Ein Wort zu Eiern
Ohne das Ganze zu kompliziert zu machen, ist die Prämisse, die dieser Tabelle zugrunde liegt die, dass bestimmte Proteine während des Prozesses der menschlichen Verdauung bis zu einem gewissen Grad denaturiert werden. Der Grad, zu dem ein bestimmtes Protein seine Original Molekularstruktur während des Prozesses der Verdauung aufrechterhalten kann und nachfolgend für die Körperprozesse der Proteinsynthese verfügbar bleibt, wird seinen Wert für uns als Menschen und uns als Sportler diktieren. Das ist die kurze Erklärung und basierend auf diesen theoretischen Informationen, muss sich jeder entscheiden, ob er sich an diese Skala hält oder sie auf eigenes Risiko ignoriert.
Nachdem wir nun das fundamentale Kriterium für die Bewertung spezifischer Proteine festgelegt haben – und ohne an dieser Stelle eine Tabelle zu erstellen (der interessierte Leser kann diese im Internet finden) – sollte angemerkt werden, dass es nur ein vollständiges Tier auf dieser Skala gibt, das vom Menschen vollständig konsumiert wird. Das Ei ist in der Tat ein vollständiger tierischer Embryo, auch wenn die exakte Zeitspanne, während der ein Organismus ein Embryo ist nicht genau definiert ist. Meiner Denkweise zufolge ist der Konsum eines vollständigen Tieres im Vergleich zu lediglich Teilen eines Tieres immer die optimale Wahl und man darf das Ei bei keinem ernsthaften Ernährungsprogramm ignorieren.
Aus welchem Grund auch immer, verzichten viele Menschen zugunsten anderer, vermeintlich attraktiverer Proteinquellen auf das erstaunliche, essbare Ei. Ich möchte jedoch vorbringen, dass das Ei eine genauso vernünftige Wahl wie jedes andere Nahrungsmittel auf der Skala der biologischen Verfügbarkeit ist. Und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass viele Menschen den Gürtel finanziell enger schnallen müssen, scheint es angemessen zu sein, den deutlichen Preisunterschied zwischen den Top Proteinquellen und einem Dutzend Eiern hervorzuheben. Sehen wir den Tatsachen ins Auge – es gibt nicht viele hochwertige Proteinquellen, die 65 Gramm Protein, 840 kcal und null Gramm Kohlenhydrate für den Preis von 12 Eiern liefern. Ich werde die Fakten nicht verschweigen, dass Eier für die letzte Woche vor der Show während einer Wettkampfdiät etwas zu viel Natrium enthalten und dass man auch das Thema Cholesterin auf lange Sicht berücksichtigen sollte. Abgesehen von diesen beiden kleinen Fehlern, die wohl kaum einen ernsthaften Grund dafür darstellen dürften, diesen Treibstoff mit hoher Oktanzahl aus dem Ernährungsplan zu verbannen, sehe ich keinen Grund dafür, dass sich Eier nicht ganz oben auf der Liste eines jeden Sportlers befinden sollten. Nebenbei bemerkt enthält auch rotes Fleisch viel Fett und Cholesterin und trotzdem gibt es ausreichend mildernde Faktoren, um seinen Konsum zu rechtfertigen.
Zu häufig ist die beklagenswerte Realität die, dass die Leistungen eines Sportlers bis zu einem gewissen Grad durch ökonomische Beschränkungen und nicht durch mangelnden Ehrgeiz oder mangelnde Trainingsmoral limitiert werden. Viele Menschen erkennen nicht, welchen wichtigen Faktor die persönlichen Finanzen im Eisensport von heute spielen. Ich kann mich an einige konkrete Fälle erinnern, bei denen bestimmte Personen es sich aus Gründen wie Nahrungsmittelkosten nicht länger leisten konnten, in ihrer Sportart konkurrenzfähig zu bleiben. Wenn man es global betrachtet, besteht der Weg zu anhaltenden Erfolgen – insbesondere in den mageren Jahren der Bodybuildingkarriere -, darin, sich stark auf die lange erprobten Grundlagen der Ernährung zu verlassen, die einem ökonomisch nicht das Rückgrat brechen werden. Finanziell verantwortungsbewusst zu sein besitzt keine Nachteile und es ist bestimmt nichts Falsches daran, das meiste für sein Geld zu bekommen. In gewisser Hinsicht ist dies einer der grundlegenden Faktoren des Sports, den wir alle lieben.