktionsstörungen der Nieren leiden, glauben viele Ärzte, dass es einleuchtender Weise auch bei gesunden Menschen so ist.
Stellungnahme #2
Das ist auch FALSCH! Ein Großteil der Spekulationen über Nieren-Funktionsstörungen in Zusammenhang mit eiweißreicher Ernährung kommt aus früheren Ernährungsstudien mit renalen Patienten (Patienten, die bereits an einer Nierenerkrankung leiden). previewWenn diesen Personen als Teil einer künstlichen Ernährung oder einer Sonderernährung der Eiweißgehalt der Nahrung erhöht wird, verschärft das ihre renalen (Nieren) Probleme. Auf Grund dieser Daten, begannen einige Ärzte und Ernährungswissenschaftler zu spekulieren (manchmal fälschlicherweise), dass eine erhöhte Eiweißzufuhr durch die Nahrung auch für Menschen mit gesunden Nieren schädlich sein könnte.
Zwar gibt es Hunderte von Studien, die zeigen, dass eiweißreiche Ernährungsformen für Nierenkranke schlecht sind, dennoch glaube ich, dass ein "Sprung" von klinischen Patienten zu gesunden Patienten nicht gerechtfertigt ist. Es ist dieser Sprung, der die Ursache für die anhaltende, aber langsam sterbende (sorry für die Wortwahl) Vorstellung ist, dass eine eiweißreiche Ernährung die Nieren schädigen kann.
Nochmal, es gibt keine Anzeichen oder sonst etwas dafür, dass eine eiweißreiche Ernährung die Nieren eines gesunden Kraftsportlers schädigt. Das ist in etwa so lächerlich, wie wenn jemand auf Grund der Tatsache, dass der Verzehr bestimmter Faserarten gastrointestinale Symptome von Leuten mit Reizdarmsyndrom verschlechtern kann, behaupten würde, dass diese Faserarten auch bei sonst gesunden Menschen Reizdarmbeschwerden verursachen.
Sachverhalt #3 - Nieren verändern sich, um sich an eiweißreiche Ernährung anzupassen.
Stellungnahme #3
Einige Studien bei gesunden Menschen zeigen eine Veränderung der Nierenfunktion bei sehr eiweißreicher Ernährung. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass diese Änderungen nicht als negativ oder "nachteilig“ genannt werden. Stattdessen scheint es sich um strukturelle Anpassungen an eine erhöhte Filtration zu handeln (etwas, dass die Nieren sowieso die ganze Zeit machen).Wenn die Nieren nicht auf diese Weise reagieren würden, müssten die meisten Ärzte denken, dass etwas schief läuft. Genau wie im Krafttraining, passt sich das Gewebe an die ihm gestellten Anforderungen an. Nur weil die Nieren mehr arbeiten müssen bedeutet das deshalb nicht, dass es negativ für sie ist.
Was passiert letzten Endes mit Muskeln, wenn sie härter arbeiten müssen? Sie passen sich an die Anforderungen an, werden größer, stärker und effizienter. Daher ist der Anpassungsmechanismus, dem sich die Nieren unterziehen, vernünftig und angemessen. Aber Sie müssen mir nicht einfach meine Worte glauben, Sie können auch diese Studie anschauen.
- Eur J Clin Nutr 1996 Nov;50(11):734-40
Effect of chronic dietary protein intake on the renal function in healthy subjects.
Brandle E, Sieberth HG, Hautmann RE.
Sachverhalt #4 - Was hat es mit erhöhten Kreatinin und BUN (Blut-Harnstoff-Stickstoff) Werten bei einem Bluttest auf sich?
Stellungnahme #4
Wie wäre es wenn wir mit einer kurzen Erklärung dieser beiden Marker anfangen?Kreatinin ist allgemein als Abbauprodukt des Muskel- oder Proteinstoffwechsels bekannt. In diesem Fall ist das Niveau ein Spiegelbild der Muskelmasse des Körpers oder der Menge an Eiweiß in der Nahrung. Niedere Werte zeigen sich oft bei Nierenproblemen, geringer Eiweißzufuhr, Lebererkrankungen oder Schwangerschaft.
Erhöhte Werte treten manchmal auch bei Nierenerkrankung aufgrund der Tatsache auf, dass eine beschädigte Niere Kreatinin nicht in der Weise aus dem Körper filtern kann, wie sie es sollte. Zudem können bestimmte Arzneimittel für erhöhte Werte sorgen, da sie die Filtration der Nieren beeinträchtigen können. Letztlich könnten erhöhte Werte auch durch eine Muskeldegeneration, eine eiweißreiche Ernährung oder durch eine Kreatin-Supplementation entstehen.
In Bezug auf die Kreatinin-Messungen, ist es wichtig zu beachten, dass der Kreatininwert im Blut daraus resultiert welche Menge auf der einen Seite produziert wird (durch Proteinabbau der – Muskeln oder Ernährung) und welche Menge auf der anderen Seite durch die Nieren beseitigt wird.
Folglich könnte Kreatinin im Blut auch ein Marker für die Unfähigkeit einer beschädigten Niere sein, das Kreatinin in normalen Mengen aus dem Blut zu filtern. Außerdem könnte es ein Marker für einen raschen Proteinabbau sein (durch Krafttraining verursachte Muskelbeschädigungen oder durch einen hohen Eiweißkonsum).
Stellen Sie sich das Blut wie ein Spülbecken vor. Wenn Sie den Wasserhahn ein wenig öffnen, sollte die Menge des Wassers das ins Spülbecken fließt und die Menge des Wassers das wieder heraus fließt, sich gegenseitig ausgleichen. Das führt zu einer, zu jedem Zeitpunkt, berechenbaren Menge Wasser in der Spüle. Wenn Sie jedoch teilweise den Stöpsel in den Abfluss stecken, erhöht sich die Menge des angesammelten Wassers in der Spüle obwohl immer noch die gleiche Menge aus dem Wasserhahn fließt.
Das gleiche passiert bei einer Nierenfehlfunktion (stellen Sie sich das Wasser als Kreatinin vor). Wenn Sie alternativ den Abfluss wieder freimachenund den Wasserhahn mehr aufdrehen, sammelt sich im Spülbecken wegen der höheren Einflussmenge auch mehr Wasser an. Das entspricht einer eiweißreichen Ernährung.
Weil Kraftsportler ununterbrochen Muskelprotein abbauen (das ist etwas Gutes), neigen die Kreatininwerte im Blut sogar ohne eine eiweißreiche Ernährung dazu erhöht zu sein. Darüber hinaus werden Kreatininwerte im Blut noch mehr steigen, wenn man auch noch eine eiweißreiche Ernährung praktiziert.
Da Kreatinin schließlich auch ein Abbauprodukt von Kreatin ist, erhöht sich bei Kraftsportlern die Kreatin nehmen, und das tun die meisten von ihnen, auch der Kreatininwert im Blut. All das bedeutet, dass bei Gewichthebern der Wasserhahn aufgedreht ist und nicht der Ausfluss verstopft.
Um auch noch auf die anderen relevanten Messwerte einzugehen sei noch der Stickstoff-Anteil im Harnstoff erwähnt. Er wird Blut-Harnstoff-Stickstoff (BUN) genannt. Es ist das Endprodukt des Eiweiß-Stoffwechsels und die Konzentration wird ebenfalls durch die Geschwindigkeit des Ausscheidens beeinflusst (wie bei Kreatinin). Exzessiver Eiweißkonsum, Nierenschäden, bestimmte Medikamente, geringe Flüssigkeitszufuhr, Blutungen im Darm, Sport oder ein Herzfehler kann zu erhöhten BUN Werten führen.
Verringerte Werte entstehen aufgrund eine schlechten Ernährung, Malabsorption, Leberschäden oder eine geringe Stickstoffaufnahme. Erhöhte BUN Werte sind stärker vom Eiweißkonsum abhängig als es die Kreatininwerte sind. Dasselbe Argument wie oben beschrieben, gilt auch hier.
Wie Sie sehen können, ist sowohl Kreatinin als auch BUN stark vom Eiweißkonsum UND der Nierenfunktion abhängig. Aus diesem Grund behaupte ich auch nicht, dass es unangebracht ist, wenn sich die Ärzte um die Nieren Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter sorgen machen.
Für Sie und Ihren Arzt ist es aber wichtig zu erkennen, dass der Angestiegene BUN Wert bei gesunden Kraftsportlern nicht zwangsläufig auf die Funktionen der Nieren zurückzuführen sind, sondern viel mehr mit der Ernährungsweise und dem Training zusammenhängen.
Sachverhalt #5 - Wenn BUN und Kreatinin unspezifische Messwerte sind, was sollten wir also machen, um auf der sicheren Seite zu sein?
Stellungnahme #5
Laut Arzt und Sporternährungsexperte Dr. Eric Serrano sind zwei weitere Messungen wichtig um den Unterschied zwischen den Auswirkungen von Training und Ernährung und den Auswirkungen einer Niereninsuffizienz zu erkennen.Die erste Messung ist das Verhältnis von BUN zu Kreatinin. Dr. Serrano behauptet, dass Werte bis in den unteren 30er Bereich in Ordnung sind, aber alles darüber ein Anzeichen für Probleme sein könnte. Als zweites sollte man die Proteinmenge im Urin testen. Das ist ein besseres Testverfahren für die Nierenfunktion als vieles anderes.
Wenn man bedenkt, dass die meisten umfassenden Nierenfunktionstests folgende Maßnahmen umfassen (A / G Verhältnis, Albumin, Harnstoff, Calcium, Cholesterin, Kreatinin, Globulin, LDH, Phosphor, Protein – Total und Harnsäure), sowie eine Urin-Analyse beinhalten, erscheint es unverantwortlich nach einem einfachen Bluttest, bei dem BUN und Kreatinin gemessen wurde, bereits Ratschläge zum Eiweißkonsum zu erteilen.
Sachverhalt #6 - Was ist mit erhöhter Kreatinkinase (CK)?
Stellungnahme #6
Obwohl diese Fehldiagnose nicht so oft vor kommt, wie die zuvor genannten, spekulieren trotzdem viele Ärzte fälschlicherweise, dass die Erhöhungen eines Markers der Muskelbeschädigungen anzeigt, CK genannt, ein Indikator für einen frischen Myokardinfarkt (Herzinfakt) ist! Wie kann das sein?Kreatinkinase ist ein cytosolisches Enzym (es schwimmt im flüssigen Teil der Zellen herum) und ist am Muskelstoffwechsel beteiligt. Da Kreatinkinase in jeglichem Muskelgewebe vorkommt (einschließlich der Skelett- und Herzmuskulatur), ist das übermäßige Auftreten von Kreatinkinase im Blut ein Indikator für jegliche Arten von Muskelschädigungen (entweder von der Skelett- oder Herzmuskulatur).
Zahlreiche Studien haben einen großen Anstieg der Blutkonzentrationen von Kreatinkinase bei Schäden am Herzmuskel (durch Herzinfarkt) festgestellt. Trainingsinduzierte Muskelschäden (diese Schäden sind entscheidend für Wachstum- und Anpassungsprozesse) hatten ebenfalls große Anstiege der Kreatinkinasewerte zur Folge.
Interessanterweise zeigt sich durch eiweißreiche Ernährung wiederholt eine Erhöhung der Kreatinkinase sowohl im Ruhezustand als auch nach dem Training ohne, dass man zusätzlichen Schaden verursacht hatte (in einer Reihe verschiedener Lebewesen, einschließlich dem Menschen).
Hinzu kommt, dass die normalen klinischen Untersuchungen der Kreatinkinase nicht zwischen den Isoformen der Skelett- und Herzmuskulatur unterscheiden. Es gibt weitere muskelspezifische Tests, die gemacht werden müssen. Deshalb sollte ein Arzt, wenn er sich über die Erhöhung der Kreatinkinase sorgen macht, einen Test der Kreatinkinase-Isoformen machen. Damit kann festgestellt werden, ob die Kreatinkinase von den Skelett- oder Herzmuskelzellen abgegeben wurden.
Wenn vor dem Arzt letztlich auch noch ein Kraftsportler sitzt, der viel Eiweiß isst und viel Muskelmasse aufgebaut hat (die Abgabe von Kreatinkinase der Skelettmuskulatur ist, wie Sie sich vermutlich denken können, stark davon abhängig wie viel Muskelmasse jemand hat) dann ist "Herzinfarkt" das letzte an das der Arzt denken sollte, wenn er eine Erhöhung der Kreatinkinase-Werte sieht. Hier ist eine Quellenangabe dazu:
- Med Sci Sports Exerc. 1999 Mar;31(3):414-20
Effects of dietary protein on enzyme activity following exercise-induced muscle injury. Hayward R, Ferrington DA, Kochanowski LA, Miller LM, Jaworsky GM, Schneider CM